
Zwischen Logatec und Vrhnika, auf der A1 in Richtung Ljubljana, hängen Kameras über der Fahrbahn, und eine Markierung auf dem Asphalt zeigt den Anfang der Messstrecke. Am Ende des Abschnitts wartet die zweite Kamera. Aus der Zeit dazwischen errechnet das System die Durchschnittsgeschwindigkeit.
Diese Abschnittskontrolle, in Österreich Section Control genannt, hat Slowenien auf vier Autobahnabschnitten aufgebaut. Die Geräte sind geeicht, Bußgelder verhängt die Polizei damit aber noch nicht, weil die Anlage bisher nicht an sie übergeben ist. So war der Stand Anfang Oktober. Das Limit am Schild gilt dort ohnehin.
Den Weg dahin hat das slowenische Amt für Messwesen in zwei kurzen Mitteilungen festgehalten. Am 2. September schloss es die erste Eichung für drei Abschnitte ab und schrieb dazu, die Messergebnisse könnten ab jetzt in Verfahren wegen zu hoher Geschwindigkeit verwendet werden. Der vierte Abschnitt bei Trojane folgte am 16. September.
Seitdem ist die Autobahngesellschaft DARS am Zug, die das System in Auftrag gegeben hat. Die Polizei wird es betreiben und die Bußgelder verhängen. DARS übernimmt die Abschnittskontrolle erst, wenn der Lieferant die Schulung erledigt und das System vollständig ins Polizeisystem eingebunden hat. Danach prüft die Polizei in einer Testphase die Anlage und die automatische Datenverarbeitung dahinter. Erst dann legt sie den Tag fest, ab dem sie die Messungen für Bußgelder nutzt.
Laut DARS und Polizei erfährt die Öffentlichkeit den Tag rechtzeitig vorher. Am 30. September hieß es von DARS, die technischen Arbeiten und die Anbindung an die Polizei liefen noch.
Ausgeschrieben hat DARS die Abschnittskontrolle im Herbst 2023, die technischen Bedingungen dafür kamen von der Polizei. Laut Vertrag sollte DARS die fertige Anlage bis zum 24. März 2026 übernehmen. Bis zur Freigabe im September prüfte das Amt für Messwesen die Geräte mehrmals und forderte Ergänzungen an.
Ein Punkt davon betrifft jeden, der durch einen Messabschnitt fährt. Nach den slowenischen Vorgaben muss die Abschnittskontrolle Bilder und Daten von Fahrzeugen, die das Limit eingehalten haben, laufend löschen. Im Mai speicherte die Anlage noch alle Kennzeichen, und das war einer von zwei Gründen, warum das Amt die Freigabe damals noch nicht erteilte.
Die Messstrecken liegen auf den beiden großen Autobahnen, zwei auf jeder. Auf der A1 sind es der Abschnitt zwischen Logatec und Vrhnika in Richtung Ljubljana und der knapp zwölf Kilometer lange Abschnitt bei Trojane vom Tunnel Podmilj bis Ločica in Richtung Maribor. Auf der A2 liegen die Messstrecken zwischen den Anschlussstellen Ljubljana Brod und Vodice in Richtung Kranj sowie zwischen Grosuplje und Ivančna Gorica in Richtung Novo mesto.
Damit hat jeder der vier Autobahnäste, die von Ljubljana ausgehen, seine Abschnittskontrolle: die Primorska zur Küste, die Gorenjska zu den Karawanken, die Dolenjska nach Zagreb und die Štajerska nach Maribor. Unter diesen Namen tauchen die Strecken auch in slowenischen Verkehrsmeldungen auf.
Wer auf dem Weg nach Kroatien über den Karawankentunnel kommt und über Ljubljana in Richtung Zagreb weiterfährt, durchfährt auf der A2 den Abschnitt bei Grosuplje. Er führt über die Bergstrecke bei Višnja Gora, in Slowenien als Višnjegorski klanec bekannt.
Auf dem Rückweg von der Adria über Ljubljana in Richtung Karawanken liegen gleich zwei Abschnitte nacheinander. Erst kommt auf der A1 das Stück zwischen Logatec und Vrhnika, dann auf der A2 das zwischen Brod und Vodice. Wer aus der Steiermark über Maribor anreist, fährt bei Trojane auf der Heimfahrt durch den Messabschnitt.
