
Den A2-Führerschein gibt es in Deutschland erst seit Januar 2013. Anfang 2026 hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 462.154 Fahrerlaubnisse registriert, deren höchste Motorradklasse A2 ist, fast doppelt so viele wie 2017. Mehr als jede vierte davon gehört einer Frau, 26,6 Prozent.
Im Fahrzeugregister sieht es anders aus. Von den gut fünf Millionen Krafträdern sind 693.567 auf eine Frau zugelassen, 13,7 Prozent und damit nicht einmal jedes siebte. Der Abstand ist allerdings kleiner, als die beiden Zahlen vermuten lassen. A2 ist der Führerschein der Jungen, die Motorräder im Register laufen überwiegend auf Menschen ab 50.
Fast vier von fünf A2-Fahrerlaubnissen gehören Menschen unter 35, und das folgt schon aus den Regeln. A2 ist ab 18 zu haben, die Maschine darf dann höchstens 35 kW leisten, umgerechnet knapp 48 PS. Die offene Klasse A bekommst du direkt erst mit 24, oder schon mit 20, wenn du A2 seit mindestens zwei Jahren hast. Für diesen Aufstieg genügt eine praktische Prüfung.
Wer vor dem 24. Geburtstag ein Motorrad über 125 Kubik fahren will, kommt deshalb an A2 nicht vorbei. Von den Frauen, die 2025 eine A2 neu bekamen, waren mehr als acht von zehn zwischen 18 und 24. Dazu kommt eine Eigenheit der Statistik: Die Bestandstabelle des KBA zählt je Führerschein nur die höchste Motorradklasse. Wer auf A aufsteigt, wandert in die A-Zahl, und der A2-Bestand wächst langsamer, als neue Scheine dazukommen.
Bei den Motorrädern ist es umgekehrt. Von den Maschinen in privater Hand, also fast allen, ist nicht einmal jede achte auf jemanden unter 35 zugelassen. Zwei Drittel laufen auf Menschen ab 50. Am stärksten vertreten sind die 55- bis 64-Jährigen, auf sie ist mehr als jedes dritte Motorrad zugelassen.
Vergleichst du gleiche Jahrgänge, schrumpft die Lücke. Von den Motorrädern der 18- bis 20-Jährigen läuft jedes vierte auf eine Frau, 25,3 Prozent. Bei den A2-Fahrerlaubnissen dieses Alters sind es 25,4 Prozent, praktisch derselbe Wert. Über alle 18- bis 24-Jährigen gerechnet kommen Frauen bei den Klassen A2 und A auf 24 Prozent, bei den Motorrädern auf 23 Prozent.
Mit dem Alter sinkt der Anteil, wenn auch nicht in gerader Linie. Bei den Motorrädern in privater Hand sieht das so aus:
Auf die beiden Gruppen ab 55 entfällt mehr als die Hälfte des privaten Bestands, und sie ziehen den Schnitt nach unten.
Zählst du alle Fahrerlaubnisse der Klassen A2 und A zusammen, kommen Frauen auf 15,9 Prozent. Das liegt nur gut zwei Punkte über dem Anteil der Halterinnen. Die große Lücke aus der Überschrift entsteht also vor allem, weil A2 ein besonders junger und besonders weiblicher Ausschnitt ist. Selbst bei gleichem Alter ist A2 weiblicher als A: Unter den 25- bis 34-Jährigen gehören 28 Prozent der A2-Fahrerlaubnisse Frauen, aber nur 18 Prozent der A-Fahrerlaubnisse.
Ganz verschwunden ist der Abstand trotzdem nicht. Innerhalb einer Altersgruppe liegt der Anteil der Halterinnen unter dem Frauenanteil bei A2 und A zusammen, zwischen 25 und 34 um knapp drei Prozentpunkte, zwischen 35 und 59 um knapp sechs. Beim Auto ist die Lücke in Prozentpunkten noch größer: 45,5 Prozent der Führerscheine im Register gehören Frauen, aber nur 38,5 Prozent der Pkw in privater Hand laufen auf eine Halterin.
