Warum Reifendruck mit dem Daumen prüfen auch nach zwanzig Jahren nicht reicht

„Den Druck hab ich im Daumen.“

Der Satz fällt auf Treffpunkten immer wieder, meistens mit einem kurzen Drücken gegen den Vorderreifen als Beweis. Fest, passt, weiter. Reifendruck mit dem Daumen prüfen ist für viele die Kontrolle vor der kurzen Runde, und wer schon lange fährt, verlässt sich darauf umso lieber, weil es ja immer gereicht hat.

Nur hat der Daumen in all den Jahren nie eine Zahl gesagt. Er hat gesagt: Da ist Luft drin. Das ist eine andere Aussage, und zwischen den beiden liegt genau der Bereich, in dem sich entscheidet, wie sauber ein Motorrad einlenkt.

Reifendruck mit dem Daumen prüfen heißt vor allem Gummi prüfen

Leg den Daumen auf die Flanke deines Vorderreifens und drück zu. Was dir da entgegenkommt, ist eine Mischung aus zwei Dingen, und nur eines davon ist Luft.

Das andere ist der Reifen selbst. Ein Motorradreifen ist kein Luftballon mit Profil. Unter dem Gummi liegen Lagen aus Gewebe, bei den meisten Straßenreifen unter der Lauffläche zusätzlich ein Gürtel, und das Ganze ist so gebaut, dass es in der Kurve Seitenkräfte tragen kann. Dieser Aufbau hält gegen deinen Daumen, egal ob innen zweieinhalb oder zwei bar stehen. Drückst du auf die Lauffläche statt auf die Flanke, spürst du davon noch mehr, weil der Gürtel dort zusätzlich versteift.

Die Luft liefert den Rest. Zweieinhalb bar heißt grob: Auf jeden Quadratzentimeter drückt die Luft von innen mit rund zweieinhalb Kilo. Dein Daumen drückt von außen mit einem Druck in ähnlicher Größenordnung dagegen, mal fester, mal zaghafter. Rechne das einmal in Kraft um. Deine Daumenkuppe liegt mit vielleicht zwei bis drei Quadratzentimetern auf. Um die Flanke darunter bei 2,5 bar auch nur flach zu drücken, brauchst du rechnerisch fünf bis sieben Kilo, nur gegen die Luft, und bei 2,0 bar immer noch vier bis sechs. Das ist schon ein kräftiges Drücken mit einem einzelnen Daumen, und vorher fühlen sich beide Reifen einfach fest an. Ob innen zweieinhalb oder zwei Kilo gegenhalten, ist für den Reifen ein großer Unterschied. Für einen Daumen, der zusätzlich gegen Gummi und Gewebe drückt, ist es eine Nuance, die er erst lernen müsste.

Und das macht kaum jemand. Wer hat seinem Daumen je gezeigt, wie sich an der eigenen Maschine 2,0 bar anfühlen und wie 2,5? Das Gefühl, das sich über die Jahre gebildet hat, heißt deshalb nicht „richtiger Druck“. Es heißt „nicht platt“.

Vielleicht kennst du den Griff noch vom Fahrrad. Selbst dort, an einem viel dünner gebauten Reifen, hält ihn der Fahrradreifenhersteller Schwalbe für wenig zuverlässig, weil sich ab etwa zwei bar alle Reifen ziemlich stramm anfühlen. Ein Motorradreifen ist deutlich kräftiger gebaut und wird meist mit zwei bar oder mehr gefahren, also in dem Bereich, in dem schon am Fahrrad alles gleich fest wirkt.

Außerdem drückt kein Daumen zweimal an derselben Stelle. Mal oben am Rad, mal unten nahe am Boden, mal in der Mitte der Flanke, mal an der Schulter. Steht die Maschine auf dem Seitenständer, ist der Reifen unten ohnehin durch das Gewicht etwas zusammengedrückt, und die Flanke fühlt sich dort anders an als oben. Ein Messgerät, das jedes Mal woanders misst, würde niemand ernst nehmen.