Ausgewählt haben DARS und Polizei die Stellen nicht zufällig. Laut der slowenischen Nachrichtenagentur STA zählten die Zahl der Unfälle und ihre Folgen, die Art der Straße, das Verkehrsaufkommen und die Tempodaten der fest eingebauten Messstellen. Bei Trojane lief schon 2017 eine Abschnittskontrolle zur Probe.
Am Anfang und am Ende erfasst je eine Kamera Kennzeichen und Uhrzeit, und weil das System die Länge der Strecke kennt, ergibt sich daraus die Durchschnittsgeschwindigkeit. Liegt sie über dem Limit, ist das in Slowenien ein Tempoverstoß wie jeder andere. Das Gesetz über die Regeln im Straßenverkehr zählt die zu hohe Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem Abschnitt schon seit Jahren dazu (Artikel 3).
Laut DARS soll das Tempo so auf längeren Strecken ruhiger werden. An festen Blitzern beobachtet der slowenische Auto- und Motorradverband AMZS dagegen viel Bremsen und gleich danach wieder Beschleunigen. Die Agentur für Verkehrssicherheit AVP erwartet von der Abschnittskontrolle weniger Staus aus dem Nichts und weniger unnötige Zusammenstöße.
Sicherheitshinweis: Bremse am Anfang oder am Ende eines Messabschnitts nicht abrupt, und halte dort Abstand zum Fahrzeug vor dir. Passt dein Tempo nicht zum Schild, nimm das Gas ruhig zurück, wie an jeder anderen Stelle der Autobahn.
Hinter dir rechnet auf der Autobahn niemand mit einem Bremsmanöver ohne erkennbaren Grund, und auf dem Motorrad trifft dich ein Auffahrunfall ohne Blech drumherum. Vor dir kann an der Kamera genauso jemand plötzlich langsamer werden. Das slowenische Gesetz verbietet abruptes Bremsen ohnehin, außer bei Gefahr.
Bei freier Strecke fährst du am gleichmäßigsten mit dem Tempomat durch eine Abschnittskontrolle, falls deine Maschine einen hat. Wechselt das Limit unterwegs, stellst du ihn neu ein, denn es gilt das Schild, an dem du zuletzt vorbeigefahren bist. Auf slowenischen Autobahnen zeigen manche Schilderbrücken das Limit mit wechselnden Anzeigen.
Eine eigene Bußgeldliste bringt die Abschnittskontrolle nicht mit. Es gelten die Beträge, die das slowenische Gesetz für Autobahnen und Schnellstraßen mit getrennten Richtungsfahrbahnen vorsieht (Artikel 46). Welcher Betrag gilt, hängt davon ab, um wie viel du das dort geltende Limit überschreitest, egal ob es das allgemeine ist oder ein Schild es senkt.
Ein eigenes Tempolimit für Motorräder kennt das slowenische Gesetz nicht. Ohne Anhänger gilt für dich auf der Autobahn das allgemeine Limit von 130 km/h, solange kein Schild weniger vorgibt. Eine Grenze gilt für alle, auch auf dem Motorrad: Liegt die Sicht unter 50 Metern, sind höchstens 50 km/h erlaubt.
Auf den Messabschnitten zählt deshalb das Schild. Bei Trojane sind es 100 km/h. Auf einer schweren Reisemaschine mit Gepäck ist ein gleichmäßiges Tempo ohnehin die entspanntere Art, durch die Tunnel bei Trojane und über die Bergstrecke bei Višnja Gora zu kommen.
Eigene Regeln für Motorräder stehen in anderen Artikeln des Gesetzes. Mitfahren dürfen nur Personen, die älter als zwölf Jahre sind, und nur auf einem eigenen Sitz mit Fußrasten oder im Beiwagen. Ziehen darf ein Motorrad nur einen leichten Gepäckanhänger mit einem oder zwei Rädern, höchstens einen Meter breit, und mit Anhänger sind auf Autobahnen und Schnellstraßen höchstens 100 km/h erlaubt.
