
Nächstes Jahr wird’s was Richtiges. Diesen Satz hörst du im Herbst an mancher Tankstelle, wenn die zweite Saison auf der A2-Maschine vorbei ist. Auf der Landstraße hat sie alles mitgemacht. Beim Überholen fehlte trotzdem manchmal der letzte Schub, und in der Gruppe fahren die anderen längst größere Motorräder.
Von A2 auf A umzusteigen bringt mehr Leistung, so viel ist klar. Was sonst noch kommt, steht in keinem Prospekt auf der ersten Seite: eine Prüfung auf fremdem Motorrad, deutlich mehr Gewicht in der Garageneinfahrt und bis zu 70 Prozent mehr Verbrauch.
Hast du den A2-Führerschein seit mindestens zwei Jahren, brauchst du für die Klasse A laut § 15 der Fahrerlaubnis-Verordnung nur noch eine praktische Prüfung. Eine Theorieprüfung entfällt, und auch die Vorschriften über die Ausbildung gelten für diesen Aufstieg nicht. Vorgeschriebene Fahrstunden gibt es also keine. Bist du schon 24, ist daneben der Direkteinstieg in die Klasse A möglich, mit eigenen Regeln.
Prüfen lassen kannst du dich frühestens einen Monat, bevor die zwei Jahre um sind. Hast du den A2 im Mai 2025 bekommen, ist die Prüfung schon im April 2027 möglich. Die zwei Jahre müssen aber voll sein, wenn dir die Klasse A erteilt wird. Abnehmen wird die Prüfung wieder ein amtlich anerkannter Sachverständiger oder Prüfer, wie beim ersten Mal.
Auf deiner 500er fährst du diese Prüfung allerdings nicht. Das Prüfungsfahrzeug für die Klasse A braucht nach Anlage 7 der Verordnung mindestens 50 kW und 180 Kilo Leermasse, mit Verbrennungsmotor auch mindestens 600 Kubikzentimeter Hubraum. Fünf Kilo und fünf Kubikzentimeter darunter sind noch zulässig. Stellen musst du dieses Motorrad selbst. Und auf der Prüfungsfahrt begleitet dich ein Fahrlehrer, auch das ist Vorschrift. In der Praxis läuft der Aufstieg deshalb über eine Fahrschule und ihre Maschine.
Die Prüfung dauert mindestens 60 Minuten, mindestens 30 davon sind reine Fahrzeit im Verkehr. Von den Grundfahraufgaben bleiben beim Aufstieg vier übrig: der Slalom im Schritttempo, eine Gefahrbremsung und zwei Ausweichaufgaben, eine davon nach dem Bremsen. Geübt hast du das alles schon einmal, nur auf einer leichteren Maschine.
Der Fahrlehrer darf dich aber nur zur Prüfung begleiten, wenn er sich vorher von deinen Kenntnissen und Fähigkeiten überzeugt hat. Ein paar Stunden auf dem Prüfungsmotorrad sind deshalb vernünftig. Was das kostet, legt jede Fahrschule für sich fest. Neben den Fahrstunden zahlst du die Vorstellung zur Prüfung und die Prüfungsgebühr.
Wie beim A2 sitzt du allein auf dem Motorrad, und die Anweisungen kommen über Funk. Geht etwas schief, ist das kein Drama: Wiederholen darfst du eine nicht bestandene Prüfung, in der Regel frühestens nach zwei Wochen. Und die 500er steht ja weiter in der Garage.
Eine Reihenfolge klingt naheliegend und geht trotzdem nicht auf: erst die große Maschine zur Probe fahren, dann über den Schein nachdenken. Beim Händler darfst du ein Motorrad mit mehr als 35 kW aber erst fahren, wenn du die Klasse A hast. Die Fahrstunden auf der Prüfungsmaschine sind so meist die erste Begegnung mit einem großen Motorrad. Die 500er verkaufst du am besten erst, wenn die Probefahrt mit dem Wunschmodell hinter dir liegt.
