
Wer eine lockere Schraube findet, greift zum Schlüssel und zieht sie an. Das ist verständlich, es dauert zehn Sekunden, und in ungefähr der Hälfte aller Fälle ist es genau das Falsche.
Eine Schraube, die sich gelöst hat, hat das nicht aus Langeweile getan. Sie erzählt etwas über die Verbindung, in der sie sitzt - und wer nur nachzieht, überschreibt die Nachricht, ohne sie gelesen zu haben.
Bevor es darum geht, was diese Nachricht bedeutet, hier die Adressen, an denen sie üblicherweise ankommt. Es sind bei fast allen Maschinen dieselben, und sie stehen in der Reihenfolge, in der sie dir begegnen.
Die Spiegel stehen ganz oben, und schuld ist der Hebel: eine lange Stange mit einer Masse am Ende, angeströmt von der Luft, verschraubt mit einer einzelnen Kontermutter am Gewindeschaft. Wenn dein Spiegel sich beim Rückwärtsschieben in der Garage verstellt oder auf der Autobahn langsam nach unten wandert, sitzt diese Mutter lose.
Die Fußrastenanlage ist der zweite Kandidat und der unangenehmste. Dort wirken bei jedem Schaltvorgang, jeder Bremsung und jedem Aufsteigen Kräfte quer zur Schraube - genau die Bewegung, um die es im nächsten Abschnitt geht. Warnzeichen ist ein Klacken beim Belasten, oft nur auf einer Seite, oder ein Schalthebel, der plötzlich einen Millimeter mehr Weg hat als vorher.
Der Kennzeichenhalter samt allem, was daran hängt, ist der Klassiker unter den Verlusten. Bleche, oft dünn, oft von Zubehör, dazu Blinker mit Masse am Ende und ein Kennzeichen, das im Fahrtwind flattert wie ein Segel. Wer im Rückspiegel ein zitterndes Kennzeichen sieht, hat kein Kennzeichenproblem, sondern ein Schraubenproblem.
Die Verkleidungs- und Windschildschrauben lösen sich aus einem anderen Grund: Der Kunststoff darunter fließt unter Dauerlast langsam nach, und was gestern klemmte, hat heute Luft. Viele Scheiben hängen dabei gar nicht direkt im Kunststoff, sondern in Gummimuttern: Hülsen aus Gummi mit einem Gewindeeinsatz, die die Schwingung schlucken sollen. Wird das Gummi hart, hört es damit auf, und dann gibt irgendwann die Scheibe nach statt der Verbindung. Nachziehen macht das schlimmer, tauschen löst es.
Dazu kommt, dass viele Scheiben in einer bestimmten Drehzahl mitschwingen. Ein neues Summen bei genau 4.000 Touren ist eine sehr präzise Fehlermeldung.
Die Auspuffanlage meldet sich an zwei Stellen: an den Muttern des Krümmerflanschs und an der Schelle zwischen Krümmer und Endtopf. Hier arbeitet die Wärme. Das typische Symptom ist ein leises Zischen oder Blubbern beim Kaltstart, das nach ein paar Minuten verschwindet, weil sich das Material ausdehnt und die undichte Stelle vorübergehend schließt.
Die Lenkerklemmböcke und die Lenkerendengewichte schließen die Liste. Ein Lenker, der sich nach einem Umfaller oder über eine Saison hinweg minimal verdreht hat, wird gerne als „ich sitze heute komisch“ abgetan. Die Endengewichte wiederum sind der stille Fall: Sie verschwinden einfach irgendwann, und weil sie unauffällig sind, merkst du ihr Fehlen erst an den kribbelnden Händen nach einer Stunde Autobahn.
⚠️ Sicherheitshinweis: Ein Teil der Stellen aus dieser Liste prüfst du nicht mit der Hand, sondern mit dem Drehmomentschlüssel und dem Handbuch - die Lenkerklemmung zum Beispiel. Dasselbe gilt für Bremssattelbefestigung, Achsen und Achsklemmschrauben, Kettenradschrauben und den Lenkkopf. Nicht weil sich dort nichts lösen würde, sondern weil die Handprobe dort zu spät anschlägt und der Preis eines Irrtums ein anderer ist. Eine gelöste Bremssattelschraube kann sich zwischen Scheibe und Sattel legen und das Rad blockieren; eine lockere Achsklemmung nimmt dem Fahrwerk die Führung. Für diese Verbindungen gilt: Wenn du sie angefasst hast, ziehst du sie nach Vorgabe an. Nicht nach Gefühl, nicht „gut fest“. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch.
