
Du stehst am Pordoijoch, der Motor tickt sich kühl, und vor dir steigen graue Felsnadeln senkrecht in einen Himmel, der hier oben eine Spur dunkler ist als unten im Tal. Genau für diesen Moment planst du eine Motorradreise Dolomiten - und genau dieser Moment kann dir die Kasse leeren, wenn du die Anreise schlecht durchgerechnet hast. Denn zwischen deiner Haustür und dem ersten Kehrenrausch liegen drei Mautsysteme, die nichts miteinander zu tun haben. Wer das vorher sortiert, fährt entspannter. Wer es ignoriert, zahlt drauf.
Dieser Planer macht beides: Er nimmt dir die schönsten Routen mit, und er rechnet dir die Kosten so auf, dass du beim Tanken nicht plötzlich blass wirst. Stand aller Zahlen ist der 22.08.2026.
Die Alpen kann jeder. Die Dolomiten musst du wollen. Das hat nichts mit Snobismus zu tun, sondern mit Geologie. Diese Berge bestehen aus hellem Dolomitgestein, das im Abendlicht orange glüht - die Italiener nennen das „Enrosadira“. Du fährst nicht durch grüne Hügel, du fährst durch eine versteinerte Kathedrale.
Für dich auf dem Bike heißt das: enge, technische Pässe, viele davon über 2.000 Meter, dazwischen Almwiesen und Ortschaften, in denen Deutsch, Italienisch und Ladinisch durcheinandergehen. Die Strecken sind selten lang. Aber sie sind dicht. Eine Tour, die auf der Karte nach 120 Kilometern aussieht, frisst hier locker einen halben Tag - weil du an jeder zweiten Kehre anhalten willst.
Das ist auch der häufigste Planungsfehler. Wer aus dem Flachland kommt, denkt in Kilometern. Hier rechnest du besser in Höhenmetern und Kehren. Eine Passhöhe alle 30 Minuten ist normal, und jede dieser Auffahrten kostet Konzentration. Pack also nicht zu viel in einen Tag. Lieber drei Pässe richtig genießen als sieben abhaken und am Abend nur noch müde sein.
Und noch etwas: Die meisten Dolomitenpässe sind italienische Staatsstraßen, also mautfrei. Das überrascht viele, die mit dem Vignetten-Reflex aus Österreich anreisen. Die Kosten entstehen woanders - auf der Anreise. Dazu gleich mehr. Erst zu den Strecken, die du nicht verpassen solltest.
Wenn es einen Pflichttermin gibt, dann diesen. Die Sella Ronda ist ein Rundkurs von 50 bis 55 Kilometern, je nach Startpunkt, der den mächtigen Sella-Stock einmal komplett umfährt - über vier Pässe, in einer Reihe, ohne Leerlauf zwischendurch.
Im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn, das ist Geschmackssache. Die vier Pässe sind immer dieselben:
Insgesamt rund 1.680 Höhenmeter auf 50 Kilometern. Klingt nach wenig. Fühlt sich nach mehr an, wenn du das dritte Mal hinter einem Wohnmobil in der Spitzkehre hängst.
Ein ehrlicher Tipp: Fahr die Runde früh. Ab zehn Uhr vormittags wird es voll, ab Mittag teilweise zäh. Der frühe Vogel kriegt hier nicht den Wurm, sondern die freie Linie.
Und eine Richtungsfrage musst du auch klären. Gegen den Uhrzeigersinn fährst du das Pordoijoch eher als Auffahrt - viele finden das schöner, weil die Serpentinen sich vor dir aufbauen statt unter dir wegzubrechen. Im Uhrzeigersinn liegt die Aussicht an anderen Stellen. Beides funktioniert. Wer Zeit hat, fährt die Runde einfach zweimal, einmal pro Richtung. Sie fühlt sich dann an wie zwei verschiedene Touren.
Und dann ist da der Termin, an dem die Runde für dich schlicht nicht existiert. Am Sellaronda Bike Day sind alle vier Pässe für den motorisierten Verkehr dicht und gehören den Radfahrern. 2026 fällt das auf den 6. Juni und noch einmal auf den 12. September, jeweils von 8.30 bis 16 Uhr. Wer an so einem Tag anreist, steht am Absperrgitter.
Und eine Nachricht, die viele beruhigen dürfte: Die viel diskutierte Verkehrsberuhigung am Grödner Joch, die ab September 2026 die komplette Sella Ronda betroffen hätte, kommt in dieser Form nicht. Nach Protest aus dem Tourismus bleibt es 2026 bei einem rein digitalen Testlauf - ohne Schranken, ohne Strafen. Wie es danach weitergeht, ist offen (Stand 08/2026).
