Tempo 30, und sie ruckelt. Die alte hat das nie gemacht

Wohngebiet, Tempo 30, zweiter Gang, rechts parken Autos, links kommt ein Fahrrad entgegen. Du nimmst das Gas weg, weil weiter vorn jemand eine Autotür öffnet, die Maschine nickt nach vorn, und der Helm hinter dir klackt gegen deinen. Du drehst wieder einen Hauch auf, und sie springt mit einem Ruck nach vorn, der bis in den Nacken geht. Gas weg, Ruck. Gas auf, Ruck. Auf der alten Maschine, zwanzig Jahre älter und mit Vergaser, bist du dieselbe Straße jahrelang gefahren wie auf Schienen. Dass ein modernes Motorrad bei niedriger Geschwindigkeit ruckelt, hat meist drei Gründe: die Einspritzung, den Antrieb und deine rechte Hand.

Die Vergleichsfahrt im Wohngebiet

Bevor du irgendetwas verstellst, fahr die Strecke, auf der es dich stört, zweimal. Einmal so, wie du immer fährst. Einmal mit einer einzigen Änderung.

Beim ersten Mal achtest du nur darauf, wann genau der Ruck kommt. Meist sitzt er an einer bestimmten Stelle der Handbewegung: in dem Moment, in dem das Gas zu war und du wieder ein kleines Stück aufdrehst. Oder umgekehrt, wenn du leicht offenes Gas ganz zudrehst.

Beim zweiten Mal machst du das Gas nie ganz zu. Du hältst den Griff gerade so weit offen, dass der Motor leicht zieht, und wenn du langsamer werden musst, drückst du dafür sanft das Bremspedal hinten, statt das Gas zuzudrehen.

Bevor du das auf der Straße machst, prüfst du im Stand, ob der Verkehr hinter dir das leichte Bremsen überhaupt sieht: Zündung an, Pedal ganz langsam treten und jemanden hinter der Maschine nachsehen lassen, wann das Licht angeht. Yamaha schreibt in seinen Anleitungen, dass es kurz vor der Wirkung der Bremse angehen soll, und Honda sagt im Werkstatthandbuch dasselbe. Geht es erst an, wenn die Bremse schon greift, lass das in der Werkstatt prüfen. Hast du Gas und Hinterradbremse noch nie gleichzeitig benutzt, übst du das danach langsam auf einem leeren Parkplatz. Die Vergleichsfahrt selbst machst du auf trockener Straße, und wird es dabei eng, vergiss sie: Gas zu, beide Bremsen.

Fährt sich die Straße beim zweiten Mal deutlich ruhiger, hast du die Ursache schon eingekreist, ohne einen Schraubenschlüssel anzufassen. Dann ist meist nichts kaputt, solange deine Maschine das schon immer gemacht hat. Das Ruckeln entsteht in diesem Fall beim Übergang zwischen Ziehen und Schieben, und dieser Übergang heißt Lastwechsel.

Ist es auch mit konstant leicht geöffnetem Gas unruhig, dreht der Motor womöglich zu niedrig, weil der Gang zu hoch ist. Oder es liegt an der Abstimmung: Leichtes Ruckeln bei gleichmäßig wenig Gas, das sogenannte Konstantfahrruckeln, kommt bei manchen Modellen ab Werk vor. Läuft der Motor dagegen schon im Stand unruhig oder hat die Maschine das früher nicht gemacht, steckt womöglich mehr dahinter als Charakter.

Wenn die Einspritzung Pause macht

Ein moderner Einspritzmotor spart, wo er kann. Nimmst du beim Rollen das Gas ganz weg und liegt die Drehzahl hoch genug, schaltet die Steuerung bei vielen Maschinen die Einspritzung ab. Das Hinterrad schiebt den Motor dann einfach mit, er bekommt nur Luft, und es kommt kein Tropfen Sprit nach. Schubabschaltung heißt das, und beim Ausrollen vor dem Ortsschild ist sie eine feine Sache. Bis zu welcher Drehzahl hinunter die Steuerung so abschaltet, legt jeder Hersteller selbst fest.

Zum Problem wird sie in der 30er-Zone, wenn diese Grenze bei deiner Maschine unter der Drehzahl liegt, mit der du im zweiten Gang durchs Wohngebiet rollst. Das Gas geht zu, die Einspritzung schweigt, und der Motor bremst. Einen Augenblick später drehst du ein kleines Stück auf, die Einspritzung setzt wieder ein, und aus Bremsen wird in einem Sekundenbruchteil Ziehen. Das ist der Ruck, und du spürst ihn bei jedem dieser Wechsel.

Ein Teil des Ruckelns ist also der Preis fürs Spritsparen und kein Einstellfehler an deiner Maschine.

