
Du drehst den Schlüssel, und der Daumen liegt schon auf dem Starter. Unter dem Tank springt die Kraftstoffpumpe an, im Cockpit gehen gerade die Kontrollleuchten an, und das Display rechnet noch an seiner Begrüßung.
Zündung an und sofort starten: So machen es viele, und die linke Hand zieht dazu aus Gewohnheit die Kupplung, obwohl die grüne Leerlaufleuchte brennt. Schadet das, und was bringt das Ziehen? Dem Motor ist die Eile ziemlich egal. Dem Cockpit nicht: Manche Hersteller lassen erst nach dem Leuchtentest starten, und ausgerechnet eine ältere Anleitung scheint das Gegenteil zu verlangen.
Dreh den Schlüssel das nächste Mal in einer ruhigen Garage und halt den Daumen still. Unter dem Tank oder unter der Sitzbank setzt ein helles Surren ein, gleichmäßig, dann bricht es ab. Das ist die Kraftstoffpumpe.
Sie sitzt bei den meisten Einspritzern im Tank und hat eine einzige Aufgabe, bevor sich irgendetwas dreht: den Druck in der Leitung zu den Einspritzdüsen aufzubauen. Das Steuergerät schaltet sie dafür für einen kurzen Moment ein, auch wenn der Motor noch steht. In der Anleitung einer Indian Scout Bobber von 2022 sind es etwa zwei Sekunden, bei vielen anderen Einspritzern ist es ähnlich kurz. Dreht der Motor danach nicht, schaltet das Steuergerät die Pumpe wieder ab.
Dass sie nach zwei Sekunden verstummt, ist also genau richtig. Die Leitung steht unter Druck, und die Anlage wartet. Die Pumpe läuft erst wieder an, wenn das Steuergerät merkt, dass der Anlasser den Motor dreht.
Dieses Surren ist übrigens der einfachste Hinweis darauf, dass Batterie und Steuergerät grundsätzlich wach sind. Draußen an einer Straße oder neben dem laufenden Motor eines Kumpels geht es leicht unter. In einer stillen Garage ist es an den meisten Einspritzern gut zu hören. Bleibt es dort aus, schau zuerst, ob der Notausschalter auf Betrieb steht, und dann nach der Batterie.
Die Kontrollleuchten gehen an und wieder aus, je nach Maschine begleitet von einer Animation, einem Markenlogo oder einem Zeiger, der einmal über die Skala fegt.
Das sieht nach Show aus, ist aber eine Prüfung, und die Augen dafür bist du. Die Maschine schaltet ihre Warnleuchten kurz ein, damit du siehst, dass sie überhaupt leuchten können. Eine Öldruck- oder ABS-Leuchte, deren Lämpchen oder Ansteuerung defekt ist, bleibt im Fahrbetrieb dunkel, auch wenn der Fehler längst da ist. Beim Einschalten fällt ihr Fehlen am ehesten auf. Auch den Zeigerlauf beschreiben Hersteller als Prüfung: Er soll zeigen, dass die Anzeige arbeitet, und läuft ein Zeiger nicht sauber, soll ihn eine Werkstatt ansehen. Bei manchen Leuchten steckt dahinter sogar ein eigener Test: An der Kawasaki ER-6n etwa brennt die Warnleuchte der Einspritzung nach dem Einschalten so lange, bis die Elektronik ihre Stromkreise für in Ordnung befunden hat.
Wer von einer älteren Maschine mit Zeigerinstrumenten kommt, merkt außerdem oft, dass manches große Farbdisplay spürbar länger braucht, bis es steht. Bei der BMW R 1250 GS kommt laut Anleitung nach längerem Stillstand beim Systemstart noch eine Animation dazu. Genau das verleitet zum frühen Daumen. Das Warten wirkt länger, als es ist.
Zum Leuchtentest gehört ein zweiter Blick, und der kommt nach dem Anspringen. Die Öldruckleuchte, sofern deine Maschine eine hat, brennt bei eingeschalteter Zündung und stehendem Motor ganz normal. Nach dem Start muss sie ausgehen, sobald Druck da ist, und zwar nach wenigen Augenblicken. Indian schreibt für die Scout ohne Umschweife: Erlischt die Öldruck- oder die Motorwarnleuchte nach dem Anspringen nicht, den Motor sofort wieder abstellen. Wie sich die Leuchten an deiner Maschine verhalten sollen, steht im Handbuch, und einmal nachgelesen erspart es dir den Schreck am nächsten Morgen.