Die Sella Ronda ist das Herzstück. Aber die wahren Charakterpässe stehen oft daneben.
Der Passo Giau mit rund 2.233 Metern ist für viele der schönste Pass der ganzen Region - eng, ohne Pause, mit einem Gipfelblick, der dich erst mal stehen lässt. Wer hier zum ersten Mal hochfährt, versteht sofort, warum die Dolomiten ihren Ruf haben.
Der Passo Falzarego auf rund 2.105 Metern verbindet das Sella-Gebiet mit Cortina d’Ampezzo. Breiter, flüssiger, ein guter Pass zum Ankommen, wenn die Beine vom Giau noch zittern.
Weiter westlich, schon Richtung Bozen, liegt der Karerpass (Passo di Costalunga, rund 1.750 Meter) auf der SS241. Davor der berühmte Karersee, dahinter der Rosengarten - ein Postkartenmotiv, das tatsächlich hält, was es verspricht.
Und dann der Mendelpass (Passo della Mendola, 1.363 Meter, SS42), der das Überetsch mit dem Nonstal verbindet. Niedriger, aber mit dichten Kehren und weniger Trubel als die Hochpässe. Ein guter Ausweichplan für Tage, an denen oben Nebel hängt - nur nicht am 19. September 2026: Da gehört die Mendel von 9 bis 16.30 Uhr den Radfahrern und ist für Motoren gesperrt.
Was diese vier Solitäre eint: Sie verlangen mehr Fahrkönnen als die breiteren Sella-Ronda-Abschnitte. Der Giau zum Beispiel hat lange keine Geraden, auf denen du dich erholst - es ist Kurve auf Kurve, rauf und runter, ohne Verschnaufpause. Das macht ihn so schön und gleichzeitig so fordernd. Wenn du in der Schräglage noch nicht zu Hause bist, fahr diese Pässe bewusst entspannt. Der Berg läuft dir nicht weg.
Höhenangaben am Rande: Bei Giau und Falzarego schwanken die Quellen leicht (Giau rund 2.233 bis 2.236 Meter, Falzarego rund 2.105 bis 2.109 Meter). Für die Planung ist das egal. Für die Hosentasche zählt nur, dass du auf über 2.000 Metern ankommst - mit allem, was das fürs Wetter bedeutet.
Ein Datum solltest du dir trotzdem merken: An der Maratona dles Dolomites, 2026 am 5. Juli, sind Giau, Falzarego und Valparola vom frühen Morgen bis in den frühen Nachmittag gesperrt. Dasselbe gilt am Dolomites Bike Day, 2026 am 20. Juni, für Falzarego, Valparola und Campolongo. Beides sind keine Kleinveranstaltungen, sondern Tage, an denen die halbe Region auf Radbetrieb umschaltet.
Ein Begriff, der ständig durcheinandergeht: Die klassische Panoramastrecke heißt Große Dolomitenstraße (italienisch Strada delle Dolomiti). Sie führt von Bozen über mehrere Pässe - Karerpass, Pordoijoch und Falzarego - rund 109 Kilometer bis nach Cortina d’Ampezzo. Der Falzarego, den du oben schon unter den Solitären hattest, ist also zugleich ihr Schlussstück vor Cortina. Sie verläuft dabei nicht durchgehend auf einer einzigen Straßennummer: Im westlichen Teil ab Bozen entspricht sie heute der SS241, im östlichen Abschnitt Richtung Cortina der SS48. Eröffnet wurde sie am 13. September 1909 als erste Touristenstraße quer durch die Dolomiten - damals noch auf österreichisch-ungarischem Boden. Gebaut wurde ab 1900, und ausgerechnet die Rampe über den Falzarego war das letzte und schwierigste Teilstück. Erst als sie stand, war die Strecke durchgehend befahrbar.
Bitte verwechsle das nicht mit den „Höhenwegen“ (italienisch Alte Vie). Das sind Wander- und Klettersteigrouten für Bergstiefel, keine Strecken fürs Motorrad. Wenn dir jemand erzählt, er sei den „Dolomiten-Höhenweg“ mit dem Bike gefahren, dann meint er entweder die Große Dolomitenstraße - oder er hat sich verlaufen.
Das Beste an der Strecke: Als Staatsstraße ist sie mautfrei. Du zahlst keinen Cent fürs Befahren der Pässe selbst. Die Kosten lauern, wie gesagt, auf der Anreise.