Sechs Stellen, ein Muster - und die gängige Erklärung dafür lautet: Vibration rüttelt die Schrauben heraus. Das ist zu ungenau, und der Unterschied ist praktisch relevant.
Untersucht hat das Ende der Sechzigerjahre der deutsche Ingenieur Gerhard Junker, und sein Prüfstand setzt bis heute den Standard für solche Tests. Die eingespannten Teile werden dort nicht auf und ab geschüttelt, sondern quer zur Schraubenachse gegeneinander verschoben, mit Amplituden im Zehntelmillimeterbereich. Genau diese winzige Querbewegung ist es, die eine Verbindung von allein aufdreht. Solange die Reibung zwischen den Bauteilen ausreicht, um die Verschiebung zu verhindern, passiert nichts. Rutschen die Flächen auch nur ein bisschen, wandert die Schraube Stück für Stück auf - im Versuch wird der Weg so lange vergrößert, bis eine ungesicherte Verbindung innerhalb von rund dreihundert Lastwechseln aufgibt.
Damit lässt sich vorhersagen, wo es an einem Motorrad passiert. Überall dort, wo die geklemmten Teile gegeneinander arbeiten wollen: an Anbauteilen mit langem Hebel, an dünnen Blechhaltern, an Kunststoff, das sich unter Last verformt, und an Stellen, an denen ein zweiter Effekt dazukommt. Dieser zweite Effekt ist die Wärmeausdehnung. Ein Krümmerflansch wird bei jeder Fahrt mehrere hundert Grad heiß und kühlt danach wieder aus; Stahl, Aluminium und Dichtung dehnen sich dabei unterschiedlich stark, und jede dieser Runden nimmt der Verbindung ein wenig Vorspannung.
Der dritte Effekt heißt Setzen und trifft vor allem neu montierte Teile. Die Oberflächen sind mikroskopisch rau; unter Vorspannung ebnen sich die Spitzen ein, das Paket wird um wenige Hundertstel kürzer, und genau um diesen Betrag sinkt die Klemmkraft. Deshalb steht in vielen Anleitungen, dass neu montierte Anbauteile nach den ersten paar hundert Kilometern noch einmal zu kontrollieren sind. Das ist kein Misstrauen gegen die eigene Arbeit, sondern eingeplante Physik.
Damit ist klar, wo du suchst und warum. Bleibt die Frage, womit - und hier gibt es ein Werkzeug, dem fast alle zu viel zutrauen: den Drehmomentschlüssel. Die Vorstellung, damit ließe sich „nachprüfen“, ob eine Schraube noch richtig sitzt, ist verbreitet und leider ein Missverständnis.
Ein Drehmomentschlüssel misst nicht, wie fest eine Verbindung noch geklemmt ist. Er misst, welches Moment nötig ist, um die Schraube weiterzudrehen. Setzt du ihn auf eine bereits angezogene Schraube, prüfst du nicht - du ziehst erneut an. Machst du das jedes Frühjahr an derselben Stelle, wanderst du mit jeder Runde ein Stück weiter in Richtung Streckgrenze, ohne dass dir irgendetwas davon angezeigt wird. Was du beim Klicken siehst, ist die Reibung im Gewinde und unter dem Kopf, und die hat sich in zwei Jahren Salz, Staub und Hitze ohnehin verändert.
Der ehrlichere erste Handgriff ist deine Hand. Nimm das Bauteil und bewege es. Rüttle am Spiegel, drück die Fußraste seitlich, zieh am Kennzeichenhalter, fass die Kante der Verkleidungsscheibe und schiebe sie hin und her. Du suchst nicht nach Kraft, sondern nach Spiel. Eine Verbindung, die sich um einen Millimeter bewegt, hat ihre Vorspannkraft verloren, egal was ein Schlüssel dazu sagt.
