Wie hoch ist die Durchfallquote bei der Motorradprüfung?

Im Helm knackt es, dann die Stimme deines Fahrlehrers: „An der nächsten Kreuzung bitte rechts.“ Der Prüfer sitzt im Begleitfahrzeug, das dir meist folgt. Was er ansagt, gibt dein Fahrlehrer per Funk an dich weiter. Auf der Maschine selbst bist du allein. Den Funk schreibt die Fahrerlaubnis-Verordnung vor, und er muss mindestens eines können: dich während der Fahrt erreichen.

Die Durchfallquote der Motorradprüfung ist niedriger, als es sich in diesem Moment anfühlt. 2025 endeten laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 7,4 Prozent der praktischen Prüfungen für die Klasse A2 ohne Erfolg, bei der Klasse A waren es 7,9 Prozent. Beim Autoführerschein der Klasse B lag die Quote bei 41,4 Prozent: Mehr als vier von zehn Prüfungen gingen schief. Daraus folgt nicht, dass die Motorradprüfung leichter ist. Zu ihr treten andere Leute an.

Die meisten bringen schon einen Führerschein mit

Bei der Klasse A2 waren 2025 rund 95 Prozent der praktischen Prüfungen Erweiterungen. Die Prüflinge hatten also schon eine Fahrerlaubnis, ob fürs Auto, fürs Moped oder für eine kleinere Motorradklasse. Bei der Klasse A lag dieser Anteil bei 97 Prozent.

Beim Autoführerschein ist es umgekehrt. Dort waren 81 Prozent der praktischen Prüfungen Ersterteilungen, es ging also um den ersten Führerschein überhaupt.

Die beiden Quoten beschreiben zwei verschiedene Gruppen. Die meisten, die zur A2-Prüfung antreten, haben eine praktische Fahrprüfung schon einmal hinter sich. Die meisten Prüflinge der Klasse B nicht.

Welches Gewicht das hat, zeigt die kleine Gruppe, für die A2 der erste Führerschein ist. Sie kam 2025 auf 2.107 praktische Prüfungen, und 23,3 Prozent davon waren nicht bestanden. Bei den Erweiterungen waren es 6,7 Prozent. Bei der Klasse A sieht es ähnlich aus, mit 23,1 Prozent beim ersten Führerschein und 7,5 Prozent bei der Erweiterung.

Selbst beim ersten Führerschein endet die praktische A2-Prüfung seltener ohne Erfolg als die Autoprüfung von Neulingen. Der Abstand schrumpft allerdings von 34 Prozentpunkten auf 18.

Dazu passt die A1, die Klasse für Leichtkrafträder ab 16. Dort waren 85 Prozent der praktischen Prüfungen Ersterteilungen, und die Quote lag mit 16,5 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei A2.

Länger und mit mehr Aufgaben als die Autoprüfung

An einer kürzeren Prüfung liegt die niedrigere Quote jedenfalls nicht. Die Fahrerlaubnis-Verordnung setzt für die Motorradklassen mindestens 70 Minuten an, davon mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit. Für die Klasse B sind es 55 Minuten, bei ebenfalls 30 Minuten Fahrt.

Das könnte sich ändern. Nach einem Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums sollen ab Juli 2027 beide Prüfungen mindestens 40 Minuten dauern, davon 25 Minuten Fahrt, und auch die Theorie soll anders bewertet werden. Beschlossen ist das im Oktober 2026 noch nicht.

Vor der Fahrt steht, wie beim Auto, eine Sicherheitskontrolle. Dabei prüfst du drei stichprobenartig ausgewählte Punkte am Motorrad, etwa Reifen, Kette, Licht oder den Not-Aus-Schalter. Fehler bei dieser Kontrolle allein lassen dich laut Prüfungsrichtlinie nicht durchfallen.

Bei den Grundfahraufgaben verlangt die Motorradprüfung dagegen mehr. Es sind sechs, und vier davon stehen fest: ein Slalom in Schrittgeschwindigkeit, eine Bremsung mit höchstmöglicher Verzögerung, Ausweichen ohne Bremsen und Ausweichen nach dem Bremsen. Zwei weitere kommen aus einer Auswahl, etwa ein langer Slalom, Stop and Go oder eine Kreisfahrt.