Auch der Zeitpunkt passt oft nicht. Gedrückt wird am Treffpunkt, also nach der Anfahrt, wenn der Reifen warm ist. Warme Luft steht unter mehr Druck als kalte, pro zehn Grad Erwärmung legt der Druck rund 0,1 bar zu. Hat sich die Luft im Reifen auf dem Weg von morgens 15 auf 40 Grad erwärmt, stehen rechnerisch etwa drei Zehntel mehr drin als in der Garage. Ein Reifen, dem kalt genau diese drei Zehntel fehlen, hat am Treffpunkt also ungefähr den Druck, den er kalt haben sollte. Selbst ein Daumen, der Unterschiede spüren könnte, sagt ausgerechnet in diesem Moment am wenigsten über den eingestellten Wert.

Und meistens ist es das Vorderrad. Es steht frei, es liegt gut erreichbar vor dir, niemand muss sich dafür bücken. Hinten sitzen Auspuff, Kennzeichenhalter oder Koffer im Weg, also bleibt der Hinterreifen beim Daumentest oft ganz außen vor. Dabei verliert er ebenso Luft wie der vordere und trägt mit Fahrer meist den größeren Teil des Gewichts.

Der Blindtest mit dem Manometer

Du musst das nicht glauben. Du kannst es an einem freien Nachmittag selbst herausfinden, und das ist der einzige Beweis, der für deinen eigenen Daumen wirklich zählt.

Nötig sind ein Manometer, das du kennst, eine Luftpumpe und eine zweite Person. Die Maschine hat mindestens ein paar Stunden gestanden, die Reifen sind kalt.

Zuerst stellst du den Vorderreifen genau auf den Wert aus deinem Handbuch und drückst mit dem Daumen, so oft du willst. Merk dir das Gefühl. Dann gehst du ein paar Schritte weg, so weit, dass du das Ventil nicht zischen hörst. Die zweite Person wirft jedes Mal eine Münze: Bei Kopf lässt sie ein halbes bar ab, bei Zahl bleibt der Reifen, wie er ist. Sie sagt dir nicht, was gefallen ist, und ruft dich in beiden Fällen erst nach derselben Wartezeit zurück. Du kommst zurück, drückst und sagst an: voll oder zu wenig. Danach messt ihr nach, und die Person stellt den Druck wieder her.

Fünf Durchgänge sind ein Anfang. Liegst du dabei mehr als einmal daneben, hast du deine Antwort. Liegst du höchstens einmal daneben, ist das noch kein Beweis: Auch reines Raten schafft das bei fünf Münzwürfen in knapp einem von fünf Fällen, und fünf Treffer in Folge immerhin noch in einem von 32. Dann hängst du zehn weitere Durchgänge an, am besten mit drei Zehnteln statt fünf. Liegst du auch dabei höchstens einmal daneben, schafft reines Raten das nur in etwa einem von hundert Fällen. Selbst dann hat dein Daumen aber nur mit dem Gefühl von vor zwei Minuten verglichen. Am Treffpunkt, Wochen nach dem letzten Aufpumpen, fehlt ihm dieser frische Vergleich.

Wer danach noch Lust hat, macht dasselbe am Hinterrad, dort liegt der Sollwert meist höher, und der Daumen kennt diesen Reifen noch schlechter, weil er ihn selten anfasst. Bevor du nach dem Test losfährst, misst du beide Reifen noch einmal selbst nach.

Wichtig ist, dass du nie weißt, was passiert ist. Wer weiß, dass Luft fehlt, fühlt sie auch fehlen, und so geht es jedem Kopf. Deshalb die Münze: Sie sorgt dafür, dass in manchen Durchgängen gar nichts passiert, sonst misst der Test deine Erwartung und nicht deinen Daumen.

Das halbe bar ist dabei nicht aus der Luft gegriffen. Ungefähr so viel kann ein Reifen über den Sommer verlieren. Und wenn der Test fertig ist, hast du nebenbei etwas gewonnen, das dir niemand erklären kann: Du weißt, wie sich dein Reifen mit zu wenig Luft anfühlt, oder eben, dass er sich nicht anders anfühlt.

Fünf Zehntel seit dem Frühjahr

Ein Reifen verliert Luft, ohne dass etwas kaputt ist. Continental hält bis zu 0,1 bar weniger im Monat für normal. Die Luft wandert dabei langsam durch das Gummi nach draußen.

Rechne das für einen typischen Saisonverlauf durch. Im April hat der Händler oder die Werkstatt die Reifen aufgepumpt, seitdem gab es den Daumen. Bis Mitte September sind das gut fünf Monate und damit bis zu fünf Zehntel, die ohne jede Panne einfach weg sein können. Genau die Menge aus dem Blindtest. Bei einem Sollwert von 2,5 bar vorn ist das ein Fünftel des gesamten Drucks, kein Rundungsfehler.

