
Was kostet Norwegen auf dem Motorrad?
Die erste Antwort ist angenehm: An den Mautstationen des Landes zahlen Motorräder nichts. Die zweite ist es nicht. Wirst du bei Tempo 80 mit 20 km/h zu viel gemessen, zahlst du 7.450 norwegische Kronen, gut 700 Euro.
Dazwischen liegen Fähren, zwei Brücken mit Gebühr, teures Benzin und Tagesetappen, die länger dauern, als die Karte verspricht. Dieser Planer sortiert, was davon feststeht und wo du vor der Abfahrt selbst nachsehen solltest.
Am bequemsten geht es übers Wasser. Color Line fährt täglich von Kiel nach Oslo, du schläfst an Bord und rollst am nächsten Morgen in Norwegen vom Schiff. Kürzer ist die Überfahrt ab Hirtshals in Nordjütland: Von dort fahren die SuperSpeed-Schiffe derselben Reederei nach Kristiansand und Larvik. Ebenfalls ab Hirtshals bringt dich Fjord Line nach Kristiansand oder direkt nach Westnorwegen, nach Stavanger und Bergen.
Über Land führt der Weg durch Dänemark und Schweden, und dabei kosten zwei Brücken Gebühr. Am Großen Belt zahlt ein Motorrad bis drei Meter Länge 2026 mit Karte oder bar 125 dänische Kronen. Die grünen Expressspuren sind für Motorräder zu ihrer eigenen Sicherheit gesperrt, du nimmst eine Spur für Karte oder Bargeld.
Am Øresund nach Schweden kostet das Motorrad seit Mitte September 240 dänische Kronen an der Zahlstation; online sind es 215 Kronen, wenn du dafür den Newsletter der Brücke abonnierst. Zusammen sind das auf dem Hinweg bis zu 365 dänische Kronen, nach dem Kurs der Europäischen Zentralbank vom 22. Oktober 2026 knapp 49 Euro.
Motorräder und Mopeds sind an allen automatischen Mautstationen und in den Mautringen Norwegens von der Gebühr befreit, schreibt der Mautanbieter Skyttel. Die Ausnahme sind Fähren, auf deren Ticket ein Mautaufschlag liegt: Den zahlen auch Motorräder.
Anders als die Mautstraßen sind die Fähren nicht generell frei, und in Fjordnorwegen schließen sie viele Lücken im Straßennetz. Dein Motorrad fällt dort in eine eigene Tarifgruppe. Beim Auffahren wird das Kennzeichen erfasst, und hast du keinen Vertrag, kommt die Rechnung später per Post.
Einfacher geht es mit FerryPay, einem Bezahlsystem der norwegischen Straßenverwaltung. Du hinterlegst Kennzeichen und Bankkarte, und pro Überfahrt wird der volle Preis direkt abgebucht. Rechnung und Rechnungsgebühr per Post entfallen damit.
Für Motorräder gelten in Norwegen laut ADAC innerorts 50, außerorts 80 und auf Autobahnen 90 km/h, wenn Schilder nichts anderes zeigen. Die Promillegrenze liegt bei 0,2, tagsüber fährst du ganzjährig mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht, und Radarwarner sind verboten.
Was eine Überschreitung kostet, steht in einer festen Liste, der norwegischen Verordnung über vereinfachte Strafbescheide. Die Sätze gelten seit dem 15. Februar 2026 und hängen davon ab, ob das Limit bei höchstens 60 oder bei mindestens 70 km/h liegt:
| Zu schnell um | Limit bis 60 km/h | Limit ab 70 km/h |
|---|---|---|
| bis 5 km/h | 1.250 Kronen | 1.250 Kronen |
| bis 10 km/h | 3.350 Kronen | 3.350 Kronen |
| bis 15 km/h | 5.950 Kronen | 5.350 Kronen |
| bis 20 km/h | 8.650 Kronen | 7.450 Kronen |
| bis 25 km/h | 13.450 Kronen | 10.100 Kronen |
| bis 30 km/h | kein fester Satz | 13.450 Kronen |
| bis 35 km/h | kein fester Satz | 16.050 Kronen |
| 36 bis 40 km/h | kein fester Satz | 16.700 Kronen, nur auf Autobahnen ab 90 km/h |
Bei 10,49 Kronen je Euro, dem Kurs der Europäischen Zentralbank vom 22. Oktober 2026, sind 7.450 Kronen rund 710 Euro und 13.450 Kronen rund 1.280 Euro. Was darüber liegt, steht nicht mehr in der Liste und wird einzeln verfolgt. Bußgelder kann die Polizei laut ADAC auch direkt vor Ort erheben.
