Mehr Motorräder in Bayern als in ganz Österreich

Über eine Million Motorräder in Bayern, 671.842 in ganz Österreich. So stehen die beiden Zahlen nebeneinander, die eine vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zum 1. Januar 2026, die andere von Statistik Austria zum Jahresende 2025, also zum selben Jahreswechsel. Das Land der großen Alpenpässe hat damit rund 370.000 Maschinen weniger als sein Nachbar im Norden, und das liegt nicht nur daran, dass in Bayern mehr Menschen leben.

Auch pro Kopf gibt es mehr Motorräder in Bayern

Natürlich ist Bayern größer, zumindest nach Einwohnern. Ende 2025 lebten im Freistaat gut 13,2 Millionen Menschen, in Österreich zu Jahresbeginn 2026 rund 9,2 Millionen. Das sind in Bayern 44 Prozent mehr Menschen, aber 55 Prozent mehr Motorräder: 1.041.697 gegen 671.842.

Verglichen sind dabei nur Zweiräder: Roller und 125er gehören auf beiden Seiten dazu, Mopeds bis 45 km/h nicht. Das KBA führt in Bayern zwar 1.081.145 Krafträder, darin stecken aber 39.448 Trikes und leichte Quads, die in Österreich nicht als Motorräder zählen.

Auf 1.000 Einwohner kommen damit in Bayern 79 Motorräder, in Österreich 73. Für ganz Deutschland ergeben sich rund 59. Österreich liegt deutlich über dem deutschen Schnitt, Bayern noch ein Stück darüber. Grob gesagt hat in Bayern jeder 13. Einwohner ein Motorrad auf seinen Namen zugelassen, in Österreich jeder 14. Ganz genau ist das nicht, manche Halter haben zwei oder drei Maschinen, und manche Maschine läuft auf eine Firma. Als Vergleich taugt es trotzdem.

Noch größer wird der Abstand auf der Landkarte. Bayern ist mit rund 70.500 Quadratkilometern kleiner als Österreich mit knapp 84.000. Auf einem bayerischen Quadratkilometer sind im Schnitt fast 15 Motorräder zugelassen, auf einem österreichischen acht. Allerdings ist ein großer Teil Österreichs Gebirge, in dem kaum jemand wohnt.

Je Einwohner steht Bayern in Deutschland allein da. Im Freistaat sind 21 Prozent aller deutschen Krafträder zugelassen, obwohl dort nur knapp 16 Prozent der Einwohner leben. Kein anderes deutsches Bundesland erreicht pro Kopf den österreichischen Wert, auch dann nicht, wenn Trikes und Quads mitzählen. Baden-Württemberg kommt auf 70 Krafträder je 1.000 Einwohner, Rheinland-Pfalz auf 68, das Saarland auf 66. Berlin, Hamburg und Bremen liegen zwischen 30 und 34.

Ohne Wien und München fast gleichauf

Ein guter Teil des bayerischen Vorsprungs steckt in einer einzigen Stadt, und die liegt in Österreich. In Wien leben gut zwei Millionen Menschen, und auf 1.000 Einwohner kommen dort gerade 44 Motorräder. Kein anderes Bundesland zieht den österreichischen Schnitt so weit nach unten.

Rechnest du Wien heraus, kommt das übrige Österreich auf 81 Motorräder je 1.000 Einwohner. Mit München ist es ähnlich: Die Landeshauptstadt hat 47 zweirädrige Krafträder je 1.000 Einwohner, der Rest des Freistaats 83. Ohne ihre Hauptstädte liegen die beiden Nachbarn also fast gleichauf.

Den Unterschied macht der Anteil der Hauptstadt: In Wien lebt mehr als jeder fünfte Österreicher, in München nur gut jeder neunte Bayer.

Je Auto gerechnet gewinnt Österreich knapp

In einer Rechnung liegt Österreich allerdings vorn. Auf 1.000 Pkw kommen dort 127 Motorräder. In Bayern sind es 123, solange nur die Zweiräder zählen. Erst mit Trikes und Quads kommt der Freistaat auf 128 und zieht gleich.

Der Grund sind die Autos. In Bayern kommen auf 1.000 Einwohner laut KBA 639 Pkw, in Österreich laut Statistik Austria 573. Pro Kopf hat der Freistaat zwar mehr Motorräder, bei den Autos ist sein Vorsprung aber noch größer. In dieser Rechnung kostet ihn das die Führung.