Beachte beim Einschalten, was noch gar nicht fertig sein kann. Das ABS prüft seine Raddrehzahlsensoren erst, wenn das Motorrad rollt. Deshalb blinkt oder leuchtet die ABS-Leuchte an vielen Maschinen weiter, bis du ein paar Meter gefahren bist. Darauf musst du vor dem Start nicht warten. Worauf du achten solltest, ist nur, ob sie beim Einschalten überhaupt angegangen ist. An manchen Maschinen mit Schräglagensensor gilt in diesem Moment außerdem: stillhalten. Yamaha schreibt für mehrere Modelle, das Motorrad beim Einschalten nicht zu bewegen oder zu rütteln, weil das die Einrichtung des Sensors stören kann. Traktionskontrolle und Yamahas zusätzliche Bremsregelung arbeiten dann nicht, bis die Einrichtung geklappt hat.
Was passiert, wenn du drückst, während die Pumpe noch surrt und die Leuchten noch ihre Runde drehen?
Beim Motor zunächst wenig. Das Steuergerät schaltet die Pumpe beim Anlassen ohnehin wieder ein. Stand der Druck noch nicht ganz, baut er sich eben während der ersten Umdrehungen des Anlassers auf. Der Anlasser dreht dann womöglich einen Moment länger, bevor der Motor kommt, vor allem nach einer längeren Standzeit, und jeder Moment am Anlasser zieht an der Batterie. Dass dabei an Pumpe, Steuergerät oder Einspritzung etwas leidet, steht in keiner der hier zitierten Herstelleranleitungen.
Bei der Anzeige ist die Sache klarer. BMW beschreibt den Leuchtentest in der Anleitung der GS als eigenen Ablauf nach dem Einschalten der Zündung und schreibt dazu, dass er abgebrochen wird, wenn der Motor vor seinem Ende gestartet wird. Gleich dahinter steht, was der Test zeigen soll: Ist eine der Leuchten nicht angegangen, soll eine Werkstatt nachsehen. Drückst du in der ersten halben Sekunde, fährst du womöglich los, ohne das gesehen zu haben. KTM wird in der Anleitung der 1290 Super Duke R noch deutlicher und lässt den Starter erst drücken, wenn der Funktionscheck des Instruments abgeschlossen ist.
An manchen Maschinen kommt noch ein dritter Effekt dazu, den du vielleicht schon gesehen hast. Der Anlasser zieht beim Durchdrehen kurz sehr viel Strom, und die Spannung im Bordnetz sackt dabei ab. Ein Cockpit, das gerade hochfährt, kann darauf mit einem Flackern reagieren oder seine Begrüßung von vorn beginnen. Lästig, aber für sich genommen kein Defekt, solange es nur beim sehr frühen Druck passiert. Flackert das Cockpit auch dann, wenn es längst steht, und dreht der Anlasser dabei zäh, ist eher die Batterie müde. Noch deutlicher wird es, wenn das Cockpit beim Drücken komplett ausgeht und der Anlasser nur klackt. Dann reicht die Ladung meist nicht mehr für den Anlasser, und daran ändern auch ein paar Sekunden Warten nichts. An manchen neueren Maschinen bricht die Elektronik den Startversuch in diesem Fall von selbst ab.
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Wer sein Handy oder Navi am Lenker lädt, sieht beim Starten oft noch etwas: Das Gerät unterbricht kurz das Laden. Auch das gehört zu diesem Moment. Bei BMW steht es eigens in der Anleitung: Steckdosen und USB-Ladeanschlüsse werden während des Startvorgangs automatisch abgeschaltet.
| Was beim Einschalten passiert | Was ein sehr früher Druck auf den Starter ändert |
|---|---|
| Kraftstoffpumpe baut Druck auf, etwa zwei Sekunden | Pumpe läuft beim Anlassen weiter, der Motor dreht womöglich etwas länger |
| Kontroll- und Warnleuchten gehen an und aus | Der Test kann abbrechen oder bleibt unbeachtet, eine tote Leuchte fällt nicht auf |
| ABS prüft im Stand seine Bauteile | Keine der hier zitierten Anleitungen nennt dafür eine Einschränkung, die Raddrehzahlsensoren prüft es ohnehin erst beim Anfahren |
| Cockpit fährt hoch, teils mit Animation | Kann beim Spannungseinbruch flackern oder neu starten |
Leerlauf drin, grüne Leuchte an, und die linke Hand zieht trotzdem den Hebel. Das machen viele seit Jahren und liegen damit richtig.
