Mehr als eine Million 125er sind in Deutschland angemeldet

Die kleinste Hubraumklasse ist in Deutschland zugleich die größte. Zum 1. Januar 2026 waren 1.058.650 Motorräder und Roller mit höchstens 125 Kubik angemeldet, mehr als jede fünfte zweirädrige Maschine in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA). Die Klasse von 500 bis 749 Kubik lag Anfang 2021 noch knapp 150.000 Maschinen vor den 125ern. Zum 1. Januar 2025 hatten die 125er sie überholt, wenn auch nur um 507 Maschinen. Ein Jahr später betrug der Vorsprung 26.135.

Wer eine 125er fahren darf

Für eine 125er brauchst du keinen großen Motorradführerschein. Mit der Klasse A1 darfst du sie ab 16 Jahren fahren, sofern sie höchstens 11 kW (15 PS) leistet und auf nicht mehr als 0,1 kW je Kilo Gewicht kommt. So legt es die Fahrerlaubnis-Verordnung fest.

Die A1 steht im Führerscheinregister bei gut 9,9 Millionen Menschen als höchste Motorradklasse, mehr als vier von fünf davon sind 65 oder älter. Ein Grund liegt in alten Führerscheinen: Wer seinen Autoführerschein der früheren Klasse 3 noch vor dem 1. April 1980 bekommen hat, erhält beim Umtausch in das neue Kartenformat auch die A1.

Seit Ende 2019 dürfen außerdem Autofahrer mit der Schlüsselzahl 196 Leichtkrafträder fahren, und zwar mit denselben Grenzen wie bei A1. Dafür müssen sie mindestens 25 sein, den Autoführerschein seit fünf Jahren haben und einen Kurs bei einer Fahrschule absolvieren. Eine Prüfung folgt darauf nicht, und die Erlaubnis gilt nur im Inland.

Ob es dabei bleibt, ist offen. Im März 2026 hat die Verkehrsministerkonferenz der Länder das Bundesverkehrsministerium aufgefordert, die Regel grundlegend zu überprüfen, nicht nur mit Blick auf die Unfallzahlen. Schon in seinem Bericht für diese Sitzung nannte das Ministerium drei Möglichkeiten: die Regel beizubehalten, zu ändern oder abzuschaffen. Für eine abschließende Bewertung will es zuerst die Unfallzahlen für 2024 und 2025 erheben lassen. Auf der vorläufigen Tagesordnung der nächsten Konferenz am 21. und 22. Oktober 2026 steht das Thema wieder.

Mit welchem Führerschein die Leichtkrafträder tatsächlich unterwegs sind, zeigt die Fahrzeugstatistik allerdings nicht.

Unter den neuen 125ern sind die Roller vorn

Im Bestand trennt das KBA nicht nach Bauart. In der Klasse bis 125 Kubik steht das Naked Bike aus der Fahrschule neben dem Roller fürs Pendeln, die Supermoto neben der Retro-Maschine.

Wie viele Roller dazukommen, zeigen erst die Neuzulassungen. Der Industrie-Verband Motorrad (IVM) führt dort Leichtkrafträder und Leichtkraftroller getrennt, die elektrischen jeweils eingeschlossen. Größere Roller ab 126 Kubik, etwa die mit 300 Kubik, stehen in eigenen Zeilen. Über alle Größen gerechnet ist laut IVM inzwischen mehr als jede vierte Neuzulassung ein Roller, 2016 waren es 18 Prozent.

2024 lagen die Motorräder noch vorn, mit 39.443 gegen 34.964 Roller. Ein Jahr später drehte sich das Verhältnis, 21.753 Leichtkrafträder standen 25.251 Leichtkraftrollern gegenüber. Für Januar bis August 2026 meldet der Verband 23.266 Leichtkrafträder und 26.564 Leichtkraftroller.

Seit 2025 ist damit unter den neuen Maschinen bis 125 Kubik mehr als jede zweite ein Roller.

Wie sich die Zweiräder auf den Hubraum verteilen

Zum 1. Januar 2026 verteilen sich die zweirädrigen Krafträder so auf die sieben Hubraumklassen des KBA und die Gruppe ohne Angabe:

  • Bis 125 cm³: 1.058.650 Maschinen, 21,5 Prozent.
  • 126 bis 249 cm³: 313.840, 6,4 Prozent.
  • 250 bis 499 cm³: 527.647, 10,7 Prozent.
  • 500 bis 749 cm³: 1.032.515, 21,0 Prozent.
  • 750 bis 999 cm³: 814.611, 16,6 Prozent.
  • 1.000 bis 1.249 cm³: 618.509, 12,6 Prozent.
  • Ab 1.250 cm³: 487.881, 9,9 Prozent.
  • Ohne Hubraumangabe: 67.212, 1,4 Prozent, darunter die Elektro-Zweiräder.