Beim Auto sind es drei Grundfahraufgaben. Sie werden aus einer Liste gewählt, die vom Rückwärtsfahren über das Einparken bis zur Gefahrenbremsung reicht.

Wiederholen darfst du auf dem Motorrad höchstens drei der sechs Aufgaben, jede einmal, beim Auto jede der drei. Schaffst du eine Aufgabe auch im zweiten Versuch nicht fehlerfrei oder stürzt du dabei, hast du nicht bestanden. Dasselbe gilt, wenn dir die Maschine umkippt oder du mit ausgeklapptem Ständer losfahren willst.

Wer nach zwei Jahren von A1 auf A2 oder von A2 auf A aufsteigt, fährt nur die vier festen Aufgaben und darf höchstens zwei davon wiederholen. Die Prüfung dauert dann mindestens 60 Minuten.

Auch für die Prüfungsmaschine gibt es Vorgaben. Für die Klasse A braucht sie mindestens 50 kW und als Untergrenze rund 600 Kubik und 180 Kilo Leergewicht. Für A2 sind es 20 bis 35 kW bei mindestens 250 Kubik, für A1 höchstens 11 kW, mindestens 90 km/h Spitze und ein Mindesthubraum von rund 120 Kubik. Ein Prüfungsauto der Klasse B muss 130 km/h schaffen und vier Sitzplätze haben.

Nicht bestanden ist die Prüfung bei einem Fehler, der sie sofort beendet, oder wenn sich Fehler wiederholen oder häufen, die einzeln in der Regel noch nicht zum Durchfallen führen. Zeigt sich unterwegs, dass es nicht reicht, soll der Prüfer die Fahrt abbrechen.

Gemessen an Zeit und Aufgaben ist die Motorradprüfung also nicht die kleinere. Dazu kommt, dass du auf der Maschine allein bist. Der Prüfer muss trotzdem alles beobachten können, was für die Prüfung zählt, und seine Anweisungen erreichen dich nur über Funk.

Fünf Jahre in Folge nach oben

Seit 2020 ist die Durchfallquote in allen drei Motorradklassen jedes Jahr gestiegen. Bei A2 ging es von 5,9 auf 7,4 Prozent, bei A von 6,4 auf 7,9 und bei A1 von 12,4 auf 16,5 Prozent. So hoch wie 2025 waren die Quoten seit 2016 in keinem Jahr.

Für die Klasse A2 gab es 2025 insgesamt 48.928 praktische Prüfungen, bei 3.627 davon fiel der Prüfling durch. Bei der offenen Klasse A waren es 6.976 von 88.495. Beim Mopedführerschein AM lag die Quote bei 18,3 Prozent, noch etwas höher als bei der A1.

Die Autoprüfung macht diese Entwicklung nicht mit. Ihre Quote lag 2021 mit 43,0 Prozent am höchsten und 2025 bei 41,4. Das waren 432.083 von gut einer Million praktischen Prüfungen der Klasse B.

Wer zweimal antritt, steht auch zweimal in der Statistik, denn das KBA zählt jede einzelne Prüfung. Darauf weist es eigens hin.

In Hamburg geht jede siebte A2-Prüfung schief

Zwischen den Ländern gehen die Quoten weit auseinander. Am höchsten lag die Durchfallquote der praktischen A2-Prüfung 2025 in Hamburg mit 14,3 Prozent, vor Berlin mit 12,2 und Bremen mit 12,1 Prozent. Am niedrigsten war sie in Rheinland-Pfalz mit 5,7 und im Saarland mit 6,4 Prozent. Bayern lag mit 8,1 Prozent etwas über dem Bundeswert.

Hinter den Stadtstaaten stehen allerdings kleine Zahlen. Hamburg kam auf 441 praktische A2-Prüfungen, Berlin auf 943, Bremen auf 257. In Bremen hätten zehn nicht bestandene Prüfungen mehr oder weniger die Quote um fast vier Prozentpunkte verschoben.

