Dein Tacho zeigt mehr als GPS, und das mit voller Absicht

Tacho 100, Navi 94. Viele haben das schon gesehen, meist auf der Landstraße mit dem Handy in der Halterung, und sich dabei dieselbe Frage gestellt: Welches von beiden Geräten hat einen Knacks? Keines. Der Tacho zeigt mehr als GPS, das ist der Normalfall und so gewollt.

Auf einer freien, geraden Strecke bei gleichmäßigem Tempo zeigt das GPS deine Geschwindigkeit meist genauer an als der Tacho.

Die beiden messen völlig verschiedene Dinge. Der Tacho zählt, wie oft sich ein Rad oder eine Welle im Antrieb dreht, und rechnet das mit einem fest eingestellten Umfang in km/h um. Er weiß nicht, wie groß dein Reifen heute wirklich ist, wie viel Profil noch drauf ist und mit welchem Druck du unterwegs bist. Er nimmt an.

Das GPS ignoriert das Motorrad komplett und schaut auf die Satelliten. Genaue Geschwindigkeitswerte gewinnt ein Empfänger dabei aus der winzigen Frequenzverschiebung der Satellitensignale, die entsteht, weil du dich gegenüber den Satelliten bewegst. Nur aus zwei Positionen nacheinander gerechnet, wäre der Wert deutlich ungenauer. In den Datenblättern von GPS-Modulen stehen für die Geschwindigkeit Genauigkeiten von Bruchteilen eines km/h. Was in deinem Handy davon ankommt, muss nicht ganz so fein sein: Für Android-Handys verlangt Google als Mindestmaß, dass die Geschwindigkeit unter freiem Himmel in 95 von 100 Fällen auf einen halben Meter pro Sekunde stimmt, also auf knapp zwei km/h. Für einen Unterschied von sechs km/h reicht es aber allemal.

Es gibt Situationen, in denen das GPS schlechter ist, und die solltest du kennen, bevor du ihm alles glaubst. Im Tunnel, zwischen hohen Häusern, unter dichtem Laub und direkt nach dem Einschalten wackelt die Anzeige. Beim kräftigen Beschleunigen oder Bremsen läuft sie hinterher, weil das Gerät nur in Abständen einen neuen Wert liefert, bei manchen Handys nur einmal pro Sekunde, und weil Empfänger die Werte glätten können. Und in Kurven ist der Wert ohnehin schwer zu vergleichen: In Schräglage rollt der Reifen auf seiner Schulter, wo sein Radius kleiner ist als in der Mitte. Das Rad dreht sich bei gleichem Tempo schneller, und ein Tacho, der die Umdrehungen zählt, zeigt dort mehr an. Auf der geraden Landstraße mit konstantem Tempo sind das alles keine Themen.

Für den Vergleich brauchst du kein teures Gerät. Motorrad-Navis blenden die GPS-Geschwindigkeit meist ohnehin ein, und für das Handy gibt es Apps, die sie anzeigen und aufzeichnen, auch ohne dass eine Route läuft. Wichtig ist nur, dass du die Werte später in Ruhe nachlesen kannst.

Eine Regel mit einer Richtung

Dass der Tacho zu viel zeigt, hat einen einfachen Grund: Zu wenig darf er nicht.

Die Vorgabe dafür steht in der UN-Regelung Nr. 39, auf die das EU-Recht für Krafträder verweist. Sie sagt zuerst, dass die angezeigte Geschwindigkeit nicht niedriger sein darf als die tatsächliche. Und dann nennt sie eine Obergrenze: Bei der Genehmigung darf die Anzeige höchstens um zehn Prozent der wahren Geschwindigkeit plus vier km/h darüber liegen.

Geprüft wird an festen Tachowerten, bei Maschinen mit mehr als 150 km/h Spitze bei 40, 80 und 120. Rechnest du die Formel mit den Zahlen aus dem Einstieg durch, dürfte ein Tacho bei echten 94 bis gut 107 anzeigen, zehn Prozent von 94 sind gut neun, dazu vier. Deine 100 liegen also bequem im erlaubten Bereich. Bei echten 100 wären es rechnerisch bis zu 114. Für die Kontrolle von Serienmaschinen sieht dieselbe Regelung bei Motorrädern sogar vier km/h mehr Spielraum nach oben vor.

