
Es gibt diesen einen Reflex, gegen den du nichts machen kannst. Du gehst zu Boden, und noch bevor dein Kopf begreift, was gerade passiert, schießen die Hände nach vorn. Sie fangen den Sturz ab. Immer. Deshalb sind gute Motorradhandschuhe kein Accessoire, sondern das Teil deiner Ausrüstung, das fast garantiert als Erstes Asphaltkontakt hat – und genau darum dreht sich dieser Guide: Schutz, Klima und die Frage, was im Sommer, im Winter und bei Regen wirklich an die Finger gehört.
Und weil das so ist, fangen wir nicht mit Material an. Sondern mit dem, was schiefgeht.
Sicherheitshinweis: Stürzt du ohne Handschuhe, fangen die Hände den Sturz reflexartig zuerst ab – die Folge sind aufgeschürfte Handflächen bis auf den Knochen oder Brüche, Verletzungen, die wochenlang jeden Handgriff unmöglich machen.
Das ist keine Schwarzmalerei. Das ist Physik plus Anatomie. Der Mensch schützt im freien Fall instinktiv Kopf und Rumpf, und das Werkzeug dafür sind die Hände. Sie rutschen über groben Asphalt, der sich verhält wie eine grobe Raspel. Wer das einmal gesehen hat, diskutiert über „nur kurz zum Bäcker ohne“ nicht mehr.
Reden wir über die Norm, denn sie trennt echtes Schutzgerät von modischen Lederfäustlingen. In Europa gilt für Motorradhandschuhe die Prüfnorm EN 13594:2015 – voller Titel: DIN EN 13594:2015-12, „Schutzhandschuhe für Motorradfahrer – Anforderungen und Prüfverfahren“. Sie legt fest, wie ein Handschuh konstruiert sein muss, wie lang die Manschette sitzt, wie ergonomisch er sein soll und vor allem: wie viel Abrieb, Naht- und Reißkraft er aushält.
Handschuhe, die das erfüllen, werden in der EU als persönliche Schutzausrüstung (PSA) gehandelt und tragen das CE-Zeichen. Kein CE, keine geprüfte Schutzleistung – so einfach ist die Logik. Ein Handschuh aus dem Modeladen mag aus Leder sein und gut aussehen. Geprüft ist er deshalb noch lange nicht.
Die Norm kennt zwei Leistungsstufen, nicht drei. Merk dir das, weil im Netz hartnäckig die falsche Zahl kursiert.
– Level 1 steht für ein niedrigeres Schutzniveau bei mehr Tragekomfort und besserer Fingerfertigkeit. Du spürst die Hebel besser, der Handschuh fällt leichter aus.
– Level 2 steht für ein höheres Schutzniveau mit höheren Werten bei Abrieb, Naht- und Reißfestigkeit – was meist etwas Gewicht und Beweglichkeit kostet.
Beide Level sind legitim. Ein Stadt-Sommerhandschuh muss kein Renn-Level-2-Panzer sein. Aber du solltest wissen, was du kaufst, statt es zu raten.
Auf manchen Handschuhen findest du neben dem CE-Zeichen ein kleines Piktogramm mit den Buchstaben „KP“. Das steht für Knuckle Protection – also für einen separat geprüften Schutz der Fingerknöchel und des Handrückens. Wichtig, weil das oft verwechselt wird: KP meint die Knöchel deiner Hand, nicht das Sprunggelenk am Fuß.
Trägt ein Handschuh das KP-Zeichen, wurde der Knöchelprotektor per Schlagprüfung getestet – ein definierter Fallschlag, bei dem gemessen wird, wie viel Restkraft noch durchkommt. Bei Level 1 ist dieser Aufprallschutz optional, bei Level 2 Pflicht. Heißt im Klartext: Fehlt das KP-Zeichen, ist ein vorhandenes Polster auf dem Handrücken nicht zertifiziert, auch wenn es sich hart und beruhigend anfühlt. Beruhigend ist nicht dasselbe wie geprüft.