Und du suchst mit den Ohren. Fast jede lose Schraube meldet sich Wochen vorher: als neues Klackern über Querfugen, als Spiegel, der sich im Fahrtwind langsam verdreht, als Scheibe, die bei einer bestimmten Drehzahl summt, als Kennzeichen, das im Rückspiegel flattert. Diese Geräusche sind keine Marotte des Motorrads. Sie sind eine Bestandsaufnahme.
Eine Einschränkung gehört zur Rüttelprobe allerdings dazu, und sie ist wichtiger, als sie klingt. Eine Schraube kann einen erheblichen Teil ihrer Klemmkraft eingebüßt haben, während sich das Bauteil mit der Hand immer noch bombenfest anfühlt. Die Rüttelprobe findet das Offensichtliche zuverlässig und das Schleichende gar nicht. Deshalb steht weiter unten noch ein zweites Verfahren.
Jetzt der Teil, den das Nachziehen überspringt.
Nimm die Schraube heraus, statt sie festzuziehen. Das kostet eine Minute mehr und beantwortet vier Fragen, die du sonst gar nicht stellst.
Gemeint sind dabei die Verbindungen aus der Liste oben: Spiegel, Rasten, Kennzeichenhalter, Verkleidung, Auspuffschelle, Zubehör. Was Last trägt oder etwas in Position hält - Motoraufhängung, Umlenkung, Lenkkopf, Bremssattel, Achsklemmung -, wird nicht aus Neugier herausgedreht. Dort kann die Schraube das Einzige sein, was ein schweres Bauteil oben hält, und die Frage nach dem Warum beantwortet dann jemand mit dem passenden Ständer darunter.
Erstens: Wie sieht das Gewinde aus? Blanke, glänzende Stellen an den Flanken bedeuten, dass sich hier etwas bewegt hat. Ausgerissene oder verquetschte Gänge bedeuten, dass die Verbindung nicht mehr trägt, sondern nur noch klemmt. Zweitens: Ist die Schraube noch gerade und hat sie ihre ursprüngliche Länge? Eine überdehnte Schraube ist im Schaft messbar dünner geworden und gehört ersetzt, nicht wiederverwendet. Drittens: Fehlt etwas? Eine verlorene Scheibe, eine fehlende Hülse, ein Gummidämpfer, der über die Jahre zusammengefallen ist - all das ergibt ein zu kurzes Klemmpaket, und ein zu kurzes Paket lässt sich nicht durch mehr Drehmoment retten. Viertens: Sind die Auflageflächen sauber? Rost, alte Lackreste oder eingetrockneter Schmutz unter dem Kopf setzen sich nach kurzer Zeit, und die Vorspannung ist weg.
Dazu kommt die Frage, die alles andere schlägt: Ist es das erste Mal? Eine Schraube, die sich zum zweiten Mal an derselben Stelle löst, sagt dir, dass mit der Verbindung etwas nicht stimmt. Falsche Länge, fehlendes Teil, verzogener Halter, ein Riss im Blech, der sich unter Last öffnet. Das ist der Moment, in dem du aufhörst zu schrauben und anfängst hinzusehen.
Ein Sonderfall gehört noch dazu, weil er auf Motorrädern so häufig ist: die Stahlschraube im Aluminiumteil.
Die beiden Metalle mögen einander nicht. Kommt Feuchtigkeit dazu, entsteht an der Kontaktfläche Korrosion, die das Gewinde regelrecht verbackt. Das Bauteil wirkt dann bombenfest, obwohl die eigentliche Klemmkraft längst verschwunden ist - und beim nächsten Lösungsversuch reißt die Schraube ab.
Besonders gern trifft das ausgerechnet die schönen Zubehörschrauben aus Edelstahl. Edelstahl neigt im Gewinde zum Fressen, und in Streusalz und Dauernässe ist die Paarung mit Aluminium alles andere als harmlos. Gehen solche Schrauben in ein Alubauteil, gehört ein geeignetes Mittel ins Gewinde - und damit gilt für sie der Absatz weiter unten über das Drehmoment am geschmierten Gewinde.