Nach unten gibt es bei dieser Prüfung dagegen keinen Spielraum, nicht einmal einen km/h. Für dich heißt das praktisch: Wer sich nach seinem Tacho richtet, ist im Zweifel eher langsamer unterwegs, als er glaubt. Das ist die Einbahnstraße, und aus ihr folgt alles Weitere. Neu ist die Formel übrigens nicht, für Zweiräder galt sie in der EU schon lange vor der heutigen Fassung. Welche Vorschrift für dein Motorrad maßgeblich ist, hängt trotzdem davon ab, wann und wie es genehmigt wurde.

Reserve ab Werk

Ein Hersteller könnte seinen Tacho auf den km/h genau abstimmen. In der Regel tut er es nicht, und der Grund liegt in der Prüfung selbst: Abgestimmt wird für ein Motorrad, das es in der Wirklichkeit nur an einem einzigen Tag gibt.

Geprüft wird der Tacho unter festen Bedingungen: mit einem der Reifen, die ab Werk dafür vorgesehen sind, mit einem Fahrer, aber ohne Sozius und Gepäck, und mit einem festgelegten Reifendruck. Danach kommt dein Alltag. Du fährst den Reifen von neu bis zur Verschleißgrenze, du wechselst vielleicht auf eine andere Marke mit leicht anderem Umfang, du fährst mal mit Sozius und Gepäck, mal mit etwas zu wenig Luft. Jede dieser Kleinigkeiten verschiebt, wie viel Strecke das Rad bei einer Umdrehung zurücklegt.

Die meisten dieser Verschiebungen gehen in die harmlose Richtung: Ein abgefahrener Reifen, Gepäck oder etwas zu wenig Luft lassen das Rad auf einem kleineren Radius abrollen, und der Tacho zeigt eher mehr. Ein Reifen mit etwas größerem Umfang zieht ihn dagegen nach unten, und dazu kommen die Fertigungstoleranzen: Kein Instrument, kein Reifen und kein Rad ist exakt wie das andere. Ein Tacho, der am Prüftag exakt stimmt, hätte für diese Fälle keine Reserve, und zu wenig ist das eine, was er nicht darf. Also liegt es nahe, die Anzeige ein Stück nach oben zu legen.

Ein Detail aus den Prüfbedingungen passt dazu. Gemessen wird mit einem Druck, der zwei Zehntel bar über dem liegt, den du in der Garage einstellst, ungefähr so, wie es in einem warm gefahrenen Reifen aussieht. Mehr Druck heißt einen minimal größeren Abrollradius, und der Tacho zeigt eher etwas weniger. Die Prüfbedingung liegt damit auf der Seite, auf der zu wenig am ehesten droht.

Das Ergebnis ist die Lücke, die du im Navi siehst. Sie ist gewollt. Wie groß sie bei deinem Modell ausfällt, verrät dir kein Datenblatt, das musst du selbst messen.

Tacho mit GPS vergleichen: drei Tempi, eine Minute

Den Vergleich machst du am besten bewusst einmal, statt ihn nebenbei auf jeder Fahrt mitzunehmen. Dafür reichen eine GPS-App, die Geschwindigkeiten aufzeichnet, und eine gerade, ebene Strecke mit wenig Verkehr. Das Handy sitzt fest in der Halterung oder in der Jackentasche, die App zeichnet im Hintergrund auf, der Bildschirm kann aus bleiben.

Such dir einen Abschnitt auf einer freien Landstraße, auf dem du eine Minute lang ohne Kurven, Ampeln und Überholmanöver gleichmäßig fahren kannst. Hat deine Maschine einen Tempomaten, nimm ihn, sofern er sich bei diesem Tempo schon einschalten lässt. Wenn nicht, halt das Gas so ruhig wie möglich und bleib bei einer Tachozahl, zum Beispiel genau 50. Merk dir die Zahl, fahr die Minute durch und fang danach mit 80 und, wo es erlaubt ist, mit 100 von vorn an.

