
104.145 Mängel an Licht und Elektrik haben Prüfer im Jahr 2025 bei der Hauptuntersuchung an Motorrädern festgestellt. Gezählt sind Mängel, keine Maschinen: Ein Motorrad mit einem toten Blinker und einem losen Kabel bringt gleich zwei davon mit. An den Bremsen fanden die Prüfer im selben Jahr 39.645 Mängel, am Rahmen und seinen Anbauteilen 33.592.
So sieht die amtliche Zählung der HU-Mängel am Motorrad aus, die das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im August 2026 veröffentlicht hat. Licht und Elektrik kommen auf fast ein Drittel aller Mängel, mehr als Bremsen, Rahmen und die ganze Gruppe rund um Kennzeichen und Fahrgestellnummer zusammen. Wer sich vor dem Termin vor allem um Beläge und Bremsflüssigkeit sorgt, kümmert sich um etwas Wichtiges, aber nicht um das Häufigste.
So verteilen sich die Mängel, die Prüfer 2025 an Krafträdern gefunden haben, auf die Gruppen der HU-Prüfliste. Daneben steht zum Vergleich das Auto.
| Mängelgruppe | Motorrad in Prozent | Pkw in Prozent |
|---|---|---|
| Licht und Elektrik | 29,9 | 23,5 |
| Achsen, Räder, Reifen, Aufhängung | 20,6 | 19,8 |
| Bremsen | 11,4 | 16,6 |
| Rahmen und Anbauteile | 9,6 | 12,2 |
| Kennzeichen, Fahrgestellnummer, Papiere | 7,4 | 0,6 |
| Flüssigkeitsverlust | 6,2 | 14,0 |
| Abgas | 4,3 | 3,6 |
| Lenkung | 4,2 | 2,6 |
Die Werte sind Anteile an allen Mängeln, die 2025 bei Hauptuntersuchungen dieser Fahrzeugart festgestellt wurden. Die Gruppennamen sind gekürzt. Die übrigen Gruppen liegen beim Motorrad jeweils unter drei Prozent, darunter die Sichtverhältnisse mit den Spiegeln und die sonstigen Ausstattungen mit Hupe, Lenkschloss und Tacho.
Licht und Elektrik stehen bei beiden Fahrzeugarten oben, beim Motorrad mit deutlich mehr Abstand. Zusammen mit Achsen, Rädern, Reifen und Aufhängung macht die Gruppe beim Motorrad etwas mehr als die Hälfte aller Mängel aus, beim Pkw gut 40 Prozent. Die Bremsen folgen auf Platz drei, mit einem kleineren Anteil als beim Auto.
Ein Ausreißer ist das nicht. Verlässlich vergleichen lassen sich die Jahre erst ab 2023, weil das KBA seine Datenquelle damals umgestellt hat. In allen drei Jahren von 2023 bis 2025 lagen Licht und Elektrik beim Motorrad vorn, mit 32,2, 31,5 und zuletzt 29,9 Prozent. Der Vorsprung schrumpft allerdings von beiden Seiten: Licht und Elektrik verlieren gut zwei Prozentpunkte, und Achsen, Räder, Reifen und Aufhängung legen im selben Zeitraum von 17,8 auf 20,6 Prozent zu.
Der Anteil sagt nicht, dass Motorräder öfter mit kaputtem Licht vorfahren als Autos. Er sagt nur, wie sich die gefundenen Mängel verteilen. Und davon gibt es am Motorrad schlicht weniger.
2025 kamen 1.889.628 Krafträder zur Hauptuntersuchung, mitgezählt sind auch die 125er. Bei 219.580 davon fand der Prüfer mindestens einen Mangel, das ist mehr als jede neunte Maschine. Diese Motorräder brachten im Schnitt 1,6 Mängel mit, ein beanstandeter Pkw 2,5.
Auf 100 Untersuchungen gerechnet stehen beim Motorrad 18 Mängel, beim Auto 91. Bei Licht und Elektrik sind es 5,5 gegen 21,4. Je Untersuchung sammelt der Pkw in dieser Gruppe also fast viermal so viele Mängel, und trotzdem ist ihr Anteil beim Motorrad größer.
Die knapp 30 Prozent sind deshalb kein Maß dafür, wie oft am Motorrad Licht und Elektrik Ärger machen. Sie zeigen, wie wenig daneben auffällt.
An der Reihenfolge für deine Vorbereitung ändert das nichts. Findet der Prüfer an deiner Maschine etwas, dann am ehesten dort.
