
Drei Dinge, zwei Minuten, im Stehen: Laufrichtung, Sitz der Wülste, Wuchtgewichte. Das ist der ganze Artikel. Wenn du jetzt aufhörst zu lesen und beim nächsten Mal auf dem Werkstatthof in die Hocke gehst, hast du das Wichtigste mitgenommen.
Der Rest erklärt, warum ausgerechnet diese drei - und warum der Luftdruck, an den alle zuerst denken, hier nicht dazugehört. Er wird geprüft, ja. Nur ist er das Einzige an einem frisch montierten Rad, das du auch morgen noch korrigieren kannst.
Auf fast jedem Motorradreifen steht ein Pfeil auf der Flanke, meist mit dem Wort ROTATION daneben. Er gibt vor, in welche Richtung sich der Reifen im Betrieb drehen soll, und er ist keine Empfehlung des Marketings. Fehlt er, ist der Reifen nicht laufrichtungsgebunden - dann gibt es an diesem Punkt nichts zu prüfen.
Daran hängt zuerst das Profil: Die Rillen sind so gelegt, dass sie Wasser aus der Aufstandsfläche nach außen führen - in einer Richtung. Verkehrt herum montiert schaufeln sie es hinein statt heraus, und du merkst das erst in der ersten Vollbremsung auf nasser Fahrbahn. Der zweite Grund sitzt tiefer im Reifen, und der ist gleich dran.
Die meisten Fehler entstehen dabei gar nicht am Pfeil, sondern am Profil. Bei vielen Baureihen ist dasselbe Profilbild vorne und hinten spiegelverkehrt angeordnet: Das V zeigt am Vorderrad in die eine, am Hinterrad in die andere Richtung. Warum das so ist, wird in Werkstätten meist mit der Stoßkante erklärt: Der Laufstreifen werde um die Karkasse gelegt und schräg gestoßen, und die Drehrichtung sei so festgelegt, dass diese Kante beim Rollen ablaufend belastet wird statt auflaufend - vorne passend zu Bremskräften, hinten zu Antriebskräften. Plausibel klingt das, nur schreiben die Hersteller in ihren Unterlagen dazu nichts. Dort steht schlicht der Satz, auf den es ankommt: Die Pfeilrichtung ist zwingend einzuhalten.
Für dich ändert das ohnehin nichts, denn die praktische Regel ist in beiden Fällen dieselbe: Der Pfeil ist die Ansage, nicht das Profilbild. Wer sich am Muster orientiert und es vom einen Rad aufs andere überträgt, montiert genau falsch herum. Manche Reifen, die vorne wie hinten laufen dürfen, tragen deshalb gleich zwei Pfeile - einen mit FRONT, einen mit REAR daneben.
Also: beide Räder einzeln prüfen, jedes an seinem eigenen Pfeil. Nie das eine Rad als Vorlage fürs andere nehmen.
So geht es in der Praxis: Stell dich seitlich neben die Maschine, so wie sie steht. Such den Pfeil auf der dir zugewandten Flanke. Denk dir das Rad vorwärts rollend - der Pfeil muss in dieselbe Richtung zeigen, in die sich die Reifenoberseite bewegt. Dann das andere Rad. Fertig.
Wann passiert der Fehler überhaupt? Selten beim Fachbetrieb mit Routine, häufiger bei drei Gelegenheiten: wenn du das Rad selbst wieder eingebaut hast, wenn ein gebrauchter Reifen montiert wurde, und wenn ein Hinterreifen ausnahmsweise vorne landet. Letzteres kommt bei Umbauten und Oldtimern vor - und für einen Hinterreifen ohne eigene FRONT-Markierung gilt dann, was zum Beispiel Metzeler vorschreibt: entgegen der Pfeilrichtung montieren, weil sich die Hauptbelastung umkehrt. Andersherum, Vorderreifen hinten, ist gar nicht vorgesehen.
Sicherheitshinweis: Ein verkehrt herum montierter Reifen fährt sich bei trockener Straße völlig unauffällig. Auffällig wird er bei Nässe, in der Situation, in der du bremst und lenkst - also da, wo dir eine Überraschung am wenigsten nützt. Wenn du unterwegs merkst, dass ein Reifen falsch herum sitzt, fahr nicht zügig heim, sondern langsam und trocken zur nächsten Werkstatt. Welche Reifen für deine Maschine freigegeben sind und mit welchem Drehmoment die Achse angezogen wird, steht im Fahrzeughandbuch.
