Tanken am Seitenständer: Der fehlende Liter ist nicht dein Problem

Die Zapfpistole klickt. Du drückst noch zweimal nach, weil das immer so war, schraubst den Deckel zu und rollst weiter. Tanken am Seitenständer ist an jeder Säule der Normalfall, und den Satz dazu kennt jeder aus der Garage: schräg wird der Tank nie richtig voll. Der Satz stimmt sogar. Nur ist er die harmlose Hälfte der Geschichte.

Was der Klick wirklich meldet

Kurz vor der Spitze des Zapfrohrs sitzt ein winziges Loch. Solange es Luft ziehen kann, bleibt das Ventil offen. Der Sprit, der durch die Pistole schießt, erzeugt an einer Engstelle einen Unterdruck, und der wird über dieses Loch ständig ausgeglichen. Sobald Kraftstoff das Loch verschließt, kommt keine Luft mehr nach, der Unterdruck steigt schlagartig, eine Membran zieht hoch, das Ventil fällt zu. Entscheidend ist also nicht, dass das Loch feucht wird, sondern dass es dicht ist.

Das ist der Klick. Und damit ist auch klar, was er nicht ist: eine Aussage über deinen Füllstand. Er meldet, dass ein Loch am Ende eines Rohrs nass geworden ist. Mehr nicht.

Beim Auto ist das trotzdem ziemlich verlässlich, weil der Einfüllstutzen dort ein langes, schräges Rohr ist und die Pistole immer ungefähr gleich tief darin steckt. An deinem Motorrad ist der Einfüllstutzen ein kurzer Topf unter dem Tankdeckel. Wie tief die Pistole hineinragt und in welchem Winkel sie darin hängt, entscheidest du jedes Mal neu, ohne darüber nachzudenken - mal steckt sie bis zum Anschlag, mal hängt die Spitze knapp unter dem Rand.

Das Spritzen kommt obendrauf. In einen flachen Topf schlägt der Strahl gegen die Wand, kommt als Schwall und als Schaum zurück und legt sich über das Fühlloch, obwohl unten noch reichlich Platz ist. Wer schon einmal an einer Autobahnsäule mit voller Pumpenleistung getankt hat, kennt das Ergebnis: nach anderthalb Litern klackt es, und du fängst wieder von vorn an. Nicht der Tank war voll. Nur das Loch.

Daher funktioniert auch der Trick, den fast jeder benutzt, ohne ihn zu hinterfragen: Nach dem Abschalten fünf Sekunden warten, dann geht meistens noch etwas hinein. Kein Wunder und keine Reserve, die sich auftut - der Schaum im Stutzen ist in der Zwischenzeit zusammengefallen und die Flüssigkeit nach unten abgelaufen, das Fühlloch liegt wieder frei. Wiederholst du das drei-, viermal, füllst du Zentimeter für Zentimeter genau den Raum auf, der nach Handbuch leer bleiben soll. Warum das eine schlechte Idee ist, steht weiter unten.

Die Luftblase sitzt oben, nicht unten

Der Seitenständer sitzt bei praktisch jeder Maschine links. Sie hängt damit um gut zehn bis fünfzehn Grad nach links, und der Tank hängt mit.

Ein Motorradtank hat die Form eines Sattels: zwei Wangen links und rechts vom Rahmen, dazwischen eine Senke, und der Einfüllstutzen oben in der Mitte. Kippt die Maschine nach links, geht die rechte Wange nach oben. Der Spiegel des Kraftstoffs bleibt waagerecht, weil Flüssigkeiten das so machen. Alles, was jetzt höher liegt als der Punkt, bis zu dem der Sprit im Stutzen steigen kann, bleibt Luft.

Hier erzählt die Garagenversion es falsch herum. Die eingeschlossene Luft steht nicht unten auf der Seite des Ständers, sondern oben in der angehobenen Wange - bei linkem Seitenständer also rechts. Unten ist alles voll. Unten ist ja der tiefste Punkt.