Unter Licht und Elektrik fasst die Prüfliste der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung weit mehr als Glühlampen. Dazu gehören die Scheinwerfer samt ihrer Einstellung, alle Leuchten und Blinker, die Rückstrahler, die Kontrollleuchten, die elektrischen Leitungen und die Batterie. Welches dieser Teile wie oft auffällt, schlüsselt das KBA nicht auf, seine Tabelle kennt nur die ganze Gruppe.
Ein paar Punkte daraus übersieht leicht, wer nur nachsieht, ob irgendwo etwas leuchtet.
Der rote Rückstrahler am Heck zählt zum Licht, obwohl er selbst nicht leuchtet. Zur Prüfung gehören sein Zustand und seine Ausführung, im Zweifel auch Prüfzeichen und Einbaulage.
Bei LED-Leuchten genügt es nicht, dass sie überhaupt angehen. Der EU-Prüfkatalog für die Hauptuntersuchung nennt schon eine Leuchte als Mangel, in der ein Teil der Leuchtdioden dunkel bleibt.
Blinkt ein Blinker auffällig schnell, kann der Prüfer auch den Takt nachmessen, die Prüfliste führt die Blinkfrequenz eigens auf. Vorgeschrieben sind 90 Blinkimpulse in der Minute, mit je 30 Impulsen Spielraum in beide Richtungen. Nach dem Umbau auf LED-Blinker kann die Frequenz ohne passendes Relais darüber liegen.
Die Kontrollleuchten im Cockpit gehören ebenfalls in diese Gruppe, etwa die blaue für das Fernlicht.
Für nachgerüstete Kabel zu Navi, USB-Buchse oder Heizgriffen gilt dieselbe Prüfung wie für die Serienverkabelung. Der EU-Katalog nennt Leitungen, die locker hängen, an scharfen Kanten anliegen oder an heiße und drehende Teile kommen können, und eine beschädigte Isolierung. Bei der Batterie geht es vor allem darum, ob sie sicher befestigt ist und ob etwas austritt.
Sicherheitshinweis: Siehst du an einem Kabel blankes Kupfer oder eine angeschmolzene Isolierung, fahr so nicht mehr. Der EU-Prüfkatalog nennt für beschädigte Isolierung die Gefahr eines Kurzschlusses und im schlimmsten Fall Funkenbildung und Brandgefahr.
Erst wenn die Leitung ersetzt und so verlegt ist, dass sie nirgends mehr scheuern kann, fährst du wieder. Mit Isolierband über der Stelle ist es nicht getan.
In einer Gruppe, die beim Auto kaum eine Rolle spielt, hat das KBA 2025 bei Motorrädern 25.685 Mängel gezählt. Die Gruppe heißt „Identifizierung und Einstufung des Fahrzeugs“ und stellt beim Motorrad 7,4 Prozent aller Mängel, beim Pkw 0,6 Prozent. Auch auf 100 Untersuchungen gerechnet fällt das Motorrad hier öfter auf, mit 1,4 solcher Mängel gegen 0,5 beim Auto.
Was dazugehört, steht in der Prüfliste. Es sind die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, die meist Fahrgestellnummer heißt, das Fabrikschild, das Kennzeichen und die Fahrzeugpapiere.
Beim Kennzeichen fragt der EU-Prüfkatalog, ob es fehlt oder so locker sitzt, dass es abfallen kann, ob die Schrift lesbar ist und ob es zu den Papieren passt. Bei der Fahrgestellnummer zählt, ob sie sich finden lässt, vollständig und lesbar ist und mit den Papieren übereinstimmt. Und bei den Papieren selbst, ob ihre Angaben zu dem Motorrad passen, das vor dem Prüfer steht.
Seit 2023 ist der Anteil dieser Gruppe beim Motorrad jedes Jahr gewachsen, von 6,3 über 6,5 auf 7,4 Prozent. Bei jungen Maschinen bis drei Jahre macht sie sogar gut jeden neunten Mangel aus.
Praktisch heißt das: Die Nummer am Rahmen muss sich finden und lesen lassen. Eingeschlagen ist sie bei vielen Maschinen am Lenkkopf. Wo genau, steht meist in der Betriebsanleitung. Ist sie unter Lack, Dreck oder einem Anbauteil nicht aufzufinden, zählt das laut EU-Katalog schon als Mangel.