Was fünf Zehntel am Motorrad machen, beschreiben die Reifenhersteller in Worten, nicht in Schwellen. Metzeler schreibt, ein unterfüllter Reifen führe zu schlechtem Fahrverhalten, die Maschine neige zum Wandern, und der Reifen verschleiße schneller. Continental nennt die stärkere Durchbiegung von Seitenwand und Lauffläche, die den Reifen auch beschädigen kann.

Am deutlichsten wird Dunlop: Zu wenig Luft könne Kurven unpräzise machen, den Reifen heißer laufen lassen und die Karkasse überlasten, bis hin zum Versagen des Reifens oder zum Verlust der Kontrolle. Eine Zahl nennt das Institut für Zweiradsicherheit: Schon Abweichungen um 0,2 bar können die Fahrsicherheit beeinträchtigen. Fünf Zehntel sind mehr als das Doppelte davon.

Dabei passiert das leise. Ein Reifen, der über Monate Zehntel für Zehntel verliert, verändert das Fahrgefühl so langsam, dass du dich an jedes Stadium gewöhnst. Die Maschine lenkt etwas zäher ein, du gleichst das unbewusst aus, und irgendwann ist das dein normales Motorrad. Auffallen tut es erst, wenn der Druck wieder stimmt und sie in der ersten Kurve plötzlich so willig einlenkt, dass du dich fragst, was sich verändert hat.

Wer nach der Winterpause ohne Kontrolle losfährt, hat dieselbe Rechnung mit mehr Monaten.

Wofür die Hände taugen

Messen kann der Daumen also nicht. Die Hände und die Augen haben am Reifen trotzdem eine Aufgabe, und die kann kein Messgerät übernehmen. Sie finden das, was nicht mit Luft zu tun hat.

Nimm dir dafür nicht die Stelle vor, auf die du gerade schaust, sondern den ganzen Umfang. Am stehenden Rad siehst du nur einen Teil der Lauffläche, ein Stück steht auf dem Boden, anderes verdecken Kotflügel, Gabel oder Schwinge. Schieb die Maschine ein Stück weiter oder dreh das Rad auf dem Ständer einmal komplett durch und fahr dabei mit der flachen Hand vorsichtig über Lauffläche und Flanke, im Handschuh, falls irgendwo etwas Scharfes steckt.

  • Fremdkörper: Schrauben, Nägel, Glassplitter und scharfe Steine in den Rillen. Ein Stein, der nur in der Rille klemmt, kommt raus. Etwas, das im Gummi steckt, bleibt drin.
  • Risse: feine Risse am Grund der Rillen oder in der Flanke. Oft steckt das Alter des Reifens dahinter, Risse im Rillengrund können aber auch von zu wenig Luft oder Überladung kommen. Dunlop rät bei solchen Rissen, den Reifen sofort zu ersetzen.
  • Beulen an der Flanke: Eine Ausbuchtung, die du mit der flachen Hand spürst, ist ein Schaden in der Karkasse, oft nach einem Schlag gegen eine Bordsteinkante.
  • Schnitte: Ein Schnitt in der Flanke oder an der Schulter ist ernster als einer mitten in der Lauffläche, weil dort der Reifen arbeitet und nicht repariert wird.

Sicherheitshinweis: Steckt etwas im Reifen, zieh es nicht heraus. Oft dichtet der Fremdkörper das Loch noch ab, und ohne ihn ist die Luft in kurzer Zeit weg. Miss den Druck: Stimmt er und ist er nach ein paar Minuten noch derselbe, fahr höchstens langsam und vorsichtig bis zur nächsten Werkstatt. Ist er zu niedrig oder bist du unsicher, lass die Maschine transportieren, denn bei zu wenig Druck kann sich ein schlauchloser Reifen vom Felgenhorn lösen, und dann ist die Luft schlagartig weg. Lass den Reifen in jedem Fall von einem Fachbetrieb beurteilen. Auch ein Loch, das dicht aussieht, kann innen die Karkasse beschädigt haben, und das ist von außen nicht zu erkennen.