Wie viel dabei übrig bleibt, hängt vor allem daran, wie flach der Tank oben gebaut ist und wo der Einfüllstutzen sitzt. Wer dir dafür eine feste Zahl nennt, hat sie geraten. Fahrer, die es an der Säule nachgezählt haben, berichten von rund zwei Zehntelliter an einer Guzzi bis zu knapp einem Liter an anderen Maschinen, und es gibt Modelle, bei denen kein messbarer Unterschied übrig bleibt. Zwei Zehntel sind bei üblichem Verbrauch vier bis fünf Kilometer. Ein Liter sind grob zwanzig.

Für deine eigene Maschine kostet die Antwort eine Tankfüllung: auf dem Seitenständer bis zum ersten Klick füllen, die Maschine danach senkrecht stellen und ein zweites Mal bis zum ersten Klick tanken. Was die Säule dabei nachzählt, ist deine Zahl - nicht die aus dem Forum, nicht die aus dem Prospekt. Wer einen Hauptständer hat, macht das nebenbei; alle anderen brauchen dafür eine zweite Person am Lenker.

Beim Nachlesen fällt außerdem sofort etwas auf: Einige Fahrer berichten das genaue Gegenteil, auf dem Ständer gehe mehr hinein. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Vergleich mit zwei verschiedenen Linealen. Wer auf dem Ständer langsam bis zum Rand des Stutzens gießt, aufrecht aber nur bis zum Klick tankt, hat zweimal etwas anderes gemessen. Solange das Abbruchkriterium nicht dasselbe ist, sagt der Vergleich nichts.

Die Schräglage macht am Tank noch etwas Zweites, und das siehst du beim Losfahren. Der Geber, der deiner Anzeige den Füllstand meldet, sitzt an einer festen Stelle im Tank und misst dort die Höhe der Flüssigkeit über sich. Steht die Maschine schief, steht der Sprit über diesem Punkt anders hoch als im Fahren. Deshalb springt die Anzeige an manchen Motorrädern nach dem Aufrichten noch einmal um, und deshalb ist der Blick auf die Tankanzeige unmittelbar nach dem Anlassen der unzuverlässigste des Tages. Warte die erste Ampel ab.

Zwei volle Tanks, zwei Mengen

Die eigentliche Nachricht dieses Abschnitts steht damit schon da: Der Unterschied, den die Schräglage macht, liegt bei den meisten Maschinen in derselben Größenordnung wie der, den du mit deiner eigenen Handhabung erzeugst - und von beiden ist nur einer beeinflussbar.

Wie tief du die Pistole hältst, wie schnell du zapfst, ob du nach dem Klick noch nachdrückst - das zusammen streut deine Tankfüllung leicht um einen halben Liter. Bei sechzehn Litern sind das drei Prozent.

Deshalb stimmt auch deine Verbrauchsrechnung nicht so genau, wie du denkst. Wenn du an der Säule Liter durch Kilometer teilst, misst du deinen Verbrauch und deine Tankgewohnheit in einer einzigen Zahl. Die 4,9 Liter von letzter Woche und die 5,4 von heute können denselben Fahrstil bedeuten und zwei verschiedene Zapfpistolen. Wer Verbräuche ernsthaft vergleichen will, braucht drei, vier Tankfüllungen hintereinander und rechnet über die ganze Strecke. Eine einzelne Füllung ist eine Momentaufnahme, und die schwankt kräftig.

Die Anzeige hilft dir dabei ausgerechnet oben am wenigsten, und dafür gibt es einen sehr handfesten Grund. Ein Tankgeber misst eine Höhe, keine Menge. Ein Motorradtank ist oben breit, weil er dort über den Rahmen greift, und läuft nach unten schmal zusammen. Ein Zentimeter Füllhöhe entspricht oben also deutlich mehr Litern als unten. Genau daher kommt das Gefühl, ein voller Tank halte gefühlt ewig und die letzten beiden Balken seien in zwanzig Minuten weg. Die Elektronik schikaniert dich dabei nicht. Das ist die Form deines Tanks, und sie erklärt, warum der obere Bereich deiner Anzeige nur eine sehr grobe Auskunft gibt.

Der teurere Fehler

Bis hierher ging es um einen fehlenden Liter. Der ist ärgerlich und ansonsten folgenlos. Teuer wird die andere Richtung.