Wildunfälle sind in Norwegen ein hohes Risiko, warnt der ADAC. Achte auf die gelben Warnschilder und fahr in der Morgen- und Abenddämmerung besonders aufmerksam. Einen Wildunfall musst du laut ADAC unverzüglich der nächsten Polizeidienststelle melden, auch wenn du selbst heil geblieben bist.
Etliche Berg- und Passstraßen sind im Winter nicht befahrbar. Auf der Touristenstraße von Geiranger zum Trollstigen gilt das für Teile der Strecke, und diese Straße, die Rv 63, hat laut ADAC Steigungen bis zu zwölf Prozent. Ob ein Pass offen ist, zeigt dir vor der Fahrt die norwegische Straßenverwaltung auf vegvesen.no/trafikk.
Neu für die Saison 2027 ist eine Sperrung am Lærdalstunnel der E16, mit 24,5 Kilometern dem längsten Straßentunnel der Welt. Ab dem 16. November 2026 wird er bis 2030 oder 2031 modernisiert und ist zunächst jede Nacht von 18 bis 6 Uhr gesperrt; durch die Röhre fährt dann nur ein Bus zu festen Zeiten. Erst wenn die schwersten Arbeiten erledigt sind, soll laut Straßenverwaltung nachts wieder mehr Verkehr durchkommen. Plane die Durchfahrt tagsüber ein.
Die Entfernungen auf der Karte täuschen. Für die 369 Kilometer von Bergen nach Geiranger rechnet ein Routenplaner mit fast siebeneinhalb Stunden, ein Schnitt von rund 50 km/h. Wartezeiten an den Fähren, Tankstopps und Pausen kommen noch dazu.
Mehr als 300 Kilometer werden in Fjordnorwegen deshalb schnell zu einem vollen Tag. Planst du weniger ein, bleibt Zeit für die Strecken, deretwegen viele überhaupt kommen. Die norwegische Straßenverwaltung betreut 18 Nationale Touristenstraßen. Darunter sind Geiranger und Trollstigen mit 104 Kilometern und einer Fähre, die Schneestraße über das Aurlandsfjellet bis auf 1.308 Meter und das Sognefjellet, der höchste Pass des Landes.
Benzin kostete in Norwegen laut ADAC Mitte Oktober 2026 im Wochenmittel 29,79 Kronen je Liter; der Club rechnet das in 2,80 Euro um. Im hohen Norden ist es oft teurer.
Tankstellen haben laut ADAC meist von 7 bis 22 oder 23 Uhr geöffnet, und im hohen Norden liegen sie weiter auseinander. Gängige Kreditkarten mit PIN funktionieren in der Regel; die PIN solltest du also im Kopf haben, bevor die Reserveleuchte angeht.
Zelten darfst du in Norwegen nach dem Friluftsgesetz auch außerhalb von Campingplätzen, allerdings nur auf unbewirtschaftetem Land. Für Hofplätze, Hausgrundstücke, Felder und Wiesen brauchst du die Zustimmung des Eigentümers. Das Zelt muss mindestens 150 Meter von bewohnten Häusern und Hütten entfernt stehen, und ohne Zustimmung bleibst du höchstens zwei Nächte am selben Platz, außer im Hochgebirge oder fern jeder Siedlung.