Das ist der Check, den fast niemand kennt, und der zugleich am schnellsten geht.
Auf jeder Reifenflanke läuft dicht am Felgenhorn eine feine erhabene Linie einmal rund um den Reifen. Sie hat einen unspektakulären Namen - Kontrolllinie, manche sagen Zentrierlinie - und genau eine Aufgabe: Sie zeigt, ob der Wulst sauber ins Felgenhorn gesprungen ist.
Beim Aufpumpen rutschen die beiden Reifenwülste über die Felgenschulter und rasten außen ein. Bei schlauchlosen Reifen passiert das hörbar, mit zwei kräftigen Knallern; am Speichenrad mit Schlauch geht es leiser zu. Wenn es an einer Stelle nicht sauber passiert, weil dort zu wenig Montagepaste war oder der Reifen kalt und steif war, sitzt der Wulst dort einen Millimeter weiter innen. Ein Millimeter klingt nach nichts. Am rotierenden Rad ist es ein Höhenschlag.
So prüfst du es: In die Hocke, Blick auf die Flanke direkt neben der Felge. Rad langsam durchdrehen und dabei die Linie beobachten. Sie muss über den gesamten Umfang denselben Abstand zum Felgenrand halten. Taucht sie irgendwo Richtung Felge ab oder wandert sie weg, sitzt der Wulst dort nicht. Und zwar auf beiden Seiten des Rades - also einmal von links und einmal von rechts schauen.
Warum das wichtig ist: Ein nicht gesetzter Wulst fühlt sich beim Fahren exakt wie eine Unwucht an. Vibration im Lenker, die mit dem Tempo kommt und geht. Der Unterschied ist nur, dass Wuchtgewichte daran nichts ändern - du kannst die Werkstatt dreimal wuchten lassen, das Rad bleibt unruhig. Wer die Ursachen von Unwucht insgesamt nachlesen will, findet das bei uns an anderer Stelle; hier geht es allein um den Moment direkt nach der Montage.
Woher kommt so ein Fehler? Fast immer aus einer von drei Ecken. Der Reifen war kalt und damit steif - deshalb liegen neue Reifen in gut geführten Werkstätten im Warmen und nicht im Hof. Die Montagepaste wurde zu sparsam aufgetragen oder war an einer Stelle schon angetrocknet. Oder es sitzt Schmutz auf der Felgenschulter, ein Rest alter Paste, ein Grat, bei Speichenrädern manchmal auch ein verrutschtes Felgenband. Nichts davon ist ein Drama, und nichts davon lässt sich mit Weiterfahren beheben: Der Reifen muss noch mal drucklos gemacht, eingesprüht und neu aufgezogen werden. Das dauert fünf Minuten, wenn du es auf dem Hof sagst. Und fahr mit einer krummen Linie nicht los, auch nicht „nur nach Hause“: Ein Wulst, der erst unterwegs bei Tempo und Wärme auf die Felgenschulter springt, tut das mit einem Schlag, den du im Lenker spürst - und bis dahin läuft das Rad mit Höhenschlag.
Ein Sonderfall für alle mit Speichenrad und Schlauch: Schau dir das Ventil an. Es muss gerade aus dem Felgenloch kommen, im rechten Winkel zur Felge. Steht es schräg, hat sich der Schlauch beim Aufpumpen verdreht oder ist eingeklemmt. Das ist keine Schönheitsfrage - ein Schlauch, der unter Spannung steht, reibt sich an genau dieser Stelle auf. Meist Wochen später, meist bei Tempo.
Falls du selbst montierst: Beim Setzen der Wülste wird mit mehr Druck gefüllt, als du später fährst, und danach wieder abgelassen. Dafür gibt es eine Obergrenze, und ein platzender Wulst ist kein theoretisches Risiko. Wer das der Werkstatt überlässt, hat diese Sorge nicht.
Der dritte Blick geht auf die Felge, und er dauert zehn Sekunden.
Ein frisch montierter Motorradreifen wird gewuchtet, sonst vibriert er. Dafür kommen Gewichte an die Felge - als Klebegewichte an der Innenseite des Felgenbetts oder, bei Speichenrädern, als kleine Klemmgewichte an den Speichennippeln. Du suchst drei Dinge.
Erstens: Sind überhaupt welche dran? Ein Rad ganz ohne Gewicht ist möglich, aber selten. Wenn du an keinem der beiden Räder auch nur ein Gewicht findest, frag nach, ob gewuchtet wurde.