Bei A2 hat sich in neun Jahren viel bewegt. 2017 gehörten 18,5 Prozent der A2-Fahrerlaubnisse Frauen, 2021 waren es 21,6 und Anfang 2026 dann 26,6 Prozent. Die Zahl der Frauen mit A2 hat sich in dieser Zeit fast verdreifacht, bei den Männern stieg sie um drei Viertel. Mehr als ein Drittel des Zuwachses seit 2017 geht auf Frauen zurück. Auch 2025 gingen 25,8 Prozent der neu erteilten A2-Fahrerlaubnisse an Frauen.
Langsamer geht es im Fahrzeugregister. 2021 liefen 13,3 Prozent der Krafträder auf eine Frau, 2026 sind es 13,7. Die Zahl der Maschinen mit Halterin stieg dabei um 74.590. Vom Zuwachs des Bestands seit 2021 entfällt damit fast ein Fünftel auf Frauen, nur ist dieser Bestand groß und erneuert sich langsam. Auf 100 vorhandene Maschinen kamen in den letzten beiden Jahren im Schnitt rund vier Neuzulassungen im Jahr.
In Österreich zeigt sich bei den Führerscheinen ein ähnliches Bild. Statistik Austria zählt dort die Lenkberechtigungen, die in einem Jahr erteilt werden. 2025 waren es 25.712 für A1, A2 und A, davon gingen 23 Prozent an Frauen, bei A2 allein 24,5 Prozent. Das liegt nah an den 25,8 Prozent für Deutschland.
Auf der Landkarte zeigen beide Register dasselbe Muster. Bei A2 reicht der Frauenanteil von 28,7 Prozent in Baden-Württemberg bis 20,1 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, und die fünf ostdeutschen Flächenländer bilden das Ende der Liste. Bei den Halterinnen führen Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein mit je 14,2 Prozent, Sachsen und Thüringen liegen mit rund elf Prozent ganz hinten. Der Abstand zwischen Ost und West beginnt also schon beim Führerschein.
Noch deutlicher wird es in den Kreisen mit mindestens 3.000 Krafträdern. Die höchsten Anteile an Halterinnen haben Leer und Wittmund in Ostfriesland, der Nachbarkreis Friesland und Kulmbach in Oberfranken, dort läuft rund jedes sechste Motorrad auf eine Frau. Am niedrigsten liegen Hildburghausen und Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen und der Erzgebirgskreis in Sachsen mit rund zehn Prozent.
Eine Zahl aus dem Führerscheinregister sieht nach einer kleinen Sensation aus. Bei der Klasse A1, den 125ern, liegen die Frauen vorn: 5,12 Millionen Fahrerlaubnisse gegen 4,81 Millionen bei den Männern. Zählst du alle Motorradklassen zusammen, kommst du damit auf fast ein Drittel Frauen.
Das Alter erklärt es. 87 Prozent dieser Frauen sind 65 oder älter. Ihre A1 stammt meist aus einem alten Pkw-Führerschein: Wer die frühere Klasse 3 vor dem 1. April 1980 erhalten hat, darf damit auch Leichtkrafträder fahren und bekommt die A1 beim Umtausch eingetragen. Ins Register kommen diese Scheine erst dann. Für die Jahrgänge 1953 bis 1964 liefen die Umtauschfristen im Januar 2022 und 2023 ab, ältere Jahrgänge haben noch bis 2033 Zeit. Seit 2021 sind bei den Frauen 1,4 Millionen A1-Fahrerlaubnisse dazugekommen.
Auch bei den Männern sind 78 Prozent der A1-Inhaber 65 oder älter. Dass die Frauen trotzdem vorn liegen, hat mit der Zählweise zu tun. Bei vielen Männern dieser Jahrgänge steht zusätzlich die Klasse A im Führerschein, und dann taucht er in der Tabelle nur bei A auf. Über das Motorradfahren sagt die A1-Zahl deshalb wenig.
Brauchbarer ist der A2-Führerschein. Er ist neu, kein Autoführerschein schließt ihn ein, und wer ihn über die Fahrschule macht, legt eine praktische Prüfung auf dem Motorrad ab.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es um deinen eigenen Führerschein geht, frag deine Fahrschule oder die Führerscheinstelle.