Das Spiel im Antrieb

Mit Elektronik hat das Spiel im Antrieb gar nichts zu tun. Zwischen Kurbelwelle und Hinterrad liegt eine lange Reihe von Bauteilen, und keines davon sitzt völlig spielfrei auf dem nächsten.

In der Kupplung sitzen Dämpfer, im Getriebe greifen Klauen in Aussparungen und haben dort Luft, die Kette hängt durch, und in der Hinterradnabe federn Gummiblöcke. Jede dieser Stellen gibt nur ein wenig nach, aber das summiert sich.

Wechselt der Motor vom Schieben ins Ziehen, dreht die Kurbelwelle deshalb erst ein Stück frei. Auf diesem Weg kommt sie ungebremst auf Touren, bis das Spiel aufgebraucht ist und der Stoß auf einmal am Hinterrad ankommt. Mehr Spiel bedeutet mehr freien Weg und einen härteren Stoß.

In den unteren Gängen merkst du das am deutlichsten, und dort kommen zwei Dinge zusammen. Die kurze Übersetzung wirkt wie ein langer Hebel: Jede Änderung der Motorkraft kommt am Hinterrad am stärksten vervielfacht an. Und das Spiel hinter dem Getriebe, in Kette und Radnabe, lässt die Kurbelwelle in diesen Gängen ein besonders großes Stück frei drehen. In den oberen Gängen ist dieser freie Weg kürzer und der Stoß am Rad kleiner. Auf der Landstraße fällt derselbe Lastwechsel deshalb viel weniger auf als im Wohngebiet.

Ganz ohne Spiel kommt keine Antriebsart aus. Auch Riemen und Kardan bringen ihr eigenes Spiel und ihre eigene Elastizität mit, und eine allgemeine Rangliste, welche sich weicher anfühlt, gibt es nicht.

Die alte Maschine mit Vergaser

Der alten Maschine fehlte meist etwas, das dir damals nie aufgefallen ist: die harte Schubabschaltung.

Ein Motorradvergaser hat in aller Regel keine Schubabschaltung. Auch bei geschlossenem Gas zieht der Motor über das Leerlaufsystem weiter Kraftstoff an. Dadurch gibt es im Schiebebetrieb keinen harten Wechsel zwischen „gar kein Sprit“ und „wieder Sprit“, und der Übergang fällt weicher aus.

Das Spiel im Antrieb hatte die alte Maschine allerdings auch. Nur war sie vielleicht schwerer, hatte eine trägere Kurbelwelle oder einen sanfter ansprechenden Motor, und das hat den Stoß geschluckt. Manches, was damals „wie auf Schienen“ lief, hat einfach weniger direkt reagiert und sich deshalb ruhig angefühlt.

Gas stehen lassen, hinten bremsen

Der dritte Grund liegt in deiner rechten Hand, und zwar wörtlich. Wer auf einer modernen Maschine durch ein Wohngebiet fährt wie früher auf der alten, also mit ständigem Auf und Zu am Gasgriff, erzeugt alle paar Sekunden einen Lastwechsel, und jeder davon wird hart.

Die Vergleichsfahrt ist deshalb zugleich die Lösung, zumindest wenn sich die Straße beim zweiten Durchgang ruhiger gefahren hat. Das Institut für Zweiradsicherheit empfiehlt diese Kombination aus leichtem Gas und dosierter Hinterradbremse für langsame Situationen wie Wenden, enge Kehren und Abbiegen, auch weil Lastwechsel das Motorrad dort zusätzlich unruhig machen. Im Wohngebiet hilft dir dasselbe Prinzip. Der Motor bleibt im Zug, die Einspritzung schaltet nicht ab, das Spiel im Antrieb bleibt geschlossen, und du verzögerst trotzdem. Beim Wenden im Schritttempo nimmst du noch die leicht schleifende Kupplung dazu, bei 30 km/h brauchst du sie nicht.

Das fühlt sich die ersten Male falsch an, weil du gleichzeitig Gas gibst und bremst. Übertreib es nicht: Es geht um einen Hauch Gas und einen Hauch Bremse, nicht um ein Kräftemessen zwischen Motor und Bremsbelag. Passt das Tempo, kommt der Fuß wieder auf die Raste.

Über eine ganze 30er-Strecke lässt du die Bremse nicht mitschleifen. Sie wird dabei heiß, die Beläge verschleißen schneller, und hinter dir leuchtet ständig das Bremslicht. Ein Fuß, der einfach auf dem Pedal ruht, ist etwas anderes als dieses kurze, gewollte Mitbremsen, kann aber dasselbe anrichten, nur ohne dass du es merkst. Auf einem langen, freien Stück reicht gleichmäßig wenig Gas.