Die konkreten Prüfwerte – Abriebzeiten in Sekunden, Nahtfestigkeit in Newton pro Millimeter, die Aufprallenergie der KP-Schlagprüfung im Bereich von rund fünf Joule – stammen aus der Normauswertung und sind eher etwas für Technik-Nerds. Für dich am Tresen zählt die einfache Faustregel: CE prüfen, Level prüfen, auf KP achten. Der Rest ist Detailtiefe.
Dreißig Grad, die Sonne knallt, und du willst Luft an die Finger. Verständlich. Der typische Sommerhandschuh ist perforiert oder mit Mesh-Einsätzen belüftet, oft mit kurzer Stulpe, damit Luft durchzieht und die Hände nicht im eigenen Saft schwimmen.
Der Fehler beginnt da, wo aus „luftig“ ein „löchriges Stoffläppchen“ wird. Belüftung ist gut. Belüftung auf Kosten der Handkante und des Handrückens ist es nicht. Ein guter Sommerhandschuh hat trotzdem Verstärkungen genau dort, wo es beim Sturz kracht – Handballen, Handkante, Knöchel.
Kurze Stulpe heißt außerdem: Achte darauf, dass der Übergang zur Jacke sauber schließt. Eine klaffende Lücke zwischen Handschuh und Ärmel ist beim Rutschen genau die Stelle, an der sich der Handschuh vom Handgelenk schält. Ein Handschuh, der beim Aufprall abfliegt, schützt niemanden.
Und ein Punkt, den viele unterschätzen: Im Hochsommer schwitzen die Hände, das Material wird rutschig, der Griff weicher. Ein gut sitzender, atmungsaktiver Sommerhandschuh hält dein Greifgefühl länger wach als ein luftiges Modell, das innen nass wird und beim Lenken verrutscht. Komfort ist hier nicht Luxus, sondern Teil der Kontrolle über die Maschine.
Achte im Sommer außerdem auf hellere Farben oder reflektierende Akzente, wenn du viel im Stadtverkehr unterwegs bist. Sichtbarkeit beginnt nicht erst bei der Jacke, und eine Hand, die der Autofahrer beim Abbiegen erkennt, ist mehr wert als jede Mode-Optik. Auch das gehört zur ehrlichen Bewertung eines Sommerhandschuhs.
Kalte Finger sind kein Komfortproblem, sondern ein Sicherheitsproblem. Wer die Hebel nicht mehr sauber spürt, dosiert Bremse und Kupplung schlechter – und dosieren ist genau das, was im Notfall zählt. Winterhandschuhe arbeiten deshalb mit Isolation, meist mit einer wasserdichten Membran, und mit einer langen Stulpe, die über den Jackenärmel reicht und die Zugluft am Handgelenk stoppt.
Bei den Membranen wird gern eine bestimmte Marke als Maß aller Dinge genannt. Lass dich davon nicht blenden. Es gibt herstellereigene Membranen, die ebenfalls dichthalten. Entscheidend ist, dass „wasserdicht“ auch wirklich dauerhaft wasserdicht bedeutet und nicht nur die ersten zwanzig Minuten.
Der ewige Zielkonflikt im Winter heißt Wärme gegen Gefühl. Je dicker das Futter, desto klobiger die Finger. Probier Winterhandschuhe deshalb immer mit der Jacke an, die du wirklich fährst, und greif dabei nach einem Hebel oder einem Lenkergriff. Wenn du die Bremse nicht mehr fein ziehen kannst, ist der Handschuh zu dick – egal wie warm er ist.
Ein Trick, der die Diskussion oft entschärft: beheizte Griffe oder beheizte Handschuhe. Wer die Wärme von außen oder aus dem Akku bekommt, kann zu einem dünneren, beweglicheren Modell greifen und behält trotzdem warme Finger. Das ist keine Pflicht, aber für Vielfahrer im Winter oft die elegantere Lösung als der dickste Fäustling im Regal. Beachte bei beheizten Varianten allerdings die Strom- und Anschlusshinweise des Herstellers.
Und denk an die Stulpe. Eine kurze Winterstulpe, die nicht ordentlich über oder unter den Ärmel reicht, lässt genau da Kälte rein, wo die Pulsadern dicht unter der Haut liegen. Kalt am Handgelenk heißt kalt in den Fingern – selbst wenn der Handschuh selbst noch so gut gefüttert ist.
