MXGP Flanders 2026: Gajser rettet das Yamaha-Wochenende, Renaux stürzt in Lommel

MotorradZoneMotorradZoneMotorsport17 hours ago137 Views

Eine Kurve vor der letzten Zielgeraden, eine Position, die eigentlich schon verloren scheint – und dann macht der Fahrer davor genau in diesem Moment den entscheidenden Fehler. Tim Gajser zögert nicht, schiebt sich in der Schlussrunde des zweiten Laufs vorbei und rettet sich zurück auf Rang vier. Wenige Minuten später steht fest: Es reicht zum dritten Platz beim MXGP Flanders 2026 in Lommel, hinter dem überlegenen Sieger Jeffrey Herlings und dem Niederländer Kay de Wolf auf Rang zwei – Gajsers fünftes Podium der Saison, in seinem ersten Jahr auf Yamaha. Die bittere Pointe dabei: Herlings gewinnt gerade auf genau der Honda, die Gajser selbst erst wenige Monate zuvor verlassen hat.

Foto: Yamaha Motor Europe

Für seinen Teamkollegen Maxime Renaux lief der Tag komplett anders. Krank, geschwächt und am Ende auch noch am Boden liegend, kam der Franzose nur auf Rang 13 ins Ziel. Gleiches Team, gleiches Wochenende, gleicher tiefer Sand von Lommel – und zwei Ergebnisse, die kaum weiter auseinanderliegen könnten.

Zwei Fahrer, ein Werksteam, ein Motorrad – und am Ende des Tages zwei komplett verschiedene Geschichten aus derselben Box. So kann eine Motocross-Weltmeisterschaft binnen eines einzigen Wochenendes aussehen: Der eine kämpft sich Meter für Meter zurück ins Podest, der andere kämpft nur noch darum, überhaupt bis zur Zielflagge zu kommen.

Foto: Yamaha Motor Europe

MXGP Flanders 2026: Lommel, die härteste Sandkiste der Saison

Lommel ist keine Strecke für halbe Sachen. Der Sand hier ist tief, lose und unberechenbar, er speichert die Augusthitze wie ein Ofen und wird von Runde zu Runde tückischer, während sich unter den Reifen immer neue Rillen und Löcher bilden. Wer hier nicht bis zur letzten Sekunde konzentriert bleibt, zahlt sofort dafür – mit Sekunden, mit Plätzen, manchmal mit einem Sturz.

Foto: Yamaha Motor Europe

International gilt Lommel als eine der bekanntesten und gefürchtetsten Sandstrecken der Welt – eine Strecke, die selbst gestandene Grand-Prix-Fahrer immer wieder als Sonderfall im Kalender bezeichnen, weil sie den Körper anders belastet als jede andere Station der Saison. Wer hier vorne mitfahren will, braucht nicht nur Kraft in den Armen, sondern auch ein Gefühl dafür, wann man einer frischen Linie folgt und wann man sie besser meidet, bevor sie zum Loch wird.

Für das gesamte Fahrerlager war das MXGP of Flanders zudem bereits das dritte Grand-Prix-Wochenende in Folge: erst Großbritannien in Foxhill, eine Woche später Tschechien in Loket, jetzt Lommel. Drei Weltmeisterschaftsläufe an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden, ohne eine einzige Pause dazwischen – wer am Ende dieser Serie noch frisch aussah, hatte entweder Glück oder außergewöhnliche Kondition.

Foto: Yamaha Motor Europe

In der MXGP-Klasse, der Königsklasse der Motocross-Weltmeisterschaft, treten die Werksfahrer mit 450-Kubikzentimeter-Viertaktmaschinen an – eine Klasse ohne Altersobergrenze, in der junge Aufsteiger aus der Nachwuchsklasse MX2 direkt gegen etablierte Weltmeister wie Gajser und Herlings ran müssen. Wer hier bestehen will, braucht nicht nur Speed, sondern jahrelang aufgebaute Renn-Reife.