Bei einer Sache arbeiten Hand und Manometer zusammen: bei der Suche nach einem schleichenden Verlust. Zeigt dir das Manometer über ein paar Wochen, dass ein Reifen deutlich mehr als ein Zehntel im Monat verliert, fängt die Suche am Ventil an. Ein Tropfen Wasser mit Spülmittel auf die Ventilöffnung und an den Ventilfuß, und du siehst, ob dort Blasen aufsteigen. Ist der Druck innerhalb weniger Wochen um etwa ein bar gefallen, rät der ADAC, Reifen, Rad und Ventil gründlich auf Undichtigkeiten zu untersuchen.

Einmal pro Woche mit dem Manometer

Die Alternative kostet zwei Minuten und ein Messgerät, das in die Jackentasche passt.

Die Hersteller wollen den kalten Reifen laut ADAC vor jeder Fahrt am Manometer sehen, in der Praxis vor allem nach ein paar Tagen oder Wochen Standzeit. Metzeler nennt einmal pro Woche. Wer ehrlich ist, schafft das Erste nicht immer. Dann ist einmal pro Woche das, was du dir mindestens vornehmen solltest, und vor jeder längeren Tour gehört der Blick aufs Manometer ohnehin dazu.

Den richtigen Wert findest du in der Anleitung deines Motorrads und oft auch auf einem kleinen Aufkleber unter der Sitzbank, an der Schwinge oder am Rahmen, nicht auf dem Reifen selbst. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch, auch dann, wenn dir ein Kumpel „bei der Maschine fahren alle weniger“ erzählt.

Das Messgerät darf einfach sein. Wichtiger als eine Anzeige auf zwei Nachkommastellen ist, dass du immer dasselbe Gerät benutzt, dass du es am kalten Reifen ansetzt, ohne dass es am Ventil zischt, und dass du die Zahl dann auch wirklich einstellst und nicht nur zur Kenntnis nimmst.

WERBUNG

🛒 Messen und einstellen

Gemessen wird am kalten Reifen, also meist zu Hause. Das Manometer zeigt dir die Zahl, die Pumpe stellt sie dort gleich ein, ohne Fahrt zur Säule.

Die mit * gekennzeichneten Links sind Provisionslinks. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Wo, wann und ob du ein Produkt kaufst, bleibt selbstverständlich dir überlassen. Für die Aufnahme in diese Liste zahlt niemand: Die Auswahl trifft die Redaktion unabhängig. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Wenn du neu anfängst, lohnt sich ein einmaliger Abgleich. Nimm dein Manometer mit zur nächsten Reifenwerkstatt und miss denselben Reifen direkt nacheinander mit deinem und mit deren Gerät. Liegen sie ein, zwei Zehntel auseinander, weißt du, in welche Richtung deines abweicht, und rechnest die Differenz beim Aufpumpen künftig einfach mit. Liegen sie weit auseinander, hast du womöglich den Grund gefunden, warum der Reifen nach dem Aufpumpen trotzdem nie ganz richtig wirkte.

Wer eine Reifendruckkontrolle ab Werk hat, ist gut dran, aber nicht von allem befreit. Bei manchen Systemen senden die Sensoren im Reifen erst, wenn das Motorrad eine bestimmte Geschwindigkeit überschritten hat, in BMW-Anleitungen sind es 30 km/h. Vorher zeigt das Display nur Striche. Den Reifendruck mit dem Daumen prüfen füllt diese Lücke nicht, das Manometer schon: Für die Kontrolle in der Garage bleibt es bei solchen Systemen das Werkzeug. Die Anzeige unterwegs ist dafür eine sehr gute Ergänzung, weil sie meldet, wenn der Druck während der Fahrt aus dem Rahmen läuft, und das bemerken weder Daumen noch Manometer.

Warum es sich trotzdem so sicher anfühlt

Meistens stimmt der Druck ungefähr. Reifen verlieren langsam, viele Werkstätten pumpen beim Service auf, und viele fahren im Frühjahr einmal an die Säule. Der Daumen bestätigt also oft etwas, das ohnehin halbwegs passt, und jede dieser Bestätigungen fühlt sich wie ein Beweis an. Die Fälle, in denen er danebenliegt, fallen nicht auf, weil lange nichts Spektakuläres passiert. Harmlos sind sie deshalb nicht, nur unauffällig: Die Maschine wird träger und fährt Kurven unpräziser, der Reifen walkt mehr, wird wärmer und verschleißt schneller. Nichts davon trägt einen Zettel mit der Aufschrift „zu wenig Luft“.