In der Liste stehen Maschinen mit amtlichem Kennzeichen, auch solche mit Saisonkennzeichen, abgemeldete dagegen nicht. Leichtkrafträder brauchen nach der Fahrzeug-Zulassungsverordnung zwar keine Zulassung, ein Kennzeichen von der Zulassungsstelle aber schon. Zur Hauptuntersuchung müssen sie alle zwei Jahre, wie die größeren Motorräder auch. Mopeds und kleine Roller mit Versicherungskennzeichen wertet das KBA gesondert aus. Elektrische Zweiräder haben keinen Hubraum und stehen deshalb in der letzten Zeile, die elektrischen Leichtkrafträder bis 11 kW eingeschlossen.

Vorn liegen die 125er allerdings nur in dieser Einteilung. Fasst du alles zwischen 500 und 999 Kubik zusammen, kommt die Mitte auf gut 1,8 Millionen Maschinen. Die Grenzen der Klassen zieht das KBA für seine Statistik.

Nur eine dieser Grenzen bestimmt, was du fahren darfst: Bei 125 Kubik endet, was mit A1 oder B196 erlaubt ist. Zwischen A2 und A entscheidet die Leistung, nicht der Hubraum.

Der Abstand zur Klasse 500 bis 749 schmolz Jahr für Jahr. Anfang 2023 fehlten den 125ern noch 66.593 Maschinen, Anfang 2024 noch 30.796. Im Jahr 2025 kamen in der kleinsten Klasse 8.755 Maschinen dazu, während die Klasse 500 bis 749 um 16.873 schrumpfte.

Fahrschulmaschinen sind die Ausnahme

Privatleuten gehören 1.035.948 der 125er, fast 98 Prozent. Fahrschulen fallen kaum ins Gewicht: Auf den Wirtschaftszweig Erziehung und Unterricht, zu dem sie gehören, laufen 3.111 Maschinen bis 125 Kubik, knapp drei von tausend.

Innerhalb dieses Wirtschaftszweigs ist die kleinste Klasse trotzdem die häufigste: Sie stellt gut ein Drittel seiner 8.621 Zweiräder, die Klasse 500 bis 749 Kubik folgt mit 2.375. Das passt zur Ausbildung, denn für die praktische A1-Prüfung schreibt die Fahrerlaubnis-Verordnung eine Maschine bis 125 Kubik vor.

Die Abgasstufe als grobes Altersmaß

Euro 5 erfüllen 24,0 Prozent der 125er, von 500 bis 749 Kubik sind es 11,5 Prozent. Zählst du Euro 4 mit, sind es in der kleinsten Klasse 36,4 Prozent, in der Klasse 500 bis 749 gut jede fünfte Maschine.

Wie schnell das ging, zeigt der Blick zurück. Anfang 2021 waren in der Klasse bis 125 Kubik erst 1.532 Maschinen nach Euro 5 eingestuft, fünf Jahre später 253.947.

Am anderen Ende stehen Maschinen ohne eine der Stufen Euro 2 bis 5, überwiegend ältere. Bis 125 Kubik sind das knapp 40 Prozent, von 500 bis 749 Kubik die Hälfte.

Direkt über den 125ern sieht es anders aus. Zwischen 126 und 249 Kubik haben 85 Prozent keine dieser Stufen, Euro 5 nur 2,9 Prozent, das sind 8.951 Maschinen. Eine Klasse höher, von 250 bis 499 Kubik, erfüllen 129.950 Maschinen Euro 5. Anteilig sind das 24,6 Prozent, etwas mehr als in der Klasse bis 125 Kubik. Wer über 125 Kubik hinaus will, braucht A2 oder A, und mit diesen Klassen landet die Wahl offenbar selten knapp über der Grenze.

Drei von zehn neuen Maschinen sind 125er

Bei den Neuzulassungen ist der Anteil der 125er höher als im Bestand. Nach den Zahlen des IVM waren 2024 gut 30 Prozent aller neuen Motorräder und Roller Leichtkrafträder oder Leichtkraftroller, 2025 knapp 30 Prozent und von Januar bis August 2026 knapp 32. Im Bestand sind es 21,5.

Selbst 2025 blieb es bei knapp drei von zehn, obwohl insgesamt gut ein Drittel weniger Krafträder neu dazukamen als 2024. Viele Maschinen waren schon Ende 2024 zugelassen worden, denn seit Januar 2025 brauchen Neufahrzeuge ohne die strengere Abgasstufe Euro 5+ eine Ausnahmegenehmigung.

So wächst der Anteil der 125er, aber langsam. Jedes Jahr kommt nur ein kleiner Teil des Bestands neu hinzu, und alte Maschinen gehen ab. Anfang 2021 lag der Anteil bei 20,2 Prozent, fünf Jahre später bei 21,5.

In absoluten Zahlen hat seither keine Klasse so zugelegt wie die 125er, um 150.333 Maschinen. Das ist mehr als ein Drittel des gesamten Zuwachses, der zweirädrige Bestand wuchs in dieser Zeit um 413.380. Prozentual legten zwei andere Klassen stärker zu: ab 1.250 Kubik um 22,4 Prozent, zwischen 250 und 499 um 19,6. Die kleinste Klasse kam auf 16,6.