Aus dem DACH-Raum führen grob drei Wege in die Dolomiten, und jeder hat seinen Preis.
Der schnelle Weg geht über den Brenner. Aus Bayern auf der A8 und A93 bis Kufstein, durch Österreich auf der A13 über den Brennerpass, dann auf der italienischen A22 weiter Richtung Bozen. Schnell, planbar - aber genau hier zahlst du am meisten Maut, weil die A13 eine Sondermautstrecke ist (dazu unten mehr). Wer Zeit hat, kann den Brenner auch über die alte Passstraße fahren und sich die Sondermaut sparen. Langsamer, aber spannender.
Ein Haken hat dieser Spartipp allerdings, und er kostet im Zweifel mehr Zeit als die Maut Geld. Tirol sperrt an Reisetagen das untergeordnete Straßennetz für den Durchreiseverkehr, im Wipptal betrifft das genau die Brennerstraße und die Ellbögener Straße. 2026 gilt das von Anfang Mai bis zum 1. November an Samstagen, Sonn- und Feiertagen sowie am 29. Mai und am 2. Oktober, jeweils von 7 bis 19 Uhr - und ausdrücklich für alle Kraftfahrzeuge, Motorräder eingeschlossen. Frei bleibt nur, wer Ziel-, Quell- oder Anrainerverkehr ist und das bei einer Kontrolle glaubhaft machen kann, etwa mit einer Hotelbuchung in der Region. Wer also an einem Samstagvormittag im Juli die Maut sparen will, fährt entweder unter der Woche, früh vor sieben, nach neunzehn Uhr - oder zahlt die 12,50 Euro.
Der westliche Weg führt über Reschenpass oder Fernpass nach Südtirol. Reizvoll, kurviger, ohne die teure Brenner-Sondermaut - dafür länger. Und der Fernpass kann an Reisetagen zur Geduldsprobe werden, weil sich dort der Urlaubsverkehr staut.
Der dritte Weg verläuft über die Schweiz - nur sinnvoll, wenn du ohnehin aus dem Westen kommst, und mit eigenem Preisschild (siehe unten). Welche Variante die richtige ist, hängt von deinem Startpunkt ab. Faustregel: schnell, billig, schön - zwei davon kriegst du, alle drei selten.
Jetzt wird es konkret - und an dieser Stelle gilt: Das hier ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Beträge haben den Stand 22.08.2026. Preise und Regeln ändern sich, also prüf vor Abreise immer die offiziellen Betreiberseiten. Keine Gewähr.
Das Grundproblem: Die drei relevanten Länder kochen jeweils ihr eigenes Süppchen.
In Österreich brauchst du als Motorradfahrer eine Vignette, sobald du Autobahn oder Schnellstraße nutzt. Das ist die sogenannte zeitabhängige Maut, und sie gilt laut § 10 BStMG 2002 ausdrücklich auch für einspurige Kraftfahrzeuge - also dein Bike. „Motorräder brauchen keine Vignette“ ist schlicht falsch.
Die Preise fürs Motorrad (Stand 2026, gültig seit 1.12.2025):
Klingt günstig - und ist es auch. Der teure Teil kommt obendrauf. Denn die Vignette deckt eben nicht alles ab. Auf bestimmten Strecken gibt es zusätzlich Sondermaut, die als sogenannte Streckenmaut nach § 32 BStMG 2002 völlig unabhängig von der Vignette kassiert wird. Wer das verwechselt, steht ratlos an der Mautstation.
Die für die Dolomiten-Anreise wichtigsten Sondermaut-Brocken:
Ab 2027 verschwindet in Österreich übrigens die Klebevignette, dann gibt es nur noch die digitale Variante. Für die Saison 2026 sind beide noch gültig.
Italien macht es anders. Es gibt keine Vignette. Stattdessen zahlst du streckenbezogen an den Mautstationen der Autostrade: Ticket ziehen bei der Einfahrt, bei der Ausfahrt zahlen. Als Faustregel liegst du bei sieben bis zehn Cent pro Kilometer, also rund sieben bis zehn Euro je 100 Kilometer - je nach Konzessionsstrecke schwankt das. Motorräder fallen dabei in dieselbe Tarifklasse A wie ein Pkw, zahlen also den gleichen Kilometersatz. Und eine Regel, die viele überrascht: Kleine Maschinen dürfen auf die Autostrada gar nicht erst drauf. Der italienische Codice della Strada nennt dafür in Artikel 175 eine Untergrenze, die seit der Reform Ende 2024 bei 120 Kubik liegt, und nur für volljährige Fahrer.