Auf dieser Probefahrt zählt mehr als die Landstraße. Wende auf einem Parkplatz, schieb die Maschine rückwärts aus einer Lücke, halt an einer Steigung an und fahr wieder los. Und stell dich mit beiden Füßen hin. Wie sicher du stehst, hängt nicht allein von der Sitzhöhe ab. Eine breite Sitzbank und ein breiter Tank schieben die Beine nach außen, und der Boden rückt weiter weg.
Die Sitzbank der CB1000 Hornet liegt 24 Millimeter höher als die der CB500 Hornet, auf der Z900 sitzt du 45 Millimeter höher als auf der Z500 SE. Bei KTM sind es gerade einmal fünf Millimeter.
Auch bei der Elektronik kennst du von der 500er nur einen Teil. Die CB500 Hornet hat bereits eine Traktionskontrolle, die bei durchdrehendem Hinterrad die Leistung zurücknimmt. Die CB1000 Hornet bringt dazu drei Fahrmodi, zwei frei einstellbare Modi und eine Wheelie-Kontrolle mit, die das Steigen des Vorderrads begrenzt. Die Z900 hat eine Traktionskontrolle in drei Stufen, einen Tempomaten und einen Schaltassistenten, mit dem du ohne Kupplung hoch- und runterschaltest. Auf der Herstellerseite der Z500 SE steht davon nichts.
Lass dir Menüs und Modi vor der Probefahrt im Stand zeigen, dann musst du unterwegs nichts suchen. Und bietet der Händler keine Probefahrt an, frag bei einer Motorradvermietung nach dem Modell und ob sie dich mit frischer Klasse A überhaupt fahren lässt. Ein Wochenende mit Landstraße, Stadt und der eigenen Garageneinfahrt zeigt dir mehr als eine kurze Runde beim Händler.
Vielleicht brauchst du aber gar kein neues Motorrad. Eine gedrosselte Maschine zählt laut § 6 der Fahrerlaubnis-Verordnung nur zur Klasse A2, wenn sie offen höchstens 70 kW leistet. Solche 35-kW-Fassungen gibt es deshalb vor allem in der Mittelklasse. Fährst du eine davon, frag zuerst deinen Händler, ob es für genau dein Modell einen Weg zurück zur vollen Leistung gibt und welche Papiere oder welche Abnahme dazugehören. Eine geänderte Nennleistung musst du danach unverzüglich der Zulassungsbehörde melden.
Wie viel die großen Modelle mehr wiegen, zeigen drei Paare aus den Datenblättern der Hersteller. Die Leistung wächst dabei ungefähr auf das Dreifache: bei Honda von 47,6 auf 152 PS, bei Kawasaki von 45 auf 124 PS, bei KTM von 45 auf 123 PS.
| Modell | Kilo laut Hersteller | Sitzhöhe in mm |
|---|---|---|
| Honda CB500 Hornet | 188 | 785 |
| Honda CB1000 Hornet | 211 | 809 |
| Kawasaki Z500 SE | 168 | 785 |
| Kawasaki Z900 | 213 | 830 |
| KTM 390 Duke | 165 | 820 |
| KTM 990 Duke | 179 | 825 |
Gewogen haben die Hersteller unterschiedlich. Honda gibt beide Hornets vollgetankt an (CB500 Hornet Modelljahr 2024, CB1000 Hornet 2025), Kawasaki fahrfertig mit mehr als 90 Prozent Tankfüllung (Modelljahr 2027). KTM nennt für die 390 Duke das Gewicht vollgetankt, für die 990 Duke ohne Kraftstoff (beide 2026). Am ehesten vergleichbar sind die Zahlen innerhalb einer Marke, und auch dort nur, wenn gleich gewogen wurde.