Geschrumpft sind nur zwei Klassen: die zwischen 1.000 und 1.249 Kubik um 6.144 Maschinen und die zwischen 500 und 749 um 24.433, also die Klasse, die jetzt hinter den 125ern liegt.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Willst du im Ausland eine 125er fahren, frag vorher bei der Führerscheinstelle oder einem Automobilclub nach.

Wie viele 125er fahren anderswo in Europa?

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinen 125ern im Mittelfeld. Eurostat meldet für Ende 2025 unter anderem diese Anteile: Tschechien 50 Prozent, Spanien 45, die Schweiz 35, Italien und Österreich je 28, Deutschland 22,5. In absoluten Zahlen kommen Italien auf 2,23 Millionen und Spanien auf 2,06 Millionen 125er, Deutschland nach derselben Quelle auf 1,11 Millionen.

Ganz genau lassen sich die Länder nicht vergleichen, weil sie ihre Zahlen nicht einheitlich abgrenzen. Für Deutschland meldet Eurostat 22,5 Prozent, das KBA kommt zum selben Stichtag auf 21,5. Die Werte taugen deshalb als Richtung, nicht aufs Komma. Für Frankreich und Griechenland hat Eurostat keine aktuellen Zahlen nach Hubraum.

Am unteren Ende liegen Schweden mit sieben Prozent, Estland mit sechs und die Niederlande, wo Ende 2024 nicht einmal jede 25. Maschine eine 125er war.

In Spanien ist die Klasse nicht nur größer, sie wächst auch schneller. Von Ende 2022 bis Ende 2025 kamen dort rund 250.000 Maschinen bis 125 Kubik dazu, in Deutschland waren es im selben Zeitraum rund 65.000.

Zu Spanien passt eine Regel, die dort mindestens seit 2009 im Führerscheinrecht steht. Wer einen spanischen Autoführerschein seit mehr als drei Jahren besitzt, darf innerhalb des Landes auch Motorräder der Klasse A1 fahren. Deutschland hat mit B196 erst Ende 2019 nachgezogen, mit Schulung und ab 25.

❓ Häufige Fragen zu 125ern in Deutschland

Ist jedes fünfte Motorrad in Deutschland eine 125er?

Jedes fünfte Motorrad in Deutschland ist eine 125er, genau genommen sogar etwas mehr. Das KBA zählte Anfang 2026 unter den zweirädrigen Krafträdern 1.058.650 Maschinen bis 125 Kubik, ein Anteil von 21,5 Prozent. Roller gehören dazu, Mopeds mit Versicherungskennzeichen nicht.


Welche Hubraumklasse ist in Deutschland am häufigsten?

Die häufigste Hubraumklasse in Deutschland sind die 125er mit 1.058.650 Maschinen zum Jahresbeginn 2026, knapp vor der Klasse 500 bis 749 Kubik mit 1.032.515. Die Spitze haben die kleinen Maschinen seit Anfang 2025. Nimmst du alles von 500 bis 999 Kubik zusammen, liegt die Mitte mit gut 1,8 Millionen vorn.


Zählen 125er-Roller als Motorräder?

125er-Roller stehen in der Statistik des KBA in derselben Hubraumklasse wie die Motorräder, nach Bauart getrennt wird im Bestand nicht. Rechtlich sind beide Leichtkrafträder. Getrennt zählt erst der IVM bei den Neuzulassungen: 2025 waren es 25.251 Roller und 21.753 Motorräder, die Roller lagen also vorn.


Sind die meisten 125er Fahrschulmaschinen?

Fahrschulmaschinen sind nur ein kleiner Teil der 125er. Auf Halter aus Erziehung und Unterricht, der Gruppe mit den Fahrschulen, liefen Anfang 2026 nur 3.111 Maschinen bis 125 Kubik. Fast 98 Prozent aller 125er haben private Halter.


Wo in Europa gibt es anteilig mehr 125er als in Deutschland?

Anteilig mehr 125er als Deutschland haben laut Eurostat unter anderem Tschechien mit der Hälfte, Spanien mit 45 Prozent und die Schweiz mit 35 Prozent. Italien und Österreich liegen bei je 28 Prozent, Deutschland bei 22,5 (Stand Ende 2025). Die Länder grenzen nicht ganz gleich ab, die Werte sind deshalb nur grob vergleichbar.


Wie viele 125er werden pro Jahr neu zugelassen?

Neu zugelassen wurden laut IVM 2024 genau 74.407 Leichtkrafträder und Leichtkraftroller, 2025 waren es 47.004. In den ersten acht Monaten 2026 kamen 49.830 dazu. Elektrische Leichtkrafträder und Leichtkraftroller sind in diesen Zahlen enthalten, im KBA-Bestand der 125er dagegen nicht.

Vorheriger Artikel

Nächster Artikel

Lade nächsten Beitrag...
Suche
Jetzt beliebt
Wird geladen

Anmeldung in 3 Sekunden …

Registrierung in 3 Sekunden …