Es gibt zwei Gründe, und beide halten.
Sicherheit zuerst. Die grüne Leuchte zeigt dir nur, was ein Schalter am Getriebe meldet. Ist der verschmutzt oder defekt, hast du die Leuchte im Augenwinkel falsch gelesen oder hat jemand beim Rangieren einen Gang eingelegt, kann ein Gang drin sein, obwohl du Leerlauf glaubst. Viele Maschinen verhindern den Start dann über eine Anlassersperre, aber nicht jede, und die Sperre verlässt sich auf denselben Schalter. Mit gezogener Kupplung und gehaltener Vorderradbremse bleibt die Maschine beim Start stehen. Ohne kann sie beim Anspringen einen Satz nach vorn machen.
Sicherheitshinweis: Ein Motorrad, das mit eingelegtem Gang und nicht gezogener Kupplung anspringt, macht einen Ruck nach vorn, gegen die Hauswand oder gegen den Vordermann in der Reihe. Stell vor dem Start sicher, dass niemand direkt vor dem Vorderrad steht, zieh die Vorderradbremse und lass die Kupplung erst kommen, wenn der Motor sauber läuft und du wirklich losfahren willst.
Der andere Grund ist mechanisch. Bei der GS verlangt BMW, beim Kaltstart und bei niedrigen Temperaturen die Kupplung zu ziehen, ohne es weiter zu begründen. Die naheliegende Erklärung ist das Öl: An den meisten Motorrädern laufen Motor, Getriebe und Kupplung im selben Öl. Im Leerlauf muss der Anlasser über die Kupplung einen Teil des Getriebes mitdrehen, und kaltes Öl ist zäh. Mit gezogener Kupplung ist das Getriebe weitgehend abgekoppelt, und der Anlasser hat weniger zu schleppen. Indian geht in der Startreihenfolge der Scout noch einen Schritt weiter und lässt die Kupplung auch im Leerlauf grundsätzlich ziehen, zusammen mit der Vorderradbremse.
Kleiner, als viele glauben, ist allerdings der Effekt beim Kaltstart. Kaltes Öl klebt auch die Lamellen einer gezogenen Kupplung ein Stück aneinander, ganz sauber trennt eine Nasskupplung in diesem Zustand nicht. Wer bei sechs Grad morgens einen müden Anlasser hat, rettet ihn mit der linken Hand nicht. Er nimmt ihm nur einen Teil der Arbeit ab. Im Sommer bei warmem Motor merkst du den Unterschied kaum.
Das kräftige Klacken, mit dem an kalten Morgen der erste Gang hineingeht, kommt aus derselben Ecke: zähes Öl zwischen den Lamellen, dazu die höhere Leerlaufdrehzahl im Kaltlauf.
In der Anleitung der ER-6n verlangt Kawasaki, den Motor sofort nach dem Einschalten der Zündung anzulassen, damit die Batterie nicht leerläuft. Das klingt wie das Gegenteil von allem bisher. Dieselbe Anleitung setzt in ihrer Startreihenfolge allerdings zwischen Zündschlüssel und Starterknopf noch den Schritt „die Anzeige auf Funktion prüfen“. Liest du beides zusammen, geht es bei „sofort“ nicht um die Zehntelsekunde, sondern um die Minuten, in denen die Zündung schon an ist und du noch den Kinnriemen sortierst. Neuere Kawasaki-Anleitungen sagen es inzwischen ausdrücklich: gestartet wird, wenn die Anfangsprüfung des Instruments beendet ist.
Die paar Sekunden und das „sofort“ widersprechen sich also nicht. Das eine ist ein Blick aufs Cockpit, das andere eine Pause, in der die Batterie für nichts arbeitet.
Genauso wenig solltest du den Starter endlos halten, wenn der Motor nicht kommen will. Kawasaki nennt fünf Sekunden am Stück und danach eine Pause von 15 Sekunden. Bei der Indian tippst du den Starter nur kurz an, der Anlasser dreht dann von selbst höchstens drei Sekunden, und springt der Motor nicht an, wartest du fünf Sekunden. Der Anlasser wird sonst heiß, und die Spannung bricht so weit ein, dass der nächste Versuch schlechter wird statt besser. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch: Die genauen Zeiten unterscheiden sich von Modell zu Modell.