Regenhandschuhe und Allwettermodelle setzen auf eine wasserdichte, atmungsaktive Membran und versuchen, Nässeschutz mit Klimakomfort zu verbinden. Für viele Fahrer im DACH-Raum ist das die ehrlichste Wahl, weil das Wetter sich selten an die Wettervorhersage hält.
Touren-Handschuhe sind in dieselbe Richtung gedacht: ein Kompromiss aus Komfort und Wetterschutz, der dich morgens bei zwölf Grad und mittags bei fünfundzwanzig nicht im Stich lässt. Kein Spezialist in einer Disziplin, dafür ein verlässlicher Allrounder.
Ein Praxishinweis aus dem Sattel: Eine wirklich wasserdichte Membran hilft dir wenig, wenn das Wasser oben am Ärmel hineinläuft und im Handschuh steht. Lange Stulpe unter den Ärmel, kurze Stulpe über den Ärmel – die Reihenfolge entscheidet, ob du trocken bleibst oder einen kleinen See am Handgelenk sammelst.
Wer es krachen lässt, braucht mehr Material. Sport- und Rennhandschuhe setzen auf reichlich Hartschutz an Knöcheln und Handkante, oft mit einem auswechselbaren Slider – dem „Schleifer“ an der Handkante, der beim Rutschen über den Asphalt opfert, was sonst dein Handgelenk opfern müsste. Dazu eine lange Stulpe, die das Handgelenk vollständig umschließt.
Diese Einteilung in Sommer, Winter, Regen, Touren und Sport ist übrigens Marktstandard, keine Normvorgabe. Die EN 13594 sagt nichts darüber, ob ein Handschuh „Sommer“ heißen darf. Sie sagt nur, wie gut er schützt. Den Einsatzzweck bestimmst du.
„Leder ist sicher, Textil ist Spielzeug.“ Diesen Satz hörst du an jedem Stammtisch, und er stimmt so nicht. Leder bringt von Natur aus eine hohe Abriebfestigkeit mit, das ist unbestritten. Aber moderne Textil- und Mischgewebe-Handschuhe erreichen über die EN-13594-Prüfung durchaus vergleichbare Werte.
Für dich als Käufer zählt nicht das Material an sich, sondern das bestandene Prüflabel. Ein zertifizierter Level-2-Textilhandschuh schützt besser als ein ungeprüfter Lederhandschuh aus der Grabbelkiste. Material ist ein Indiz, kein Beweis.
Touchscreen-Tauglichkeit, also leitfähige Fingerkuppen fürs Navi oder Handy, ist ein reines Komfortmerkmal. Schön zu haben, ohne jede Norm-Relevanz. Lass dich davon bei der Schutzfrage nicht ablenken.
Ein Handschuh muss sitzen wie eine zweite Haut – eng, aber nicht abschnürend. Zu groß, und das Material verrutscht beim Sturz, statt zu schützen; die Naht liegt dann an der falschen Stelle, wenn die Belastung kommt. Zu klein, und nach zwanzig Minuten sind deine Finger taub, weil die Durchblutung leidet.
Probier beide Hände an, nicht nur eine. Mach die Faust. Greif nach einem Lenkergriff. Die Fingerkuppen sollten vorn anstehen, ohne zu drücken, und der Verschluss am Handgelenk muss fest schließen – sonst hilft die ganze Zertifizierung nichts, weil der Handschuh im Ernstfall einfach von der Hand rutscht.
Und ja: Wie bei allen technischen Toleranzen und herstellerspezifischen Angaben gilt auch hier – beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch sowie die Größen- und Pflegehinweise des Handschuhherstellers. Größentabellen sind keine Empfehlung, sondern dein Werkzeug für die richtige Wahl.
Jetzt wird es juristisch, und hier trennt sich Gerücht von Gesetz. In Deutschland gibt es keine gesetzliche Handschuhpflicht im normalen Straßenverkehr. Vorgeschrieben ist allein der Helm – ein „geeigneter Schutzhelm“ nach § 21a Abs. 2 StVO für Krafträder über 20 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit. Handschuhe, Jacke, Hose: dringend empfohlen, aber nicht per Gesetz erzwungen.