Deshalb ist der Herbst der bessere Zeitpunkt für diese Runde als der Frühling. Was du jetzt einmal löst, säuberst und mit dem passenden Mittel wieder einsetzt, kommt im März ohne Drama heraus. Welches Mittel das ist, entscheidet allerdings nicht das Gefühl. Montagepaste gegen Festfressen und Schraubensicherung gegen Losdrehen sind zwei verschiedene Dinge und gehören nicht gleichzeitig auf dasselbe Gewinde. Bei der Sicherung ist am Motorrad das mittelfeste Produkt der Normalfall - das hochfeste ist für Verbindungen gedacht, die zum Lösen erwärmt werden, und in einem Aluminiumgewinde heißt das beim nächsten Mal oft: Gewinde raus statt Schraube raus. Beide Mittel wollen außerdem ein sauberes Gewinde. Schraubensicherung härtet unter Luftabschluss zwischen zwei Metallflächen aus, und auf altem Fett tut sie das nicht - sie sieht dann aus wie eine Sicherung und ist keine.
Und ein Punkt, der bei Montagepaste regelmäßig übersehen wird. Die Drehmomentangaben im Handbuch gelten, sofern nichts anderes dabeisteht, für das trockene Gewinde. Der weitaus größte Teil des angezeigten Moments arbeitet gegen Reibung, nur ein kleiner Rest wird zu Klemmkraft. Senkst du die Reibung mit Paste oder Öl, landet bei genau demselben Klicken spürbar mehr Vorspannung in der Schraube. In Stahl geht das meistens gut. In einem Aluminiumgewinde ist es der Unterschied zwischen fest und ausgerissen. Paste kommt deshalb nur dorthin, wo der Hersteller sie vorsieht.
Ein Wort zu Muttern mit Kunststoffring, die an Motorrädern überall sitzen: Sie sichern über die Verformung dieses Rings, und dieser Ring verformt sich beim ersten Mal am besten. Wie oft eine solche Mutter verwendet werden darf, sagt der Hersteller; im Zweifel ist eine neue billiger als alles, was danach kommt.
⚠️ Sicherheitshinweis: Der teuerste Fehler bei diesem Thema ist nicht die lose Schraube, sondern die Reaktion darauf. Ein Stahlbolzen in einem Aluminiumgehäuse reißt das Gewinde bei deutlich weniger Kraft heraus, als der kräftige Arm vermutet - und aus einem Zwei-Euro-Teil wird eine Gewindereparatur am Motorgehäuse. Kurze Schlüssel, wenig Hebel, und für alles, wofür eine Vorgabe existiert, den Drehmomentschlüssel.
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🛒 Einmal lösen, säubern, wieder einsetzen
Der Abschnitt darüber trennt zwei Mittel, die nicht zusammengehören. Der nächste braucht nur einen Strich.
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In der Luftfahrt und in der Industrie gibt es dafür ein Verfahren, das nichts kostet und das an Motorrädern fast niemand benutzt: den Kontrollstrich.
Du ziehst mit einem Lackstift, einem Filzstift für den Außenbereich oder notfalls mit Nagellack einen kurzen Strich über den Schraubenkopf hinweg auf das Bauteil darunter. Ein Strich, zwei Flächen. Solange die beiden Hälften des Strichs in einer Linie stehen, hat sich die Schraube nicht gedreht. Verspringen sie, hast du deinen Befund im Vorbeigehen, ohne Werkzeug, ohne Rütteln, ohne Erinnerungsvermögen.
Der Nutzen liegt weniger im Erkennen als im Nichtmehrvergessen. Kaum jemand weiß im September noch, welche Schraube er im April festgezogen hat und welche er nur festziehen wollte. Ein Strich weiß es. Sinnvoll ist er überall dort, wo die Rüttelprobe unbequem ist oder wo du nach einer Reparatur wissen willst, ob die Sache diesmal hält: Krümmerflansch, Kettenradschrauben nach dem Wechsel, Rastenhalter, Zubehör aller Art. Zehn Striche in fünf Minuten, und für den Rest der Saison arbeitet die Kontrolle von selbst.
Ein Hinweis noch, damit der Strich nicht das Gegenteil bewirkt: Er ersetzt keine Sicherung. Er zeigt an, dass etwas passiert ist, er verhindert es nicht. Und wo er verspringt, folgt die Frage aus dem vorigen Abschnitt: warum.