Zweitens: Sind die alten weg? Beim Reifenwechsel gehören die Gewichte vom letzten Mal runter, weil sie für den alten Reifen berechnet waren. Bleiben sie drauf und es kommen neue dazu, wuchtest du gegen dich selbst. Erkennbar ist das an zwei getrennten Gruppen, die weit auseinander sitzen, oft mit unterschiedlich vergilbtem Klebeband.
Drittens: Wie viel ist es? Ein, zwei Gewichte sind normal. Eine lange Kette aus fünf, sechs Gewichten an derselben Stelle ist ein Hinweis darauf, dass Reifen und Felge nicht besonders glücklich zueinander stehen - oder dass ein Rad krumm ist. Das ist kein Grund zur Panik auf dem Werkstatthof, aber es ist ein Grund nachzufragen.
Wenn du schon unten bist, nimm das Ventil gleich mit. Beim Reifenwechsel gehört ein Gummiventil erneuert - es altert genauso wie der Reifen, und wer den Reifen tauscht, aber das sechs Jahre alte Ventil drin lässt, spart am falschen Ende. Und die Ventilkappe: Sie ist kein Zierdeckel, sondern die zweite Dichtung und der Dreckschutz für den Ventileinsatz. Fehlt sie nach der Montage, hol dir eine. Kostet nichts und verhindert genau die schleichenden Druckverluste, wegen der später jeder zuerst den Reifen verdächtigt.
Ein Klassiker zum Schluss: Wo der alte Klebestreifen saß, bleibt oft ein Rechteck aus Kleberesten zurück. Das ist Kosmetik. Ein Rechteck aus Kleberesten ohne Gewicht darauf, an einem Rad, das gerade erst fertig wurde - das ist keine Kosmetik, sondern ein Gewicht, das schon auf dem Hof abgefallen ist.
Die drei Checks oben gelten für den Reifen. Wurde das komplette Rad aus- und wieder eingebaut - und das ist beim Reifenwechsel der Normalfall - hängt daran mehr als nur Gummi.
Die Achse wird mit einem festgelegten Drehmoment angezogen, und der Wert steht im Handbuch. Er ist keine Geschmacksfrage: zu locker heißt Spiel, zu fest heißt in ungünstigen Fällen ein beschädigtes Radlager. Wenn du selbst geschraubt hast, ist der Drehmomentschlüssel hier nicht optional. Wenn die Werkstatt geschraubt hat, kannst du das nicht kontrollieren - aber du kannst nach ein paar Kilometern anhalten und schauen, ob irgendwo etwas glänzt, wo vorher nichts war.
Und dann kommt der Handgriff, der in dieser ganzen Liste der wichtigste ist, weil sein Ausbleiben am schnellsten wehtut: Zieh die Bremse, bevor du losfährst. Im Stand.
Damit ein Rad heraus- oder wieder hineingeht, müssen die Bremsbeläge Platz machen. Brembo beschreibt das in der eigenen Montageanleitung ganz nüchtern - klemmen die Beläge beim Aufsetzen des Sattels, werden sie von Hand zurückgedrückt, bis die Kolben nachgeben. Genau dieser Platz fehlt dir hinterher am Hebel. Der erste Zug nimmt ihn auf und geht ins Leere, der zweite auch, und erst danach steht der Druckpunkt wieder da, wo er hingehört.
Brembos Anweisung dazu lautet wörtlich: den Bremshebel beziehungsweise das Bremspedal mehrmals betätigen, bis der normale Widerstand wiederhergestellt ist, und die Bremswirkung prüfen. Mehrmals heißt mehrmals - und beides heißt beides, vorn wie hinten. Am Hinterrad wird das gern vergessen, weil du am Fußhebel keinen langen Weg spürst, sondern nur einen Punkt, der zu tief kommt.
Sicherheitshinweis: Wer nach einem Radausbau losfährt, ohne die Bremse im Stand aufzupumpen, hat beim ersten Griff zum Hebel keine Bremse - und merkt das erfahrungsgemäß nicht in der Einfahrt, sondern an der nächsten Kreuzung. Zwei Sekunden im Stand sind der ganze Aufwand. Und solange der Sattel ab ist oder das Rad draußen: Finger weg vom Hebel. Ein einziger Zug schiebt die Kolben aus ihren Zylindern, und aus zehn Minuten Arbeit wird eine zerlegte Bremse.