Wichtig für dich: Die Dolomitenpässe selbst (die SS-Staatsstraßen wie SS48, SS241, SS242) sind mautfrei. Autostrada-Maut fällt nur auf der Anreise über das Autobahnnetz an, etwa auf der A22 (italienische Brenner-Autobahn) oder der A27 Richtung Belluno. Sobald du in die Berge abbiegst, ist Schluss mit Kassieren.
Fährst du über die Schweiz an, brauchst du die Schweizer Autobahnvignette - auch fürs Motorrad. Es gibt nur die Jahresvignette für 40 CHF, gültig vom 1.12.2025 bis 31.1.2027 (Klebe- oder E-Vignette). Für einen kurzen Transit ist das ein stolzer Preis, aber er lässt sich nicht splitten. Wer die Schweiz umfährt, spart ihn komplett.
ℹ️ Hinweis: Die genannten Beträge zu Brenner, Felbertauern und Großglockner wurden gegen Betreiber- und Verbandsangaben (ASFINAG, ÖAMTC, ADAC, Felbertauernstraße AG, Großglockner Hochalpenstraßen AG) abgeglichen, können sich aber kurzfristig und saisonal ändern. Prüf die offiziellen Seiten vor Reiseantritt - Sondermaut und saisonale Tickets ändern sich häufiger als die Vignettenpreise.
Die Dolomiten sind kein Rennkurs. Sie sehen manchmal so aus, und genau das ist die Falle.
In engen Spitzkehren schneiden Reisebusse und Wohnmobile die Linie - sie kommen dir auf deiner Spur entgegen, ob dir das passt oder nicht. Rechne damit. Fahr in Kehren defensiv, mit Blick weit voraus, und lass dir den Spaß nicht von der eigenen Schräglagengier verderben. Saubere Linienführung schlägt jedes Heldenstück.
Dazu kommt ein Kostenfaktor, der in keinem Mautrechner auftaucht: das Tempo. Außerorts gelten in Italien 90 km/h, auf der Autobahn 130, innerorts 50 - auf den Passstraßen selbst hängen aber vielerorts deutlich niedrigere Schilder, häufig 60, stellenweise 50 km/h. Eine einheitliche Dolomiten-Regel gibt es dabei nicht: Was gilt, steht am Straßenrand, und es kann von Pass zu Pass und von Provinz zu Provinz wechseln. Daran halten sich die fest installierten Messkästen ebenso wie die mobilen Kontrollen der Polizei. Italienische Bußgelder liegen spürbar über den deutschen, und ab 70 Euro werden sie auch in Deutschland vollstreckt. Ein einziger Blitzer kann damit teurer werden als Vignette, Brennermaut und Großglockner zusammen. Stand 22.08.2026, ohne Gewähr.
Dann das Höhenklima. Auf über 2.000 Metern kann das Wetter innerhalb einer halben Stunde kippen. Unten 28 Grad, oben Nebel, Nässe oder Hagel - auch mitten im Sommer. Ein nasser Bremspunkt auf glattem Asphalt verzeiht keine Selbstüberschätzung. Pack warme, wasserdichte Klamotten ein, auch wenn das Tal nach T-Shirt aussieht. Und gönn dir Pausen, bevor die Konzentration nachlässt. Die schönste Aussicht bringt nichts, wenn du sie mit zittrigen Armen durch ein beschlagenes Visier anschaust.
Wie viel Zeit brauchst du? Ehrliche Antwort: Drei Tage sind ein Vorgeschmack, eine Woche ist die Region.
Ein bewährtes Grundgerüst sieht so aus: Anreise über den Brenner an Tag eins, mit der Großen Dolomitenstraße als sanftem Einstieg. Tag zwei gehört der Sella Ronda - früh los, Runde gegen den Uhrzeigersinn, nachmittags Kaffee am Pordoijoch. Tag drei der Giau-Falzarego-Schleife rund um Cortina. Den vierten Tag lässt du offen - für Karer- und Mendelpass im Westen, oder einfach zum Trödeln, weil dir ein Tal so gut gefallen hat, dass du nicht weiterwillst.
Ein Wort zum Standort. Statt jeden Tag das Hotel zu wechseln, lohnt sich ein fester Standort, von dem aus du sternförmig fährst. Orte wie Wolkenstein in Gröden, Corvara im Gadertal oder Canazei im Fassatal liegen mitten im Pässe-Netz - von dort erreichst du die meisten Klassiker ohne lange Transferetappen. Das spart Packen und schont die Nerven. Ohne Gepäck am Heck fährt sich enges Kehrengelände ohnehin angenehmer.