Das Führerscheinregister zählt, wer fahren darf, das Fahrzeugregister, auf wen eine Maschine läuft. Halterin ist dabei nicht dasselbe wie Fahrerin. Eine 22-Jährige mit A2, deren Maschine auf den Vater zugelassen ist, zählt im Führerscheinregister als Frau mit Motorradschein und im Fahrzeugregister gar nicht. Umgekehrt steht dort manche Halterin, deren Motorrad vor allem der Partner fährt.
Auch wer eine 125er mit der Schlüsselzahl 196 fährt, steht im Führerscheinregister nur bei der Klasse B, in keiner Motorradklasse.
Zusammen ergeben die zwei Register trotzdem ein klares Bild. Unter den Jungen sind Frauen auf beiden Seiten ähnlich stark vertreten, und bei A2 wächst ihr Anteil seit Jahren. Eine Frau, die heute mit Anfang 20 den A2-Schein macht, ist in ihrem Jahrgang keine Ausnahme: Mehr als jede vierte A2-Fahrerlaubnis der 18- bis 24-Jährigen gehört einer Frau.
Im Fahrzeugbestand kommt das nur langsam an, weil dort die älteren Jahrgänge den Ton angeben, und unter ihnen sind Frauen seltener. Rücken die Jüngeren nach, dürfte der Anteil der Halterinnen in kleinen Schritten weiter steigen.
Bei den 18- bis 20-Jährigen gibt es zwischen Führerschein und Fahrzeugschein schon heute keine Lücke.
Wie viele Frauen haben einen A2-Führerschein?
Anfang 2026 führte das Kraftfahrt-Bundesamt 122.838 Fahrerlaubnisse von Frauen, deren höchste Motorradklasse A2 ist. Das sind 26,6 Prozent aller 462.154 A2-Fahrerlaubnisse. 2017 lag der Frauenanteil noch bei 18,5 Prozent.
Wie viele Motorräder sind in Deutschland auf Frauen zugelassen?
Zum 1. Januar 2026 waren in Deutschland 693.567 Krafträder auf Frauen zugelassen, 13,7 Prozent des Bestands. Zählt die Statistik nur zweirädrige Maschinen in privater Hand, sind es 671.785 oder 13,8 Prozent.
Wie hoch ist der Frauenanteil beim Motorradführerschein Klasse A?
Der Frauenanteil bei der offenen Klasse A liegt bei 15,5 Prozent, das sind knapp 1,77 Millionen Fahrerlaubnisse. Wer vor 1953 geboren ist, darf seinen alten Papierführerschein allerdings noch bis 2033 behalten. Bis zum Umtausch fehlen solche Scheine zum Teil im Register.
Warum haben so viele ältere Frauen eine A1-Fahrerlaubnis?
Viele ältere Frauen haben die A1, weil ihr alter Autoführerschein sie mitbringt. Die frühere Klasse 3, erteilt vor dem 1. April 1980, schließt Leichtkrafträder ein. 87 Prozent der Frauen mit A1 im Register sind 65 Jahre oder älter.
Ab wann darf ich von A2 auf A aufsteigen?
Von A2 auf A aufsteigen kannst du frühestens mit 20, wenn du die Klasse A2 seit mindestens zwei Jahren besitzt. Dafür reicht eine praktische Prüfung, eine neue Theorieprüfung brauchst du nicht. Ohne A2 gibt es die Klasse A für Motorräder erst ab 24.
Wo sind in Deutschland die meisten Motorräder auf Frauen zugelassen?
Die meisten Krafträder mit Halterin stehen in Bayern, 151.564 Stück. Gemessen am Bestand des Landes führen Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, Schlusslicht ist Thüringen.
Wie viele Frauen machen in Österreich den Motorradführerschein?
Laut Statistik Austria gingen 2025 genau 5.913 Lenkberechtigungen für Motorräder an Frauen, knapp ein Viertel aller 25.712 Erteilungen in den A-Klassen. Am höchsten war ihr Anteil bei A2 mit 24,5 Prozent, am niedrigsten bei der offenen Klasse A mit 21,6 Prozent.
0 Stimmen: 0× Daumen hoch, 0× Daumen runter (0 Punkte)






