
Die rechte Stiefelspitze liegt nicht neben dem Pedal, sondern darauf. Kein Druck, nur aufgelegt, weil der Fuß dort bequem hängt und weil es sich anfühlt, als wärst du damit schneller auf der Bremse. Viele fahren mit dem Fuß auf der Fußbremse, ohne es je bemerkt zu haben, bis ihnen jemand an der Ampel sagt, dass hinten seit zehn Kilometern Rot brennt. Oder eben nicht brennt. Weißt du, welcher der beiden Fälle deiner ist?
Bevor es um das Warum geht, findest du heraus, was da unten am Pedal eigentlich passiert. Der Test hat drei Teile, der erste dauert zwei Minuten, und zusammen klären sie zwei Fragen: ob dein Fuß das Licht einschaltet und ob er die Bremse schon arbeiten lässt. Du brauchst dafür die Stiefel, in denen du fährst, eine helle Fläche hinter dem Motorrad, die Dämmerung und jemanden, der mit anfasst.
Schieb die Maschine rückwärts vor ein Garagentor, eine Hauswand oder ein großes Schaufenster. Sie muss dabei aufrecht stehen, und zwar auf ihren Rädern: Jemand hält sie am Lenker gerade, und dein linker Fuß bleibt zur Sicherheit am Boden. Auf den Hauptständer gehört die Maschine für diesen Teil nicht, solange du im Sattel sitzt. Zündung an, Motor aus. Jetzt setz dich so hin, wie du fährst, und leg den rechten Fuß genau so auf Raste und Pedal, wie er unterwegs liegt. Nicht probeweise treten und nicht besonders vorsichtig sein. Einfach so, wie er eben liegt, wenn du an nichts denkst.
Jetzt schaut dein Helfer auf die Wand oder ins Fenster, damit du im Sattel ruhig bleibst. Wird es dort dunkler, sobald du den Fuß vom Pedal nimmst, hast du den ersten Fall: Dein Fuß schaltet das Bremslicht ein, ohne dass du bremsen willst. Fahr dann trotzdem auch die Runde aus dem dritten Teil, denn sitzt der Bremslichtschalter als Druckschalter in der Bremsleitung, leuchtet das Licht erst, wenn schon Druck auf den Belägen liegt.
Bleibt es gleich, bist du noch nicht fertig. Auch nicht mit einem Druckschalter, der oft als Hohlschraube mit Kabel am hinteren Bremszylinder sitzt: Er braucht einen gewissen Druck, bevor er das Licht einschaltet, und leicht anliegen können die Beläge schon vorher. Egal, welcher Schalter verbaut ist, jetzt gehört der zweite Teil dazu, und der ist leiser. Dafür kommt die Maschine auf den Hauptständer oder einen Montageständer, diesmal ohne dich im Sattel, das Getriebe im Leerlauf. Stell dich rechts daneben, während jemand das Hinterrad langsam von Hand dreht, die Hand am Reifen und nicht in der Nähe von Kette und Bremsscheibe. Hör erst ohne Stiefel hin, dann leg ihn mit so wenig Gewicht aufs Pedal, wie er beim Fahren darauf ruht. Kommt mit dem Stiefel ein Schleifen dazu und bleibt das Rad schneller stehen, wenn die Hand loslässt, liegen die Beläge schon an.
Läuft das Rad auch mit Stiefel frei, heißt das allerdings nur, dass kalt nichts schleift. Ob sich die Bremse erst mit der Wärme festzieht, zeigt dir eine Fahrt, und die geht auch ohne Ständer. Fahr eine Runde von zwanzig Minuten so, wie du immer fährst, und bremse dabei hinten so wenig wie möglich. Danach halte die Hand in ein paar Zentimetern Abstand neben die hintere Bremsscheibe und vergleiche mit der vorderen, die ja die meiste Bremsarbeit gemacht hat. Ist hinten deutlich mehr Wärme zu spüren als vorn, hat da etwas gearbeitet, das nicht arbeiten sollte. Sitzt der Endschalldämpfer direkt neben der hinteren Scheibe, taugt dieser Vergleich allerdings wenig, weil dort ohnehin warme Luft steht. Genauso wenig sagt er an Motorrädern, deren Handbremshebel die hintere Bremse mitbetätigt: Dort arbeitet die hintere Scheibe bei jedem Griff zum Hebel mit, auch ganz ohne Fuß. Und wer hinten eine Trommelbremse hat, dem fehlt die Scheibe für diesen Vergleich ganz.