Beim Gepäck gilt: weniger ist mehr, aber das Wenige muss funktionieren. Regenkombi und warme Schicht gehören auf der Anreise obenauf, griffbereit, nicht ganz unten im Koffer. Für die Tagesrunden wandern genau diese beiden Teile dann in einen kleinen Rucksack, einen Tankrucksack oder eine Hecktasche - mehr brauchst du unterwegs nicht. Die schweren Seitenkoffer bleiben so lange im Quartier.
Das Schöne an dieser Planung: Sie ist kein Pflichtprogramm. Niemand zwingt dich, alle Pässe abzuhaken. Die beste Motorradreise Dolomiten ist die, bei der du abends nicht weißt, wo die Stunden geblieben sind.
Du wirst die Höhenmeter vergessen. Die Mautbeträge sowieso. Was bleibt, ist dieser eine Moment auf dem Pordoijoch, wenn die Felsen orange werden und du merkst, dass du genau dafür losgefahren bist. Eine gute Motorradreise Dolomiten misst sich nicht in abgehakten Pässen, sondern in Momenten, die du nicht geplant hast. Plan die Logistik wasserdicht - und lass den Rest passieren.
Brauche ich für die Dolomitenpässe in Italien eine Vignette?
Nein. Italien hat kein Vignettensystem. Die Dolomitenpässe sind italienische Staatsstraßen (zum Beispiel SS48, SS241, SS242) und mautfrei. Maut zahlst du nur streckenbezogen an den Mautstationen der Autostrade, etwa auf der Anreise über die A22. Stand 22.08.2026, keine Gewähr.
Wie viel kostet die Vignette in Österreich fürs Motorrad?
Stand 2026 kostet die Jahresvignette fürs Motorrad 42,70 EUR, die 10-Tages-Vignette 5,10 EUR und die 1-Tages-Vignette 3,80 EUR (nur digital). Die Vignette ist laut § 10 BStMG 2002 auch für einspurige Fahrzeuge Pflicht. Sondermaut auf Brenner oder Felbertauern ist darin nicht enthalten.
Was ist die Sella Ronda?
Die Sella Ronda ist ein 50 bis 55 Kilometer langer Rundkurs um den Sella-Stock über vier Pässe: Sellajoch (rund 2.240 m), Grödnerjoch (2.121 m), Passo Campolongo (1.875 m) und Pordoijoch (2.239 m). Sie gilt als Klassiker jeder Dolomiten-Motorradtour und ist mautfrei befahrbar.
Ist die Brenner-Autobahn mit der Vignette abgedeckt?
Nein. Die österreichische Brenner-Autobahn A13 ist eine Sondermautstrecke nach § 32 BStMG 2002 und kostet fürs Motorrad zusätzlich rund 12,50 EUR je einfache Fahrt (Stand 2026). Die Vignette deckt diese Strecke nicht ab. Prüf den aktuellen Tarif vor Abreise auf der Betreiberseite.
Was ist der Unterschied zwischen Großer Dolomitenstraße und Dolomiten-Höhenweg?
Die Große Dolomitenstraße ist die rund 109 Kilometer lange Panorama-Fahrstrecke von Bozen nach Cortina d’Ampezzo - ideal fürs Motorrad. Sie verläuft im Westen auf der SS241 und im Osten auf der SS48. Die Höhenwege (Alte Vie) sind dagegen Wander- und Klettersteigrouten und nicht mit dem Motorrad befahrbar. Die Begriffe werden oft verwechselt.
Wann ist die beste Zeit für eine Motorradreise in die Dolomiten?
Die Hochpässe sind in der Regel vom späten Frühjahr bis in den Herbst offen, im Winter und Frühjahr gibt es Sperren. Hochsommer bedeutet viel Verkehr, früh am Morgen ist es am ruhigsten. Rechne außerdem mit einzelnen autofreien Radtagen: 2026 sind das der Sellaronda Bike Day am 6. Juni und 12. September, der Dolomites Bike Day am 20. Juni, die Maratona dles Dolomites am 5. Juli und der autofreie Mendeltag am 19. September. Die saisonalen Öffnungszeiten der einzelnen Pässe prüfst du am besten kurz vor der Abreise.
Brauche ich die Schweizer Vignette für die Anreise in die Dolomiten?
Nur, wenn du über die Schweiz anreist und dort Autobahnen nutzt. Dann gilt auch fürs Motorrad die Vignettenpflicht: 40 CHF für die Jahresvignette, gültig vom 1.12.2025 bis 31.1.2027. Wer die Schweiz umfährt, spart diesen Betrag komplett.
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