Hamburg lag aber schon 2024 vorn, mit 13,3 Prozent. Auch bei der Klasse A führten 2025 Hamburg und Berlin, mit 14,2 und 13,3 Prozent. Beim Autoführerschein gehörten beide mit 48,3 und 49,0 Prozent zu den vier Ländern mit den höchsten Werten.

Für die A1 ergibt sich eine andere Karte. Unter den sechs Ländern mit den höchsten Werten waren fünf ostdeutsche, vorn Mecklenburg-Vorpommern mit fast 24 Prozent. Gründe für diese Unterschiede in der Durchfallquote nennt die Statistik nicht.

Die Theorie fällt schwerer als die Fahrt

Ganz anders sieht es in der Theorie aus. Für A2 lag die Durchfallquote dort 2025 bei 34,5 Prozent, fast fünfmal so hoch wie auf der Maschine. Bei A waren es 19,9 Prozent, bei A1 39,3 und beim Autoführerschein 48,2 Prozent.

Viel Spielraum für Fehler lässt die Theorieprüfung nicht. Wer schon einen Führerschein hat und erweitert, bekommt 20 Fragen mit zusammen 72 Punkten und darf höchstens sechs Fehlerpunkte sammeln. Beim ersten Führerschein sind es 30 Fragen, 110 Punkte und zehn Fehlerpunkte. Jede Frage zählt zwei bis fünf Punkte, und wer zwei Fragen mit fünf Punkten falsch beantwortet, ist auch dann durchgefallen, wenn die Fehlerpunkte sonst reichen würden.

Auch hier trifft es die Neulinge härter. Ging es um den ersten Führerschein, endeten 2025 gut 44 Prozent der A2-Theorieprüfungen ohne Erfolg, bei den Erweiterungen 34 Prozent.

Bei A2 ist die Theoriequote in den letzten Jahren gestiegen. 2020 lag sie noch bei 24,9 Prozent.

Für A2 gab es 2025 außerdem weniger Theorie- als Praxisprüfungen, 36.880 gegen 48.928. Einen Grund dafür liefert die Fahrerlaubnis-Verordnung: Wer die A1 seit zwei Jahren hat und auf A2 aufsteigt, braucht nur die praktische Prüfung. Dasselbe gilt für den Schritt von A2 auf A. In der Durchfallquote der theoretischen Motorradprüfung tauchen diese Aufsteiger deshalb gar nicht auf.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es um deine eigene Prüfung geht, frag deine Fahrschule oder die Fahrerlaubnisbehörde.

Die Durchfallquote beim zweiten Anlauf

Wer durchfällt, kann es wieder versuchen, und auch das steht in der Statistik. Von den ersten Versuchen bei der praktischen A2-Prüfung klappten 2025 knapp 93 Prozent, beim Autoführerschein knapp 61 Prozent.

Entsprechend selten sind Wiederholungen. Bei A2 waren nur 3.466 der praktischen Prüfungen ein zweiter oder weiterer Versuch, gut sieben Prozent. Von ihnen waren 355 erneut nicht bestanden, rund jede zehnte.

Bei der Klasse B ist mehr als jede dritte praktische Prüfung eine Wiederholung. Bei 45,4 Prozent dieser Wiederholungen fiel der Prüfling erneut durch.

Bei der Theorie für A2 geht ein weiterer Anlauf fast jedes zweite Mal schief. Von 10.890 Wiederholungen scheiterten 47,1 Prozent erneut, bei den ersten Versuchen waren es 29 Prozent.

Sofort geht der zweite Versuch nicht. Eine nicht bestandene Prüfung darf laut Fahrerlaubnis-Verordnung in der Regel frühestens nach zwei Wochen wiederholt werden. Und die bestandene Theorie hält nicht ewig: Die praktische Prüfung muss innerhalb von zwölf Monaten folgen, sonst verliert die Theorie ihre Gültigkeit. Der Verordnungsentwurf würde diese Frist ab Juli 2027 streichen.