Etwas findet der Daumen ja durchaus: den platten Reifen. Wer ein einziges Mal morgens einen fast platten Reifen gedrückt und sofort gemerkt hat, dass etwas nicht stimmt, hat die Methode für sein ganzes Motorradleben bestätigt bekommen. Nur war das der Extremfall, und für den Extremfall braucht niemand ein Messgerät.

Der eigentliche Unterschied liegt dazwischen, im Bereich von ein paar Zehnteln, und dort ist der Daumen stumm. Stell dir zwei Motorräder auf dem Treffpunkt nebeneinander vor, eines mit 2,5 bar vorn, eines mit 2,0. Beide Fahrer drücken, beide nicken. Einer von beiden fährt gleich mit einer Maschine los, die träger einlenkt, als sie könnte, und merkt es nicht.

❓ Häufige Fragen zu Daumen, Manometer und Reifendruck

Reicht es, den Reifendruck am Motorrad mit dem Daumen zu prüfen?

Nur grob. Ein Daumen merkt, ob ein Reifen fast platt ist, aber kaum, ob zwei oder zweieinhalb bar drin sind. Einen Teil des Widerstands liefert der Aufbau des Reifens selbst, ganz gleich, wie viel Luft darin steckt. Selbst für Fahrradreifen hält Schwalbe die Daumenprobe für wenig zuverlässig, weil sich dort ab etwa zwei bar alle Reifen ziemlich stramm anfühlen. Für den richtigen Druck brauchst du ein Manometer und den Sollwert aus dem Handbuch.


Wie kann ich testen, ob ich Druckunterschiede fühle?

Mit einem Blindtest: Reifen kalt auf den Sollwert bringen, Gefühl merken, dann entscheidet eine zweite Person außer deiner Hörweite per Münzwurf, ob sie ein halbes bar ablässt oder den Reifen lässt, wie er ist. Du drückst und sagst an, danach wird nachgemessen und der Sollwert wieder eingestellt. Liegst du nach fünf Durchgängen mehr als einmal daneben, ist die Frage beantwortet. Liegst du fast immer richtig, hängst du zehn Durchgänge an, denn auch Raten trifft manchmal. Vor dem Losfahren prüfst du beide Reifen noch einmal mit dem Manometer.


Wie viel Luft verliert ein Motorradreifen normalerweise?

Laut Continental sind bis zu 0,1 bar Druckverlust pro Monat normal. Über eine Saison ohne Kontrolle können so einige Zehntel zusammenkommen. Fällt der Druck innerhalb weniger Wochen deutlich, der ADAC nennt etwa ein bar, sollten Reifen, Rad und Ventil auf Undichtigkeiten untersucht werden.


Wie oft soll ich den Reifendruck am Motorrad prüfen?

Die Hersteller wollen es laut ADAC vor jeder Fahrt, und zwar am kalten Reifen. In der Praxis zählt es vor allem nach ein paar Tagen oder Wochen Standzeit. Metzeler nennt einmal pro Woche, und vor jeder längeren Tour gehört das Manometer ohnehin dazu.


Was merke ich beim Fahren, wenn zu wenig Luft im Reifen ist?

Die Maschine lenkt zäher ein, fährt Kurven unpräziser und neigt zum Wandern. Der Reifen walkt außerdem mehr, wird wärmer und verschleißt schneller. Weil der Druck meist langsam sinkt, gewöhnst du dich daran und merkst den Unterschied oft erst, wenn wieder der richtige Druck drin ist.


Was soll ich tun, wenn etwas im Reifen steckt?

Nicht herausziehen, denn oft dichtet der Fremdkörper das Loch noch ab. Druck messen: Stimmt er und bleibt er stabil, höchstens langsam bis zur nächsten Werkstatt fahren, sonst das Motorrad transportieren lassen. Den Reifen in jedem Fall von einem Fachbetrieb beurteilen lassen. Innere Schäden an der Karkasse sind von außen nicht zu sehen.

Lade nächsten Beitrag...
Folgen
Suche
Jetzt beliebt
Wird geladen

Anmeldung in 3 Sekunden …

Registrierung in 3 Sekunden …