
Auf jedes gestohlene Auto kommt in Deutschland fast ein gestohlenes Zweirad. 26.692 Fälle bei Mopeds und Motorrädern weist die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 aus, 27.632 bei Autos und anderen Kraftwagen. Der Abstand beträgt keine 1.000 Fälle, dabei sind rund elfmal so viele Kraftwagen zugelassen wie Krafträder. Hinter den 26.692 Fällen stehen acht weitere Zahlen, und die sagen mehr über das Risiko für dein Motorrad als jede Schlagzeile zum Motorraddiebstahl.
Das Bundeskriminalamt zählt „Mopeds und Krafträder“ zusammen, eine eigene Zahl nur für Motorräder gibt es nicht. Der 50er-Roller vor dem Wohnheim gehört also ebenso dazu wie deine Reiseenduro, dazu S-Pedelecs bis 45 km/h und E-Bikes, die auch ohne Treten fahren. Pedelecs bis 25 km/h zählen als Fahrrad, E-Scooter laufen unter sonstigem Diebstahl.
Gezählt werden außerdem Fälle, nicht Fahrzeuge, und Versuche zählen mit. Auch der Dieb, der nachts an deinem Schloss scheitert, landet in der Statistik, wenn du den Versuch anzeigst. Bei 3.220 Fällen blieb es beim Versuch. Übrig bleiben 23.472 vollendete Taten, bei den Kraftwagen sind es 23.886.
Auch die andere Seite ist breiter, als das Wort Auto vermuten lässt. Als Kraftwagen gelten neben dem Pkw auch Lkw, Zugmaschinen, Gabelstapler und Quads.
Stell dir ein Treffen mit 200 bis 300 Zweirädern vor. Rechnerisch trifft es davon jedes Jahr eines, bei Autos bräuchte es dafür einen Parkplatz mit 2.000. Die Rechnung zum Motorraddiebstahl läuft über den Bestand: Am 1. Januar 2026 waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 5,07 Millionen Krafträder zugelassen, alle übrigen Kraftfahrzeuge kamen zusammen auf 56,3 Millionen.
Bei den Krafträdern ergibt das 5,3 Fälle auf 1.000, also einer auf knapp 200. Das ist zu hoch gegriffen, denn in der Fallzahl stecken ja auch die Mopeds, im Bestand nicht.
Der Versichererverband GDV nennt für 2023 rund 2,9 Millionen Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen. Rechnest du die dazu, sind es 3,3 Fälle auf 1.000, also einer auf rund 300. Das wiederum ist zu niedrig, denn in den 2,9 Millionen stecken auch E-Scooter, die in dieser Zeile nicht auftauchen.
Heraus kommt deshalb eine Spanne: Je Fahrzeug trifft es Zweiräder grob sieben- bis elfmal so oft wie Autos. Eine schärfere Zahl für richtige Motorräder gibt die Statistik nicht her.
Beim Motorraddiebstahl gelten 18,0 Prozent der Fälle als aufgeklärt, für die Zweiräder der niedrigste Wert seit 1993. Bei den Kraftwagen sind es 30,1 Prozent. Das klingt nach einer klaren Rangfolge, nur hält das Wort nicht, was es verspricht.
Aufgeklärt ist ein Fall für die Statistik schon, wenn die Polizei nach ihren Ermittlungen einen Tatverdächtigen mit bekannten Personalien hat. Ob das Motorrad wieder auftaucht, spielt keine Rolle. Ob es zu einer Verurteilung kommt, auch nicht. 4.811 solcher Fälle zählt die Statistik für 2025.
Innerhalb der Zweiräder gibt es eine deutliche Staffel. Beim unbefugten Gebrauch, also der Spritztour auf einer fremden Maschine, liegt die Quote bei 65,1 Prozent. Beim einfachen Diebstahl sind es 20,0 Prozent, bei dem, was die Statistik als besonders schweren Fall führt, nur noch 15,3 Prozent. Zum Vergleich: Bei den 214.264 erfassten Fahrraddiebstählen sind es 9,8 Prozent.
Die Zahl, die dich eigentlich interessiert, fehlt ganz: Wie viele gestohlene Motorräder wieder zu ihrem Besitzer kommen, weist die Kriminalstatistik nicht aus. Auch der Versichererverband GDV veröffentlicht dazu, soweit wir sehen, keine Zahl für Motorräder.
Für das Wiederfinden zählt trotzdem Tempo: Zeig einen Diebstahl so früh wie möglich an. Das Bundeskriminalamt im Nachbarland Österreich begründet das so: In den ersten Stunden nach der Tat bestehen die besten Möglichkeiten, Spuren zu sichern und die Fahndung einzuleiten. Später sinkt die Chance deutlich, das Fahrzeug rasch zu finden. Nicht selten fällt ein Diebstahl aber erst Stunden oder Tage später auf, weil das Fahrzeug unbeaufsichtigt steht. Überwintert dein Motorrad in einer Sammelgarage, schau deshalb ab und zu vorbei, statt erst im März.