Ohne Auswertung gehst du nach der Prüfung nicht nach Hause. Der Prüfer bespricht die Fahrt mit dir, und dazu gibt es eine schriftliche Rückmeldung mit Empfehlungen, auf Papier oder elektronisch, bestanden oder nicht.

Und die Stimme im Helm? Sie sagt dir, wo du abbiegst, nicht, ob du bestehst. Das sagt dir der Prüfer erst am Ende, wenn die Maschine wieder steht. Bei gut 92 von 100 praktischen A2-Prüfungen lautete das Ergebnis 2025: bestanden.

❓ Häufige Fragen zur Durchfallquote bei der Motorradprüfung

Wie hoch ist die Durchfallquote bei der Motorradprüfung?

Die Durchfallquote der praktischen Motorradprüfung lag 2025 laut Kraftfahrt-Bundesamt bei 7,4 Prozent für die Klasse A2 und bei 7,9 Prozent für die Klasse A. Für die A1 waren es 16,5 Prozent. Bei der praktischen Prüfung für den Autoführerschein der Klasse B blieben dagegen 41,4 Prozent ohne Erfolg.


Ist die Motorradprüfung leichter als die Autoprüfung?

Leichter ist die Motorradprüfung auf dem Papier nicht: Sie dauert mindestens 70 statt 55 Minuten und umfasst sechs statt drei Grundfahraufgaben. Die niedrigere Quote hängt stark davon ab, wer antritt: Bei rund 95 von 100 praktischen A2-Prüfungen hatten die Prüflinge schon eine Fahrerlaubnis. Bei A2 als erstem Führerschein lag die Quote 2025 bei 23,3 Prozent.


Wie lange dauert die praktische Motorradprüfung?

Mindestens 70 Minuten sind für die praktische Motorradprüfung angesetzt, davon fährst du mindestens 30 Minuten im Verkehr. So steht es in der Fahrerlaubnis-Verordnung. Beim Aufstieg nach zwei Jahren Vorbesitz sind es mindestens 60 Minuten. Ein Verordnungsentwurf sieht ab Juli 2027 für alle Motorradklassen mindestens 40 Minuten vor, davon 25 Minuten Fahrt. Beschlossen ist er im Oktober 2026 noch nicht.


Welche Grundfahraufgaben gibt es in der Motorradprüfung?

In der Motorradprüfung gibt es sechs Grundfahraufgaben. Pflicht sind der langsame Slalom, die Bremsung mit höchstmöglicher Verzögerung und zweimal Ausweichen, einmal ohne und einmal nach vorherigem Bremsen. Die übrigen zwei stammen aus einer Auswahl, beim Aufstieg mit zwei Jahren Vorbesitz fallen sie weg. Misslingt eine Aufgabe, gibt es einen zweiten Versuch, insgesamt aber nur bei bis zu drei Aufgaben, beim Aufstieg bei zwei.


Wie viele fallen durch die Theorieprüfung für A2?

Die Theorieprüfung für A2 endete 2025 in 34,5 Prozent der Fälle ohne Erfolg, deutlich öfter als die praktische Prüfung. Im Jahr 2020 waren es noch 24,9 Prozent. Für die offene Klasse A lag der Wert bei 19,9 Prozent, für den Autoführerschein bei 48,2.


In welchem Bundesland fallen die meisten durch die A2-Prüfung?

Hamburg hatte 2025 mit 14,3 Prozent die höchste Durchfallquote bei der praktischen A2-Prüfung, allerdings bei nur 441 Prüfungen. Dahinter lagen Berlin und Bremen mit gut 12 Prozent. Den niedrigsten Wert meldete Rheinland-Pfalz mit 5,7 Prozent, Bayern kam auf 8,1.


Zählt das KBA Prüfungen oder Personen?

Das Kraftfahrt-Bundesamt zählt Prüfungen, nicht Personen. Tritt jemand ein zweites Mal an, zählt das als zweite Prüfung. Die Zahl der Prüfungen liegt deshalb über der Zahl der Geprüften. Wiederholungen machten 2025 bei den praktischen A2-Prüfungen gut sieben Prozent aus.

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