Innerhalb Deutschlands ist Bayern trotzdem Spitze. Kein anderes Bundesland kommt auf so viele Krafträder je 1.000 Pkw, Baden-Württemberg folgt mit 113, Nordrhein-Westfalen liegt bei 89, Bremen bei 70. Der Bundesschnitt beträgt rund 102. Österreich spielt bei diesem Maß in der bayerischen Liga, der Rest von Deutschland nicht. Mehrere österreichische Länder liegen sogar vor Bayern, am deutlichsten Kärnten mit 148 Motorrädern je 1.000 Pkw und Vorarlberg mit 144.

Die Schweiz liegt pro Kopf vor beiden

Auch die Schweiz zählt ihre Motorräder, allerdings zum 30. September. Das Bundesamt für Statistik kam 2025 auf rund 765.000, ohne die Kleinmotorräder bis 50 Kubik, also weniger als Bayern und mehr als Österreich. Gemessen an Einwohnern und an Autos liegt die Schweiz dagegen vorn: Auf 1.000 Menschen kommen dort rund 85 Motorräder, auf 1.000 Pkw 158.

Niederbayern und Kärnten liegen vorn

Bayern ist dabei kein einheitliches Motorradland. Zwischen dem stärksten und dem schwächsten Regierungsbezirk liegen mehr als 20 Motorräder je 1.000 Einwohner, auch hier nur die Zweiräder gezählt:

  • Niederbayern: 93
  • Oberpfalz: 91
  • Schwaben: 84
  • Oberfranken: 83
  • Unterfranken: 75
  • Oberbayern: 73
  • Mittelfranken: 69

Ausgerechnet Oberbayern, das an Tirol und Salzburg grenzt, liegt damit auf demselben Wert wie Österreich. Den Schnitt drücken dort die Städte, allen voran München mit seinen 1,5 Millionen Einwohnern. Die dichtesten Motorradgegenden Bayerns sind Landkreise, ganz vorn Freyung-Grafenau im Bayerischen Wald und Cham in der Oberpfalz. Das KBA zählt ein Motorrad am Wohnort seines Halters. Eine Münchner Maschine, die jedes Wochenende in die Berge fährt, bleibt darin eine Münchner Maschine.

Beim Nachbarn gehen die Werte ebenfalls weit auseinander. Kärnten kommt auf 99 Motorräder je 1.000 Einwohner, so viele wie kein anderes österreichisches Bundesland und sogar mehr als Niederbayern. Tirol liegt mit 75 knapp über dem österreichischen Schnitt, Salzburg mit 69 darunter.

Und die bayerischen Landkreise direkt an der Grenze liegen durchweg hoch. Keiner von ihnen, von Lindau am Bodensee bis Freyung-Grafenau im Bayerischen Wald, kommt auf weniger als 85 zweirädrige Krafträder je 1.000 Einwohner, die meisten liegen über 90.

Österreich legt schneller zu

Der Vorsprung ist groß, aber er schrumpft. In Bayern kamen 2025 unterm Strich gerade 1.835 zweirädrige Krafträder dazu, ein Plus von 0,2 Prozent. Der österreichische Motorradbestand wuchs im selben Jahr um 2,5 Prozent, und damit schneller als die Zahl der Autos dort.

Dazu passt eine zweite österreichische Zahl. 2025 wurden dort 25.712 Motorradführerscheine der Klassen A, A1 und A2 ausgestellt, so viele wie nie seit dem Beginn dieser Statistik 2006. Besonders deutlich legten dabei die 40- bis 49-Jährigen zu, um 13 Prozent.

Über fünf Jahre ergibt sich dasselbe Bild. Zum 1. Januar 2021 führte das KBA in Bayern 952.588 zweirädrige Krafträder, bis 2026 kamen 9,4 Prozent dazu. Der österreichische Bestand legte im gleichen Zeitraum um knapp 18 Prozent zu, fast doppelt so stark.

Noch eindrucksvoller ist der lange Bogen. Statistik Austria rechnet mit dem Jahr 1970 als Basis: Seitdem hat sich die Zahl der Motorräder in Österreich fast versechsfacht, die der Pkw gut vervierfacht. Mopeds gibt es dort heute gut halb so viele wie damals.

Auch im Sommer 2026 wuchs der bayerische Bestand weiter. Am 1. Juli zählte das KBA 1.104.300 Krafträder in Bayern, 5.144 mehr als am 1. Juli 2025.

Mopeds bleiben außen vor

Mit den Mopeds sieht die österreichische Zahl ganz anders aus. Dort stehen 272.145 Motorfahrräder bis 45 km/h im Bestand, und mit ihnen kommt Österreich auf 102 motorisierte Zweiräder je 1.000 Einwohner.