Die Tabelle der Tatorte widerspricht gleich zwei Sätzen, die du sicher kennst. Sie zeigt die Fälle von 2025 nach Einwohnern des Tatorts, in der zweiten und dritten Spalte die Zweiräder, ganz rechts zum Vergleich den Anteil der Kraftwagen.
| Ort | Fälle | Anteil | Autos |
|---|---|---|---|
| ab 500.000 | 8.484 | 31,8 % | 39,0 % |
| 100.000 bis 499.999 | 6.645 | 24,9 % | 16,2 % |
| 20.000 bis 99.999 | 7.348 | 27,5 % | 22,6 % |
| unter 20.000 | 4.162 | 15,6 % | 22,0 % |
Satz eins: Geklaut wird nur in der Großstadt. In den 15 Städten ab 500.000 Einwohnern lebt rund jeder sechste Mensch in Deutschland, dort passiert aber fast jeder dritte Fall. Mehr als zwei von drei Fällen passieren trotzdem außerhalb dieser Städte, und auch eine Stadt mit 80.000 Einwohnern ist dafür nicht zu klein.
Satz zwei: Motorräder sind das typische Großstadtproblem. Bei Autos ist das noch ausgeprägter, ihr Anteil liegt bei 39 Prozent. Zweiräder verteilen sich gleichmäßiger, besonders mittlere Städte fallen auf.
Mopeds und Roller dürften allerdings eher in der Stadt stehen als die Reisemaschine, die Tabelle bildet also nicht dein Motorrad allein ab.
Noch größer sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Bayern sind mit 1,08 Millionen die meisten Krafträder zugelassen, die Polizei zählte dort aber nur 1.357 Fälle. Nordrhein-Westfalen hat etwas weniger Maschinen und mit 9.130 fast siebenmal so viele Fälle.
Auf 1.000 Krafträder gerechnet kommt Bayern auf 1,3 Fälle, Nordrhein-Westfalen auf 9,6. In Berlin sind es 2.921 Fälle bei gut 123.000 Krafträdern, also fast 24 auf 1.000. Das ist nahezu das 19-Fache von Bayern.
In einer Stadt voller Roller stecken in den Fallzahlen mehr Mopeds, die der Bestand nicht zählt. Der Abstand ist trotzdem so groß, dass er kaum nur daran liegen dürfte. Fährst du aus dem Münchner Umland mit der Maschine nach Berlin, frag schon bei der Buchung nach einer Garage im Hotel.
Das Aufschlussreichste zum Motorraddiebstahl steht in einer Tabelle, die kaum jemand aufschlägt: der Schadenstabelle. Sie nennt für 2025 bei Mopeds und Krafträdern 45,5 Millionen Euro Schaden. Auf die 23.472 vollendeten Taten gerechnet sind das im Schnitt rund 1.940 Euro. Bei den Kraftwagen sind es gut 20.500 Euro, mehr als das Zehnfache.
Die größte Gruppe sind 10.019 Fälle mit einem Schaden zwischen 500 und 2.500 Euro. Bei 5.000 Euro oder mehr lagen nur 2.315 Fälle, rund jeder zehnte. Ab 50.000 Euro sind es ganze 30.
Das sieht weniger nach der neuen Reiseenduro aus als nach Roller, Moped und älterem Motorrad. Beweisen lässt es sich nicht, denn die Tabelle nennt keine Modelle. In gut 2.000 Fällen war der Schaden außerdem unbekannt, ohne sie läge der Schnitt bei gut 2.100 Euro. Fast so viele Fälle wie bei Autos heißt aber sicher nicht fast so viel Beute.
Beruhigend ist das nur halb. 2.315 Fälle im Jahr sind immer noch gut sechs am Tag mit einem Schaden von 5.000 Euro oder mehr.
Motorraddiebstahl fast auf Auto-Niveau, das wirkt wie ein neuer Trend. Ein Blick in die lange Reihe des Bundeskriminalamts zeigt etwas anderes. Von 2006 bis 2009 lagen die Zweiräder sogar vorn. 2007 zählte die Polizei 53.190 Fälle, fast doppelt so viele wie heute, bei den Kraftwagen waren es 39.438.
Danach ging es lange abwärts. 2021 war mit 17.588 Fällen der tiefste Stand der ganzen Reihe seit 1987. Dann kam der Sprung: 28.914 Fälle im Jahr 2023, ein Plus von 64 Prozent in zwei Jahren. Seither sinkt die Zahl wieder leicht. Auch bei Autos ging es in dieser Zeit nach oben, nur nicht so steil. Eine Erklärung liefert die Statistik nicht.
Der Abstand ist heute auch deshalb so klein, weil die Autos stark zurückgegangen sind. 1993 standen 214.836 Fälle bei Kraftwagen in der Statistik, ein Vielfaches von heute.