Sicherheitshinweis: Bremsscheibe und Bremssattel fasst du nach der Fahrt nicht an, auch nicht kurz, und dem Auspuff kommst du mit der Hand ebenfalls nicht zu nah. Eine schleifende Hinterradbremse kann heißer werden, als du erwartest. Rollt die Maschine schon unterwegs spürbar schwerer oder riecht es nach heißen Belägen, halte an und lass die Bremse prüfen, statt die Runde zu Ende zu fahren. Und fahr mit einer hinten schleifenden Bremse keine längere Passabfahrt, bevor die Ursache behoben ist: Schon wer am Pass überwiegend hinten bremst, riskiert, dass die Bremse überhitzt und nachlässt.
Dein Hinterrad-Bremslichtschalter löst so früh aus, dass schon das Gewicht eines aufgelegten Stiefels reicht. Du bremst nicht, die Beläge liegen vielleicht nicht einmal an, aber hinten leuchtet es. Das ist der Fall, den andere sehen.
Das klingt harmlos, weil du ja sichtbarer bist. Ist es aber nicht. Ein Bremslicht hat genau eine Aufgabe: Es soll den Moment markieren, in dem sich etwas ändert. Der Autofahrer hinter dir schaut nicht auf dein Rücklicht, er schaut auf die Veränderung. Leuchtet dein Heck seit dem Ortsausgang in derselben Helligkeit, gibt es keine Veränderung mehr, wenn du wirklich in die Eisen gehst. Manche neueren Maschinen lassen das Bremslicht bei einer starken Bremsung zusätzlich blinken, dann gibt es wenigstens dieses Signal. Beim normalen Verzögern bleibt ihm nur, am Abstand zu merken, dass du langsamer wirst, und das merkt er spät.
Liegt der Fuß nicht gleichmäßig auf, wird es noch unübersichtlicher. Dann drückt jede Bodenwelle den Stiefel ein Stück tiefer, und hinten flackert es in einem Rhythmus, der mit deinem Tempo nichts zu tun hat. Wer hinter dir fährt, geht entweder jedes Mal vom Gas, obwohl du gar nicht bremst, oder er hört irgendwann auf, auf dein Heck zu achten. Beides ist das Gegenteil von dem, wofür die Leuchte da ist.
So empfindlich ist ein hinterer Schalter normalerweise nicht eingestellt. Hinter dem ersten Fall kann ein Schalter stecken, den jemand beim Nachstellen zu empfindlich eingestellt hat, oder ein Stiefel, der schwerer aufliegt als der, mit dem die Einstellung einmal gepasst hat. Zu lösen ist er an zwei Stellen: am Fuß, und wenn der Schalter wirklich zu empfindlich steht und sich einstellen lässt, zusätzlich am Schalter.
Der zweite Fall ist der, den keiner sieht, auch du nicht. Und er ist der tückischere.
Wie es dazu kommt, zeigen zwei Handbücher, auch wenn sie von verschiedenen Motorrädern stammen. In den technischen Daten einer BMW-Reiseenduro steht für den Fußbremshebel ein Spiel von 1 bis 1,5 Millimetern, gemessen zwischen Rahmen und Hebel. Dieses winzige Spiel sorgt dafür, dass der Kolben im Bremszylinder ganz zurückgehen kann. Die Anleitung einer Kawasaki aus der Mittelklasse gibt vor, das Bremslicht solle nach etwa zehn Millimetern Pedalweg aufleuchten. Direkt verrechnen lassen sich die beiden Werte nicht, aber sie zeigen die Größenordnung: Das Spiel am Hebel ist winzig, und ein mechanischer Schalter löst erst nach einem gewissen Pedalweg aus. Dazwischen kann ein Bereich liegen, in dem das Pedal schon arbeitet und das Licht noch schweigt.
Genau in diesen Bereich kann ein schwerer Stiefel das Pedal drücken, wenn er darauf ruht. Bei so wenig Spiel genügt sehr wenig, damit der Kolben im Hauptbremszylinder eine kleine Bohrung verschließt, die sonst die Verbindung zum Ausgleichsbehälter offen hält. Solange sie offen ist, kann sich warme Bremsflüssigkeit dorthin ausdehnen, ohne dass an den Belägen etwas passiert. Ist sie zu, fehlt dieser Ausweg.
