
Ein Motorrad, das steht, verbraucht kein Benzin, keine Reifen und keine Kette. Geld kostet es trotzdem. Die Steuer wird einmal im Jahr abgebucht, die Plakette läuft ab, und das Öl ist laut Wartungstabelle nach zwölf Monaten fällig, ob es gearbeitet hat oder nicht.
Für eine Yamaha MT-07 kommen so 146 Euro im Jahr zusammen, 40 Cent am Tag. Das sind die Fixkosten, für die es eine veröffentlichte Zahl gibt: die Steuer, die Hauptuntersuchung und das Material für Öl, Bremsflüssigkeit und Kühlflüssigkeit. Mehr als eine Untergrenze ist das nicht. Versicherung, Werkstattlohn, Bremsschläuche und ein gemieteter Stellplatz fehlen noch, und der Stellplatz allein kann mehr kosten als die 146 Euro.
Gerechnet ist mit einer Yamaha MT-07 der ersten Generation, 689 Kubikzentimeter Hubraum. Die Fristen stehen in ihrer Wartungstabelle. Die Gebühr der Hauptuntersuchung stammt aus der Liste von TÜV SÜD für Bayern 2026, die Materialpreise von Online-Händlern am 2. Oktober 2026, ohne Versand. Für deine Maschine rechnest du Zeile für Zeile mit deinen eigenen Zahlen nach.
| Posten | Fällig | Beispiel pro Jahr |
|---|---|---|
| Kfz-Steuer | jedes Jahr | 51,00 € |
| Hauptuntersuchung mit Abgasuntersuchung, 75,10 € | alle zwei Jahre | 37,55 € |
| Motoröl, drei Liter für 45 € | jedes Jahr | 45,00 € |
| Bremsflüssigkeit für 11 € | alle zwei Jahre | 5,50 € |
| Kühlflüssigkeit, zwei Liter für 19,80 € | alle drei Jahre | 6,60 € |
| Summe der festen Zeilen | 145,65 € | |
| Bremsschläuche | alle vier Jahre | laut Werkstatt |
| Dichtungen der Bremszylinder und Bremssättel | alle zwei Jahre | laut Werkstatt |
| Werkstattlohn | je Arbeit | laut Rechnung |
| Versicherung | jedes Jahr | laut Vertrag |
| Stellplatz | je Monat | 0 bis 55 € im Monat |
145,65 Euro im Jahr, gerundet 146. Auf den Tag gerechnet sind das 40 Cent, auf den Monat gut 12 Euro.
Über der Summe stehen die Zeilen mit einer veröffentlichten Zahl: aus dem Gesetz, aus einer Gebührentabelle, aus der Preisliste eines Händlers. Darunter stehen die Zeilen, die an deiner Werkstatt, deinem Vertrag und deiner Garage hängen. Für sie nennt die Tabelle keinen festen Betrag, und in der Summe fehlen sie.
Bei Posten, die alle zwei oder drei Jahre fällig sind, zeigt die rechte Spalte den Anteil eines Jahres. Bezahlen musst du am Stück. In einem Jahr ohne Hauptuntersuchung, Bremsflüssigkeit und Kühlflüssigkeit sind es 96 Euro. Fällt alles zusammen, sind es 202 Euro.
Die Kilometer spielen in dieser Rechnung keine Rolle. Reifen, Kette und Bremsbeläge kosten erst, wenn du fährst. Die Zeilen der Tabelle sind Kosten im Stand: Sie laufen auch dann weiter, wenn das Motorrad ein Jahr lang unter der Plane bleibt.
Umgekehrt zeigt die Summe, was Wenigfahren kostet. Verteilt auf 2.000 Kilometer im Jahr sind die 146 Euro gut sieben Cent je Kilometer, noch vor dem ersten Liter Benzin. Bei 10.000 Kilometern sind es anderthalb Cent.
Die Zahlen für deine Maschine findest du in deinen Unterlagen, und zusammen ergeben sie den festen Teil deiner Unterhaltskosten. Die Steuer steht im Bescheid des Hauptzollamts, die Gebühr der Hauptuntersuchung auf der Quittung der letzten Prüfung, die Fristen in der Wartungstabelle deiner Anleitung. Für Öl und Flüssigkeiten nimmst du die Preise von der letzten Rechnung.
Gar nicht in der Tabelle steht der Wertverlust, der sich erst beim Verkauf zeigt. Es fehlen auch eine Batterie, die das Stehen nicht überlebt hat, und Reifen, die alt werden, bevor sie abgefahren sind.