Abgelesen wird hinterher. Halt an einer sicheren Stelle an und schau dir in der App die Aufzeichnung an. Im Geschwindigkeitsverlauf siehst du für jede Minute, was das GPS gemessen hat, und legst es neben das, was du auf dem Tacho gehalten hast. Drei Tempi reichen, um zu sehen, ob die Lücke mit der Geschwindigkeit wächst. Meist tut sie das, weil eine Abweichung über den Radumfang bei jedem Tempo denselben Prozentsatz ausmacht und in km/h mit der Geschwindigkeit wächst. Hat ein Hersteller die Reserve eher als festen Aufschlag angelegt, bleibt der Abstand bei 50 und 100 dagegen fast gleich. Einen dritten Effekt gibt es, er spielt dabei aber kaum eine Rolle: Bei hohem Tempo zieht die Fliehkraft den Reifen ein wenig auseinander, sein Umfang wächst, und der Tacho zeigt dadurch minimal weniger. Ein Radialreifen wächst laut Continental selbst bei 210 km/h nur um wenige Millimeter, ein vergleichbarer Diagonalreifen um rund zwei Zentimeter. Bei Landstraßentempo fällt das an einem Radialreifen beim Vergleich mit dem Handy nicht auf. Wer es genau nehmen will, fährt jedes Tempo zweimal und nimmt den Mittelwert, dann fallen kleine Schwankungen beim Gashalten weniger ins Gewicht.

Während der Fahrt schaust du dabei nicht aufs Handy, auch nicht kurz. Eine Sekunde Blick auf ein kleines Display sind bei 100 km/h fast 28 Meter, auf denen du die Straße nicht siehst. Fahr die Messung nur dort, wo gleichmäßiges Tempo den Verkehr nicht aufhält, und brich sie ab, sobald sich die Situation ändert. Die Auswertung macht die App, nicht dein Blick.

Eine steile Rampe verfälscht den Vergleich: Das GPS misst vor allem, wie schnell du dich über die Landkarte bewegst, und das weicht dort ein wenig von der Strecke ab, die das Rad zurücklegt. Auf einer ebenen Straße spielt das keine Rolle. Ebenso wenig taugt der Moment direkt nach dem Beschleunigen oder nach einer Kurve, denn dann vergleichst du die Verzögerung des GPS mit der Reaktion des Tachos. Deshalb die ganze Minute.

Schreib dir das Ergebnis auf, am besten mit Datum und Reifenstand. Dann hast du einen Bezugspunkt für später, und den brauchst du im nächsten Abschnitt.

Was neue Reifen an der Tachoanzeige ändern

Hast du deinen Vergleich gemacht und einige Monate später neue Reifen montiert, miss danach ein zweites Mal. Die Zahlen werden sich verschoben haben, wenn auch nur ein wenig.

Ein Reifen, der kurz vor dem Wechsel steht, hat einen etwas kleineren Durchmesser als ein neuer, weil ein paar Millimeter Profil fehlen. Das Rad dreht sich auf jedem Kilometer etwas öfter. Misst dein Motorrad die Geschwindigkeit an diesem Rad, zeigt es mit dem abgefahrenen Reifen etwas mehr an und mit dem neuen etwas weniger. Grob überschlagen liegt der Unterschied in der Größenordnung von einem Prozent, bei 100 km/h rund einem km/h. Ein anderes Fabrikat derselben Größe kann seinen Teil dazutun, weil gleiche Größenangaben nicht auf den Millimeter gleiche Umfänge bedeuten.

Wo dein Motorrad misst, ist dabei die eigentliche Frage. Je nach Maschine nimmt die Elektronik die Geschwindigkeit am Vorderrad, am Hinterrad oder am Getriebeausgang ab, bei älteren Modellen läuft oft eine Tachowelle vom Vorderrad hoch zum Instrument. Misst deine Maschine vorn, spielt der Zustand des Hinterreifens für die Anzeige keine Rolle. Greift sie die Geschwindigkeit am Getriebeausgang ab, zählt dagegen der Hinterreifen mit, weil der Antrieb fest mit dem Hinterrad verbunden ist. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch, gerade bei den Reifengrößen: Eine Größe außerhalb der Freigabe kann den Tacho stärker verändern als der Verschleiß.

