
Es regnet seit zwanzig Minuten. Landstraße, dritter Gang, du gibst Gas - und die Hand dreht, das Motorrad nicht. Der Griff hat sich auf der Gasdrehhülse mitbewegt, statt sie mitzunehmen. Zwei Zentimeter, mehr war es nicht.
Danach fährst du anders. Verkrampfter, mit einer Hand, die den Griff festhält, statt ihn zu bedienen. Genau an dieser Stelle wird ein Teil für ein paar Euro zum Sicherheitsthema. Und wer Motorradgriffe wechseln will, trifft die wichtigste Entscheidung nicht beim Montieren, sondern lange davor: im Bestellfenster.
Ein Griffgummi hält aus zwei Gründen: weil er stramm sitzt und weil zwischen Gummi und Metall etwas klebt. Beides lässt nach. Der Gummi wird mit den Jahren hart und minimal weiter, der Kleber löst sich, und dazwischen sammelt sich alles, was am Lenker so vorbeikommt - Kettenspray, Handcreme, Sonnenmilch, Bremsenreiniger vom letzten Putztag.
Solange die Hand trocken ist, merkst du davon nichts. Trockene Haut greift so fest zu, dass sie die fehlende Klebekraft ersetzt. Erst mit Wasser, Schweiß oder einem nassen Handschuh dazwischen wird sichtbar, dass der Griff seit Monaten nur noch aufgesteckt war.
Deshalb ist der drehende Griff kein Komfortproblem, sondern ein Zeitproblem: Er meldet sich immer dann, wenn du ihn am wenigsten brauchen kannst. Auf der linken Seite ist das ärgerlich. Auf der rechten sitzt er auf der Gasdrehhülse, und dann steht zwischen deiner Hand und der Drosselklappe nichts mehr, worauf du dich verlassen kannst.
Sicherheitshinweis: Ein Griff, der sich auf der Gasdrehhülse mitdreht, kostet dich die Kontrolle über das Gas - beim Anbremsen einer Kurve, beim Ausweichen, beim Rangieren zwischen zwei Autos. Wer das einmal gemerkt hat, fährt nicht heim und schraubt „demnächst“. Er fährt heim und schraubt heute.
Der teuerste Fehler bei diesem Thema passiert, bevor das Paket überhaupt gepackt ist.
Griffgummis gibt es in zwei Bauarten. Offene haben am Ende ein Loch, geschlossene sind vorn zu. Optisch ist das eine Nuance. Praktisch entscheidet es darüber, was du an dein Lenkerende noch schrauben kannst - und die Antwort lautet bei geschlossenen Griffen: nichts.
Denn im Lenkerrohr steckt bei sehr vielen Serienmaschinen ein Gewicht. Kein Zierteil, sondern ein Stück Masse, das die Eigenfrequenz des Lenkers verschiebt und damit den Teil der Motorvibration wegnimmt, der sonst in deinen Handgelenken landet. Baust du geschlossene Griffe an, muss das Gewicht draußen bleiben. Das merkst du nicht am ersten Tag. Du merkst es auf der Autobahn nach einer Stunde.
Dieselbe Bauart entscheidet über Lenkerendenspiegel. Auch die brauchen ein offenes Ende, weil ihre Klemmung ins Rohr greift. Wer geschlossene Griffe montiert und drei Monate später auf Endenspiegel umsteigen will, kauft die Griffe ein zweites Mal.
Umgekehrt haben geschlossene Griffe ihren Sinn: Sie sind dicht, das Lenkerende bleibt sauber, und im Gelände fängt kein aufgestecktes Gewicht einen Schlag ab. Nur ist das eine bewusste Entscheidung - keine, die beim Farbwählen nebenbei fällt.
Also ehrlich sortieren, bevor du bestellst: Sitzt an deinem Lenker ein Endengewicht? Willst du irgendwann Endenspiegel? Bei zweimal Nein sind geschlossene Griffe in Ordnung. Bei einmal Ja gibt es nur offene.
Der zweite Klassiker beim Fehlkauf steht groß in der Anzeige: „22 mm“. Klingt eindeutig. Ist es nicht.
Links greift der Griff direkt auf das blanke Lenkerrohr - und das hat bei den allermeisten Motorrädern 22 Millimeter, also sieben Achtel Zoll. Rechts sitzt er dagegen nicht auf dem Rohr, sondern auf der Gasdrehhülse, die über das Rohr geschoben ist. Die ist dicker. In der Praxis landest du dort meist bei 24 oder 25 Millimetern Innendurchmesser.
