
Was Fahrer sich von neuen Modellen wünschen, lässt sich schwer messen. Was die Neuheiten des Jahrgangs 2026 tatsächlich mitbringen, steht dagegen in Datenblättern, Anleitungen und in der Übersicht, die der ADAC im März veröffentlicht hat. Darin tauchen zwei Ausstattungen immer wieder auf: Quickshifter und Kurven-ABS.
Überlegst du gerade, ob es ein neues Motorrad sein soll, hilft dir ein Blick auf den Stand im Herbst 2026. Was ist in der Mittelklasse angekommen, was bleibt ein Extra, und was gilt beim Abgas wirklich?
In der ADAC-Übersicht haben unter anderem die Honda CB1000GT, die CB1000F und die Ducati Monster Kurven-ABS. Bei der Kawasaki Z900RS ermöglicht eine Messeinheit mit sechs Achsen nun Eingriffe von ABS und Traktionskontrolle, die von der Schräglage abhängen.
Vorgeschrieben ist Kurven-ABS nicht, Pflicht ist oberhalb der 125er-Klasse seit 2017 nur das ABS. Ob es an deinem Wunschmodell serienmäßig ist, Aufpreis kostet oder fehlt, zeigt die Ausstattungsliste, am besten schon vor der Probefahrt.
Einen Quickshifter, mit dem du ohne Kupplung schaltest, nennt die Übersicht bei mehreren Neuheiten, etwa bei der Kawasaki Z900RS, der Suzuki SV-7GX und der Triumph Trident 800. Einen Schritt weiter geht Honda mit der E-Clutch, die es seit 2024 zuerst für CB650R und CBR650R gibt. Beim Anfahren und Anhalten kuppelt sie selbst, geschaltet wird weiter mit dem Fußhebel, aber ohne zu kuppeln. Der Kupplungshebel bleibt am Lenker, falls du doch selbst kuppeln willst.
Yamaha verzichtet bei der MT-09 Y-AMT auf Kupplungshebel und Fußschalthebel. Geschaltet wird mit einem Hebel am Lenker, im AT-Modus wählt die Elektronik die Gänge selbst. Honda baut außerdem seit Jahren Doppelkupplungsgetriebe, laut den Anleitungen etwa in NC750X, NT1100 und Gold Wing. Ein Motorrad, das ohne Kupplungshebel auskommt, ist 2026 keine Exotik mehr, sondern eine Ausstattungsfrage.
In der Mittelklasse gehören Fahrmodi und Traktionskontrolle inzwischen zu vielen Modellen. Honda baut seine Drehmomentkontrolle laut den Anleitungen von 2025 in XL750 Transalp, CB750 Hornet und NC750X ein, die NC750X hat dazu Fahrmodi wie Standard, Sport und Rain. Die Yamaha MT-09 von 2024 bringt neben mehreren Fahrmodi einen Tempomaten mit.
Mehr Elektronik heißt auch mehr Einstellungen, und nicht jede erklärt sich von selbst. Die Anleitung der MT-09 widmet allein den Fahrhilfen und ihren Stufen mehrere Seiten. Bei der Übergabe eines neuen Motorrads lässt du dir die Menüs deshalb einmal vom Händler zeigen.
Auch die Verbindung zum Smartphone ist in der Mittelklasse angekommen. Honda nennt seine Lösung RoadSync, die Anleitungen von CB650R, CB750 Hornet, NC750X und XL750 erklären sie. Das Smartphone wird per Bluetooth mit Motorrad und Headset gekoppelt und lässt sich per Sprache oder über die Lenkerschalter bedienen. Für die MT-09 beschreibt Yamaha ein eigenes Smartphone-Anschlusssystem, KTM für die 390 Duke Bluetooth samt Koppeln von Handy und Headset.
In der Anleitung der NC750X steht dazu ein nüchterner Hinweis. Änderungen an Betriebssystemen, Software oder Vorschriften können die Funktionen von RoadSync verringern oder einstellen, und eine Garantie für die künftige Funktion gibt Honda nicht. Die Verbindung hängt also an Software, die sich ändert. Außerdem warnt Honda, dass ihre Nutzung während der Fahrt vom Verkehr ablenken kann.