Die Kfz-Steuer für Motorräder mit Verbrennungsmotor bemisst sich nach dem Hubraum. Sie beträgt 1,84 Euro für je 25 Kubikzentimeter oder einen Teil davon (§ 9 Kraftfahrzeugsteuergesetz, Stand: Oktober 2026). Der Betrag wird auf volle Euro abgerundet und für ein Jahr im Voraus fällig. Das Hauptzollamt zieht ihn ein.
Die MT-07 hat 689 Kubikzentimeter. Das sind 28 angefangene Einheiten, also 51,52 Euro und abgerundet 51 Euro im Jahr. Eine 650er mit 649 Kubik kommt auf 47 Euro, eine Reiseenduro mit 1.084 Kubik auf 80.
Leichtkrafträder bis 125 Kubik und 11 Kilowatt sind zulassungsfrei und von der Steuer befreit. Zwischen 500 und 900 Kubikzentimetern liegt sie bei 36 bis 66 Euro im Jahr. Dreistellig wird der Betrag erst oberhalb von 1.350.
Der Hubraum deiner Maschine steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld P.1. Teil ihn durch 25, runde auf die nächste ganze Zahl auf, nimm das Ergebnis mal 1,84 und streich die Cent. Den verbindlichen Betrag nennt der Steuerbescheid des Hauptzollamts.
Ob du fährst, ist der Steuer gleich. Sie läuft, solange die Maschine zugelassen ist, und endet erst mit der Abmeldung, amtlich Außerbetriebsetzung.
Ein Saisonkennzeichen verkürzt die Rechnung. Die Steuer fällt nur für die Tage des Betriebszeitraums an. Von März bis Oktober sind das 245 von 365 Tagen, für die MT-07 rechnerisch 34 statt 51 Euro.
Die Steuer für die übrigen vier Monate, November bis Februar, sparst du auch mit einer Abmeldung. Bei der MT-07 sind das wieder rund 17 Euro. Dafür fallen Gebühren an: am Schalter 15,90 Euro für die Abmeldung und 23 Euro für die Wiederzulassung im selben Zulassungsbezirk mit reserviertem Kennzeichen, online 2,10 und 10,60 Euro. So steht es in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (Stand: Oktober 2026).
Für Motorräder gilt bei der Hauptuntersuchung, kurz HU, ein Abstand von 24 Monaten (Anlage VIII der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung). Die Frist läuft nach dem Kalender. 20.000 Kilometer in zwei Jahren oder 200: Am Termin ändert das nichts.
Den Preis der Prüfung nennt die Gebührenliste der Prüforganisation. TÜV SÜD nennt für Bayern im Jahr 2026 für die Hauptuntersuchung mit Abgasuntersuchung am Kraftrad 75,10 Euro. Mehrwertsteuer, Plakette und Bericht sind darin enthalten. Umgelegt sind das 37,55 Euro im Jahr. Ohne Abgasuntersuchung, etwa bei einem Elektromotorrad, stehen in derselben Liste 47,40 Euro.
Anderswo und bei anderen Organisationen weicht der Preis ab. Ein Vergleichsportal nannte im Februar 2026 für Motorräder bundesweit 75 bis 99 Euro. Deine eigene Zahl steht auf der Quittung deiner letzten Prüfung.
Das Kleingedruckte der Gebührenliste kann die Zahl erhöhen. Führst du die Maschine mehr als zwei Monate nach dem Termin vor, steigt der Anteil der Hauptuntersuchung um ein Fünftel, bei der bayerischen Gebühr um gut neun Euro. Eine Nachprüfung kostet bis zu zwei Drittel der Gebühr. Dazu sieht der Bußgeldkatalog bei mehr als zwei Monaten Verzug ein Verwarnungsgeld vor, bei mehr als acht Monaten ein Bußgeld.
Mit Saisonkennzeichen verschiebt sich höchstens der Monat. Fällt der Termin in die Ruhezeit, ist die Untersuchung im ersten Monat der nächsten Saison dran.
Bei einer abgemeldeten Maschine ruht die Pflicht zur Hauptuntersuchung. War die HU in der Zwischenzeit fällig, steht sie vor der Wiederzulassung an.
In der Wartungstabelle der MT-07 stehen Kilometerspalten und daneben eine Spalte für die Jahreskontrolle. Das Motoröl hat in beiden ein Häkchen. Es ist nach 10.000 Kilometern fällig oder bei der Jahreskontrolle, je nachdem, was zuerst kommt.
