Auf dem Seitenständer sitzen: Der Ständer ist für dein Motorrad gebaut, nicht für dich

Du schwingst das Bein über die Sitzbank und setzt dich. Die Maschine lehnt noch auf dem Seitenständer, und genau so ist es bequem: Du ziehst die Handschuhe an, schließt den Kinnriemen, tippst die Adresse ins Handy am Lenker und redest noch zwei Minuten mit dem, der neben dir schon startklar ist. Erst dann drückst du sie hoch und schiebst den Ständer mit der Ferse weg.

Auf dem Seitenständer sitzen ist so selbstverständlich, dass kaum jemand darüber nachdenkt. In der Betriebsanleitung einer BMW R 1250 GS steht der Vorgang trotzdem unter dem Signalwort ACHTUNG, und der Satz dazu ist ziemlich eindeutig: „Nicht auf dem Fahrzeug sitzen, wenn es auf der Seitenstütze abgestellt ist.“

Drei Handbücher, drei Tonlagen

BMW stellt den Satz nicht irgendwohin. Er steht im Abschnitt „Motorrad abstellen“, unmittelbar neben dem Hinweis, auf festen und ebenen Untergrund unter dem Ständer zu achten. Interessant ist, welchen Schaden BMW dazuschreibt: „Bauteilschaden durch Umfallen“. Von einem verbogenen Ständer steht dort nichts, und das Signalwort ACHTUNG steht in dieser Anleitung für mögliche Schäden am Fahrzeug, nicht für Verletzungen. Die Sorge des Herstellers ist also eine Maschine, die umkippt. Dass du in diesem Moment obendrauf sitzt, macht die Sache für dich allerdings nicht harmloser.

Kawasaki formuliert es leiser, zielt aber in dieselbe Richtung. In der deutschen Anleitung der ER-6n steht unter „Ständer“ kein Warnkasten. Der Satz steht schlicht im Text: „Den Seitenständer vor dem Aufsitzen stets ganz hochklappen.“ Das ist eine Reihenfolge: Zuerst der Ständer, dann du.

Die Gegenstimme kommt von Indian. Im Handbuch der Scout Bobber, Modelljahr 2022, folgt unter „Anlassen des Motors“ gleich nach den Prüfungen vor Fahrtantritt diese Anweisung: „Das Motorrad besteigen und dieses in die aufrechte Position bringen. Den Seitenständer hochklappen.“ Hier steigst du also auf, während die Maschine noch auf dem Ständer lehnt. Von Sitzenbleiben ist allerdings auch dort keine Rede: Zündschlüssel, Leerlauf und Starter kommen erst, wenn der Ständer oben ist.

Findest du in deiner eigenen Anleitung nichts dazu, heißt das noch nicht, dass es egal ist. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch - und such dort nicht nur nach dem Wort „Seitenständer“. BMW nennt ihn „Seitenstütze“ und hat den Satz in den Abschnitt übers Abstellen gestellt.

Nebeneinandergelegt haben die drei Handbücher trotz aller Unterschiede eine Gemeinsamkeit. Keines beschreibt den Normalfall, den du jeden Morgen erlebst: hinsetzen, Maschine schief lassen, Handschuhe, Navi, Gespräch. Uneinig sind sie nur über die zwei, drei Sekunden des Aufsteigens. Für die Minuten danach gibt keiner grünes Licht, und BMW schließt sie sogar aus.

Wohin dein Gewicht geht, wenn du auf dem Seitenständer sitzt

Eine Maschine auf dem Seitenständer steht auf drei Punkten: zwei Reifen und ein kleiner Fuß links. Wie weit sie dabei zur Seite hängt, ist von Modell zu Modell sehr verschieden, manche stehen fast aufrecht, andere deutlich schief. Den größeren Teil ihres Gewichts tragen die Reifen, den Rest der Ständer, und genau für diesen Rest ist er da. Voller Tank und Gepäck gehören zu dem, was er im Alltag ohnehin trägt.