Und ein letzter Handgriff gehört in dieselbe Reihe: Beim ersten Startversuch die Finger vom Gas. Bei Einspritzern regelt das Steuergerät das Gemisch und die Leerlaufdrehzahl selbst, und Indian, Kawasaki und KTM schreiben vor, dabei kein Gas zu geben oder die Drosselklappe geschlossen zu halten.
Der Druckaufbau für die Einspritzdüsen gilt nur für Einspritzer. An vielen Motorrädern mit Vergaser surrt beim Einschalten nichts, weil der Sprit dort durch die Schwerkraft aus dem Tank in die Schwimmerkammer läuft. Nach einer normalen Standzeit ist die Kammer noch gefüllt, der Motor kann also sofort. Ganz ohne Pumpe kommen aber nicht alle Vergasermaschinen aus: Manche haben eine elektrische Benzinpumpe, und Honda beschreibt in seinem Werkstatthandbuch Relais, die sie beim Einschalten der Zündung ein paar Sekunden laufen lassen, damit sich die Schwimmerkammern füllen. Dann hörst du auch dort kurz die Pumpe, bevor du startest.
Hier kommt es auf andere Dinge an: auf den Choke beim kalten Motor, auf den Benzinhahn, falls deine Maschine einen hat, und darauf, ob die Batterie nach einer längeren Standzeit noch genug hat. Wer an einem Vergasermotorrad nach einer normalen Standzeit ein paar Sekunden wartet, gewinnt für den Motor kaum etwas. Für die Kontrollleuchten schon, denn die Leerlaufleuchte und, wo vorhanden, die Öldruckleuchte wollen auch an einer alten Maschine einmal gesehen werden, bevor der Motor läuft.
Ein Sonderfall, der mit Warten nichts zu tun hat und früher oder später viele erwischt: das Motorrad, das umgefallen ist. Viele Einspritzer haben einen Umkippsensor, der Zündung und Einspritzung nach einem Umfaller abschaltet. Richtest du die Maschine auf und drückst den Starter, kommt der Motor nicht, und je nach Maschine blinkt oder leuchtet eine Warnleuchte, an der ER-6n die der Einspritzung. Kawasaki beschreibt die Lösung in einem Satz: Zündschlüssel auf Aus und wieder auf Ein drehen. Erst dann gibt der Sensor den Start wieder frei.
Und noch ein Moment, in dem das Warten keine Rolle spielt: der abgewürgte Motor, etwa beim Anfahren an einer Kreuzung. Die Zündung ist noch an, der Leuchtentest längst gelaufen, zu warten gibt es nichts. Kupplung ziehen, Vorderbremse halten, Starter drücken. Den Leerlauf brauchst du dafür an vielen Maschinen nicht, mit gezogener Kupplung springt der Motor auch im Gang an. KTM nennt in der Anleitung der Super Duke genau diesen Fall, die abgewürgte Maschine an der Kreuzung, und schreibt dazu, dass das Getriebe dafür nicht in den Leerlauf muss.
An Maschinen mit schlüssellosem Zündsystem verschiebt sich der Ablauf ein Stück, und Zündung an und sofort starten geht dort ohnehin erst, wenn der Funkschlüssel erkannt ist. Er muss sich zuerst beim Motorrad anmelden, bevor die Zündung überhaupt freigegeben wird. Wie lange das dauert und wie das Cockpit das anzeigt, ist von Hersteller zu Hersteller verschieden und steht in der Anleitung.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: September 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei dir konkret wird, etwa nach einer Anzeige wegen des laufenden Motors, frag einen Anwalt für Verkehrsrecht.
Zusammengesetzt sieht der Start so aus, und er beginnt im Freien.
Sicherheitshinweis: Starte den Motor nicht in einer geschlossenen Garage, auch nicht für die Minute Leerlauf nach dem Kaltstart. Das Abgas sammelt sich dort schnell, und das Kohlenmonoxid darin riechst und siehst du nicht, bevor es gefährlich wird. Schieb die Maschine vorher ins Freie.
Fertig angezogen aufsteigen, Maschine aufrecht, Ständer oben. Zündung an und gleich danach die Vorderradbremse ziehen. Hinhören, ob die Pumpe surrt, wenn es ruhig genug ist, hinschauen, ob alle Leuchten einmal angehen, auch die, die du sonst nie beachtest, und warten, bis der Test durch ist. Leerlaufleuchte grün, Kupplung ziehen, Finger vom Gas, Daumen auf den Starter.