Nach 14 der insgesamt 19 Runden der Saison 2026 stand für das Monster Energy Yamaha Factory MXGP Team ein zwiespältiges Ergebnis: Gajser holte mit Rang drei sein bereits fünftes Podium des Jahres, Renaux blieb weit dahinter zurück. Wer nur die nackte Tabelle sieht, verpasst allerdings, wie knapp und wie dramatisch beide Läufe von Gajser tatsächlich waren.

Foto: Yamaha Motor Europe

Wie Gajser sich Rang drei erkämpfte

Den Ton gab Gajser schon am Samstag im Qualifying-Rennen vor: Rang vier. Das Ergebnis entscheidet in Lommel über mehr als nur Prestige, denn es legt fest, wer sich am Sonntag als Erster seine Gate-Position aussuchen darf – und wer im tiefen Sand die frische, noch nicht zerfahrene Linie zum Start bekommt, hat schon vor dem ersten Kurveneingang einen Vorteil. Gajser nahm damit direkt die Form aus Tschechien mit ins Wochenende, wo er eine Woche zuvor im zweiten Lauf schon Dritter geworden war. Wer mit dieser Geschwindigkeit ins Wochenende geht, weiß: Die Chance auf ein gutes Ergebnis ist da, sie muss nur noch bestätigt werden.

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Im ersten Lauf am Sonntag lieferte er genau das. Vom dritten Startplatz kommend, schob sich Gajser bereits in der ersten Runde auf Rang zwei vor – ein Start, wie er ihn sich besser nicht hätte wünschen können. Wenige Runden später zog der Niederländer Kay de Wolf an ihm vorbei und schob Gajser auf Rang drei zurück, doch der Slowene ließ sich nicht abhängen. Er blieb an de Wolfs Hinterrad, hielt den Abstand konstant und ging schließlich mit gerade einmal etwas mehr als einer Sekunde Rückstand als Dritter ins Ziel.

Dieser Kay de Wolf ist am Ende der eigentliche Mann hinter Herlings: Der 21-jährige Niederländer, der für Nestaan Husqvarna Factory Racing auf einer Husqvarna FC 450 fährt, bestreitet nach seinem MX2-Titel 2024 gerade erst seine erste Saison in der Königsklasse – und wurde in Lommel direkt Zweiter, praktisch ein Heimpodest, so nah liegt die Sandstrecke an der niederländischen Grenze. Dass ein Rookie der Königsklasse einen fünffachen Weltmeister wie Gajser auf offener Strecke hinter sich lässt, zeigt, wie schnell sich die Generationen im Motocross gerade überlappen. In der Gesamtwertung liegt de Wolf trotzdem erst auf Rang neun mit 345 Punkten – ein Rookie-Jahr mit Höhen wie Lommel, aber auch mit den typischen Schwankungen einer ersten Saison in der stärksten Klasse.

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Zwischen den beiden Läufen blieb kaum Zeit, durchzuatmen. Die Augustsonne stand hoch über Lommel, der Sand wurde von Lauf zu Lauf tiefer ausgefahren, und in den Boxen roch es nach heißem Reifengummi und Motoröl, während sich die Mechaniker beeilten, die Maschinen für den nächsten Start bereitzumachen. Genau in dieser Hitze und diesem Sand wiederholte sich das Muster des ersten Laufs für Gajser – mit einer zusätzlichen Wendung. Erneut ein starker Start, erneut Rang drei über mehrere Runden – bis Gajser gegen Ende des Laufs auf Position fünf zurückfiel. In diesem Moment hätte man das Wochenende schon fast abschreiben können. Doch auf der letzten Runde geriet einer der Fahrer vor ihm ins Straucheln, Gajser nutzte die Lücke sofort und schob sich zurück auf Rang vier – genug für Platz drei in der Gesamtwertung des Grand Prix. Enger hätte es kaum sein können: Direkt hinter ihm wurde Tom Vialle Vierter des Tages, nur zwei Punkte hinter Gajsers Tageswertung von 38 Punkten.