Fast zwei von drei Motorrädern, die 2025 zur Hauptuntersuchung kamen, waren zehn Jahre oder älter. Bei ihnen fanden die Prüfer auf 100 Untersuchungen 22 Mängel, bei Maschinen bis drei Jahre 7,5.
Mit den Jahren ändert sich nicht nur die Menge, auch die Mischung. Bei den jungen Motorrädern betrifft mehr als jeder dritte Mangel Licht und Elektrik. Danach kommen Achsen, Räder, Reifen und Aufhängung mit 14,4 Prozent, Rahmen und Anbauteile mit 12,9 und die Gruppe rund um Nummer und Papiere mit 11,3.
Ab zehn Jahren rücken andere Gruppen nach vorn. Achsen, Räder, Reifen und Aufhängung stellen dann mehr als jeden fünften Mangel. Und eine Gruppe, die bei jungen Motorrädern kaum vorkommt, wächst auf 7,4 Prozent. Sie trägt den sperrigen Namen „andere umweltrelevante Positionen“. Im EU-Prüfkatalog steht darunter der Flüssigkeitsverlust, also etwa austretendes Öl. Auf 100 Untersuchungen sind das bei den älteren Maschinen 1,7 solcher Mängel, bei den jüngsten fast keiner.
Beim Licht holt das Alter das Motorrad weniger ein als das Auto. Bis drei Jahre liegen beide nah beieinander, mit knapp drei Mängeln an Licht und Elektrik auf 100 Untersuchungen beim Motorrad und gut drei beim Pkw. Ab zehn Jahren steht es 6,4 zu 35,5.
Im Alter verteilen sich die HU-Mängel am Motorrad also anders. Räder, Reifen und austretende Flüssigkeiten wiegen schwerer, und trotzdem bleiben Licht und Elektrik die größte Gruppe.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei deinem Motorrad konkret wird, frag deine Prüforganisation oder die Zulassungsbehörde.
Wenn du weißt, wo die meisten HU-Mängel am Motorrad auftreten, kannst du deinen Rundgang vor dem Termin danach ordnen. Plan dafür zwei Wochen Vorlauf ein und nicht den Abend davor. Ein bestelltes Teil oder ein Werkstatttermin kommt sonst nicht mehr rechtzeitig.
Zuerst Licht und Elektrik, weil dort am meisten zusammenkommt. Zündung an und jede Funktion einzeln durchgehen: Standlicht, Abblend- und Fernlicht, alle vier Blinker, Rücklicht, Kennzeichenleuchte, dazu die Hupe. Bei manchen Maschinen geht das Abblendlicht erst mit laufendem Motor an. Bleibt es dunkel, starte den Motor draußen, bevor du von einem Defekt ausgehst.
Schau bei LED-Leuchten genau hin, ob einzelne Punkte dunkel bleiben. Wirkt ein Blinker hektisch, zähl eine Minute lang mit: 90 Impulse sind die Mitte, 60 und 120 die Grenzen. Lass die Zündung dabei nicht länger an als nötig, das belastet die Batterie.
Dann zur Batterie, unter der Sitzbank oder hinter ihrer Abdeckung. Ob etwas ausgelaufen ist, siehst du dir nur an: Feuchte Stellen an der Batterie fasst du nicht an, darin kann Säure sein. Erst dann prüfst du mit der Hand, ob sie fest in ihrem Halter sitzt. Danach folgst du jedem Kabel, das nicht ab Werk verlegt war, von der Batterie bis zum Gerät. Es darf nirgends lose hängen, an keiner scharfen Kante liegen und weder den Auspuff noch Rad oder Antrieb erreichen.
Als Nächstes kommen Räder und Reifen mit Profil und Flanken an die Reihe, dann die Aufhängung. Steht Öl an den Gabelrohren, deutet das auf undichte Dichtringe hin. Danach prüfst du an den Bremsen Beläge und Flüssigkeitsstand. Ist Öl aus der Gabel bis an Bremsscheibe oder Beläge gelaufen, fahr so nicht mehr: Die Bremse greift dann schlechter. Verölte Beläge kommen neu, Reinigen genügt nicht.
Zu Rahmen und Anbauteilen zählt mehr, als der Name vermuten lässt. Dazu gehören beim Motorrad auch die Verkleidung und der Antrieb, der EU-Katalog führt dort außerdem Ständer, Fußrasten und Auspuff. Hält die Feder den Seitenständer nicht sicher oben, wackelt eine Raste, ist die Kette verschlissen oder klappert ein Halter am Auspuff, gehört das in diese Gruppe.