In Österreich liegen die Zweiräder schon vorn. Dort meldet das Bundeskriminalamt für 2025 insgesamt 711 angezeigte Diebstähle von Motorrädern und Mopeds, gegen 685 bei Pkw. Auch im Jahr davor lagen sie mit 904 zu 882 vorn.
Aus Tabellen wird noch kein Schloss. Für deinen Stellplatz lässt sich trotzdem etwas ableiten.
19.463 Fälle, knapp drei von vier, führt die Statistik als schweren Diebstahl. Das klingt nach Profis mit Transporter, über die Methode sagt die Zeile aber nichts. Für diese Einstufung genügt etwa schon eine überwundene Sicherung oder eine aufgebrochene Garage. Hinter vielen dieser Fälle dürfte also eine Sicherung stecken, die nicht gehalten hat. Dazu passt, was der ADAC zum Lenkerschloss schreibt: Es ist Grundschutz, reicht allein aber nicht, denn ein Motorrad lässt sich auch mit eingerastetem Schloss in einen Transporter oder Anhänger heben.
Damit ist der wichtigste Punkt gesagt, und das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) bringt ihn auf eine Formel: Anschließen ist immer besser als abschließen. Ein Schloss, das nur das Vorderrad blockiert, stoppt niemanden, der die Maschine trägt. Eine Kette an einem festen Punkt schon eher. Ohne sicheren Parkplatz rät das Institut zu zwei Schlössern unterschiedlicher Bauart.
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Der Ort zählt ebenso. Frag dich, wo, wann und wie lange die Maschine steht und wie begehrt sie bei Dieben ist, danach richtet sich das Risiko. Plätze, die verraten, dass du lange wegbleibst, sind schlecht, etwa vor dem Kino, dem Freibad oder auf dem Pendlerparkplatz am Bahnhof. Ein belebter, gut beleuchteter Platz ist besser.
Weil Motorraddiebstahl trotz Schloss passieren kann, hält das Institut eine Teilkasko für empfehlenswert, Diebstahl ist dort in der Regel mitversichert. So bleibt wenigstens der finanzielle Schaden begrenzt.
Zum Schluss die simpelste Rechnung. 2025 standen 100 erfassten Fällen 18 aufgeklärte gegenüber, und darunter können auch ältere Fälle sein. Ob auch nur eine dieser Maschinen zurückkommt, sagt das noch nicht.
Rechnerisch bleibt bei 82 offen, wer es war.
Wie viele Motorräder werden in Deutschland pro Jahr gestohlen?
Die Polizei hat 2025 in Deutschland 26.692 Fälle erfasst, davon 3.220 Versuche. Die Zahl umfasst Mopeds und Krafträder zusammen, also auch Roller und S-Pedelecs. Eine eigene Zahl nur für Motorräder veröffentlicht das Bundeskriminalamt nicht.
Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Motorraddiebstahl?
Die Aufklärungsquote lag 2025 bei 18,0 Prozent und damit deutlich unter den 30,1 Prozent bei Kraftwagen. Aufgeklärt bedeutet, dass die Polizei einen Tatverdächtigen mit bekannten Personalien ermittelt hat. Über den Verbleib des Fahrzeugs sagt die Quote nichts.
Wo werden die meisten Motorräder gestohlen?
Die meisten Fälle gab es 2025 in Städten ab 500.000 Einwohnern, dort lagen 8.484 von 26.692 Taten. Das ist fast ein Drittel, obwohl dort nur rund jeder sechste Mensch lebt. Gut zwei Drittel passierten aber in kleineren Städten und Gemeinden.
Werden gestohlene Motorräder wiedergefunden?
Wie viele gestohlene Motorräder wieder auftauchen, weist die Kriminalstatistik nicht aus. Sie hält fest, ob ein Fall aufgeklärt ist, nicht aber, ob das Fahrzeug zurückkommt. Die Fahrgestellnummer griffbereit zu haben hilft trotzdem bei Anzeige und Schadensmeldung.
Werden Motorräder öfter gestohlen als Autos?
Motorräder und Mopeds verschwinden im Verhältnis zum Bestand viel häufiger als Autos, die Rechnung ergibt etwa das Sieben- bis Elffache. In absoluten Fällen lagen beide 2025 nah beieinander, nur gibt es weit weniger Krafträder. Näher lässt es sich nicht eingrenzen, denn die Polizei trennt Mopeds und Motorräder nicht.
Welche Motorräder werden am häufigsten gestohlen?
Welche Modelle am häufigsten verschwinden, veröffentlicht die Polizeistatistik nicht. Aus dem erfassten Schaden lässt sich nur ablesen, dass teure Fahrzeuge die Ausnahme sind. Rechnerisch ergibt das rund 1.940 Euro je vollendeter Tat, und 5.000 Euro oder mehr erreicht etwa jeder zehnte Fall.
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