
Unter dem Geschenkpapier steckt ein Integralhelm in Mattschwarz. Die Marke stimmt, die Größe hast du vom alten Helm im Flur abgeschrieben, und beim Aufsetzen kommt ein höfliches „passt“. Nach der ersten längeren Ausfahrt drückt er an der Stirn, und von da an liegt er im Schrank, weil niemand dich enttäuschen will.
Bei Geschenken für Motorradfahrer ist der Helm das heikelste Stück, und mit Geschmack hat das wenig zu tun. Was am Körper schützt, muss am Körper anprobiert werden, bei Motorradfahrerinnen genauso wie bei Motorradfahrern. Für alles andere gibt es Ideen ohne Maßband, und den Helm verschenkst du am besten als Termin im Laden.
Die Größe im alten Helm sagt dir, was vor ein paar Jahren gepasst hat, bei einer Marke und einem Modell. Für einen neuen Helm taugt sie wenig. Shoei stimmt nach eigenen Angaben die Passform jeder Modellreihe auf die typischen Kopfformen seiner Märkte ab und entwickelt sie für neue Modelle weiter. Der Hersteller rät deshalb, vor dem Kauf ausgiebig anzuprobieren, mit fachkundiger Beratung oder sogar mit einer Probefahrt.
Schon beim Messen des Kopfumfangs muss die beschenkte Person mitmachen. Vorn liegt das Maßband zwei Zentimeter oberhalb der Augenbrauen und seitlich zwei Zentimeter über dem Ohransatz. Hinten läuft es über die Stelle, wo der Hinterkopf am weitesten vorsteht. Heimlich im Schlaf klappt das schlecht.
Und selbst der richtige Umfang ist erst der Anfang. Ein Helm, der schlecht sitzt, kann während der Fahrt verrutschen oder auf den Kopf drücken und Kopfschmerzen auslösen. Die amerikanische Prüfstelle Snell Foundation hält zehn Minuten mit dem Helm auf dem Kopf für hilfreich, um Größe und Komfort zu beurteilen. Das ist deutlich mehr als der Moment beim Auspacken, in dem alle lächeln.
Hinter den Größen von XS bis XXL stecken außerdem meist mehrere Schalen und verschieden dicke Polster. So steht es in einer Arbeitshilfe von TÜV und DEKRA zur Schutzkleidung in Fahrausbildung und Prüfung. Zwei Helme mit demselben Buchstaben können sich auf demselben Kopf ganz verschieden anfühlen.
Auch die Bauart will bedacht sein. Integral- und Klapphelme schützen den ganzen Kopf, einem Jethelm fehlt der Kinnschutz. Der schicke Retro-Jethelm ist als Geschenk also eine Frage des Geschmacks und eine der Sicherheit zugleich.
Eine Falle wartet bei Halbschalen im Biker-Look. Ein neuer Halbschalenhelm ohne ECE-Kennzeichnung ist nach der Arbeitshilfe von TÜV und DEKRA nicht als Motorradhelm zulässig, ganz gleich, wie verwegen er aussieht. Den Nachweis trägt ein nach ECE geprüfter Helm auf einem eingenähten Etikett mit einem E in einem Kreis, zu finden am Kinnriemen oder in der Innenausstattung. Auch das spricht dafür, den Helm im Fachhandel zu kaufen, mit der beschenkten Person daneben.
Am Helm fällt eine schlechte Passform am meisten auf. Bei der übrigen Schutzkleidung hängt der Schutz aber genauso daran, wie sie sitzt.
Eine Motorradjacke soll körpernah sitzen, damit sie beim Fahren nicht flattert und die Protektoren nicht verrutschen. Nur dann liegen sie bei einem Sturz an der richtigen Stelle, an Schultern und Ellbogen, bei der Hose an Knie und Hüfte. Welche Größe dafür passt, entscheiden der Schnitt der Marke und der Körper darin, nicht das Etikett der Alltagsjacke. Bei der Hose zeigt sich sogar erst im Sitzen mit angewinkelten Beinen, ob die Knieprotektoren an ihrem Platz bleiben. Viele Hersteller bieten eigene Schnitte für Frauen an.
Motorradhandschuhe sollen straff sitzen, aber nicht drücken, und am Handgelenk einen Riegel haben, der sie bei einem Sturz an der Hand hält. Die Passform zählt dabei doppelt: für den Schutz und für das Bedienen von Kupplung und Bremse. Fingerlose Modelle sind laut Arbeitshilfe ungeeignet, auch wenn sie als Motorrad-Sommerhandschuhe angeboten werden. Das wäre also genau das falsche Geschenk für warme Tage.