Gibt es an deinem Motorrad einen Schalter am Seitenständer, probier ihn bei der Gelegenheit mit aus, im Freien und auf ebenem Boden. Im Sattel den Ständer hoch, Motor an, mit gezogener Kupplung den ersten Gang einlegen und dann den Ständer ausklappen. Der Motor sollte jetzt ausgehen. Tut er es nicht, schalt in den Leerlauf und schau in der Betriebsanleitung nach, wie der Schalter bei deinem Modell arbeitet.
Ist die Maschine älter, schau danach noch unter den Motor. Tropft dort Öl, kann der Prüfer das als Flüssigkeitsverlust werten. Bei austretendem Kraftstoff nennt der EU-Katalog die Brandgefahr. Schalt dann die Zündung aus und starte die Maschine erst wieder, wenn die undichte Stelle behoben ist.
Am Ende kommen Nummer und Papiere. Such die Fahrgestellnummer am Rahmen, lies sie einmal ganz und vergleich sie mit Feld E in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Fass das Kennzeichen an: Es muss fest sitzen, und die Schrift muss lesbar sein. Die Zulassungsbescheinigung und die Nachweise für alles Umgebaute, etwa ABE oder Teilegutachten, packst du am Vorabend ein. Das ist dann der einzige Punkt, der so spät noch reicht.
Ein Teil der Mängel bleibt dir trotzdem verborgen: Lagerspiel oder einen Riss am Rahmen findet eher der Prüfer als du. Einen Fehler am Licht findest du dagegen auch ohne ihn. Bitte jemanden, bei eingeschalteter Zündung nacheinander den Bremshebel am Lenker und die Fußbremse zu betätigen, und stell dich hinter die Maschine. Achte darauf, dass das Bremslicht bei beiden aufleuchtet und bei LEDs jeder einzelne Punkt mitleuchtet.
Welche HU-Mängel sind beim Motorrad am häufigsten?
Die häufigsten HU-Mängel am Motorrad betreffen Licht und Elektrik. Laut Kraftfahrt-Bundesamt entfielen 2025 auf diese Gruppe 104.145 von 348.166 festgestellten Mängeln an Krafträdern, das sind 29,9 Prozent. Dahinter folgen Achsen, Räder, Reifen und Aufhängung mit 20,6 Prozent sowie die Bremsen mit 11,4 Prozent.
Wie viele Motorräder haben bei der HU einen Mangel?
Mindestens einen Mangel hatten 2025 bei der HU 219.580 von 1.889.628 untersuchten Krafträdern, geringe Mängel eingeschlossen. Das entspricht 11,6 Prozent. Beim Pkw lag der Wert bei 35,8 Prozent.
Was gehört bei der HU zu Licht und Elektrik?
Zur Gruppe Licht und Elektrik zählt die HU-Prüfliste Scheinwerfer und ihre Einstellung, sämtliche Leuchten und Blinker und die Rückstrahler. Dazu kommen Kontrollleuchten, elektrische Leitungen und die Batterie. Ein nachgerüstetes Kabel, das lose hängt oder scheuert, ist deshalb ebenfalls ein Fall für diese Gruppe.
Was prüft der Prüfer an Kennzeichen und Fahrgestellnummer?
Am Kennzeichen achtet der Prüfer darauf, dass es fest montiert und gut lesbar ist und zu den Fahrzeugpapieren passt. Die Fahrgestellnummer muss am Rahmen auffindbar, vollständig und lesbar sein und zu den Papieren passen. Beim Motorrad machte die Gruppe, zu der beides gehört, 2025 laut KBA 7,4 Prozent aller Mängel aus, beim Pkw 0,6 Prozent.
Haben ältere Motorräder bei der HU mehr Mängel?
Ältere Motorräder haben bei der HU deutlich mehr Mängel. Maschinen ab zehn Jahren kamen 2025 auf 22 Mängel je 100 Untersuchungen, Maschinen bis drei Jahre auf 7,5. Mit dem Alter wächst vor allem der Anteil von Rädern, Reifen und Aufhängung sowie von austretenden Flüssigkeiten.
Wird bei der HU auch die Batterie geprüft?
Die Batterie gehört zur Prüfliste der Hauptuntersuchung, und zwar zur Gruppe Licht und Elektrik. Der EU-Prüfkatalog nennt vor allem eine Batterie, die nicht sicher befestigt ist, und eine, aus der etwas austritt. Droht dadurch ein Kurzschluss oder treten gefährliche Stoffe aus, wiegt der Mangel schwerer.
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