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„Es war ein harter Arbeitstag”, wird Gajser in der Team-Mitteilung von Yamaha zitiert. „Die Strecke hat sich seit gestern stark verändert und wurde deutlich schwieriger, daher wusste ich schon nach dem Warm-up, dass es ein langer Tag mit zwei anspruchsvollen Läufen werden würde. Ich hatte zwei gute Starts, was extrem wichtig war, weil es mich von Anfang an mit der Spitzengruppe hielt. Mein Tempo war gut, besonders im ersten Lauf, in dem ich mit den Führenden mithalten konnte. Auch der zweite Lauf begann gut, aber ein paar Fehler haben mich viel Zeit gekostet. Danach war es schwer, wieder in meinen Rhythmus zu kommen, aber gegen Ende habe ich gesehen, wie die Fahrer vor mir Fehler gemacht haben – also habe ich noch einmal angezogen und bin dicht aufgeschlossen. Ich bin froh, aufs Podest zu fahren, aber es gibt noch viel Arbeit vor uns. Wir arbeiten weiter hart, und ich hoffe, bald wieder konstant mit den Spitzenfahrern zu kämpfen.”

Foto: Yamaha Motor Europe

Erste Saison auf Yamaha: Wo steht Tim Gajser wirklich?

Um die Zahl fünf richtig einzuordnen – fünf Podeste in 14 Rennen -, muss man wissen, woher Gajser kommt. Der Slowene ist fünffacher Weltmeister: 2015 in der Nachwuchsklasse MX2, danach 2016, 2019, 2020 und 2022 in der Königsklasse. Nach rund zwölf Jahren bei Honda wechselte er zum Jahreswechsel 2025/2026 zu Yamaha und ging beim Saisonauftakt in Argentinien erstmals auf der YZ450FM an den Start. Für einen Fahrer seines Formats war das eine der größten sportlichen Entscheidungen der vergangenen Jahre – schließlich hatte er auf Honda praktisch alles gewonnen, was es in dieser Sportart zu gewinnen gibt, und wechselte trotzdem mitten in seiner produktivsten Phase die Marke.

Foto: Yamaha Motor Europe

Ein Markenwechsel dieser Größenordnung ist nie nur ein neues Motorrad. Nach über einem Jahrzehnt auf ein und derselben Maschine sitzt praktisch jede Bewegung im Rückenmark – der Bremspunkt vor einer bestimmten Kurve, das Gefühl dafür, wie viel Gas das Hinterrad im tiefen Sand noch verträgt, bevor es durchdreht. Ein neuer Hersteller bedeutet eine andere Ergonomie, einen anderen Motorcharakter, ein Fahrwerk, das erst wieder zur zweiten Natur werden muss – und all das unter den Augen einer ganzen Sportart, die genau hinschaut, ob sich die Investition für Yamaha auszahlt. Fünf Podeste ohne einen einzigen Grand-Prix-Gesamtsieg in 14 Rennen sind dabei eine ziemlich eindeutige Aussage: Die Grundgeschwindigkeit ist da, das letzte Zehntel zur ganz vorne fahrenden Konkurrenz fehlt bislang noch.

Foto: Yamaha Motor Europe

Und ausgerechnet dieses letzte Zehntel demonstriert seit Saisonbeginn ein Mann, der Gajsers alten Platz im Fahrerlager fast wortwörtlich übernommen hat. Jeffrey Herlings verließ nach 16 Jahren sein Werksteam bei KTM und wechselte zur Saison 2026 zu Honda HRC – auf genau den Werksplatz, den Gajser durch seinen Wechsel zu Yamaha frei gemacht hatte. Beide Transfers wurden am selben Tag verkündet, praktisch ein Tausch zweier Karrieren mitten in ihrer produktivsten Phase. In Lommel gewann Herlings beide Läufe und damit den gesamten Grand Prix; er führt die Weltmeisterschaft nach 14 Runden mit 675 Punkten an, satte 104 Punkte vor dem Zweitplatzierten Romain Febvre.