Setzt du dich drauf, kommt dein Gewicht dazu. Es landet dort, wo die Sitzbank gerade ist. Die hängt mit der Maschine nach links, und damit sitzt du ein Stück weit über der Seite, auf der der Ständer steht.

Wie viel davon wirklich unten am Ständerfuß ankommt, hängt stark davon ab, wie du sitzt, und das macht die Gewohnheit so schwer einzuschätzen:

Steht dein linker Fuß fest auf dem Boden, fängt dein Bein einen guten Teil ab. Das ist die mildeste Variante, und so sitzt du vermutlich, wenn es nur um die Handschuhe geht.

Hast du beide Füße auf den Rasten, weil du dich zum Navi vorbeugst oder es dir im Sattel bequem machst, trägt die Maschine alles. Dein ganzes Gewicht, schräg, ohne dass ein Bein etwas davon abnimmt.

Die dritte Variante gibt es auf vielen Motorradtreffs zu sehen: seitlich im Damensitz auf der Sitzbank, beide Beine links heraus, Kaffeebecher in der Hand. Bequemer geht es kaum. Dein Oberkörper sitzt dabei so weit links wie in keiner anderen Haltung.

Heikel ist auch der Moment selbst. Wer das rechte Bein über die Sitzbank schwingt, landet mit einem kleinen Ruck im Sattel, und auch dieser Stoß geht zum Teil in den Ständer. Wer an einer hohen Reiseenduro zuerst auf die linke Fußraste steigt, um überhaupt hochzukommen, stellt sein Körpergewicht für eine Sekunde komplett auf die Seite des Ständers. Wie stark das den Ständer trifft, entscheidet ein Hebel. Kippen würde die Maschine um eine gedachte Linie durch die beiden Reifen, und je weiter links davon dein Gewicht wirkt, desto mehr davon muss der Ständer abfangen. Auf der Raste stehst du mit dem ganzen Körper links neben der Maschine, weit weg von dieser Linie.

Am Ständer selbst wartet gleich der zweite Hebel. Er trägt dein Gewicht nicht einfach senkrecht nach unten ab, denn er steht schräg, nach vorn und zur Seite. Was von oben auf ihn drückt, hebelt deshalb auch an seinem Gelenk und an der Halterung, umso stärker, je weiter sein Fuß vom Gelenk absteht. Welches Teil unter diesen Lasten irgendwann zuerst nachgibt, schreibt keiner der drei Hersteller. Geprüft werden soll der Ständer trotzdem: BMW lässt die Seitenstütze beim Service auf Leichtgängigkeit prüfen, Indian vor jeder Fahrt außerdem, ob die Rückholfeder den Ständer oben sicher festhält und ob der Gelenkzapfen locker sitzt oder abgenutzt ist. Ein Ständer, der am Zapfen wackelt, lässt die Maschine unruhiger stehen - und das spürst du ausgerechnet dann am deutlichsten, wenn du draufsitzt.

Dass Halter und Bolzen tatsächlich nachgeben können, zeigen Rückrufe verschiedener Hersteller, die die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA veröffentlicht hat. Mal konnte sich ein Ständerhalter schon unter dem Gewicht der abgestellten Maschine mit der Zeit verbiegen, mal lockerten sich nach einem Fertigungsfehler die Befestigungsschrauben, mal konnte der Gelenkbolzen brechen. Einer dieser Rückrufe nannte das Warnzeichen gleich mit: Die Maschine steht auf dem Ständer schiefer als gewohnt. Merkst du das an deinem Motorrad, lass den Ständer in der Werkstatt ansehen.

Auf weichem Boden kommt eine zweite Rechnung dazu. Der Fuß des Ständers ist klein, und jedes Kilo mehr drückt auf dieselbe kleine Fläche. Wer auf einem Schotterparkplatz oder auf dem Rasen am Ausflugslokal drei Minuten auf der schiefen Maschine sitzt, gibt dem Ständer genau das, was er dort am wenigsten braucht.

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Die Unterlage gibt dem kleinen Ständerfuß die Fläche, die er auf weichem Boden selbst nicht hat.

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Zurechtrücken, umdrehen, wippen

Zum Gewicht kommt fast immer Bewegung, denn kaum jemand sitzt still.