Wenn der Motor läuft: ein Blick, ob Öldruck- und Motorwarnleuchte ausgegangen sind, sofern deine Maschine sie hat. Verlangt dein Handbuch danach noch Leerlauf, bevor der erste Gang hineingeht, gehört der hierher. Indian etwa schreibt das für die Scout vor: nach einem Warmstart rund 30 Sekunden, nach einem Kaltstart mindestens eine Minute, bei kaltem Wetter auch länger. Das ist eine kurze Leerlaufzeit für diesen Motor, kein minutenlanges Warmlaufen im Stand.
Bei der GS will BMW es genau andersherum: „Nach dem Starten sofort losfahren“, weil längerer Motorlauf im Stand den Motor mangels Kühlung überhitzen kann. Länger, als dein Handbuch verlangt, muss er also nicht laufen, und länger sollte er es auch nicht: In Deutschland verbietet die Straßenverkehrs-Ordnung, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen, und der Bußgeldkatalog setzt dafür 80 Euro an.
Ist der Leerlauf vorbei oder gar nicht verlangt: Kupplung und Vorderbremse ziehen, ersten Gang einlegen, Bremse lösen und losfahren. Die ABS-Leuchte geht an vielen Maschinen nach den ersten Metern aus.
An dem Morgen, an dem eine Leuchte beim Einschalten dunkel bleibt, siehst du es.
Wie lange soll ich nach dem Einschalten der Zündung mit dem Starten warten?
Bis der Test der Kontrollleuchten durch ist, meist ein paar Sekunden. Für den Motor ist das nicht zwingend, manche Anleitungen verlangen es aber ausdrücklich. In dieser Zeit baut die Kraftstoffpumpe bei Einspritzern Druck auf, und das Cockpit schaltet seine Kontrollleuchten einmal ein. Wer sofort drückt, startet meist trotzdem problemlos, verpasst aber den Blick darauf, ob jede Warnleuchte funktioniert.
Warum surrt es beim Einschalten der Zündung unter dem Tank?
Das ist die Kraftstoffpumpe. Sie baut bei Einspritzmotoren kurz den Druck in der Leitung zu den Einspritzdüsen auf und schaltet sich nach zwei bis drei Sekunden wieder ab. Beim Anlassen läuft sie erneut an. Das Surren ist normal und ein gutes Zeichen.
Warum springt das Motorrad nach einem Umfaller nicht an?
Oft hat nur der Umkippsensor Zündung und Einspritzung abgeschaltet. Richte die Maschine auf, schalte die Zündung aus und wieder ein und starte dann erneut. Kommt der Motor immer noch nicht, prüf, ob der Seitenständer oben ist und der Notausschalter auf Betrieb steht.
Soll ich die Kupplung ziehen, obwohl der Leerlauf eingelegt ist?
Ja, das ist eine gute Gewohnheit. Falls doch ein Gang drin ist, springt die Maschine nicht nach vorn. Und bei kaltem Öl muss der Anlasser das Getriebe dann weniger mitschleppen, BMW schreibt das für den Kaltstart der R 1250 GS vor. Ganz trennt eine Nasskupplung mit kaltem Öl allerdings nicht, der Effekt ist also begrenzt.
Warum geht die ABS-Leuchte nach dem Start nicht aus?
An vielen Motorrädern prüft das ABS seine Raddrehzahlsensoren erst beim Anfahren. Die Leuchte blinkt oder leuchtet deshalb, bis die Maschine einige Kilometer pro Stunde erreicht hat. Bleibt sie auch danach an, liegt meist ein Fehler vor, den eine Werkstatt auslesen sollte, außer du hast bewusst einen ABS-Modus mit eingeschränkter Regelung gewählt.
Wie lange darf ich den Starter am Stück drücken?
Nur wenige Sekunden. Kawasaki nennt in einer Anleitung fünf Sekunden am Stück und danach 15 Sekunden Pause. Bei der Indian Scout tippst du den Starter nur an, der Anlasser dreht dann von selbst höchstens drei Sekunden. Längeres Orgeln überhitzt den Anlasser und lässt die Batteriespannung so weit sinken, dass der nächste Versuch schlechter wird. Die Werte für dein Modell stehen im Handbuch.
Warum soll die Zündung vor dem Start nicht lange an sein?
Weil die Batterie dann für nichts arbeitet. Solange der Motor steht, lädt die Lichtmaschine nicht, während Instrumente, Elektronik und Beleuchtung schon Strom brauchen. Schalte die Zündung deshalb erst ein, wenn du fertig angezogen bist, und starte dann nach dem kurzen Blick aufs Cockpit.
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