Vier weitere Posten haben feste Fristen in Jahren. Die Bremsflüssigkeit ist alle zwei Jahre dran, die Kühlflüssigkeit alle drei, die Bremsschläuche alle vier. Der vierte Posten sind die Dichtungen der Hauptbremszylinder und der Bremssättel, die laut Anleitung alle zwei Jahre erneuert werden sollen.
Jede Maschine hat ihre eigene Tabelle mit eigenen Fristen, und was bei der MT-07 im Jahr anfällt, gilt nur für sie. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch.
Beim Material bleiben die Posten der MT-07 überschaubar. Drei Liter vollsynthetisches Markenöl kosteten am Stichtag 45 Euro, die Maschine fasst ohne Filterwechsel 2,3 Liter. Für zwei kleine Flaschen Bremsflüssigkeit waren es 11 Euro, für zwei Flaschen fertig gemischte Kühlflüssigkeit 19,80 Euro. Kühler und Ausgleichsbehälter fassen zusammen knapp 1,9 Liter.
Umgelegt sind das beim Material gut 57 Euro im Jahr. Das meiste davon entfällt auf Öl, das beim Wenigfahrer kaum gearbeitet hat. Die Wartungstabelle macht da keinen Unterschied.
Beim Preis kommt es dagegen darauf an, wo du das Öl kaufst. Ein Zubehörhändler mit Filialen in München verlangte am 3. Oktober für die Literflasche eines vergleichbaren Öls 17,90 Euro im Angebot und sonst 19,90 Euro. Drei Flaschen kosten dort rund 54 bis 60 statt 45 Euro.
Für Bremsschläuche und Dichtungen steht in der Kostentabelle oben kein Preis. Die Teile sind modellgebunden, und schon den Wechsel der Bremsflüssigkeit legt die Anleitung in die Hände der Fachwerkstatt. In diese beiden Zeilen gehört die Zahl aus deinem Kostenvoranschlag, ebenso in die Zeile Werkstattlohn. Zur Jahreskontrolle gehören neben dem Ölwechsel weitere Prüfpunkte der Wartungstabelle. Auch das ist Werkstattzeit.
Den Grund für den Kalender liefern zwei Anleitungen. Bei der MT-07 warnt Yamaha, Wasser setze den Siedepunkt der Bremsflüssigkeit bedeutend herab und könne Dampfblasen zur Folge haben. Für die V-Strom 650 beschreibt Suzuki den Weg des Wassers: Bremsflüssigkeit nehme im Laufe der Zeit Feuchtigkeit über die Bremsschläuche auf. Dafür muss sich kein Rad drehen.
Sicherheitshinweis: Lass Bremsflüssigkeit, Bremsschläuche und Bremsdichtungen nach den Fristen deiner Anleitung tauschen, auch wenn die Maschine kaum bewegt wurde. Streich diese Zeilen nicht, um die Rechnung zu drücken.
Bremsflüssigkeit mit Wasser kann an einer heißen Bremse Dampfblasen bilden. Dann wird der Hebel weich, und die Bremse verzögert kaum noch. Gealterte Schläuche können Risse bekommen, gealterte Dichtungen undicht werden. Solche Schäden zeigen sich oft erst dann, wenn du die volle Bremsleistung brauchst.
Auch das Stehen selbst will versorgt sein. Yamaha rät für die MT-07, die Batterie auszubauen und zu laden, wenn die Maschine länger als einen Monat nicht benutzt wird. Bei mehr als zwei Monaten Stilllegung soll der Ladezustand mindestens einmal im Monat geprüft werden. Eine entladen gelagerte Batterie könne dauerhaft Schaden nehmen. In dem Fall steht eine neue auf der Rechnung.
Für mehrere Monate Stilllegung nennt die Anleitung weitere Handgriffe: Tank füllen, Reifendruck kontrollieren, die Maschine aufbocken oder die Räder jeden Monat ein Stück weiterdrehen, eine luftdurchlässige Plane darüber. Das kostet wenig Geld, aber mehrmals im Jahr etwas Zeit.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei dir konkret wird, frag bei der Steuer das Hauptzollamt, bei der Hauptuntersuchung deine Prüfstelle und bei Saisonkennzeichen und Abmeldung die Zulassungsbehörde.
In der Summe fehlen vor allem die Versicherung und der Stellplatz. Der Beitrag der Versicherung steht in deinem Vertrag und hängt an Schadenfreiheitsklasse, Maschine und Tarif. Eine Durchschnittszahl würde dir nichts sagen. Rechne mit deinem eigenen Jahresbeitrag.