Die Anleitung der Indian beschreibt beim Abstellen genauer als die beiden anderen, wie sich ein Seitenständer verhält: Solange das Gewicht der Maschine nicht auf ihm ruht, kann jede Bewegung ihn ein Stück einklappen lassen. Steht er dann nicht mehr ganz vorn, wenn das Gewicht zurückkommt, kann das Motorrad umkippen, und Indian schreibt dazu, dass dabei auch Menschen zu Schaden kommen können.

Übertragen auf dich im Sattel: Du drückst die Maschine ein wenig hoch, um bequemer zu sitzen, und lässt sie wieder zurücksinken. Du drehst dich nach hinten zum Kumpel um. Du angelst dir den Handschuh vom Tank. Du ruckelst mit beiden Füßen am Boden, weil der Rucksack drückt. Dabei wird der Ständer immer wieder kurz entlastet und belastet, und du merkst davon nichts, weil es um ein paar Millimeter geht.

Dann das Rollen. Der Fuß des Ständers haftet am Boden. Rollt die Maschine auch nur ein Stück vorwärts, bleibt er zurück und schwenkt dabei in Richtung seiner eingeklappten Stellung. Ohne eingelegten Gang und ohne gezogene Bremse reicht dafür schon, dass du dich mit den Füßen ein Stück nach vorn schiebst, um besser an den Lenker zu kommen. Dazu passt der Rat von Indian, am Hang mit dem Vorderrad bergauf zu parken: Zeigt es bergab, kann der Seitenständer einklappen und das Motorrad umfallen.

Am unauffälligsten ist das Wippen. Nach dem Verstellen der Federvorspannung oder einfach aus Neugier wippst du vielleicht im Sattel ein paarmal auf und ab, um zu fühlen, wie das Federbein arbeitet. Auf dem Seitenständer ist das die denkbar schlechteste Stelle dafür: Du pumpst die Auf-und-ab-Bewegung in die Maschine, die den Ständer entlastet und wieder belastet. Aussagekräftig ist das Ergebnis ohnehin nicht, weil die Maschine dabei schief steht.

Wohin sie fällt, wenn es schiefgeht, hängt davon ab, was nachgibt. Klappt der Ständer ein, geht es nach links, also dorthin, wo dein linkes Bein steht. Drückst du beim Zurechtrücken zu weit nach oben, kippt sie über die Senkrechte hinaus nach rechts, und auf der Seite gibt es keinen Ständer, nur deinen rechten Fuß, und der erreicht auf einer hohen Maschine oft nur mit der Spitze den Boden.

Der kleine Schalter am Ständer

Du sitzt auf der schiefen Maschine, lässt den Motor laufen, ziehst die Kupplung, tippst den ersten Gang rein - und der Motor geht aus.

Ein Defekt ist das nicht, abgewürgt hast du auch nichts. Das war der Seitenständerschalter. An vielen Maschinen meldet ein Schalter am Ständer der Elektronik, ob er ausgeklappt ist. BMW beschreibt die Logik in der Anleitung der R 1250 GS so: Mit ausgeklapptem Ständer und eingelegtem Gang springt der Motor nicht an. Wurde er im Leerlauf gestartet und du legst danach bei ausgeklapptem Ständer einen Gang ein, geht er aus. Andersherum funktioniert es genauso: Kommt der Ständer bei laufendem Motor und eingelegtem Gang herunter, ist der Motor aus. Honda lässt das sogar als Prüfung des Schalters machen, mit gezogener Kupplung, Gang drin und Ständer runter. Wer an einer langen Baustellenampel mit eingelegtem Gang den Ständer ausklappt, um das Bein zu entlasten, erlebt das sofort und sitzt dabei ganz nebenbei wieder auf dem ausgeklappten Ständer.

Gedacht ist der Schalter für einen ganz anderen Moment: für den, in dem jemand mit ausgeklapptem Ständer losfahren würde. Wer das an einer Maschine ohne diese Sperre schon einmal geschafft hat, kennt die Folge: Der Ständer schleift in der ersten Linkskurve über den Asphalt oder hakt sich ein. Indian schreibt dazu in die Warnung, dass ein nicht ganz eingeklappter Ständer den Boden berühren und dich die Kontrolle kosten kann.