Deshalb sind ordentliche Sätze auch nicht als „zweimal 22“ ausgeschrieben, sondern als Paar mit zwei Maßen: 22/25 ist die gängigste Kombination, 22/24 kommt ebenfalls vor. Wer ein Paar mit zweimal 22 bestellt, bekommt einen Griff, der links wunderbar passt, und einen, der sich rechts nicht über die Hülse ziehen lässt - oder, schlimmer, mit Gewalt doch, und dann in Falten sitzt.
Eine ganze Gruppe fällt aus dieser Rechnung übrigens heraus: Cruiser und Custom-Maschinen amerikanischer Bauart fahren Lenker im Zoll-Maß, also 25,4 Millimeter am blanken Rohr statt 22. Griffe dafür sind als „1 Zoll“ oder „1 inch“ ausgeschrieben, und ein 22/25-Satz ist dort schlicht der falsche Artikel. Wer unsicher ist, legt den Messschieber direkt neben dem Griff ans Rohr - dreißig Sekunden, und die Frage ist beantwortet.
Ein zweites Maß, das gern untergeht, ist die Länge. Zwischen 115 und 135 Millimetern ist alles unterwegs. Sind die Griffe zu lang, drücken sie gegen Schalter oder Hebelaufnahme, und die Gasdrehhülse geht schwerer. Sind sie zu kurz, steht dir der kleine Finger im Freien. Miss den alten Griff, bevor du bestellst - das dauert eine Minute und spart eine Rücksendung.
Es gibt zwei Wege, einen Griff am Lenker zu halten, und sie sind grundverschieden.
Der klassische Weg ist der geklebte Griffgummi: aufziehen, mit Griffkleber fixieren, aushärten lassen. Richtig gemacht hält das jahrelang. Falsch gemacht - zu wenig Kleber, fettiges Rohr, zu früh gefahren - hält es genau bis zum ersten Regen. Und wer schon einmal einen festgeklebten Griff wieder herunterbekommen musste, weiß, dass „richtig gemacht“ auch heißt: beim nächsten Mal aufschneiden.
Der zweite Weg sind Lock-on-Griffe. Da sitzt der Gummi auf einer festen Innenhülse - und hier werden fast alle Beschreibungen im Netz schlampig, weil die beiden Seiten eben nicht dasselbe machen.
Links ist es genau das, wonach es klingt: Griff aufs blanke Rohr schieben, mit einer kleinen Schraube klemmen, fertig. Rechts wird dagegen nichts über deine vorhandene Gasdrehhülse gestülpt. Bei den verbreiteten Systemen ersetzt der Lock-on-Griff die Hülse komplett - er ist die Gasdrehhülse. Der Gaszug hängt sich in ein Nockenstück ein, das zum Modell passen muss und das als eigenes Kleinteil zum Satz gehört.
Daraus folgen zwei Fragen, die vor den Klick gehören: Gibt es für deine Maschine überhaupt ein passendes Nockenstück - die Hersteller führen Listen mit Modellen, für die es keines gibt -, und hat sie einen oder zwei Gaszüge? Bei elektronischem Gasgriff hat sie gar keinen, und dann ist die Frage eine andere. Und die zweite Konsequenz wiegt schwerer: Die Gasrückstellung ist damit nicht mehr etwas, das ab Werk stimmt, sondern ein Ergebnis deiner Montage. Ansonsten gilt: kein Kleber, kein Aushärten, beim nächsten Wechsel einfach abschrauben. Sie bauen minimal dicker auf und kosten mehr. Dafür kann bei ihnen genau der Fehler nicht passieren, um den es in diesem Artikel geht.
Und es gibt den Mittelweg, den die Geländefahrer seit Jahrzehnten fahren: kleben und zusätzlich mit Sicherungsdraht abbinden, eine doppelte Wicklung in jede Nut, die der Griff dafür hat - Straßengriffe haben oft eine, Geländegriffe mehrere über die Länge verteilt -, das verdrillte Ende kurz abgekniffen und mit der Zange in den Gummi gedrückt, bis es bündig liegt. Das ist keine Kosmetik: Ein abstehender Zwirbel findet auf der ersten Fahrt zuverlässig deinen Handschuh und danach den Finger darin. Das sieht nach Werkstatt aus und ist die ehrlichste Versicherung gegen einen Griff, der sich verabschieden will. Wichtig ist nur, dass der Draht in die Nut gehört, die die meisten Griffe dafür haben - nicht irgendwo quer über den Gummi.