Motorradstiefel reichen über den Knöchel und haben eine feste, rutschhemmende Sohle. Auch Modelle im Sneaker-Look können geeignet sein. Schnürsenkel dürfen dann aber nicht lose hängen, weil sie sich an Schalt- oder Bremshebel und an der Fußraste verfangen können. Die Schuhgröße aus dem Alltag ist beim Stiefelkauf nur ein Anhaltspunkt.
Zum Glück gibt es eine ganze Reihe Geschenke für Motorradfahrer, bei denen niemand den Kopf hinhalten muss. Ein paar davon haben trotzdem einen kleinen Haken.
Ein Training passt jedem, der fährt, nach dem Führerschein ebenso wie nach Jahren Pause oder nach der zehnten Saison. Die Angebote reichen vom Einsteigerkurs über das Kurventraining bis zum Intensivtraining. Für Aufbaukurse setzen die Anbieter meistens ein Basistraining voraus. Frag also vorher, was schon absolviert ist, oder schenk einen Gutschein, bei dem die beschenkte Person selbst wählt.
Das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) bietet dafür eine Gutscheinvorlage an und auf derselben Seite eine Suche nach Trainings in der Nähe, auch nach Art des Kurses. Eine eigene Rubrik gibt es dort für Trainings mit der 125er, passend für alle, die sie mit dem Autoführerschein und der Erweiterung B196 fahren. Gefahren wird meist mit der eigenen Maschine, für Wiedereinsteiger bietet der ADAC aber auch Kurse mit gestelltem Motorrad an.
Kettenspray ist der Klassiker unter den Geschenken, dabei hat längst nicht jedes Motorrad eine Kette. Viele Tourer fahren mit Kardan, also einer Antriebswelle, manche Cruiser mit Zahnriemen. Ein Blick aufs Hinterrad vor dem Kauf genügt: Siehst du dort eine Kette aus Metallgliedern, passt das Spray.
Auch beim Helm kann gut gemeinte Pflege danebengehen. Shoei rät von Poliermitteln und Wachsen ab. Die Farbstoffe darin können die Oberfläche verfärben, vor allem bei mattem Lack. Gereinigt wird mit lauwarmem Wasser, etwas Neutralseife und einem weichen Tuch, Glasreiniger und Lösungsmittel bleiben weg. Die Politur für den mattschwarzen Helm vom Anfang wäre also das nächste Geschenk für den Schrank.
Eine Straßenkarte der Gegend, in die jemand schon lange fahren will, braucht keine Größe, und auf einer guten Karte sind auch die kleinen Straßen zu erkennen. Ohne Größe kommen auch eine gebuchte Nacht in einem Gasthof an einer schönen Strecke und ein Tankgutschein für die erste Ausfahrt im Frühjahr aus.
Wer im Herbst schenkt, schenkt ins Winterlager. Ein Erhaltungsladegerät hält die Batterie über die kalten Monate in Form, eine Abdeckplane hält den Staub fern. Bei beiden lohnt eine Frage vorab. Steckt eine Lithiumbatterie in der Maschine, muss das Ladegerät ein eigenes Programm für Lithium haben, denn ein Gerät nur für Bleibatterien kann sie beschädigen. Welcher Typ verbaut ist, steht im Handbuch oder auf der Batterie.
Bei der Plane zählt, wo die Maschine überwintert. In der Garage genügt eine weiche Hülle, die Luft durchlässt. Draußen muss sie zusätzlich Regen abhalten und Feuchtigkeit trotzdem hinauslassen, sonst sammelt sich darunter Kondenswasser.
Ein digitaler Reifendruckprüfer passt an fast jedes Motorrad, am besten einer mit abgewinkeltem Kopf, der auch neben der Bremsscheibe gut ans Ventil kommt. Eine Helmtasche passt zu fast jedem Helm, Gehörschutzstöpsel aus Schaum in fast jedes Ohr. Für angepassten Gehörschutz nach Abdruck braucht es dagegen einen Termin beim Hörakustiker, und damit wieder einen Gutschein.
Ein Intercom, also eine Sprechanlage am Helm, klingt nach dem perfekten Geschenk für alle, die zu zweit oder in der Gruppe fahren. Bei Helmen nach der aktuellen Prüfnorm ECE 22.06 steht aber im Prüfzeichen auf dem Etikett, ob und welches Zubehör dafür vorgesehen ist. Buchstaben wie S, M, F, L und R zeigen, ob dort Lautsprecher, Mikrofon oder Zubehör vorn, seitlich oder hinten angebracht werden können.