Dringend empfohlen heißt allerdings nicht folgenlos. Wer ohne Schutzkleidung stürzt und sich Verletzungen zuzieht, die mit Ausrüstung glimpflicher ausgegangen wären, muss im Schadensfall mit einer Mitverschuldensfrage rechnen – die Ansprüche können gekürzt werden. Das ist keine Strafe, aber es kann teuer werden.
Eine Ausnahme gibt es in der Praxis: In der Fahrausbildung und in der Fahrprüfung wird geeignete Schutzkleidung verlangt, zu der üblicherweise auch Motorradhandschuhe gehören – neben Helm, Jacke mit Protektoren, langer Motorradhose und festen Stiefeln. Das beruht auf den Vorgaben und Anwendungshinweisen rund um die Fahrerlaubnisprüfung und ist eine Voraussetzung für die Prüfungsteilnahme, keine allgemeine Tragepflicht für die Straße. Im Zweifel sagt dir deine Fahrschule, was am Prüfungstag konkret gefordert ist.
Fährst du nach Frankreich, ändert sich die Lage komplett. Dort schreibt das Décret n° 2016-1232 vom 19. September 2016, in Kraft seit dem 20. November 2016, vor, dass CE-zertifizierte Motorradhandschuhe getragen werden müssen – und zwar von Fahrer und Beifahrer. Es gilt für Krafträder, Motordreiräder, Motorvierräder und Mopeds. Ausgenommen sind nur Fahrzeuge mit Türen und Sicherheitsgurten.
Wer ohne erwischt wird, zahlt: Es handelt sich um eine contravention de 3e classe, also ein Bußgeld der dritten Klasse mit einem Regelbetrag von 68 Euro – bei schneller Zahlung innerhalb von 15 Tagen ermäßigt auf 45 Euro, bei verspäteter Zahlung erhöht auf maximal 180 Euro. Für den Fahrer kommt von Gesetzes wegen ein Punkt Abzug im französischen Führerscheinsystem dazu. Beifahrer zahlen das Bußgeld, verlieren aber keinen Punkt. Wer kein Punktekonto im französischen System führt – etwa bei bestimmten Mopeds und Rollern ohne entsprechenden Führerschein -, dem kann kein Punkt abgezogen werden.
Die deutschen CE-Handschuhe gelten dabei selbstverständlich auch in Frankreich – die PSA-Regelung ist europäisch. Du brauchst also keine Sonderausstattung, nur überhaupt zertifizierte Handschuhe an den Händen.
Dieser Abschnitt ist keine Rechts- oder Versicherungsberatung. Stand 18.06.2026. Bußgelder, Punkteregeln und Normfassungen können sich ändern – prüfe im Zweifel den aktuellen Bußgeldkatalog, den geltenden Code de la route und deine eigene Police.
Unterm Strich heißt das: In Deutschland zwingt dich niemand, gute Motorradhandschuhe zu tragen – dein Körper allerdings schon, sobald du einmal hingefallen bist. Die Rechtslage ist nur die kleinere Hälfte der Geschichte. Die größere entscheidet sich an dem Tag, an dem du froh bist, dass zwischen Handfläche und Asphalt mehr lag als nackte Haut.
Wenn du nur drei Dinge mitnimmst, dann diese. Erstens: das CE-Zeichen samt EN 13594:2015 und Performance-Level – ohne das ist alles andere Geschmackssache. Zweitens: das KP-Zeichen, wenn dir geprüfter Knöchelschutz wichtig ist, was er sein sollte. Drittens: die Passform am eigenen Körper, mit deiner Jacke, mit deinem Griff.
Den Rest entscheidet dein Einsatz. Pendelst du täglich durch die Stadt, ist ein belüfteter Allrounder oft sinnvoller als zwei Spezialisten im Schrank. Fährst du das ganze Jahr, kommst du um ein zweites Paar für die kalte Jahreszeit kaum herum. Und wer auf die Strecke geht, weiß ohnehin, dass am Hartschutz nicht gespart wird.
Ein Wort noch zum Alter deiner Handschuhe. Leder trocknet aus, Nähte ermüden, Klettverschlüsse verlieren ihren Griff. Ein zehn Jahre alter Lieblingshandschuh mit brüchigem Leder und ausgeleierter Stulpe ist im Sturz nicht mehr das, was er einmal war – auch wenn er sich vertraut anfühlt. Schau dir die Nähte an, zieh am Material, prüf den Verschluss. Vertrautheit ist kein Sicherheitsmerkmal.