Dann schaukelt es sich hoch: Die Beläge liegen leicht an, die Scheibe wird warm, die Flüssigkeit im geschlossenen Kreis dehnt sich aus und drückt die Beläge noch ein wenig fester an. Der Fuß muss dafür gar nicht mehr drücken. Er muss nur liegen bleiben. Ein amerikanischer Cruiser-Hersteller warnt in seiner Betriebsanleitung sogar davor: Ruht der Fuß ständig auf dem Bremspedal, nutzen sich die Beläge vorzeitig ab, und die Bremswirkung leidet. Wie das ausgeht, wenn es niemand merkt, beschreibt ein Fahrer in einem Forum für Reiseenduros: dicke Stiefel, ständig auf dem Pedal, die Bremse heiß und die Beläge in kurzer Zeit herunter.
Die ersten Anzeichen sind unscheinbar, und deshalb bleibt das Ganze oft lange unentdeckt. Hintere Beläge, die schneller runter sind, als es zu deiner Fahrweise passt. Eine hintere Scheibe, die nach der Fahrt wärmer ist als die vordere. Ein Geruch nach heißen Belägen beim Absteigen, obwohl du hinten kaum gebremst hast. Wer an so einer Maschine den Bremssattel ausbauen will, weil er klemmt, sucht womöglich an der falschen Stelle.
Harmlos ist das trotzdem nicht. Die Warnung des Cruiser-Herstellers endet mit dem Satz, dass das zu Unfällen mit schweren oder tödlichen Verletzungen führen kann. Bleibt die hintere Bremse lange heiß, kann die Bremsflüssigkeit im Sattel Dampfblasen bilden. Dampf lässt sich zusammendrücken, das Pedal wird weich, und die hintere Bremse lässt ausgerechnet dann nach, wenn du sie wirklich brauchst, im schlimmsten Fall ganz. Geht der Kolben wegen fehlenden Spiels am Pedal gar nicht mehr zurück, kann sich das im Extremfall weiter hochschaukeln, bis das Hinterrad blockiert. Wie weit eingesperrte Bremsflüssigkeit gehen kann, zeigt ein zweiter Satz desselben Herstellers: Ein überfüllter Bremsflüssigkeitsbehälter könne bewirken, dass die Beläge schleifen oder die Bremsen blockieren. Auch dort fehlt der Flüssigkeit der Platz.
An Motorrädern mit Verbundbremse, bei denen auch das Pedal vorn mitbremst, hängt es vom System ab, wie viel ein aufliegender Fuß am Vorderrad ausrichtet. Honda hat für die hydraulische Kombibremse mittelgroßer Tourer, Cruiser und großer Roller Verzögerungsventile beschrieben, damit bei geringer Kraft am Pedal, beim Roller am linken Hebel, vorn noch nichts bremst. Bei anderen Systemen wirkt das Pedal von Anfang an voll auf beide Räder, bei den ersten Vollintegralbremsen großer Tourer Anfang der 2000er-Jahre sogar mit einem Bremskraftverstärker, der die nötige Kraft an Pedal und Handhebel deutlich verringerte. Wo das Pedal so direkt vorn mitbremst, kann ein Fuß, der darauf liegt, im ungünstigen Fall auch vorn etwas mitlaufen lassen, das nicht mitlaufen sollte.
Niemand legt den Fuß mit Absicht auf die Bremse. Er landet dort, weil die Konstruktion es ihm leicht macht.
Das Pedal sitzt direkt vor der rechten Raste, und zwar dort, wo die Fußspitze ohnehin hinzeigt, wenn du den Fuß mit der Mitte auf die Raste stellst. Auf ruhiger, gerader Strecke ist diese Haltung bequem, und das Pedal lässt sich von dort gut bedienen, nur liegt die Spitze dabei dicht über dem Hebel, und ein Stiefel mit dicker Sohle schließt die paar Millimeter Luft von selbst. In Kurven gehört der Ballen auf die Raste, denn eine nach unten hängende Stiefelspitze kann in Schräglage am Asphalt hängen bleiben.
Der Stiefel spielt mit. Wer im Herbst von den leichten Sommerstiefeln auf ein wärmeres, dickeres Paar wechselt oder sich neue Stiefel mit kräftigerer Sohle gekauft hat, verändert die Geometrie am Pedal, ohne es zu merken. Die paar Millimeter Luft, die mit dem alten Paar noch da waren, sind mit dem neuen weg. Der Stiefeltest gehört deshalb auch dann wiederholt, wenn am Motorrad gar nichts verändert wurde.
Auch das Pedal kann zu hoch stehen. Wer die Höhe irgendwann an einem anderen Stiefel eingestellt hat oder eine Maschine mit der Einstellung des Vorbesitzers fährt, hat den Hebel womöglich so nah an der Sohle, dass Aufliegen gar nicht zu vermeiden ist. Das merkst du daran, dass der Fuß sich nicht ablegen lässt, ohne das Pedal zu berühren.