Hier liegt der zweite, unscheinbarere Haken der Gewohnheit. Wer im Sitzen auf der schiefen Maschine alles erledigt, klappt den Ständer am Ende oft nur noch nebenbei mit der Ferse halb weg, während die Hände schon am Lenker sind und der Kopf beim Verkehr. Ist die Feder nicht mehr ganz frisch, bleibt er dann auf halbem Weg stehen. Ein gesunder Ständer schnappt spürbar oben an den Anschlag. Spürst du das nicht durch den Stiefel, schau hin.

Kind und Sozius auf der schiefen Maschine

Die heikelste Variante des Themas hat mit dir als Fahrer gar nichts zu tun. Das Kind der Nachbarn, der eigene Sohn, die Nichte beim Familienfest: einmal draufsetzen fürs Foto und abdrücken. Die Maschine steht auf dem Seitenständer, weil sie da eben steht.

Ein Kind wiegt nicht viel. Aber es sitzt nicht still, es greift nach dem Lenker, rutscht nach vorn, um an die Griffe zu kommen, wippt vor Begeisterung und will auf die Rasten klettern. Das sind die Bewegungen, die einen Ständer entlasten und die Maschine ein Stück rollen lassen. Und die Hand, die in diesem Moment am Lenker sein sollte, hält das Handy.

Sicherheitshinweis: Ein Motorrad wiegt schnell zweihundert Kilo und mehr, und fällt es um, kommt ein kleines Kind weder rechtzeitig herunter noch allein darunter hervor. Lass ein Kind nur aufsitzen, wenn du direkt daneben stehst und eine Hand am Lenker hast, ohne Zündschlüssel im Schloss und ohne Funkschlüssel in der Nähe, auf festem und ebenem Boden und erst, wenn Auspuff und Motor abgekühlt sind. Ein Endschalldämpfer bleibt nach der Fahrt lange heiß, und an vielen Maschinen sitzt er in Reichweite eines Kinderbeins. Das Foto macht jemand anderes.

Mit Sozius ist die Rechnung einfacher, aber gleich gelagert. Steigt er auf, während du selbst noch auf der schiefen Maschine sitzt, lasten zwei Menschen auf der linken Seite, und der zweite kommt mit einem Satz über die hintere Sitzbank. Die Reihenfolge, die das Problem gar nicht erst entstehen lässt: Du sitzt, die Maschine steht senkrecht, der Ständer ist oben, beide Füße sind fest am Boden, die Vorderbremse ist gezogen. Erst dann das Zeichen nach hinten.

Richtig aufsteigen: erst die Handschuhe, dann der Sattel

Was du bisher im Sitzen machst, machst du vorher im Stehen neben der Maschine. Zeit kostet das keine, nur eine andere Abfolge der Handgriffe. Die Liste folgt dabei der Reihenfolge, die Indian beschreibt: kurz aufsitzen, aufrichten, Ständer hoch.

  1. Alles, wofür du beide Hände brauchst, zuerst. Navi einstellen, solange die Finger noch frei sind, dann Helm auf, Kinnriemen zu, Handschuhe an. Der Bildschirm steht auf dem Seitenständer genauso schief, ob du davor stehst oder drauf sitzt - nur hast du im Stehen keine zweihundert Kilo unter dir.
  2. Vorderbremse ziehen und aufsteigen. Links neben der Maschine, beide Hände an den Griffen, rechtes Bein über die Sitzbank. Die Vorderbremse bleibt dabei gezogen, damit nichts rollt und der Ständer nicht vom Boden nach hinten gedrückt wird.
  3. Linker Fuß fest auf den Boden, dann aufrichten. Die Arme ziehen dabei kaum, die Arbeit macht der Körper: Maschine unter dir in die Senkrechte bringen, der rechte Fuß findet den Boden, sobald sie steht. Langsam, damit sie nicht über den Punkt hinaus nach rechts geht.
  4. Ständer mit dem linken Fuß ganz nach oben. Nicht nur antippen. Du spürst durch den Stiefel, wie er am Anschlag einschnappt. Manche Cockpits zeigen den ausgeklappten Ständer zusätzlich an.
  5. Erst jetzt die Kleinigkeiten. Spiegel, Visier, ein letzter Blick über die Schulter. Die Maschine steht senkrecht zwischen deinen Beinen, und der Ständer trägt nichts mehr.