Bei Honda sind es also 23 Kilo mehr, bei Kawasaki 45. Bei KTM stehen auf dem Papier 14 Kilo, nur ist die 990 Duke ohne Benzin gewogen. Mit knapp 15 Litern im Tank kommen rund elf Kilo dazu, und der Abstand liegt bei etwa 25 Kilo.
Beim Gasgeben dreht sich das Verhältnis um. Bei der CB500 Hornet trägt jedes PS knapp vier Kilo, bei der CB1000 Hornet sind es weniger als anderthalb. So wirkt die große Maschine beim Beschleunigen leichter, als sie im Stand ist, und an diesen Unterschied gewöhnst du dich erst nach einigen Ausfahrten.
Im Stand dagegen bleibt jedes Kilo da: wenn du die Maschine vom Seitenständer aufrichtest, rückwärts aus der Garage schiebst oder auf Schotter wendest. Eine Garageneinfahrt mit Gefälle, die mit der 500er nie ein Thema war, kann mit 45 Kilo mehr eins werden. Schieb die Maschine beim Händler einmal über den Hof, bevor du unterschreibst.
Bei der Steuer ist die Rechnung einfach: Für Motorräder mit Hubkolbenmotor zählt nur der Hubraum. Nach § 9 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes kosten je angefangene 25 Kubikzentimeter 1,84 Euro im Jahr. Für die CB500 Hornet mit 471 Kubik sind das 34,96 Euro, für die CB1000 Hornet sind es 73,60 Euro. Bei Kawasaki geht es von 34,96 auf 69,92 Euro, bei KTM von 29,44 auf 69,92 Euro. Im Jahr kostet der Umstieg damit knapp 35 bis gut 40 Euro mehr.
Beim Verbrauch nennt Honda 3,5 Liter auf 100 Kilometer für die CB500 Hornet und 5,9 Liter für die CB1000 Hornet, gut zwei Drittel mehr. Kawasaki gibt 3,8 Liter für die Z500 SE an und 4,8 Liter für die Z900. Auf 5.000 Kilometer im Jahr wären das nach diesen Angaben 120 beziehungsweise 50 Liter mehr. Wie viel es bei dir wird, entscheidet die rechte Hand.
Auch die Reichweite schrumpft. Beide Hornets fassen rund 17 Liter. Nach den Verbrauchsangaben kommt die CB500 Hornet damit rechnerisch knapp 490 Kilometer weit, die CB1000 Hornet knapp 290. Auf einer langen Tagestour kann das einen Tankstopp mehr bedeuten.
Der Hinterreifen wächst mit. Die CB500 Hornet rollt hinten auf 160/60 ZR17, die CB1000 Hornet auf 180/55 ZR17. Nutzt du die Leistung, ist er auch schneller abgefahren. Den Preis für einen Satz rechnest du also schon vor dem Kauf mit ein.
Bei der Versicherung hilft keine Faustregel weiter. Der Beitrag richtet sich nach dem Versicherer, deinem Vertrag und dem Modell. Hol dir für genau die Maschine, die du willst, Angebote ein, nicht nur bei deinem jetzigen Versicherer.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Beschrieben sind die Regeln in Deutschland. Österreich und die Schweiz haben eigene. Wann du zur Prüfung darfst, klären deine Fahrschule und die Führerscheinstelle. Was eine geänderte Leistung für Papiere und Vertrag bedeutet, sagen dir Händler, Prüfstelle und Versicherer.
Die Klasse A erlaubt dir die große Maschine, kaufen musst du sie nicht. Manche merken in den Fahrstunden, dass ihnen das Mehrgewicht in der Stadt mehr Mühe macht, als ihnen die Leistung auf der Landstraße Freude bringt. Andere wollen nach der ersten Probefahrt nicht mehr zurück.
