Die besten Motorrad-Dokus und Serien für lange Winterabende

Ende November, die Maschine ist abgedeckt, draußen nieselt es. Am Abend fährst du trotzdem: durch die Mongolei, über die Anden, einmal quer durch Afrika. Es braucht nur ein Sofa und die richtige Serie.

Ausgesucht haben wir Reise-Dokus und zwei Spielfilme, die vom Unterwegssein erzählen, nicht vom Rennen. Zu jedem Titel stehen die Eckdaten, und bei zwei der großen Reisen haben wir nachgerechnet, wie viele Kilometer im Schnitt auf einen Tag kamen. Das hilft auch bei der Planung für das nächste Frühjahr.

Zwei Freunde, vier Reisen

Den Anfang machten der Schauspieler Ewan McGregor und sein Freund Charley Boorman 2004 mit Long Way Round: von London ostwärts nach New York, vom 14. April bis zum 29. Juli, durch zwölf Länder. Auf der Straße der Knochen nach Magadan standen Flüsse ohne intakte Brücken im Weg, über ein paar davon kamen die Motorräder nur auf Lastwagen. Über eine Lücke im Straßennetz Sibiriens half ein Zug, über den Pazifik ein Flug nach Alaska.

2007 folgte Long Way Down, von der Nordspitze Schottlands nach Kapstadt, vom 12. Mai bis zum 4. August, durch 18 Länder, auf BMW R 1200 GS Adventure. Mit den beiden unterwegs waren Kameraleute, ein Sicherheitsmann, medizinische Begleitung sowie örtliche Führer und Dolmetscher.

2019 ging es mit Long Way Up in 100 Tagen von Ushuaia nach Los Angeles, durch 13 Länder und auf Prototypen eines elektrischen Motorrads, die zu Reisemaschinen umgebaut waren. 2025 kam Long Way Home dazu: 63 Tage durch Skandinavien, Ost- und Mitteleuropa, auf einer Moto Guzzi von 1974 und einer alten BMW mit Kickstarter. In der zweiten Folge geht es auch durch Deutschland.

Was die Etappen verraten

Rechne beim Zuschauen ruhig mit. Für Long Way Home kommen rund 16.100 Kilometer in 63 Tagen zusammen, das sind gut 250 am Tag. Die Route durch Amerika maß rund 20.900 Kilometer, verteilt auf 100 Tage, also etwa 210 am Tag. Gerechnet ist über alle Tage der Reise, auch die ohne Fahrt.

Im Schnitt kamen die beiden also kaum über 250 Kilometer am Tag, und das mit Begleitfahrzeugen im Rücken. Wie viel am Tag für dich realistisch ist, findest du in einem Text im Kasten.

Klein, rau, ohne Sponsor

Wer es weniger glatt mag, sucht nach Mondo Enduro. Eine Gruppe um Austin Vince fuhr 1995 und 1996 von London aus auf Suzuki DR350 um die Welt, auf der längsten Route in möglichst kurzer Zeit, selbst bezahlt und ohne Sponsor. Durch dieselbe straßenlose Lücke in Sibirien kamen sie nicht ganz, für die letzten rund 160 Kilometer nahmen sie die Transsibirische Eisenbahn. Daraus wurde 1997 eine zweiteilige Fernsehserie.

Zwei Spielfilme gehören dazu

Easy Rider von 1969 ist der Film, an dem sich Motorrad-Roadmovies bis heute messen. Dennis Hopper führte Regie, Peter Fonda produzierte, beide spielen die Hauptrollen. Ihre Chopper mit Panhead-Motor bauten Cliff Vaughs und Ben Hardy.

Die Reise des jungen Che von 2004 erzählt die Fahrt des jungen Ernesto Guevara und seines Freundes Alberto Granado durch Südamerika im Jahr 1952. Regie führte Walter Salles. Geplant waren mehr als 14.000 Kilometer in viereinhalb Monaten auf einer alten Norton 500, die sie La Poderosa nennen. Unterwegs gibt sie auf, danach geht es oft zu Fuß weiter. Am Ende sind die beiden acht Monate unterwegs.

Bis die Straße wieder trocken ist

Bis die Straße wieder trocken ist, reichen diese Reisen für viele Abende. Und wenn im Frühjahr die Abdeckung von der Maschine kommt, weißt du vielleicht schon, wohin die erste längere Tour gehen soll.

❓ Häufige Fragen zu Motorrad-Dokus und Serien

Welche Motorrad-Doku passt zu einem langen Winterabend?

Für einen langen Winterabend eignen sich Reise-Dokus, die in Folgen erzählt sind. Bekannt ist vor allem die Reihe von Ewan McGregor und Charley Boorman, von Long Way Round 2004 bis Long Way Home 2025. Rauer und ohne Sponsor ist Mondo Enduro von 1997.


Wie viele Kilometer am Tag fahren die Reisenden in den Dokus?

Gut 200 bis gut 250 Kilometer am Tag waren es im Schnitt auf den beiden jüngsten Reisen von McGregor und Boorman, gerechnet über alle Tage, auch die ohne Fahrt. An reinen Fahrtagen kamen sie entsprechend weiter.


Gibt es Motorrad-Reisedokus ohne großes Budget?

Motorrad-Reisedokus ohne großes Budget gibt es, ein bekanntes Beispiel ist Mondo Enduro. Austin Vince und seine Mitfahrer umrundeten darin von London aus die Welt auf kleinen Enduros und zahlten alles selbst, die Serie dazu lief 1997.


In welcher Reihenfolge sind die Reisen von McGregor und Boorman entstanden?

Zuerst kam 2004 Long Way Round, quer durch Europa, Asien und Nordamerika. Long Way Down führte 2007 durch Europa und Afrika, Long Way Up 2019 durch Süd- und Mittelamerika bis Los Angeles, gesendet 2020. Als vierte Reise erschien 2025 Long Way Home, eine Runde durch Europa.


Welche Spielfilme über Motorradreisen sind Klassiker?

Klassiker unter den Spielfilmen über Motorradreisen sind Easy Rider von 1969 und Die Reise des jungen Che von 2004. Der eine zeigt zwei Aussteiger auf Choppern, der andere zwei junge Männer auf einer alten Norton quer durch Südamerika.

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