Manchmal kommt die Gewohnheit aus dem Stand. An der Ampel mit dem rechten Fuß hinten zu bremsen, ist eine vernünftige Sache: Die Maschine rollt nicht, und das Bremslicht leuchtet für den, der von hinten kommt. Der Fuß bleibt dann beim Anfahren einfach dort, wo er gerade war, und rutscht erst Kilometer später wieder auf die Raste. Im Stand ist ein brennendes Bremslicht also genau richtig. Beim Fahren sagt es etwas, das nicht stimmt.
Und an Cruisern mit weit vorn liegenden Fußrasten oder Trittbrettern ist die Lage ohnehin eine eigene. Dort sitzt der Fuß flach, die Ferse ruht, und das Pedal liegt so, dass die Sohle schnell darauf abgestellt ist. Wer so ein Motorrad fährt, sollte den Test besonders gründlich machen, samt der Runde mit dem Wärmevergleich.
Mit dem Fuß auf dem Pedal sei die Bremse einfach schneller da, heißt es zuverlässig, sobald das Thema auf den Tisch kommt.
Sieh es nüchtern an. Der Weg von der Raste zum Pedal ist eine kurze Bewegung des Fußes, ein paar Zentimeter. Das ist nicht der Teil, der eine Notbremsung lang macht. Lang wird sie durch die Zeit, bis du begreifst, dass du bremsen musst, und durch die Frage, wie gut du dann dosierst. Beides erledigt ein Fuß auf dem Pedal nicht.
Auch die Verteilung spricht dagegen. Am Motorrad macht die Vorderradbremse den Löwenanteil der Bremsarbeit, weil sich das Gewicht beim Verzögern nach vorn verlagert und das Hinterrad leichter wird. Wer bremsbereit sein will, weil vorn eine Einfahrt unübersichtlich ist oder ein Auto an der Kreuzung zuckt, legt deshalb Finger an den Handhebel. Das ist die Bremse, die den Weg wirklich verkürzt.
Die hintere Bremse hat ihren Platz trotzdem, im langsamen Rangieren, im Stadtverkehr, in der engen Kehre, zum Stabilisieren und im Gelände, wo sie im Stehen bergab gezielt mitbremst. Nur braucht sie dafür keinen Fuß, der dauerhaft auf ihr parkt. Sie braucht einen Fuß, der sie dosiert treten kann. Das geht besser aus einer entspannten Haltung mit Luft unter der Sohle als aus einer, in der das Pedal schon halb unten ist. Ein Fuß auf der Fußbremse spart dir also kaum Zeit, kostet dich aber Gefühl.
Stell den rechten Fuß so auf die Raste, dass unter der Sohle sichtbar Luft zum Pedal bleibt. Am leichtesten gelingt das mit dem Ballen auf der Raste, so wie es Fahrtrainer empfehlen, und in Kurven gehört er sowieso dorthin. Aus dieser Haltung erreichst du das Pedal mit einer kurzen Bewegung des Fußes. Wer auf ruhigen, geraden Etappen lieber mit der Fußmitte fährt, prüft mit dem Stiefeltest, ob die Spitze dort schon auf dem Hebel liegt, und nimmt vor der nächsten Kurve den Ballen wieder auf die Raste. An Cruisern mit Trittbrettern oder weit vorn liegenden Rasten ergibt die Ballenhaltung wenig Sinn, dort zählt vor allem, dass die Sohle neben dem Pedal steht und nicht darauf.
Mach den Stiefeltest mit der neuen Haltung zu Hause noch einmal, samt der Runde mit dem Wärmevergleich. Ändert sich an der Wand nichts mehr und ist die hintere Scheibe nach der Runde nicht wärmer als die vordere, weißt du, dass es sich gelohnt hat.
Landet der Fuß trotzdem immer wieder auf dem Hebel, schau dir die Pedalhöhe an. An manchen Motorrädern lässt sie sich verstellen, etwa über eine Anschlagschraube oder über die Stange zum Bremszylinder, an anderen gar nicht. Wo es geht, stell sie so ein, dass die Sohle in der Ballenhaltung Luft zum Pedal hat und du es mit einer kurzen Bewegung nach vorn ohne Verrenkung erreichst. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch, denn an diesem Hebel hängen zwei weitere Werte, die sich beim Verstellen mitbewegen können: das Spiel am Bremszylinder und der Punkt, an dem der Bremslichtschalter auslöst.