Kawasaki will es andersherum, und wer den Satz von BMW wörtlich nimmt, landet bei derselben Reihenfolge: Maschine im Stehen neben ihr aufrichten, Ständer einklappen, erst dann aufsteigen. Steht so etwas in deinem Handbuch, gilt das und nicht die Liste. Bei einer schweren Reiseenduro und kurzen Beinen wird der Weg im Stehen allerdings schnell zum Balanceakt: Drückst du sie von links hoch, schwingt sie leicht nach rechts durch, und auf dieser Seite fängt sie nichts auf.

Trainer einer walisischen Offroad-Schule, die mit BMW Motorrad UK zusammenarbeitet, zeigen dafür einen Griff ganz ohne Ständer. Der erste Gang ist drin, damit nichts rollt. Du stehst links, neigst die Maschine ein Stück zu dir herüber, weil die Sitzbank dann tiefer liegt, und lehnst die Brust Richtung Tank. Dann schwingst du das rechte Bein über die Sitzbank und setzt den Fuß gleich auf die rechte Raste, statt drüben erst den Boden zu suchen. Erst danach richtest du die Maschine auf. Den Seitenständer lassen die Trainer dabei bewusst oben: Mit ihm hinge alles an einem kleinen Bolzen, und beim Aufschwingen würde das Gewicht der Maschine in die falsche Richtung gedrückt. Übe das die ersten Male nicht allein, sondern mit jemandem auf der anderen Seite, der die Maschine abfangen kann. Entscheidend ist in allen Fällen dasselbe: Die Zeit, in der du auf dem ausgeklappten Ständer sitzt, schrumpft von zwei Minuten auf zwei Sekunden oder auf null.

Für das Absteigen gilt die Reihenfolge rückwärts. Motor aus, Ständer ganz ausklappen, Lenker nach links einschlagen und die Maschine langsam darauflegen, bis sie sicher ruht. Am Hang zeigt das Vorderrad bergauf, und der erste Gang ist drin. Dann gleich absteigen, und nicht noch fünf Minuten im Sattel die Nachrichten lesen.

Ein letzter Punkt, weil er beim Umgewöhnen gern auftaucht. Der typische Rückfall ist der zweite Handschuh, der noch auf dem Tank liegt: nur kurz auf dem Seitenständer sitzen, nur für den. Steckt er stattdessen in der Jackentasche, ziehst du ihn im Stehen an, und der Grund zum Hinsetzen fällt weg.

Und der Hauptständer?

Wer einen Hauptständer hat, lehnt sich an dieser Stelle gern entspannt zurück. Die Maschine steht senkrecht, auf zwei Füßen, da kann doch nichts kippen.

BMW sieht das in derselben Anleitung ein paar Zeilen weiter anders und setzt für den Hauptständer einen eigenen ACHTUNG-Hinweis: Bei ausgeklapptem Hauptständer nicht auf dem Fahrzeug sitzen, weil er bei starken Bewegungen einklappen kann. Der Grund ist schnell verstanden, wenn du daran denkst, wie du die Maschine sonst vom Hauptständer holst: ein kräftiger Schub nach vorn, und sie rollt herunter. Genau diese Bewegung machst du im Sattel ungewollt, wenn du dich zurechtrutschst oder mit den Füßen am Boden nach vorn drückst. Kommt sie dabei vom Ständer, steht sie plötzlich frei unter dir, und hattest du die Füße gerade auf den Rasten, müssen sie in diesem Moment erst einmal nach unten.