Ein Hinweis zu den Anzugsmomenten der Klemmschrauben, weil ihn viele an der falschen Stelle suchen: Die stehen nicht im Fahrzeughandbuch, sondern in der Anleitung des Griffherstellers, und sie sind einstellig. Und sie sind links und rechts unterschiedlich: Ein verbreitetes System nennt für seinen 3-mm-Inbus viereinhalb bis fünf Newtonmeter, ein anderer Satz desselben Herstellers rund vier Newtonmeter auf der Kupplungsseite und nur gut ein Newtonmeter auf der Gasseite. Das sind winzige Schrauben in Aluminium, und die reißen schneller aus, als du denkst. Für alles, was dein Motorrad selbst betrifft, gilt weiter: Beachte die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch.
Und egal welchen Weg du gehst - ein Handgriff gehört danach zwingend dazu, bevor das Motorrad wieder auf die Straße darf. Gas aufdrehen, loslassen, und zwar bei stehendem Motor und dann noch einmal mit voll eingeschlagenem Lenker links und rechts. Die Hülse muss von allein und vollständig in die Nullstellung zurückschnappen, in jeder Lenkerstellung. Tut sie das nicht, sitzt der Griff zu weit außen, drückt gegen die Hebelaufnahme, oder es ist Kleber dorthin gelaufen, wo er nichts zu suchen hat. Ein Gas, das hängen bleibt, ist die gefährlichste Art, eine Zehn-Minuten-Arbeit falsch zu beenden.
Über kaum ein Thema kursiert so viel Garagenfolklore wie über das Aufziehen von Griffen. Zwei Tricks halten sich besonders hartnäckig, und beide haben einen wahren Kern und einen falschen Schluss.
Haarspray ist der berühmteste. Es funktioniert tatsächlich - als Gleitmittel beim Aufschieben, das anschließend klebrig antrocknet. Der Haken steht auf der Dose: Haarspray ist wasserlöslich. Ein ordentlicher Landregen, und die Klebekraft ist wieder da, wo sie herkam. Für die Probefahrt am Sonntagnachmittag reicht das. Für den Sommer nicht.
Der zweite Trick ist Bremsenreiniger oder Alkohol. Der verdunstet immerhin rückstandsfrei - bleibt aber ein Gleitmittel und wird nie ein Kleber. Wer nichts weiter macht, hat einen Griff, der stramm sitzt und trotzdem nur aufgesteckt ist.
Und auf der rechten Seite kommt ein Punkt dazu, den kein Auto-Ratgeber kennt: Dort arbeitest du an der Gasdrehhülse, und zwischen ihr und dem Lenkerrohr gehört ein dünner Fettfilm. Bremsenreiniger wäscht den heraus. Läuft die Hülse anschließend trocken auf blankem Metall, geht sie schwer und stellt nicht mehr sauber zurück - genau das Gas, das hängen bleibt. Wer dort entfettet hat, fettet die Innenseite der Hülse vor der Montage wieder dünn ein.
Und dann gibt es noch die Fraktion, die den Griff mit dem Sekundenkleber aus der Küchenschublade flutet. Hier lohnt eine Unterscheidung, die im Netz fast immer fehlt: Es geht nicht um die Chemie, sondern um die Herkunft. Ein bekannter Hersteller von Heizgriffen legt seinen Sätzen ausdrücklich einen eigenen Sekundenkleber bei und schreibt in die Anleitung, dieser sei für die Anwendung erprobt - für einen anderen könne man keine Eignung zusichern. Der beigelegte gehört also genau dorthin. Der aus der Schublade ist ein unbekanntes Produkt an einem Bauteil, an dem deine Hand hängt. Und er hält auch noch, wenn du den Griff loswerden willst: aus zehn Minuten werden eine halbe Stunde Schneiden und Kratzen. Griffkleber ist genau dafür gemacht - fest genug für den Betrieb, lösbar genug für den nächsten Wechsel.
Was über allen Tricks steht, ist die Vorbereitung. Altes Rohr und alte Hülse blank machen, Kleberreste herunter, entfetten, trocknen lassen. Kleber auf ein fettiges Rohr ist Kleber im Mülleimer.
Wer Heizgriffe fährt, hat es an dieser Stelle schwerer - und sollte das wissen, bevor der Schraubendreher am Gummi ansetzt.