Der Klassiker unter den Werkstattgeschichten sind die Distanzhülsen. An jeder Radnabe sitzen links und rechts kleine Buchsen, die das Rad in der Gabel oder Schwinge auf Abstand halten. Sie fallen beim Ausbau gern heraus, sie sehen sich ähnlich, und sie sind nicht immer gleich lang. Vertauscht oder vergessen bedeutet ein Rad, das nicht mittig steht. Meistens merkst du das sofort: Die Bremsscheibe sitzt nicht mehr mittig im Sattel, das Rad dreht sich schwer oder schleift hörbar - und wer die Achse trotzdem mit Gewalt festzieht, verspannt Scheibe und Radlager. Dreht sich das Rad nach dem Einbau nicht frei, fahr nicht, sondern schau nach den Hülsen. Bei Maschinen mit ABS kommt ein zweites Symptom dazu: ein Sensor, der nicht mehr im richtigen Abstand zum Impulsring läuft. Wenn nach dem Radeinbau die ABS-Leuchte nicht mehr ausgeht, ist das fast immer die Adresse. Fahr dann nicht weiter, sondern zurück.
Bleibt die Kette. Beim Ausbau des Hinterrades werden die Kettenspanner gelöst, und beim Einbau muss der Durchhang wieder stimmen. Prüf ihn kurz - und schau auch, ob die Markierungen an beiden Seiten der Schwinge gleich stehen. Ungleich heißt schief, und schief frisst Reifen wie Kettenräder.
Neue Reifen sind glatt, und dass sie eingefahren werden wollen, weiß jeder. Warum, wird meistens falsch erzählt.
Die häufigste Erklärung lautet: Trennmittel aus der Form. Die stammt aus einer Zeit, in der das noch stimmte. Heute geht die Reifenindustrie einen anderen Weg - beschichtete Formen statt aufgetragener Trennmittel. Continental vermarktet das sogar als eigenes Merkmal unter dem Namen TractionSkin, bei dem eine beschichtete Form ohne Formtrennmittel auskommt. Aufschlussreich ist, was Continental auf der eigenen Seite zum Einfahren schreibt: Von Trennmitteln ist dort gar nicht die Rede. Dort steht schlicht, ein neuer Reifen habe „eine glatte, rutschige Oberfläche“, die zunächst durch mäßigen Gebrauch aufgeraut werden muss. Als Einfahrzeit nennt Continental rund 150 Kilometer - und auch ein TractionSkin-Reifen will in dieser Zeit moderat und gleichmäßig belastet werden.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Ja, die ersten Kilometer vorsichtig, ohne harte Bremsungen und ohne die letzten Grad Schräglage - die genannten 150 Kilometer sind eine brauchbare Größenordnung, bei weichen Sportreifen darfst du weniger ansetzen, bei harten Tourenreifen eher mehr. Zweitens: Nein, mit Schleifpapier anrauen bringt nichts. Es zerstört die gleichmäßige Oberfläche und stammt aus derselben alten Erklärung wie das Trennmittel.
Eine Sache gehört noch in diese Phase, weil sie die häufigste Nachfrage überhaupt auslöst: Ein frisch montierter Reifen verliert in den ersten Tagen oft mehr Luft als später. Dafür gibt es drei nüchterne Gründe, und keiner davon heißt „schlechter Reifen“. Bei Schlauchreifen sitzt nach der Montage fast immer noch etwas Luft zwischen Schlauch und Decke, die nach und nach entweicht. Dazu kommt der ganz normale Verlust durch Diffusion, den jeder Reifen hat. Und drittens: Ein Wulst, der nicht überall sauber sitzt, macht sich genau so bemerkbar - womit du wieder bei Check 2 wärst. Fällt der Druck nach zwei, drei Wochen immer noch spürbar, ist es kein Einfahren mehr, sondern ein Leck.
Und deshalb steht der Luftdruck nicht bei den drei Checks. Er wird geprüft, klar - aber am nächsten Morgen, kalt, mit einem Manometer, dem du traust. Direkt nach der Montage ist der Reifen warm von der Arbeit, und dann misst du Luft, die es morgen nicht mehr gibt. Danach in den ersten zwei Wochen einmal öfter nachsehen als sonst. Wer nach dem Reifenwechsel prüfen will, ohne sich zu verzetteln, macht es also in dieser Reihenfolge: die drei Blicke jetzt, den Druck am nächsten Morgen, die Kontrolle in vierzehn Tagen.