Beides ist in Ordnung. Wo genau hat dir die 500er gefehlt? Zu zweit am Berg, mit Gepäck auf der Autobahn, nach sechs Stunden im Sattel? Für jede dieser Lücken gibt es eine Antwort, und nicht jede heißt 1.000 Kubik. Manchmal ist es ein Motorrad der Mittelklasse, manchmal ein Windschild oder eine andere Sitzbank.
Steigst du um, plan eine Eingewöhnung ein. Die ersten Ausfahrten fährst du am besten allein, in deinem eigenen Tempo. Und die Fahrmodi sind kein Spielzeug für später: Ein sanfterer Modus nimmt dem Gasgriff in den ersten Wochen die Schärfe, solange du die Maschine noch kennenlernst.
Mit der Entscheidung für ein neues Motorrad darfst du dir so lange Zeit lassen, wie du willst. Die 500er fährt bis dahin weiter, für 34,96 Euro Jahressteuer.
Wann kann ich von A2 auf A umsteigen?
Von A2 auf A umsteigen kannst du nach mindestens zwei Jahren mit dem A2-Führerschein, dann reicht eine praktische Prüfung. Antreten darfst du frühestens einen Monat vor Ablauf dieser Frist. Ab 24 steht dir außerdem der direkte Zugang zur Klasse A offen, der eigenen Regeln folgt.
Brauche ich für den Aufstieg auf A Fahrstunden?
Fahrstunden sind für den Aufstieg von A2 auf A nicht vorgeschrieben, eine Mindestzahl gibt es nicht. Zur Prüfung begleitet dich trotzdem ein Fahrlehrer, und das darf er nur, wenn er sich vorher von deinem Können überzeugt hat. Deshalb führt der Weg meist über eine Fahrschule und ein paar Stunden auf ihrer Maschine.
Auf welchem Motorrad fahre ich die Prüfung für Klasse A?
Die Prüfung für Klasse A fährst du auf einer Maschine mit mindestens 50 kW und 180 Kilo Leermasse. Mit Verbrennungsmotor braucht sie dazu mindestens 600 Kubikzentimeter Hubraum, bei Gewicht und Hubraum gilt eine kleine Toleranz. Eine A2-Maschine mit 35 kW erfüllt das nicht. Das Fahrzeug stellst du selbst, in der Praxis kommt es von der Fahrschule.
Was wird bei der Aufstiegsprüfung auf A geprüft?
Die Aufstiegsprüfung auf A dauert mindestens 60 Minuten, davon mindestens 30 Minuten Fahrt im Verkehr. Pflicht sind dabei vier Grundfahraufgaben: Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung, ein Slalom im Schritttempo und zwei Ausweichmanöver, mit und ohne vorheriges Bremsen.
Wie viel Kfz-Steuer kostet ein Motorrad mit 1.000 Kubik?
Ein Motorrad mit 1.000 Kubikzentimetern Hubraum kostet im Regelfall 73,60 Euro Kraftfahrzeugsteuer im Jahr, mit Saisonkennzeichen anteilig weniger. Der Satz beträgt 1,84 Euro je angefangene 25 Kubik. Eine A2-Maschine mit 471 Kubik liegt bei 34,96 Euro.
Wie viel schwerer ist ein großes Naked Bike als eine A2-Maschine?
Ein großes Naked Bike wiegt nach Herstellerangaben gut 20 bis 45 Kilo mehr als ein A2-Modell derselben Marke, das zeigen drei Paare von Honda, Kawasaki und KTM. Zwischen CB500 Hornet und CB1000 Hornet sind es 23 Kilo, zwischen Z500 SE und Z900 sind es 45. Die Sitzbank der Z900 liegt zudem 45 Millimeter höher.
Wird die Versicherung für ein großes Motorrad teurer?
Die Versicherung für ein großes Motorrad hängt vom Versicherer, vom Vertrag und vom Modell ab, eine Faustregel für den Unterschied gibt es nicht. Angebote von zwei Versicherern für die konkrete Maschine zeigen vor dem Kauf, wie viel teurer es wird.
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