In Deutschland fahren Mopeds bis 45 km/h und Mofas mit dem kleinen Versicherungskennzeichen statt mit einem amtlichen Kennzeichen und tauchen deshalb im Fahrzeugbestand des KBA gar nicht auf. Eine aktuelle Zahl für Bayern, die neben die 272.145 passen würde, veröffentlicht das Amt nicht. Für die Motorräder in Bayern bleibt das Ergebnis dagegen eindeutig: Es sind mehr als im ganzen Nachbarland, absolut, je Einwohner und je Quadratkilometer.

Als Österreich mehr Motorräder hatte als Autos

Statistik Austria führt ihre Bestandsreihe bis 1931 zurück. Damals waren im ganzen Land 22.253 Pkw zugelassen und 43.945 Motorräder, fast doppelt so viele. Von den 87.732 Straßenfahrzeugen dieses Jahres war jedes zweite ein Motorrad.

Auch in Deutschland waren einmal mehr Krafträder zugelassen als Pkw. Am 1. Juli 1953 zählte das Kraftfahrt-Bundesamt im Westen rund zwei Millionen Krafträder und gut 1,1 Millionen Pkw.

In Österreich hat sich das Verhältnis seit 1931 umgedreht, aber nicht in einer geraden Linie. Laut Statistik Austria gab es 1970 dort 113.146 Motorräder und knapp 1,2 Millionen Pkw, also ein Motorrad auf zehneinhalb Autos. 1980 kam sogar nur eines auf knapp 25 Autos. Heute kommt in Österreich eines auf knapp acht Autos, in Bayern eines auf gut acht. Gegenüber dem Auto hat das Motorrad in Österreich seit 1980 wieder Boden gutgemacht.

Und die Zahl der Motorräder wächst auf beiden Seiten der Grenze weiter, in Österreich schneller. Holt das Nachbarland den Freistaat damit irgendwann ein? Mit dem Tempo von 2025 wären es rund 25 Jahre, mit dem Tempo der letzten fünf Jahre gut 150, weil Bayern in absoluten Zahlen kaum langsamer gewachsen ist. Auf welches würdest du setzen?

❓ Häufige Fragen zu Motorrädern in Bayern und Österreich

Wie viele Motorräder gibt es in Bayern?

Am 1. Januar 2026 waren in Bayern 1.081.145 Krafträder zugelassen, Trikes und leichte Quads eingeschlossen. Zählen nur die Zweiräder, sind es 1.041.697. Am 1. Juli 2026 standen laut Kraftfahrt-Bundesamt 1.104.300 Krafträder in Bayern im Register.


Wie viele Motorräder gibt es in Österreich?

Statistik Austria zählte zum 31. Dezember 2025 genau 671.842 Motorräder, 2,5 Prozent mehr als ein Jahr davor. Dazu kommen 272.145 Mopeds bis 45 km/h, die dort als Motorfahrräder getrennt geführt werden.


Gibt es in Bayern mehr Motorräder pro Einwohner als in Österreich?

Bayern hat mit rund 79 zweirädrigen Krafträdern je 1.000 Einwohner mehr Motorräder pro Kopf als Österreich mit 73. Ohne München und Wien liegen beide fast gleichauf, bei 83 und 81. Mit den österreichischen Mopeds kommt das Nachbarland auf 102 Zweiräder je 1.000 Einwohner, für Bayern fehlt die passende Mopedzahl im Bestand.


Wie viele Motorräder kommen auf 1.000 Autos?

Österreich hat 127 Motorräder je 1.000 Pkw, Bayern 123 Zweiräder und mit Trikes und Quads 128. Die Schweiz kommt auf 158 Motorräder je 1.000 Pkw, der deutsche Schnitt liegt bei rund 102 Krafträdern.


Welches Bundesland hat die meisten Motorräder?

Die meisten Krafträder hat Bayern mit 1.081.145, vor Nordrhein-Westfalen mit 949.170 und Baden-Württemberg mit 786.698. Auch im Verhältnis zu den Autos und zu den Einwohnern liegt Bayern vorn. Je Quadratkilometer haben dagegen die Stadtstaaten und mehrere Flächenländer mehr.


Wie viele Motorräder gibt es in ganz Deutschland?

Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte zum 1. Januar 2026 insgesamt 5.071.468 Krafträder, darunter 4.920.865 Zweiräder. Zum 1. Juli 2026 waren es 5.155.719. Mofas und Mopeds mit Versicherungskennzeichen sind darin nicht enthalten.


Wächst die Zahl der Motorräder in Österreich?

Der Motorradbestand in Österreich wuchs 2025 um 2,5 Prozent auf 671.842 Maschinen. Seit 1970 hat er sich laut Statistik Austria fast versechsfacht. In Bayern waren es 2025 gerade 0,2 Prozent.

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