Bei den meisten Systemen ist der Griff nicht einfach ein Gummi mit einer Heizung darunter, sondern ein Bauteil, in dem das Heizelement fest eingearbeitet oder aufgeklebt ist. Der Gummi allein lässt sich dann nicht tauschen: Was verschlissen ist, ist der komplette Heizgriff, samt Kabel und Stecker. Wer trotzdem daran herumschneidet, trennt im günstigsten Fall eine Litze und im ungünstigsten die Heizwicklung.
Wer einen kompletten Heizgriffsatz montiert, sollte außerdem zwei Angaben aus dessen Anleitung kennen, weil beide von dem abweichen, was für nackte Gummis gilt. Erstens sitzt der rechte Heizgriff über deiner vorhandenen Gasdrehhülse - und die muss dafür oft erst glattgefeilt werden, damit ihr Durchmesser über die ganze Länge derselbe ist; ein verbreiteter Satz gibt für diese Seite 25,6 Millimeter Innendurchmesser an. Zweitens verlangt derselbe Satz nach dem Kleben mindestens 24 Stunden, bevor gefahren wird, und schreibt dazu: nicht fahren, solange sich der Griff noch bewegt.
Die zweite Bauart sind Heizfolien, die unter einen ganz normalen Griffgummi gelegt werden. Dort kannst du den Gummi tauschen - aber nur gegen einen, der über die Folie passt, und mit einem Kleber, der die Betriebstemperatur aushält. Ein Griff mit sehr dickem, weichem Material ist hier die falsche Wahl: Er isoliert, und dann steht die Wärme in der Folie statt in deiner Hand.
Und der Punkt, der beide Bauarten betrifft: Beheizte Griffe haben Kabel, und Kabel wollen Weg. Wenn du beim Wechseln die Kabelführung veränderst, prüf danach beides - dass am Lenkanschlag nichts strafft und dass die Leitung nirgends scheuert. Das ist keine Theorie, sondern der häufigste Grund, warum eine Heizung nach zwei Saisons einseitig ausfällt.
Du musst nichts kaufen und nichts zerlegen, um zu wissen, woran du bist.
Mach die Hand nass. Richtig nass, nicht feucht. Dann greif den rechten Griff und dreh ihn mit Kraft in Richtung „zu“, also gegen den Anschlag, an dem die Hülse ohnehin steht. Das ist wichtig: In die andere Richtung dreht sich die Hülse einfach mit, und du misst nur die Rückstellfeder. Steht die Hülse still und der Gummi wandert, ist der Griff nicht geklebt. Dann ist die Frage nicht mehr, ob du wechselst, sondern wann.
Danach dieselbe Übung links. Und zum Schluss ein Blick auf die Stirnseite: Sitzt dort ein Gewicht im Rohr oder nicht? Diese eine Information entscheidet, welche Bauart du überhaupt bestellen darfst - siehe oben.
Der Test kostet zwei Sekunden und ist ehrlicher als jedes Sichtprüfen. Ein Griff, der trocken bombenfest wirkt, kann nass völlig frei laufen. Genau darin liegt die Falle.
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🛒 Was du für den Griffwechsel brauchst:
Wenn der Test von eben den Griff überführt hat, entscheidet die Prüffrage aus dem zweiten Abschnitt, welche der ersten beiden Positionen deine ist. Die beiden unteren brauchst du, wenn du deine Griffe behalten und nur richtig festmachen willst.
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Der folgende Abschnitt spart den meisten Lesern das Geld für die Griffe komplett.
Ein sehr großer Teil aller Griffkäufe passiert aus einem anderen Grund als Verschleiß: Die Hände schlafen ein. Nach vierzig Minuten kribbelt der Ringfinger, nach einer Stunde ist die Handfläche taub, und im Netz steht dann, weichere Griffe würden helfen. Manchmal stimmt das. Meistens nicht.
Denn Taubheit entsteht selten im Gummi. Sie entsteht aus Druck und Haltung. Der häufigste Auslöser ist ein Handgelenk, das dauerhaft abgeknickt ist, weil der Bremshebel zu hoch oder zu tief steht - die Faustregel dafür ist eine gerade Linie von Unterarm über Handrücken bis zu den Fingern, wenn du sitzt, nicht wenn du daneben stehst. Der zweitwichtigste ist zu viel Gewicht auf den Handgelenken, weil der Lenker zu tief oder zu weit vorn ist. Und der dritte ist ein Handschuh mit einer dicken Naht genau über der Handfläche.