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Dahinter wird es enger, aber nicht für Gajser. Auf Rang drei liegt Lucas Coenen mit 566 Punkten, nur fünf Punkte hinter Febvre auf Rang zwei – so eng wie sonst nirgends im Feld. Gajser selbst liegt mit 534 Punkten auf Rang vier, 32 Punkte hinter Coenen – und mit Tom Vialle, WM-Achter mit 409 Punkten, sitzt ihm bereits der nächste Verfolger im Nacken. Bei noch fünf ausstehenden Runden und maximal 50 Punkten pro Wochenende sind rein rechnerisch bis zu 250 Punkte offen – genug, um die Plätze drei bis acht noch einmal durcheinanderzuwirbeln, aber fern genug von Herlings, um an dessen Führung realistisch nichts mehr zu ändern.

Foto: Yamaha Motor Europe

Herlings und Gajser sind sich auf der Strecke alles andere als fremd: Beide zählen seit Jahren zu den prägendsten Fahrern der Königsklasse, mit Titelkämpfen, die einen guten Teil der jüngeren MXGP-Geschichte ausmachen. Dass sie jetzt mit vertauschten Farben gegeneinander fahren – Gajser im Yamaha-Blau, wo früher Honda-Rot stand, Herlings im Honda-Rot, wo vorher jahrelang Orange von KTM stand -, macht ihre Rivalität nicht kleiner. Nur ungewohnter.

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Maxime Renaux: kranker Körper, harter Sand, ein Sturz

Auch Maxime Renaux ist kein Unbekannter im Fahrerlager. 2021 sicherte sich der Franzose im italienischen Pietramurata den MX2-Titel, bevor er in die Königsklasse aufstieg – seither fährt er als Teamkollege von Gajser im Werksteam von Monster Energy Yamaha. Nach dem Frankreich-Rennen im Frühling trennten die beiden Werksfahrer in der Tabelle gerade einmal fünf Punkte. Lommel zeigt, wie schnell aus einer WM-Saison zwei völlig unterschiedliche Wochenenden werden können, selbst innerhalb desselben Teams.

Foto: Yamaha Motor Europe

Laut der Team-Mitteilung kämpfte Renaux bereits vor dem Wochenende mit einer anhaltenden Erkrankung – welcher Art, teilt Yamaha nicht mit, und auch sonst nennt keine der unabhängig recherchierten Quellen eine genauere Diagnose. Kombiniert mit einer der körperlich forderndsten Strecken des gesamten Kalenders reichte die Substanz an diesem Wochenende einfach nicht.

Ob die drei Grand-Prix-Wochenenden in Folge Renaux zusätzlich zugesetzt haben, lässt sich von außen nicht seriös beurteilen – Yamaha nennt dazu keine Details, und auch sonst liefert keine der recherchierten Quellen mehr als die vage Formulierung. Klar ist nur: Der Kalender kennt in dieser Saisonphase keine Rücksicht auf den Zustand einzelner Fahrer, und wer schwächelt, muss trotzdem an den Start.

Foto: Yamaha Motor Europe

Schon im ersten Lauf kam Renaux nicht über Rang elf hinaus – für seine Verhältnisse schwach, aber noch kein Alarmzeichen. Im zweiten Lauf dann geriet er von der Strecke ab und stürzte, wurde nur 14. und eine Runde hinter der Spitze. In der Summe stand Rang 13 in der Gesamtwertung des Grand Prix – für einen ehemaligen Weltmeister ein Ergebnis, das mehr über den Zustand seines Körpers aussagt als über sein fahrerisches Können. „Es war ein wirklich hartes Wochenende”, wird Renaux zitiert. „Die Hitze hat alles noch schwerer gemacht, und diese Strecke ist mit ihrem tiefen Sand schon für sich genommen eine der körperlich forderndsten im ganzen Kalender. Mit den gesundheitlichen Problemen, mit denen ich zu kämpfen hatte, bin ich quasi auf dem letzten Rest meiner Kräfte gefahren und konnte nicht so fahren, wie ich wollte. Im zweiten Lauf bin ich dann von der Strecke abgekommen und gestürzt. Zum Glück geht es mir gut, jetzt muss ich mich erholen und neu sortieren.”