Nach dem ersten Klick noch zwei-, dreimal antippen, bis der Sprit im Stutzen steht - das machen sehr viele. In der Bedienungsanleitung steht das Gegenteil, meistens sogar mit Zeichnung: nur bis zur Unterkante des Einfüllstutzens füllen, nicht darüber. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch; was dein Tank fasst und wo seine Grenze liegt, steht dort und nirgends sonst.

Die Angewohnheit hat übrigens einen nachvollziehbaren Ursprung. Auf einem Motorrad ist der Weg zur nächsten Tankstelle ein Thema, auf das man mehr achtet als im Auto, und ein Tank mit vierzehn Litern verzeiht schlicht weniger als einer mit fünfzig. Wer schon einmal mit blinkender Reservelampe an einem Sonntagabend durch die Eifel gefahren ist, tankt danach jahrelang randvoll. Verständlich. Nur zahlt diese Vorsicht an der falschen Kasse.

Warum das Handbuch darauf besteht, ist banal. Der Kraftstoff, den du gerade eingefüllt hast, ist kühler als der Tag. Er kommt aus einem Behälter, der ein paar Meter tief in der Erde liegt und dort ziemlich gleichmäßig temperiert bleibt, egal was das Thermometer über der Zapfsäule anzeigt. Was du an einem Septembernachmittag in einen dunklen Tank füllst, steht binnen einer Stunde deutlich wärmer da als beim Einfüllen. Und Benzin bleibt dabei nicht gleich groß.

Ein Prozent pro zehn Grad

Benzin dehnt sich bei Erwärmung um etwa ein Prozent je zehn Grad aus. Eine Zahl, mit der du im Kopf rechnen kannst.

Nimm sechzehn Liter und eine Erwärmung von dreißig Grad, also von kühl auf richtig warm. Drei Prozent von sechzehn Litern sind knapp ein halber Liter. Dieser halbe Liter entsteht nicht aus dem Nichts, aber er braucht plötzlich Platz, den es vorher nicht gab. Hast du beim Tanken die Luftsäule im Stutzen gelassen, geht er dorthin, und niemand merkt etwas. Hast du bis zum Rand gefüllt, sucht er sich den Weg über die Entlüftung.

Was das anrichtet, hängt am Alter deiner Maschine. An älteren Motorrädern hängt am Tankdeckel ein Schlauch, der nach unten ins Freie führt. Dann steht nach vier Stunden auf dem Parkplatz eine Pfütze unter der Maschine, es riecht nach Tankstelle, und das war es dann auch.

Bei neueren Maschinen sitzt im Entlüftungsweg dagegen ein Aktivkohlefilter. An die Motorräder kam er mit der Abgasstufe Euro 4, also grob ab Baujahr 2017: Seither wird bei der Typprüfung nicht nur gemessen, was hinten herauskommt, sondern auch, was aus dem Tank verdunstet. Wer eine Maschine aus diesen Jahrgängen fährt, hat das Bauteil mit einiger Wahrscheinlichkeit an Bord, ohne dass es je jemand erwähnt hätte. Zu finden ist es als schwarzer Behälter, meistens unter dem Tank oder neben dem Luftfilterkasten, mit zwei oder drei Schläuchen daran.

Und dieser Behälter ist gebaut, um Dämpfe zu binden - nicht Flüssigkeit. Kommt flüssiger Sprit hinein, setzt sich die Kohle zu und verliert genau die Aufnahmefähigkeit, für die sie da ist.

Die Symptome danach sind unspektakulär, und deshalb ordnet sie kaum jemand richtig zu: Benzingeruch am abgestellten Motorrad, ein Zischen beim Öffnen des Tankdeckels, und beim nächsten Tanken schaltet die Zapfpistole alle paar Sekunden ab, weil die Luft aus dem Tank nicht mehr sauber entweicht. Wer dann an der Säule flucht, flucht über eine Angewohnheit von vor drei Monaten.

Der andere Weg nach draußen führt an der Deckeldichtung vorbei. Was dort austritt, läuft die Tankflanke hinunter. Über den Lack, an der Sitzbank vorbei, an ungünstig gebauten Maschinen bis auf den Hinterreifen.