Für das Motorrad gilt dieses Recht nicht. Motorisierter Verkehr ist im Gelände grundsätzlich nicht erlaubt, und ein Weg, der nicht für Autos ausgebaut ist, zählt dabei als Gelände. Die Maschine bleibt also auf einem Park- oder Rastplatz an der Straße, und zum Zeltplatz gehst du zu Fuß.
Willst du bei Regen nicht ins nasse Zelt, nimm auf dem Campingplatz eine Hütte. Mit Heizung trocknen dort Kombi und Stiefel über Nacht.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Gebühren, Bußgeldsätze und Sperrzeiten in Dänemark, Schweden und Norwegen ändern sich; verbindlich sind die Angaben der Betreiber und Behörden am Reisetag.
Fest steht dreierlei. Die Brücken über Land kosten auf dem Hinweg höchstens knapp 49 Euro, die Mautstationen in Norwegen nichts. Und Benzin kostet rund 2,80 Euro je Liter. Die Fähren kommen je nach Route dazu.
Fährst du 2.000 Kilometer durch Norwegen und verbrauchst fünf Liter je 100 Kilometer, tankst du für rund 280 Euro. Ein einziger Strafbescheid für 20 km/h zu viel auf der Landstraße kostet mehr als das Doppelte.
Müssen Motorräder in Norwegen Maut zahlen?
Auf Norwegens Mautstraßen zahlst du mit dem Motorrad nichts, die Befreiung gilt für jede automatische Station und die Ringe um die Städte. Nur wenn eine Fähre einen Mautzuschlag im Ticket hat, wird er auch fürs Motorrad fällig.
Wie bezahle ich die Fähren in Norwegen mit dem Motorrad?
Bezahlt wird über das Kennzeichen, das beim Auffahren gelesen wird. Ohne Vertrag wird nachträglich abgerechnet, die Rechnung kommt per Post. Mit FerryPay hinterlegst du vorher eine Bankkarte, und jede Überfahrt wird zum vollen Preis direkt abgebucht.
Wie schnell darf ich in Norwegen mit dem Motorrad fahren?
Ohne andere Beschilderung sind es 80 km/h auf Landstraßen, 50 in Orten und 90 auf Autobahnen. Wo mehr gilt, steht es auf einem Schild. Beim Alkohol zieht Norwegen die Grenze schon bei 0,2 Promille.
Was kostet zu schnelles Fahren in Norwegen?
Zu schnelles Fahren kostet in Norwegen erheblich mehr als in Deutschland. Für 16 bis 20 km/h zu viel außerorts setzt der deutsche Bußgeldkatalog 60 Euro an, in Norwegen sind es bei Tempo 80 schon 7.450 Kronen, umgerechnet etwa 710 Euro. Feste Sätze gibt es dort bis 25 km/h zu viel, wo höchstens 60 gilt, sonst bis 35 und auf Autobahnen bis 40.
Wo darf ich in Norwegen mit dem Motorrad zelten?
Außerhalb von Campingplätzen ist das Zelten auf unbewirtschaftetem Land erlaubt, wenn du einen Abstand von wenigstens 150 Metern zu bewohnten Häusern hältst und ohne Zustimmung nicht länger als zwei Nächte bleibst. Auf Feldern, Wiesen und Hofplätzen brauchst du die Erlaubnis des Eigentümers. Das Motorrad darf dafür nicht ins Gelände, du stellst es auf einem Park- oder Rastplatz ab.
Ist der Lærdalstunnel nachts befahrbar?
Nachts kommst du ab dem 16. November 2026 vorerst nicht selbst hindurch. Für die Modernisierung bleibt der Tunnel abends ab 18 Uhr bis morgens um 6 zu, in dieser Zeit pendelt nur ein Bus. Sind die schwersten Arbeiten erledigt, soll nachts wieder mehr Verkehr durch den Tunnel dürfen.
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