In der Weltmeisterschaft bedeutet das für Renaux Rang sieben mit 425 Punkten – 109 Punkte hinter seinem Teamkollegen Gajser auf Position vier. Zwei Fahrer im selben Werksteam, auf demselben Motorrad, und trotzdem eine Lücke, die inzwischen fast ein komplettes gutes Rennwochenende ausmacht.

Foto: Yamaha Motor Europe

Dabei war die Saison für Renaux nicht durchgehend so schwierig wie zuletzt. Beim Frankreich-Rennen im heimischen Lacapelle-Marival fuhr er noch auf Rang fünf und lag phasenweise sogar näher an Gajser als der eigene Teamkollege selbst. Genau das macht Lommel so bitter: Es ist nicht der Beweis für ein grundlegendes Problem, sondern der bislang tiefste Punkt einer Saison, die eigentlich auch anders aussehen könnte. Zwischen einem Fahrer, der zu Hause vor den eigenen Fans um ein Top-Fünf-Ergebnis kämpft, und einem Fahrer, der wenige Wochen später krank vom Kurs abkommt, liegt im Profisport oft nur eine schlechte Woche – im Kalender der MXGP-Saison 2026 bleibt dafür allerdings keine Zeit zum Verschnaufen.

Foto: Yamaha Motor Europe

Drumherum in Lommel: ein Schwede auf dem Weg zurück

Eine leisere, aber nicht weniger bemerkenswerte Geschichte schrieb der Schwede Isak Gifting vom JK Yamaha Supported MX Team. Nach einer Schulteroperation verpasste er praktisch die gesamte erste Saisonhälfte – elf der bisherigen 14 Runden – und kehrte erst bei Runde 12 in Großbritannien zurück ins Renngeschehen. Lommel war damit bereits sein drittes Grand-Prix-Wochenende nach der Verletzungspause, und mit Rang acht in beiden Läufen – Gesamtrang acht – baut er seine Form von Woche zu Woche weiter aus. Sein nächstes Rennen findet ausgerechnet in seiner Heimat statt: in zwei Wochen, in Uddevalla. Für die Schlagzeilen des MXGP Flanders 2026 blieb das eine Randnotiz – für die Breite, mit der Yamaha in der Königsklasse aktuell aufgestellt ist, ist es mehr als das.

Der Blick nach Uddevalla und Arnhem

Nach drei Grand-Prix-Wochenenden am Stück bekommt das Fahrerlager jetzt eine kurze Verschnaufpause. Es geht erst am 15. und 16. August in Uddevalla weiter, Runde 15 von 19 – für Gifting ein Heimrennen, für Gajser und Renaux die nächste Gelegenheit, den Sand von Lommel hinter sich zu lassen. Eine Woche später, am 22. und 23. August, folgt mit Runde 16 in Arnhem bereits der nächste Termin, bevor die Saison in ihre entscheidende Phase geht: Danach bleiben nur noch drei weitere Wochenenden, bis in wenigen Wochen der Weltmeister 2026 feststeht.

Foto: Yamaha Motor Europe

Für Gajser geht es in den kommenden Wochen darum, aus einer soliden ersten Yamaha-Saison mehr zu machen als eine Aneinanderreihung guter dritter und vierter Plätze – der erste Grand-Prix-Sieg im neuen Trikot steht noch aus, und die Uhr läuft, während ausgerechnet Herlings auf der Honda, die einst Gajser gehörte, immer weiter davonzieht. Realistisch geht es für ihn nicht mehr um den Titel, sondern um die Frage, ob am Ende der Saison ein Podestplatz in der Gesamtwertung steht oder Rang vier – und ob sich der erste Laufsieg auf Yamaha noch in dieser Saison einstellt.