Shoei rät, ein Universalzubehör nur an einen Helm zu bauen, dessen Prüfzeichen alle Buchstaben aus dem Zeichen des Zubehörs enthält. Dazu gibt es Zubehör, das gemeinsam mit bestimmten Helmmodellen zertifiziert wurde und nur zu diesen passt.
Das Intercom gehört damit zu den Geschenken, die du mit einem Foto vorbereitest. Fotografier unauffällig das Prüfetikett und lass dir im Laden sagen, welches System zu diesem Helm passt. Ist der Helm älter und noch nach der Vorgängernorm 22.05 geprüft, stehen diese Zeichen für Zubehör nicht auf dem Etikett. Frag dann, ob der Helmhersteller das System für dieses Modell vorsieht. Oder du schenkst gleich den Gutschein, und die Auswahl trifft, wer den Helm trägt.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Ob ein Zubehörteil an einen bestimmten Helm passt und dort angebracht werden darf, beantworten dir der Helmhersteller und der Fachhandel.
Ein Gutschein wirkt schnell wie die Verlegenheitslösung. Für Schutzausrüstung ist er die ehrliche, und mit ein paar Handgriffen auch eine schöne.
Schenk den Termin gleich mit. Ein Gutschein vom Motorradhändler, dazu ein fester Samstag, an dem ihr zusammen hinfahrt und Helme anprobiert. Manche Händler können die Polster sogar an die Kopfform anpassen. Frag beim Kauf nach, wie lange der Gutschein gilt und ob der Laden die gewünschte Marke führt.
Leg etwas dazu, das ohne Anprobe passt. Ein Maßband mit einer Karte, auf der die drei Messpunkte für den Kopfumfang stehen. Ein ausgedrucktes Bild vom Wunschhelm. Oder die Helmtasche, in der später der neue Helm nach Hause fährt.
Beim Training funktioniert es genauso. Füll die Vorlage des ifz aus, schlag einen Termin vor und plan vielleicht die Fahrt zum Übungsplatz gleich mit.
Der mattschwarze Helm darf trotzdem auf dem Geburtstagstisch oder unter dem Baum liegen, als Foto auf dem Gutschein. Aufgesetzt wird er im Laden, zehn Minuten lang, bevor jemand bezahlt.
Was schenke ich einem Motorradfahrer, der schon alles hat?
Einem Motorradfahrer, der schon alles hat, macht oft ein Erlebnis mehr Freude als ein Gegenstand. Ein Fahrsicherheitstraining, eine Nacht in einem Gasthof an einer schönen Strecke oder ein Tankgutschein für die nächste Tour passen ohne Anprobe. Bei Pflegemitteln klärst du vorher, ob die Maschine Kette, Kardan oder Riemen hat.
Kann ich einen Motorradhelm als Überraschung verschenken?
Einen Motorradhelm als Überraschung zu verschenken geht selten gut, weil Größe und Kopfform zum Helm passen müssen. Der Hersteller Shoei etwa rät vor dem Kauf zu einer ausgiebigen Anprobe. Besser ist ein Gutschein mit einem gemeinsamen Termin beim Händler.
Wie finde ich die Helmgröße für ein Geschenk heraus?
Die Helmgröße ergibt sich aus dem Kopfumfang. Das Maßband läuft dafür etwa zwei Zentimeter oberhalb von Augenbrauen und Ohransatz und hinten über den Punkt, an dem der Hinterkopf am weitesten vorsteht. Die Größe des alten Helms ist nur ein Anhaltspunkt, denn Schalen, Polster und Passform unterscheiden sich je nach Modell. Ob ein Helm wirklich sitzt, zeigt erst die Anprobe.
Was eignet sich als Geschenk zum Saisonende?
Zum Saisonende passen Geschenke fürs Winterlager und für den Frühling. Ein Erhaltungsladegerät, das zur Batterie der Maschine passt, eine Abdeckplane für Garage oder Stellplatz und ein Gutschein für ein Training vor der ersten Ausfahrt brauchen keine Anprobe.
Passt jedes Intercom an jeden Motorradhelm?
Nicht jedes Intercom ist für jeden Helm vorgesehen. Bei Helmen nach ECE 22.06 zeigen Buchstaben im Prüfzeichen auf dem Etikett, für welches Zubehör der Helm gedacht ist. Ein Foto dieses Etiketts hilft beim Händler, das passende System zu finden.
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