Seit dem 1. Januar 2025 müssen neu zugelassene Motorräder die Abgasstufe Euro 5+ erfüllen. Sie verschärft unter anderem die Eigendiagnose, zu der nun die Überwachung des Katalysators gehört. Die Euro-7-Verordnung gilt für Pkw, Busse, Lkw und schwere Anhänger, die Fahrzeugklasse L mit den Motorrädern steht nicht in ihrem Geltungsbereich.
Eine Ausnahme betrifft Fahrzeuge aus dem Lager. Motorräder, deren Übereinstimmungsbescheinigung vor dem 31. Dezember 2024 ausgestellt wurde, können laut Kraftfahrt-Bundesamt mit einer Ausnahmegenehmigung für auslaufende Serien noch bis Ende 2026 erstmals zugelassen werden. Das KBA rät, den Antrag mindestens acht Wochen vor der geplanten Zulassung einzureichen, und kann ihn ablehnen, wenn die erlaubten Stückzahlen erreicht sind.
Bei einem neuen Motorrad vom Lager fragst du im Herbst 2026 deshalb zuerst, ob es schon Euro 5+ erfüllt. Wenn nicht, muss es noch 2026 zugelassen werden. Liegt die Ausnahmegenehmigung dann noch nicht vor, wird es mit acht Wochen Vorlauf für den Antrag ab Anfang November knapp.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Welche Frist für ein bestimmtes Motorrad gilt, steht in der Ausnahmegenehmigung, im Zweifel fragst du beim Kraftfahrt-Bundesamt nach.
Was Fahrer von neuen Modellen erwarten, ist am Ende persönlich: eine Sitzhöhe, mit der du sicher stehst, ein Gewicht, das sich rangieren lässt, eine Schaltung für die Hand oder für den Fuß. Das Datenblatt verrät dir, was ein Motorrad 2026 mitbringt. Ob es zu dir passt, zeigt erst die Probefahrt, am besten mit genau der Ausstattung, die du kaufen willst.
Welche Neuerungen bringen Motorräder 2026?
Quickshifter und Kurven-ABS finden sich in der Neuheitenübersicht des ADAC für 2026 besonders oft. Dazu kommen automatisierte Kupplungen und Getriebe, etwa bei Honda und Yamaha, und bei allen Neuheiten die Abgasstufe Euro 5+.
Gilt Euro 7 für Motorräder?
Euro 7 betrifft Motorräder nicht. Die Verordnung erfasst Autos, Busse, Lastwagen und schwere Anhänger, Krafträder der Klasse L fallen weiter unter die Regeln von Euro 5+.
Kann ich ein Euro-5-Motorrad noch neu zulassen?
Ein Neufahrzeug ohne Euro 5+ bekommt seine erste Zulassung nur noch über eine Ausnahmegenehmigung für Restbestände, und das längstens bis zum Jahresende 2026. Voraussetzung ist unter anderem eine Übereinstimmungsbescheinigung, die vor dem 31. Dezember 2024 ausgestellt wurde.
Was ist die Honda E-Clutch?
Die E-Clutch ist eine elektronisch gesteuerte Kupplung, die Honda seit 2024 anbietet. Sie übernimmt das Kuppeln beim Anfahren, Anhalten und Schalten, den Gang wählst du weiter mit dem Fuß, und ein Kupplungshebel ist trotzdem vorhanden.
Was bedeutet Y-AMT bei Yamaha?
Y-AMT ist Yamahas automatisiertes Schaltgetriebe ohne Kupplungshebel und ohne Fußschalthebel. Du schaltest per Hebel am Lenker oder überlässt der Elektronik im AT-Modus die Wahl des Gangs.
Ist Kurven-ABS bei neuen Motorrädern Pflicht?
Kurven-ABS ist nicht vorgeschrieben. Pflicht ist seit 2017 das ABS für alle Motorräder jenseits der 125er-Klasse, mehrere Neuheiten bringen das Kurven-ABS trotzdem mit.
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