Anders liegt der Fall bei der Übersetzung. Wird der Tacho am Getriebeausgang abgegriffen, verändert ein anderes Ritzel oder Kettenrad die Anzeige: Eine kürzere Übersetzung lässt ihn mehr anzeigen, eine längere weniger. Wird die Geschwindigkeit am Rad gemessen, zum Beispiel über den Sensor des ABS, bleibt die Anzeige von einer neuen Übersetzung unberührt. Welcher Fall auf deine Maschine zutrifft, erkennst du am Baujahr allein nicht sicher, denn auch die Tachowelle älterer Modelle sitzt oft am Rad. Am einfachsten zeigt es dir der GPS-Vergleich, einmal vor dem Umbau und einmal danach: Verschiebt sich die Lücke mit dem neuen Ritzel deutlich, misst deine Maschine am Getriebe.

Genau auf dem Limit

Die Lücke hat mit einer sehr verbreiteten Gewohnheit zu tun: nach dem Tacho genau auf das erlaubte Tempo fahren, in Deutschland etwa 100 auf der Landstraße und 50 im Ort, und sich damit auf der sicheren Seite fühlen.

Das stimmt sogar, nur mit mehr Luft zum Limit, als du denkst. Wer nach Tacho genau 100 fährt, ist in aller Regel ein paar km/h langsamer unterwegs. Wie viele, weißt du erst nach deinem eigenen GPS-Vergleich. Das Motorrad hinter dir, dessen Fahrer sich nach dem Navi richtet, schließt deshalb langsam auf, obwohl ihr beide überzeugt seid, dasselbe Tempo zu fahren. Mit dem Toleranzabzug bei Geschwindigkeitsmessungen hat diese Lücke nichts zu tun, das ist eine eigene Rechnung der Behörden.

Die umgekehrte Gewohnheit ist, das Navi als Tacho zu benutzen, weil es ja genauer ist. Auf gerader Strecke stimmt das, nur hat das Navi seine Schwächen: Tunnel, hohe Häuser, kräftiges Beschleunigen. Der Tacho reagiert sofort, und seine Abweichung ist eine, die du nach einer Messung kennst. Beides zusammen ergibt die vernünftigste Lösung: nach dem Tacho fahren und wissen, wie viel er vorhält.

In der Gruppe zeigt sich die Lücke ebenfalls. Fahrt ihr alle nach Tacho dieselbe Zahl, ist trotzdem nicht jeder gleich schnell, wenn eure Maschinen unterschiedlich vorhalten. Das kann erklären, warum der Abstand auf gerader Strecke langsam wächst oder schrumpft, ohne dass jemand bewusst schneller oder langsamer geworden ist. Wer in der Gruppe führt, sollte deshalb nicht erwarten, dass alle hinter ihm dieselbe Zahl im Cockpit sehen.

Beim Kilometerzähler ist es nicht ganz so einfach. Er hängt meist am selben Signal wie der Tacho, rechnet dessen Vorhaltung aber nicht zwangsläufig mit. Ob und wie weit er abweicht, verrät dir derselbe GPS-Vergleich, wenn du die aufgezeichnete Strecke einer längeren Runde mit dem Tageskilometerzähler vergleichst, am besten auf einer Runde ohne viele enge Kurven und ohne lange Pausen mit laufender Aufzeichnung, weil das Signal im Stand wandern kann. In engen Kurven schneidet die Aufzeichnung gern ab, weil die App ihre Messpunkte mit geraden Linien verbindet, und die Strecke fällt zu kurz aus. Erst mit diesem Vergleich weißt du, ob dein Verbrauch nach Tankfüllung und Tageskilometern ein wenig geschönt ist.

Einfacher ist es beim Tempomaten, sofern deine Maschine einen hat. Dass der Tacho mehr zeigt als GPS, spielt dir dort sogar in die Hand: Der Tempomat hält in der Regel die Zahl, die im Display steht, und damit die Voreilung gleich mit. Wer ihn auf 100 stellt, fährt mit derselben Reserve wie mit der Hand am Gas, nur gleichmäßiger.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: September 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei dir konkret wird, etwa nach einer geänderten Übersetzung oder anderen Reifen, frag deine Prüforganisation oder die Zulassungsstelle.

Wenn die Lücke verschwindet

Ein Tacho mit Vorsprung ist also in Ordnung. Heikel wird es erst, wenn er hinter dem GPS zurückbleibt.