Für Renaux geht es vorerst um etwas Grundlegenderes: gesund werden, wieder zu Kräften kommen, und dann sehen, was von der Saison noch zu retten ist. Die Substanz für gute Ergebnisse hat er bewiesen, in Frankreich genauso wie in den Wochen davor – was fehlt, ist derzeit kein Talent, sondern schlicht Gesundheit. Fünf Runden bleiben. Für den einen Teamkollegen ist das eine Chance, für den anderen zunächst vor allem eine Frist.

❓ Häufige Fragen zum MXGP Flanders 2026

Wie hat Tim Gajser beim MXGP Flanders 2026 abgeschnitten?

Tim Gajser wurde beim MXGP Flanders 2026 in Lommel Dritter im ersten Lauf und Vierter im zweiten Lauf, was in der Gesamtwertung Rang drei und 38 Punkte bedeutete. Es war sein fünftes Podium der Saison 2026 und seine erste Saison für das Monster Energy Yamaha Factory MXGP Team.


Warum stürzte Maxime Renaux beim MXGP Flanders 2026?

Maxime Renaux kämpfte laut Team-Mitteilung bereits vor dem Wochenende mit einer anhaltenden Erkrankung, kombiniert mit einer der körperlich forderndsten Strecken des Kalenders. Im zweiten Lauf geriet er von der Strecke ab und stürzte, blieb aber unverletzt und wurde am Ende Gesamt-13.


Wer gewann den MXGP Flanders 2026 in Lommel?

Der Niederländer Jeffrey Herlings gewann beide Läufe und damit den gesamten Grand Prix. Zweiter wurde sein Landsmann Kay de Wolf, Dritter Tim Gajser auf Yamaha.


Wie sieht die MXGP-Weltmeisterschaft 2026 nach 14 Runden aus?

Jeffrey Herlings führt mit 675 Punkten vor Romain Febvre (571) und Lucas Coenen (566). Tim Gajser liegt auf Rang vier mit 534 Punkten, sein Teamkollege Maxime Renaux auf Rang sieben mit 425 Punkten.


Seit wann fährt Tim Gajser für Yamaha?

Tim Gajser wechselte zur Saison 2026 nach rund zwölf Jahren bei Honda zu Yamaha und bestritt sein erstes Rennen für das Monster Energy Yamaha Factory MXGP Team beim Saisonauftakt in Argentinien auf der Yamaha YZ450FM. Zuvor hatte er alle fünf seiner Weltmeistertitel auf Honda gewonnen.


Wer übernahm Gajsers alten Werksplatz bei Honda?

Ausgerechnet Jeffrey Herlings. Der Niederländer verließ nach 16 Jahren sein Werksteam bei KTM und wechselte zur Saison 2026 auf genau den Platz bei Honda HRC, den Gajser durch seinen Wechsel zu Yamaha frei gemacht hatte – beide Transfers wurden am selben Tag verkündet.


Was hat Isak Gifting mit dem MXGP Flanders 2026 zu tun?

Der Schwede Isak Gifting vom JK Yamaha Supported MX Team kehrte nach einer Schulteroperation bei Runde 12 in Großbritannien zurück und fuhr in Lommel in beiden Läufen auf Rang acht, in der Summe Gesamtrang acht. Als Nächstes steht für ihn sein Heimrennen im schwedischen Uddevalla an.


Wann und wo geht die MXGP-Saison 2026 weiter?

Nach drei Grand-Prix-Wochenenden in Folge (Großbritannien, Tschechien, Flanders) pausiert die Saison eine Woche. Runde 15 von 19 findet am 15. und 16. August 2026 im schwedischen Uddevalla statt, Runde 16 eine Woche später, am 22. und 23. August, im niederländischen Arnhem.

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