Pflege verlängert das Leben deiner Ausrüstung, ersetzt aber kein abgeschriebenes Teil. Lederhandschuhe wollen gelegentlich gefettet werden, damit sie geschmeidig bleiben; Textilmodelle vertragen meist eine vorsichtige Wäsche nach Herstellerangabe. Trockne nasse Handschuhe nie auf der Heizung – die Hitze macht Leder hart und kann Membranen schädigen. Lufttrocknen, langsam, fertig.
Die ehrliche Wahrheit über Motorradhandschuhe ist unbequem und einfach zugleich: Das billigste Paar ist nie das, das beim Sturz versagt – sondern das, das du gar nicht erst anziehst, weil es unbequem ist, schlecht sitzt oder im Regen durchnässt. Der beste Handschuh ist der, den du jeden Tag trägst. Alles andere liegt nur im Topcase und schützt niemanden.
Denk an den Reflex vom Anfang. Du kannst ihn nicht abstellen. Aber du kannst entscheiden, was zwischen deiner Hand und dem Asphalt liegt, wenn er zuschlägt.
Sind Motorradhandschuhe in Deutschland Pflicht?
Nein. In Deutschland gibt es im normalen Straßenverkehr keine gesetzliche Handschuhpflicht. Vorgeschrieben ist nur der Helm nach § 21a Abs. 2 StVO. Ausnahme: In Fahrausbildung und Fahrprüfung sind Handschuhe verlangt. Stand 18.06.2026, keine Rechtsberatung.
Was bedeutet das KP-Zeichen auf Motorradhandschuhen?
KP steht für Knuckle Protection und kennzeichnet einen separat per Schlagprüfung getesteten Schutz der Fingerknöchel und des Handrückens – nicht des Sprunggelenks. Bei Level 1 ist dieser Schutz optional, bei Level 2 Pflicht. Fehlt das KP-Zeichen, ist ein vorhandenes Polster nicht zertifiziert.
Wie viele Schutzstufen hat die Norm EN 13594:2015?
Die EN 13594:2015 kennt zwei Performance-Level: Level 1 mit niedrigerem Schutzniveau und mehr Tragekomfort, Level 2 mit höherem Schutzniveau bei Abrieb-, Naht- und Reißfestigkeit. Die im Netz kursierende Angabe von drei Stufen ist für diese Normfassung falsch.
Brauche ich für eine Reise nach Frankreich spezielle Handschuhe?
In Frankreich besteht seit dem 20.11.2016 die Pflicht, CE-zertifizierte Motorradhandschuhe zu tragen – für Fahrer und Beifahrer. Deine deutschen CE-Handschuhe nach EN 13594 gelten dort ebenfalls. Ein Verstoß kostet 68 Euro Regelbetrag und für den Fahrer einen Punkt. Stand 18.06.2026.
Sind Lederhandschuhe sicherer als Textilhandschuhe?
Nicht zwangsläufig. Leder bringt von Natur aus hohe Abriebfestigkeit mit, moderne Textil- und Mischgewebe können über die EN-13594-Prüfung aber vergleichbare Werte erreichen. Entscheidend ist die bestandene Zertifizierung samt Level, nicht das Material allein.
Reicht ein Paar Handschuhe für das ganze Jahr?
Für reine Schönwetterfahrer oft ja, idealerweise ein belüfteter Allrounder. Wer im Winter und bei Kälte fährt, braucht in der Regel ein zweites, isoliertes und wasserdichtes Paar mit langer Stulpe, weil kalte, taube Finger die Dosierung von Bremse und Kupplung verschlechtern.
Woran erkenne ich, dass Motorradhandschuhe richtig passen?
Sie sitzen eng wie eine zweite Haut, ohne abzuschnüren. Die Fingerkuppen stehen vorn an, ohne zu drücken, und der Verschluss am Handgelenk schließt fest. Probier beide Hände an, mach die Faust und greif nach einem Griff – rutscht der Handschuh, schützt er im Sturz nicht.