Staut es sich auf einem Abschnitt mit Abschnittskontrolle, bildest du die Rettungsgasse mit, wie überall auf der Autobahn. Hineinfahren darfst du auch mit dem Motorrad nicht. Wer die Gasse nicht bildet oder darin fährt, zahlt laut Gesetz 500 Euro und bekommt drei Strafpunkte.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei dir konkret wird, frag deinen Automobilclub oder einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Anwalt.
Bis Anfang Oktober hatten weder DARS noch die Polizei einen Starttermin genannt. Weitere Abschnitte hatte DARS 2024 nicht geplant. Für die Herbstrunde durch Slowenien oder die erste Kroatienfahrt im Frühjahr spielt der fehlende Termin kaum eine Rolle, denn das Tempolimit auf den vier Abschnitten gilt mit und ohne Kamera.
Gilt die Abschnittskontrolle in Slowenien schon?
Für Bußgelder gilt die Abschnittskontrolle in Slowenien noch nicht, Stand Anfang Oktober 2026. Die Geräte sind seit September geeicht und für Verfahren freigegeben. Bevor die Polizei damit Verstöße ahndet, muss die Autobahngesellschaft DARS die Anlage übernehmen und der Polizei übergeben, die sie dann testet. Das Tempolimit am Schild gilt dort unabhängig davon.
Wo misst Slowenien die Durchschnittsgeschwindigkeit?
Die Durchschnittsgeschwindigkeit misst Slowenien auf vier Autobahnstücken, jeweils in einer Richtung. Zwei liegen auf der A1: Logatec bis Vrhnika Richtung Ljubljana und Podmilj bis Ločica bei Trojane Richtung Maribor. Zwei liegen auf der A2: Ljubljana Brod bis Vodice Richtung Kranj und Grosuplje bis Ivančna Gorica Richtung Novo mesto.
Was kostet zu schnelles Fahren auf Sloweniens Autobahnen?
Zu schnelles Fahren kostet auf Sloweniens Autobahnen laut Gesetz (Stand Oktober 2026) zwischen 40 Euro für höchstens 20 km/h über dem Limit und 1.200 Euro für mehr als 60 km/h. Ab mehr als 40 km/h zu viel kommen Strafpunkte dazu. Eine eigene Liste für die Abschnittskontrolle gibt es nicht, es gilt die allgemeine für Autobahnen und Schnellstraßen.
Warum misst Slowenien die Durchschnittsgeschwindigkeit?
Slowenien misst die Durchschnittsgeschwindigkeit, weil DARS so das Tempo auf längeren Stücken beruhigen und die Autobahn sicherer machen will. Das Bestrafen sei laut DARS nicht der Hauptzweck. Ausgesucht wurden die Abschnitte nach Zahl und Folgen der Unfälle, nach dem Verkehrsaufkommen und nach den Tempodaten fest eingebauter Messstellen.
Was ist der Unterschied zwischen Radar und Abschnittskontrolle?
Ein Radar misst das Tempo an einem Punkt. Bei der Abschnittskontrolle erfassen zwei Kameras Anfang und Ende einer Strecke von mehreren Kilometern, und aus der Fahrzeit ergibt sich der Schnitt. Nach slowenischem Recht ist ein zu hoher Durchschnitt ebenso ein Tempoverstoß wie ein zu hoher Momentanwert.
Speichert die Abschnittskontrolle alle Kennzeichen?
Die slowenischen Vorgaben erlauben der Abschnittskontrolle nicht, alle Kennzeichen zu speichern. Kennzeichen und Bilder von Fahrzeugen, die nicht zu schnell waren, muss das System laufend wieder löschen. Unter anderem weil die Anlage im Mai 2026 noch jedes Kennzeichen aufbewahrte, gab das Amt für Messwesen sie damals nicht frei.
Gilt in Slowenien für Motorräder ein anderes Tempolimit?
Ein eigenes Tempolimit für Motorräder gibt es in Slowenien nicht. Auf der Autobahn sind 130 km/h erlaubt, sofern kein Schild etwas anderes zeigt. Wer einen Gepäckanhänger zieht, darf auf Autobahn und Schnellstraße nicht schneller als 100 km/h fahren. Für alle gilt 50 km/h, wenn die Sicht unter 50 Meter fällt.
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