Es gibt einen Grund, warum diese drei Punkte hier stehen und nicht in der Rechnung der Werkstatt: Sie kosten dort nichts und werden deshalb auch nicht abgerechnet. Ein guter Betrieb macht sie ohnehin. Ein Betrieb an einem vollen Samstag im Mai macht sie vielleicht schneller, als er selbst gut findet.
Ehrlich bleiben gehört dazu: Zwei Dinge kannst du auf dem Hof nicht prüfen. Ob die Achse mit dem richtigen Drehmoment sitzt, siehst du von außen nicht, und ob der Reifen innen sauber auflag, auch nicht. Was du prüfen kannst, sind genau die Punkte, die sichtbar sind - und das ist mehr, als die meisten glauben.
Das ist keine Anklage. Es ist nur der Grund, warum es klug ist, nach dem Reifenwechsel selbst zu prüfen, bevor du vom Hof fährst - solange der, der es gemacht hat, noch zwanzig Meter entfernt steht. Danach wird aus einem kurzen „schau da noch mal drauf“ ein zweiter Termin.
Und wenn alles passt, hast du zwei Minuten in der Sonne verbracht und weißt, dass dein Rad in Ordnung ist. Das ist auch was.
Was prüfe ich nach dem Reifenwechsel als Erstes?
Drei Dinge, alle im Stehen und ohne Werkzeug: die Laufrichtung an beiden Rädern einzeln, den gleichmäßigen Abstand der Kontrolllinie zum Felgenrand rundum, und ob Wuchtgewichte dran sind und die alten entfernt wurden. Der Luftdruck kommt danach - am besten am nächsten Morgen im kalten Zustand.
Muss der Pfeil am Vorderrad und am Hinterrad gleich herum zeigen?
Der Pfeil bedeutet an beiden Rädern dasselbe, nämlich die Drehrichtung im Betrieb. Verwirrung stiftet das Profil: Es ist bei vielen Baureihen vorne und hinten spiegelverkehrt angeordnet, weshalb ein korrekt montiertes Paar auf den ersten Blick falsch aussieht. Prüf deshalb jedes Rad an seinem eigenen Pfeil und nimm nie das eine Rad als Vorlage fürs andere.
Was ist die Kontrolllinie am Reifen?
Eine feine erhabene Linie, die dicht am Felgenhorn rund um die Reifenflanke läuft. Sie zeigt, ob der Reifenwulst sauber ins Felgenhorn gesprungen ist. Sie muss über den ganzen Umfang und auf beiden Seiten denselben Abstand zur Felge haben.
Mein Rad vibriert nach dem Reifenwechsel, obwohl es gewuchtet wurde. Woran liegt das?
Ein nicht vollständig gesetzter Reifenwulst fühlt sich genauso an wie eine Unwucht, lässt sich aber nicht wegwuchten. Prüf deshalb zuerst die Kontrolllinie rundum. Bleibt die gleichmäßig, kommen die klassischen Unwucht-Ursachen infrage.
Müssen die alten Wuchtgewichte beim Reifenwechsel runter?
Ja. Sie waren für den alten Reifen berechnet. Bleiben sie drauf und kommen neue dazu, arbeiten die Gewichte gegeneinander. Erkennbar an zwei weit auseinanderliegenden Gruppen, oft mit unterschiedlich altem Klebeband.
Wie lange muss ich neue Motorradreifen einfahren?
Continental nennt für die eigenen Motorradreifen rund 150 Kilometer, und als Größenordnung passt das gut: bei weichen Sportreifen darfst du etwas weniger ansetzen, bei harten Tourenreifen eher mehr. In dieser Zeit keine harten Bremsungen und nicht die letzten Grad Schräglage. Anschleifen mit Schleifpapier bringt nichts und schadet der Oberfläche.
Was muss ich prüfen, wenn das ganze Rad ausgebaut war?
Die Achse wird mit dem im Handbuch angegebenen Drehmoment angezogen. Dreh das Rad einmal durch: Läuft es schwer oder schleift die Scheibe, sitzen die Distanzhülsen falsch. Zieh außerdem vor dem Losfahren im Stand am Bremshebel, bis der Druckpunkt sicher da ist, und kontrollier beim Hinterrad Kettendurchhang und die Markierungen an beiden Schwingenseiten.
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