Mit Saisonkennzeichen fallen Steuer und Versicherung nach Angaben des ADAC nur zeitanteilig an. Außerhalb der Saison besteht demnach eine Ruheversicherung, die das Fahren auf öffentlichen Straßen nicht einschließt. Ihr Umfang steht im Vertrag.
Bei der Steuer nimmt das Saisonkennzeichen im Beispiel 17 Euro im Jahr heraus. Was es bei der Versicherung ausmacht, zeigt dir dein Versicherer im Angebot.
Die Kehrseite: Außerhalb der Saison muss die Maschine auf privatem Grund stehen. Hast du dafür keinen eigenen Platz, brauchst du einen im Winterlager, und der kostet.
Drei Anbieter im Raum München nannten Anfang Oktober 2026 für eine Maschine dieser Größe zwischen 40 und 55 Euro im Monat. Für 40 Euro steht sie in einer Werkstatt, die das Einwintern für 45 bis 60 Euro und das Auswintern für 50 bis 70 Euro als eigene Leistung anbietet. Ein Platz in einer Tiefgarage ohne jede Betreuung kostet 45 Euro im Monat, wenn du mindestens drei Monate mietest. Für 55 Euro sind bei einem Händler südlich der Stadt Batteriepflege und Wiederinbetriebnahme enthalten.
Über die vier Ruhemonate des Beispiels, November bis Februar, macht das 160 bis 220 Euro Standmiete. Das ist mehr, als die ganze Tabelle im Jahr zusammenbringt, und ein Vielfaches der 17 Euro, die das Saisonkennzeichen bei der Steuer spart. Steht die Maschine zwölf Monate auf einem gemieteten Platz, sind es in der Tiefgarage zwölfmal 45 Euro, also 540 Euro im Jahr.
Anderswo gelten andere Preise. Ein Händler in der Oberpfalz nannte zur selben Zeit auf seiner Seite 92 Euro pauschal für die Überwinterung von Oktober bis ins Frühjahr. Frag deshalb vor Ort, bevor du mit einem Preis rechnest.
Mit der Münchner Standmiete und 34 Euro Steuer für die Saison ergibt die Tabelle dann rund 290 bis 350 Euro im Jahr, und in den Zeilen für Bremsschläuche, Dichtungen, Werkstattlohn und Versicherung steht noch kein Betrag.
Wie hoch ist die Kfz-Steuer für ein Motorrad?
Die Kfz-Steuer für ein Motorrad richtet sich nach dem Hubraum: 1,84 Euro je angefangene 25 Kubikzentimeter, abgerundet auf volle Euro. Bei 689 Kubik sind das 51 Euro im Jahr, bei 1.084 Kubik 80 Euro. Leichtkrafträder bis 125 Kubik und 11 Kilowatt sind befreit. Den verbindlichen Betrag nennt der Bescheid des Hauptzollamts.
Was kostet die Hauptuntersuchung für ein Motorrad in Bayern?
Die Hauptuntersuchung für ein Motorrad kostet bei TÜV SÜD in Bayern im Jahr 2026 mit Abgasuntersuchung 75,10 Euro, ohne sie 47,40 Euro. Fällig ist sie alle 24 Monate. Andere Prüforganisationen und andere Bundesländer haben eigene Preise, ein Vergleichsportal nennt bundesweit 75 bis 99 Euro.
Muss ich Kfz-Steuer zahlen, wenn das Motorrad nur steht?
Kfz-Steuer fällt an, solange das Motorrad zugelassen ist, unabhängig von den gefahrenen Kilometern. Sie endet erst mit der Abmeldung. Mit einem Saisonkennzeichen berechnet das Hauptzollamt sie für die Tage des Betriebszeitraums. Was im Einzelfall gilt, erfährst du dort.
Wie viel Steuer spart ein Saisonkennzeichen beim Motorrad?
Die Ersparnis bei der Steuer entspricht dem Anteil der Ruhemonate. Läuft das Saisonkennzeichen von März bis Oktober, zählen 245 Tage statt 365. Aus 51 Euro für 689 Kubik werden so rechnerisch 34 Euro. In der Ruhezeit gehört das Motorrad auf privaten Grund.
Welche Wartung ist am Motorrad auch ohne Kilometer fällig?
Ohne Kilometer fällig sind alle Posten der Wartungstabelle mit einer Frist in Jahren. Bei der Yamaha MT-07 der ersten Generation sind das der Ölwechsel bei der Jahreskontrolle, Bremsflüssigkeit und Bremsdichtungen alle zwei Jahre, die Kühlflüssigkeit alle drei und die Bremsschläuche alle vier Jahre. Für andere Modelle gelten die Fristen ihrer eigenen Anleitung.
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