Es gibt eine Angewohnheit, die alle Schrauber teilen, die schon einmal ein Teil auf der Straße verloren haben: Sie gehen vor der Ausfahrt einmal langsam um die Maschine herum und fassen dabei sechs oder sieben Stellen an. Spiegel, Rasten, Kennzeichen, Scheibe, Schelle, Lenkerende. Es sieht aus wie eine Marotte, und es dauert weniger lang als das Aufsetzen des Helms.
Was diese Runde von einer echten Wartung unterscheidet, ist ihr Anspruch. Sie findet keine Materialermüdung, sie prüft kein Lagerspiel, sie ersetzt keinen Werkstattbesuch. Sie findet ausschließlich das, was sich seit dem letzten Mal bewegt hat - und genau das ist bei losen Schrauben am Motorrad die eine Information, auf die es ankommt.
Der Rest ist eine Frage der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Du weißt nach diesem Artikel, welche sechs Stellen es sind, du weißt, dass Nachziehen die Frage nicht beantwortet, und du weißt, dass ein Strich mit einem Lackstift dir die Erinnerung abnimmt.
Bleibt nur eine Frage, und die kann dir niemand abnehmen: Wann hast du deine Fußrastenhalter das letzte Mal angefasst?
Warum lösen sich Schrauben am Motorrad von allein?
Nicht weil sie geschüttelt werden, sondern weil sich die verschraubten Teile minimal quer zur Schraubenachse gegeneinander verschieben. Schon Bruchteile eines Millimeters reichen, damit die Verbindung Stück für Stück aufdreht. Dazu kommen Wärmeausdehnung an heißen Bauteilen und das Setzen frisch montierter Teile.
Kann ich mit dem Drehmomentschlüssel prüfen, ob eine Schraube noch fest ist?
Nicht wirklich. Der Schlüssel misst das Moment, das nötig ist, um weiterzudrehen, nicht die verbliebene Klemmkraft. Wer regelmäßig „nachprüft“, zieht die Schraube in Wahrheit jedes Mal erneut an. Die Bewegungsprobe von Hand findet dafür nur die Verbindungen, die schon Spiel haben; wer den schleichenden Fall sehen will, arbeitet mit einem Kontrollstrich.
Welche Schrauben lösen sich am häufigsten?
Spiegel, Fußrastenanlage, Kennzeichenhalter samt Blinkern, Verkleidungs- und Windschildschrauben, Krümmermuttern und Auspuffschellen sowie Lenkerklemmung und Lenkerendengewichte. Gemeinsam ist ihnen ein langer Hebel, dünnes Blech, Kunststoff oder starke Wärmewechsel.
Was mache ich mit einer Schraube, die ich locker gefunden habe?
Bei Anbauteilen wie Spiegel, Raste, Kennzeichenhalter oder Verkleidung: herausdrehen statt festziehen. Gewinde, Schaftlänge, Auflageflächen und Vollständigkeit des Klemmpakets ansehen; fehlende Scheiben, gequetschte Gänge oder ein zusammengefallener Gummidämpfer erklären das Problem oft sofort. Löst sich dieselbe Schraube ein zweites Mal, stimmt etwas an der Verbindung nicht. Tragende Verbindungen wie Motoraufhängung, Umlenkung oder Achsklemmung werden dagegen nicht zur Ansicht herausgedreht, sondern nach Herstellervorgabe angezogen.
Was ist ein Kontrollstrich und wie mache ich ihn?
Ein kurzer Strich mit Lackstift oder Nagellack über den Schraubenkopf hinweg auf das Bauteil darunter. Stehen beide Hälften noch in einer Linie, hat sich nichts gedreht. Der Strich zeigt Bewegung an, er verhindert sie nicht - er ersetzt also keine Schraubensicherung.
Darf ich selbstsichernde Muttern wiederverwenden?
Muttern mit Kunststoffring sichern über die Verformung dieses Rings, und der verformt sich beim ersten Einsatz am wirkungsvollsten. Wie oft eine solche Mutter verwendet werden darf, gibt der Hersteller vor. Bei sicherheitsrelevanten Verbindungen ist die neue Mutter die günstigere Entscheidung.
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