Das Warten im Sattel, bis der Kumpel so weit ist, das Probesitzen beim Händler, das Kind auf dem Sattel: Auf dem Hauptständer ist das dieselbe Gewohnheit wie auf dem Seitenständer, nur mit einem anderen Kippweg und ohne den kleinen Fuß links, der wenigstens eine Richtung abfängt.

❓ Häufige Fragen zum Sitzen auf dem Seitenständer

Kann ich auf dem Motorrad sitzen, während es auf dem Seitenständer steht?

Minutenlang besser nicht, und ob kurz beim Aufsteigen, hängt am Hersteller. BMW schreibt in der Anleitung der R 1250 GS ausdrücklich, nicht auf dem Fahrzeug zu sitzen, wenn es auf der Seitenstütze abgestellt ist, und nennt als Folge das Umfallen. Kawasaki will den Ständer vor dem Aufsitzen hochgeklappt haben, Indian beschreibt das Aufsteigen bei ausgeklapptem Ständer mit anschließendem Aufrichten und Einklappen. Was in deinem Handbuch steht, gilt.


Wie steige ich richtig auf ein Motorrad mit Seitenständer auf?

Navi und Helm erledigst du vorher im Stehen, die Handschuhe zuletzt. Dann Vorderbremse ziehen, aufsteigen, den linken Fuß fest auf den Boden stellen und die Maschine mit dem Körper in die Senkrechte bringen. Erst danach den Ständer mit dem linken Fuß ganz nach oben klappen, bis er spürbar einrastet. Verlangt dein Handbuch, den Ständer schon vor dem Aufsitzen einzuklappen, richtest du die Maschine im Stehen auf und steigst danach auf. Ist sie dafür zu hoch, hilft ein Griff aus dem Offroad-Training: erster Gang rein, Maschine ein Stück zu dir neigen, rechtes Bein über die Sitzbank gleich auf die rechte Raste schwingen und dann aufrichten.


Warum geht der Motor aus, wenn ich auf dem Seitenständer einen Gang einlege?

Das ist der Seitenständerschalter. An vielen Maschinen meldet er der Elektronik, dass der Ständer ausgeklappt ist. Mit eingelegtem Gang springt der Motor dann nicht an, und läuft er bereits, geht er aus, sobald ausgeklappter Ständer und eingelegter Gang zusammenkommen, egal in welcher Reihenfolge. So wird verhindert, dass du mit ausgeklapptem Ständer losfährst.


Hält der Seitenständer mein Körpergewicht aus?

Er ist dafür da, die abgestellte Maschine zu stützen, und BMW nennt zusätzliches Gewicht auf der Seitenstütze ausdrücklich als Grund, warum sie umfallen kann. Wie viel von deinem Gewicht zusätzlich unten ankommt, hängt davon ab, wie du sitzt: Mit dem linken Fuß am Boden deutlich weniger als mit beiden Füßen auf den Rasten oder seitlich auf der Sitzbank. Dazu kommt die Bewegung im Sattel: Sie entlastet den Ständer immer wieder kurz, und dabei kann er einklappen. Dass Halter und Bolzen nachgeben können, zeigen Rückrufe: Steht die Maschine auf dem Ständer schiefer als gewohnt, lass ihn prüfen.


Wie lasse ich mein Kind für ein Foto sicher auf dem Motorrad sitzen?

Nur mit dir direkt daneben und einer Hand am Lenker, mit abgezogenem Schlüssel und ohne Funkschlüssel in der Nähe, auf festem, ebenem Boden und nicht direkt nach der Fahrt, solange der Auspuff noch heiß ist. Kinder bewegen sich im Sattel viel, und genau das kann einen Seitenständer einklappen lassen. Ein kleines Kind kann ein umfallendes Motorrad nicht halten und kommt allein nicht darunter hervor.


Ist der Hauptständer zum Draufsitzen besser geeignet?

Nein. BMW warnt in derselben Anleitung auch davor, bei ausgeklapptem Hauptständer auf dem Fahrzeug zu sitzen, weil er bei starken Bewegungen einklappen kann. Rutschst du im Sattel nach vorn, machst du dieselbe Bewegung, mit der du die Maschine sonst vom Ständer schiebst.

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