Sicherheitshinweis: Benzin auf dem Hinterreifen ist der Punkt, an dem ein Lappen nicht reicht. Gummi nimmt Kraftstoff auf, und was in der Lauffläche sitzt, wischt sich nicht heraus - die Stelle greift schlechter, und du merkst das zum ersten Mal in der Kurve hinter der Ausfahrt. Läuft dir beim Tanken etwas über, sieh sofort nach, wo es gelandet ist: Reifen, Bremsscheibe, Sitzbank. Auf dem Reifen spülst du es an der Säule mit reichlich Wasser ab, ohne Lösungsmittel und ohne Bremsenreiniger, und nimmst die ersten Kilometer bewusst zurück. Und fahr nicht mit einem Tank los, von dem es tropft: Ein Krümmer wird im Betrieb so heiß, dass ausgelaufener Kraftstoff sich daran entzünden kann.

Wann randvoll richtig ist

Ein Einwand ist an dieser Stelle berechtigt. Vor der Winterpause soll der Tank voll sein, damit sich über Monate keine Luft und damit keine Feuchtigkeit darin sammelt. Das gilt weiterhin, und es widerspricht dem hier nicht.

Voll heißt bis zum ersten Klick, nicht bis zum Rand. Zwischen beidem liegt genau die Luftsäule im Einfüllstutzen, und die ist ein paar Zentimeter hoch und fasst kaum mehr als ein Zehntel Liter. Wovor die Einwinter-Regel schützt, ist der halbleere Tank, der über den Winter atmet: warm, kalt, warm, kalt, und jedes Mal zieht er feuchte Luft nach.

Dieses Atmen erklärt nebenbei, warum ein Tank überhaupt entlüftet sein muss. Ein dicht verschlossener Behälter, in dem sich der Inhalt ausdehnt und wieder zusammenzieht, baut Druck auf und danach Unterdruck - und ein Unterdruck im Tank ist der Klassiker hinter dem Motorrad, das nach zwanzig Minuten Fahrt anfängt zu stottern und nach dem Öffnen des Tankdeckels wieder sauber läuft. Die Entlüftung ist also kein Zubehör. Sie ist der Grund, warum die Maschine überhaupt Sprit bekommt.

Der Zeitpunkt spielt ebenfalls mit. Wer im November tankt und die Maschine in eine kühle Garage schiebt, hat das Ausdehnungsthema gar nicht. Es gehört ins warme Halbjahr, und Mitte September ist davon noch reichlich übrig: Die Nächte werden kühl, die Nachmittage haben aber weiterhin Kraft, und ein dunkler Tank auf einem Parkplatz interessiert sich nicht dafür, was im Kalender steht. Tanken am Seitenständer ist im September deshalb eine andere Übung als im November. Dafür sorgt die Sonne, die vier Stunden später auf dem Tank steht.

Tanken am Seitenständer, ohne etwas kaputt zu machen

Tanken am Seitenständer schrumpft damit auf ein paar Handgriffe zusammen, die zusammen keine Minute kosten.

  • Beim ersten Klick aufhören. Das ist die ganze Regel. Alles danach ist Gewohnheit, und im ungünstigen Fall zahlst du sie mit einem Bauteil.
  • Langsam zapfen, besonders am Anfang. Halbe Pumpenleistung, Pistole ruhig halten. Das spart dir die drei Fehlklicks, wegen derer du überhaupt erst anfängst, hinterher nachzudrücken.
  • Senkrecht nur, wenn es ohne Balanceakt geht. Auf dem Hauptständer kostet es nichts, also nimm ihn, wenn du einen hast. Ohne Hauptständer lohnt es sich nur vor einer wirklich langen Etappe und nur mit einer zweiten Person am Lenker: Wer eine 250 Kilo schwere Maschine einhändig geradehält, während die andere Hand eine offene Zapfpistole führt, hat Gewinn und Risiko falsch gegeneinander gerechnet. Die Abkürzung, die fast jeder nimmt, ist dabei die schlechteste: im Sattel sitzen bleiben und die Maschine zwischen den Beinen halten. Läuft dann etwas über, läuft es unter dir über den warmen Motor - und vom Motorrad herunter kommst du in diesem Moment nicht.
  • Einmal hinsehen, bevor du losfährst. Ein Blick auf Tankflanke und Hinterrad. Zwei Sekunden, und du weißt, ob unterwegs etwas über den Lack läuft.