Ein weicherer Griff ändert an keinem dieser drei Punkte irgendetwas. Er polstert nur die Stelle, an der es weh tut, und verschleiert damit die Ursache. Und es kann sogar nach hinten losgehen: Wer in ein sehr weiches Gummi erst tief hineindrücken muss, bevor er Halt findet, hält tendenziell fester zu - und fest zugreifen ist genau das, was den Nerv abklemmt.
Bevor du also Motorradgriffe wechseln lässt oder selbst welche bestellst, verstell einmal die Hebel. Fünf Minuten, ein Inbusschlüssel, kein Cent. Wenn es danach besser ist, war es nie der Griff.
Motorradgriffe wechseln ist eine der wenigen Arbeiten, bei denen der Fehler nicht in der Garage passiert, sondern im Bestellfenster. Offen oder geschlossen entscheidet über Endengewicht und Endenspiegel. Zwei Durchmesser statt einem entscheiden darüber, ob das Paar überhaupt passt. Und ob du klebst oder schraubst, entscheidet darüber, wie der nächste Wechsel abläuft.
Der Rest ist Handwerk: sauber machen, entfetten, kleben, aushärten lassen und nicht am selben Abend fahren. Wie lange, steht auf der Dose - ein verbreiteter Griffkleber verlangt nach dem Kleben und Abbinden mindestens acht Stunden, und in dieser Zeit wird der Griff nicht mehr gedreht. Wer samstagvormittags klebt, fährt also frühestens am Abend - wer nachmittags anfängt, am nächsten Tag. Bei einem Heizgriffsatz mit beigelegtem Kleber sind es 24 Stunden.
Und wenn du dieses Wochenende nur eine einzige Sache machst, dann diese: Hand nass, Griff drehen. Zwei Sekunden. Wenn er sich bewegt, weißt du seit heute etwas, das dir bisher nur der Regen gesagt hätte.
Woran erkenne ich, ob mein Griff wirklich geklebt ist?
Mach die Hand nass und dreh den Griff mit Kraft gegen die Gasdrehhülse, ohne dabei Gas zu geben. Bewegt sich der Gummi, während die Hülse stillsteht, ist der Griff nur aufgesteckt. Trocken bestehen fast alle Griffe diesen Test - deshalb ist die nasse Hand entscheidend.
Warum haben Motorradgriffe zwei verschiedene Durchmesser?
Links greift der Griff direkt auf das Lenkerrohr, das bei den meisten Motorrädern 22 Millimeter misst. Rechts sitzt er auf der Gasdrehhülse, die über das Rohr geschoben ist und deshalb dicker ausfällt - üblich sind dort 24 oder 25 Millimeter. Sätze sind daher als 22/25 oder 22/24 ausgeschrieben. Ein Paar mit zweimal 22 passt nur auf eine Seite.
Kann ich mit geschlossenen Griffen Lenkerendengewichte fahren?
Nein. Geschlossene Griffe decken das Lenkerende ab, und Endengewichte wie Lenkerendenspiegel brauchen genau dort eine Öffnung, weil ihre Klemmung ins Rohr greift. Wenn an deinem Lenker ab Werk ein Gewicht sitzt, kommen nur offene Griffe in Frage.
Hält Haarspray als Griffkleber?
Kurzfristig ja, dauerhaft nein. Haarspray gleitet beim Aufschieben und trocknet klebrig an, ist aber wasserlöslich. Nach einer nassen Fahrt ist die Haftung wieder weg. Für eine Dauerlösung gehört Griffkleber ans Rohr, gern zusätzlich mit Sicherungsdraht in der dafür vorgesehenen Nut.
Was ist der Unterschied zwischen geklebten und Lock-on-Griffen?
Lock-on-Griffe sitzen auf einer festen Innenhülse. Links wird der Griff aufs blanke Lenkerrohr geschoben und mit einer kleinen Schraube geklemmt. Rechts ersetzt er bei den verbreiteten Systemen die Gasdrehhülse komplett - der Gaszug hängt dort in einem Nockenstück, das zum Modell passen muss. Kein Kleber, kein Aushärten, beim nächsten Mal einfach abschrauben. Geklebte Griffgummis sind günstiger und flacher, verlangen aber sauberes Arbeiten und Aushärtezeit.
Helfen weichere Griffe gegen taube Hände?
Meist nicht. Taubheit kommt überwiegend von einem abgeknickten Handgelenk, zu viel Gewicht auf den Händen oder einer dicken Handschuhnaht - alles drei Dinge, die ein Gummi nicht ändert. Sehr weiche Griffe verlangen sogar mehr Haltekraft. Erst Hebelstellung und Sitzposition prüfen, dann über Griffe nachdenken.
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