Zeigt dein Tacho beim GPS-Vergleich auf gerader Strecke auch nach mehreren Durchgängen weniger als das Navi, und zwar um mehr als ein, zwei km/h, stimmt etwas nicht. Liegen beide gleichauf oder nur knapp auseinander, ist das noch kein Fehler, aber es bleibt kaum Reserve. Die üblichen Verdächtigen: eine längere Übersetzung an einer Maschine, die am Getriebe misst, ein Reifen außerhalb der Freigabe mit größerem Umfang, ein nachgerüstetes Cockpit, das nie auf das Motorrad eingestellt wurde.

In allen drei Fällen fährst du schneller, als du glaubst, und in allen drei Fällen gehört das zur Werkstatt oder zur Prüforganisation, und zwar bald. Bis das geklärt ist, rechnest du andersherum: Zeigt der Tacho weniger, als du fährst, bleibst du nach Tacho um die gemessene Differenz unter dem Limit, statt unterwegs aufs Handy zu schauen.

❓ Häufige Fragen zur Tachoabweichung am Motorrad

Warum zeigt mein Tacho mehr an als das GPS?

Weil ein Tacho bei der Prüfung nicht weniger anzeigen darf als die tatsächliche Geschwindigkeit, wohl aber etwas mehr. Hersteller legen die Anzeige deshalb in der Regel ein Stück nach oben, so bleibt Reserve für Fertigungstoleranzen und für Reifen mit etwas größerem Umfang. Das GPS misst dagegen die Bewegung über Satelliten und liegt auf gerader Strecke näher an der Wahrheit.


Wie viel darf der Tacho am Motorrad zu viel anzeigen?

Nach der UN-Regelung Nr. 39 darf die Anzeige bei der Genehmigung höchstens zehn Prozent der wahren Geschwindigkeit plus vier km/h darüber liegen, rechnerisch bei echten 100 km/h also bis 114. Weniger als die wahre Geschwindigkeit darf sie nicht zeigen. Für die Kontrolle von Serienmaschinen sind bei Motorrädern vier km/h mehr Spielraum vorgesehen. Welche Fassung für ein Motorrad gilt, hängt von seiner Genehmigung ab.


Wie genau ist die GPS-Geschwindigkeit im Handy?

Auf freier, gerader Strecke bei konstantem Tempo sehr genau, GPS-Module werden mit Genauigkeiten von Bruchteilen eines km/h angegeben. Für Android-Handys verlangt Google als Mindestmaß einen halben Meter pro Sekunde, knapp zwei km/h, in 95 von 100 Fällen. Ungenauer wird es im Tunnel, zwischen hohen Häusern, unter dichtem Laub, direkt nach dem Einschalten und beim starken Beschleunigen oder Bremsen, weil die Anzeige dann hinterherläuft.


Wie vergleiche ich meinen Tacho am besten mit GPS?

Auf einer geraden, ebenen Strecke mit wenig Verkehr jeweils eine Minute lang eine feste Tachozahl halten, zum Beispiel 50, 80 und, wo es erlaubt ist, 100, und die Geschwindigkeit dabei mit einer GPS-App aufzeichnen. Ausgewertet wird erst nach dem Anhalten, nicht während der Fahrt. Das Ergebnis mit Datum und Reifenstand notieren.


Verändern neue Reifen die Tachoanzeige?

Ein wenig. Ein abgefahrener Reifen ist ein paar Millimeter kleiner als ein neuer, das Rad dreht sich pro Kilometer öfter. Misst das Motorrad an diesem Rad, zeigt es mit neuen Reifen etwas weniger an als vorher, grob überschlagen um die Größenordnung von einem Prozent. Ein anderes Fabrikat derselben Größe kann den Wert zusätzlich leicht verschieben.


Ändert ein anderes Ritzel die Tachoanzeige?

Nur, wenn der Tacho am Getriebeausgang abgegriffen wird. Dann zeigt er mit kürzerer Übersetzung mehr und mit längerer weniger an. Wird die Geschwindigkeit am Rad gemessen, etwa über den ABS-Sensor, bleibt die Anzeige gleich. Welcher Fall bei dir vorliegt, zeigt ein GPS-Vergleich vor und nach dem Umbau. Wer die Übersetzung ändert, sollte vorher mit der Prüforganisation klären, was an seinem Modell zu beachten ist.

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