Wer dazu wissen will, was in seinen Tank wirklich hineingeht, verlässt sich auf den Tageskilometerzähler und lässt die Balken im Display beiseite. Zwei Tankfüllungen lang nach dem ersten Klick aufhören, Kilometer notieren, und du hast eine Reichweite, die zu deinem Tankverhalten passt und nicht zu einem Prospektwert, der auf einer waagerecht stehenden Maschine ermittelt wurde.

Und weil hier so viel von Litern die Rede war, zum Schluss das Verhältnis. Auf der einen Seite stehen vier bis zwanzig Kilometer Reichweite, die dir die Schräglage nimmt und die du fast nie brauchst, weil du ohnehin nicht auf den letzten Tropfen fährst. Auf der anderen Seite steht ein Bauteil im Entlüftungsweg, das für Dämpfe gebaut ist und nicht für Benzin. Entschieden wird das jedes Mal in derselben halben Sekunde: der, in der die Pistole klickt und deine Hand noch nicht losgelassen hat.

❓ Häufige Fragen zum Tanken am Motorrad

Wird der Tank auf dem Seitenständer wirklich nicht ganz voll?

Meistens ja, aber weniger dramatisch als erzählt. Die Maschine hängt zehn bis fünfzehn Grad schief, die angehobene Tankwange liegt dann höher als der Punkt, bis zu dem der Sprit im Einfüllstutzen steigen kann, und dort bleibt Luft. Bei manchen Modellen ist der Unterschied kaum messbar, bei anderen liegt er bei bis zu einem Liter.


Auf welcher Seite bleibt die Luft im Tank?

Auf der hohen. Der Seitenständer sitzt links, die Maschine kippt nach links, also bleibt die Luftblase rechts oben in der angehobenen Tankwange. Die tiefe Seite läuft zuerst voll, weil der Kraftstoffspiegel waagerecht bleibt, ganz gleich wie das Motorrad steht.


Darf ich nach dem Klick der Zapfpistole noch nachtanken?

Besser nicht. Die Handbücher sagen ausdrücklich, dass nur bis zur Unterkante des Einfüllstutzens gefüllt werden soll. Wer darüber hinaus nachdrückt, füllt genau den Raum, den der Kraftstoff braucht, wenn er sich in der Wärme ausdehnt - und drückt ihn dann über die Entlüftung wieder heraus.


Warum schaltet die Zapfpistole am Motorrad ständig zu früh ab?

Weil die Abschaltung kein Füllstandsmesser ist. Kurz vor der Spitze des Zapfrohrs sitzt ein kleines Loch, und sobald Kraftstoff es verschließt, fällt das Ventil zu. In einem kurzen, flachen Einfüllstutzen kommen Schwall und Schaum zurück und legen sich über dieses Loch, obwohl im Tank noch reichlich Platz ist. Langsamer zapfen hilft am zuverlässigsten.


Kann Benzin auslaufen, wenn das Motorrad in der Sonne steht?

Ja, wenn du randvoll getankt hast. Benzin dehnt sich bei Erwärmung um rund ein Prozent je zehn Grad aus. Bei sechzehn Litern und dreißig Grad Erwärmung sind das knapp ein halber Liter, der über die Entlüftung nach draußen will. Deshalb steht danach eine Pfütze unter der Maschine oder es läuft über die Tankflanke.


Soll ich vor der Winterpause trotzdem volltanken?

Ja - voll heißt aber bis zum ersten Klick, nicht bis zum Rand. Der Sinn der Regel ist, möglichst wenig feuchte Luft im Tank zu lassen, die über Monate kondensiert. Die paar Zentimeter Luft im Einfüllstutzen spielen dabei keine Rolle, ein halbleerer Tank dagegen sehr wohl.

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