Beide prüfst du nach jeder Änderung. Das Spiel muss so groß bleiben, wie es der Hersteller vorgibt, sonst baust du dir das Dauerbremsen ein, das du gerade loswerden wolltest. Und das Bremslicht muss danach bei leichtem, gewolltem Treten zuverlässig kommen, darf aber beim bloßen Auflegen des Fußes nicht angehen. Wenn dir eines von beiden nicht gelingt oder das Spiel am Bremszylinder nicht so einzustellen ist, wie es sein soll, übernimmt das die Werkstatt, nicht die nächste Bastelrunde.
Hat der Test gezeigt, dass hinten schon etwas geschliffen hat, schau dir bei der Gelegenheit die hinteren Beläge und die Scheibe an. Eine blau angelaufene Scheibe oder Beläge, die weiter herunter sind, als es zu deiner Fahrweise passt, sprechen für diesen Befund. Beweisen können sie ihn allein nicht, denn auch eine lange Passabfahrt färbt eine Scheibe, und wo der Handhebel hinten mitbremst, gehen die hinteren Beläge ohnehin schneller runter. Beides ist trotzdem ein Grund, das nicht erst zum nächsten Service anzusprechen.
Danach bleibt der Fuß auf der Raste. An der Ampel auf die Bremse, beim Anfahren wieder zurück, in der Kehre dosiert treten und danach wieder weg. Mehr ist es nicht.
Ist es schlimm, beim Fahren den Fuß auf der Fußbremse liegen zu lassen?
Es kann zwei Folgen haben. Entweder löst der Bremslichtschalter schon durch das aufgelegte Gewicht aus, dann leuchtet hinten dauernd Rot und der Hintermann kann echtes Bremsen am Licht kaum noch erkennen. Oder das Licht bleibt aus, aber die Beläge liegen bereits leicht an und die hintere Bremse wird warm. Im schlimmsten Fall schaukelt sich das hoch, bis die Bremsflüssigkeit Dampfblasen bildet und die hintere Bremse nachlässt. Beides klärst du mit einem Test in Fahrhaltung und einer Runde, nach der du die Wärme der beiden Bremsscheiben vergleichst, sofern dein Handbremshebel die hintere Bremse nicht mitbetätigt.
Warum wird meine hintere Bremsscheibe heiß, obwohl ich kaum hinten bremse?
Eine mögliche Ursache: Der Kolben im Bremszylinder geht nicht ganz zurück. Dann bleibt die Bohrung zum Ausgleichsbehälter geschlossen, warme Bremsflüssigkeit kann nicht ausweichen und drückt die Beläge an. Auslöser kann fehlendes Spiel am Pedal sein oder ein Fuß, der dauerhaft darauf ruht, zum Beispiel weil das Pedal zu hoch steht. Auch ein klemmender Bremssattel kommt infrage. An Maschinen, deren Handbremshebel hinten mitbremst, wird die hintere Scheibe außerdem bei jeder normalen Bremsung warm.
Wie viel Spiel braucht der Fußbremshebel?
Einen Wert nennt nicht jede Betriebsanleitung, und wo er steht, ist er klein. Für eine BMW-Reiseenduro stehen dort zum Beispiel 1 bis 1,5 Millimeter zwischen Rahmen und Fußbremshebel. Wer die Pedalhöhe verstellt, muss dieses Spiel und den Auslösepunkt des Bremslichtschalters danach neu prüfen.
Bremse ich schneller, wenn der Fuß schon auf dem Pedal liegt?
Kaum. Der Weg von der Raste zum Pedal ist eine kurze Bewegung des Fußes. Eine Bremsung wird vor allem durch die Zeit bis zur Entscheidung und durch die Dosierung lang, und den größten Teil der Bremsarbeit leistet ohnehin die Vorderradbremse. Bremsbereitschaft stellst du deshalb eher mit Fingern am Handhebel her.
Wo gehört der rechte Fuß beim Motorradfahren hin?
So, dass unter der Sohle Luft zum Pedal bleibt. Am einfachsten geht das mit dem Ballen auf der Raste: Aus dieser Haltung erreichst du das Pedal mit einer kurzen Bewegung des Fußes, und in Kurven hängt die Stiefelspitze nicht Richtung Asphalt. Die Fußmitte auf der Raste ist auf ruhiger, gerader Strecke in Ordnung, solange die Spitze dabei nicht auf dem Pedal liegt. Im Stand an der Ampel ist der Fuß auf der Bremse dagegen richtig, dann hält sie die Maschine und das Bremslicht ist für den Verkehr hinter dir sinnvoll.
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