Außerdem zählt der Gang. Bleib bei 30 km/h in einem Gang, in dem der Motor nicht an seiner unteren Grenze läuft, oft ist das der zweite. Ein niedrigerer Gang macht den Lastwechsel zwar spürbarer, aber ein Motor, der zu tief dreht, ruckelt auch ohne Lastwechsel. Und halte die Hand locker am Griff: Er reagiert auf Millimeter, ob mit Seilzug oder elektronisch, und wer sich darauf aufstützt, gibt jede Bodenwelle an den Motor weiter.

Willst du anhalten oder wird es plötzlich eng, gilt das alles nicht: Gas zu und mit beiden Bremsen verzögern.

Sicherheitshinweis: Ein harter Lastwechsel kann das Hinterrad auf rutschigem Untergrund kurz aus der Spur bringen, etwa auf nassem Kopfsteinpflaster, auf Kanaldeckeln oder auf Fahrbahnmarkierungen beim Abbiegen. Gerade in langsamen Kurven gilt dort: Gas nicht erst zumachen und dann wieder aufdrehen, sondern gleichmäßig leicht im Zug bleiben. Das Tempo nimmst du auf solchem Untergrund schon vor der Kurve heraus, damit du in ihr weder kräftig bremsen noch das Gas zudrehen musst.

Was du an der Maschine einstellst

Hat deine Maschine Fahrmodi, probier den zurückhaltendsten, bevor du an Kette oder Gaszug gehst. Bei vielen modernen Motorrädern ändern die Modi nicht nur die Leistung, sondern auch, wie direkt der Motor auf den Gasgriff reagiert. BMW schreibt das in der Anleitung der R 1250 GS für das Modelljahr 2021 sogar wörtlich: Die Gasannahme ist im Modus ECO „besonders zurückhaltend“, im Modus RAIN „zurückhaltend“ und im Modus ROAD „optimal“. In der Anleitung von 2018 fehlt ECO noch, dort ist RAIN der zurückhaltendste Modus. Heißt der sanfteste Modus bei deiner Maschine RAIN, kannst du ihn auch auf trockener Straße fahren. Rechne nur damit, dass er je nach Maschine auch die Traktionskontrolle früher eingreifen lässt.

Dann die Kette. Hängt sie mehr durch, als der Hersteller vorgibt, wächst das Spiel im Antrieb, und jeder Lastwechsel wird härter. Zu straff ist allerdings genauso falsch, weil bei den meisten Maschinen der Abstand zwischen Ritzel und Hinterachse beim Einfedern zunächst größer wird. Eine zu straffe Kette gerät dabei unter zusätzliche Spannung. KTM schreibt in seinen Anleitungen, dass so Kette, Ritzel und Kettenrad schneller verschleißen, ebenso die Lager in Getriebe und Hinterrad, und dass einzelne Bauteile bei Überlastung brechen können. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch: Dort steht der Durchhang für dein Modell, und dort steht auch, ob er auf dem Seitenständer, senkrecht auf beiden Rädern oder mit angehobenem Hinterrad gemessen wird.

Zuletzt der Gaszug. Auch manche Maschinen mit elektronischem Gas haben einen, vom Griff zum Sensor. Ob es dort ein einstellbares Spiel gibt, steht im Handbuch. Hat der Griff zu viel Spiel, dreht die Hand erst ins Leere und dann plötzlich auf, und die Dosierung wird ungenau. Laut der Anleitung der Kawasaki Vulcan 900 spricht der Motor bei zu viel Gasdrehgriffspiel insbesondere bei niedriger Drehzahl verzögert an. Zu wenig Spiel ist heikel, deshalb gehört nach jeder Einstellung ein Test dazu: Motor läuft, Getriebe im Leerlauf, du sitzt auf der Maschine und hältst sie gerade, dann Lenker ganz nach links und ganz nach rechts. Ändert sich dabei die Drehzahl, stimmt am Gaszug etwas nicht, und das muss vor der Fahrt behoben sein.

WERBUNG

🛒 Wenn das Hinterrad in die Luft muss

Verlangt dein Handbuch zum Messen des Durchhangs ein angehobenes Hinterrad und fehlt ein Hauptständer, hilft eines von beiden. Welches, entscheidet das Gewicht.

Die mit * gekennzeichneten Links sind Provisionslinks. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Wo, wann und ob du ein Produkt kaufst, bleibt selbstverständlich dir überlassen. Für die Aufnahme in diese Liste zahlt niemand: Die Auswahl trifft die Redaktion unabhängig. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

Mehr als Charakter

Das meiste bisher Beschriebene ist Charakter oder eine Frage der Einstellung. Bei manchen Zeichen hilft dir aber keine Fahrtechnik mehr, und dann gehört die Maschine in die Werkstatt.

Ruckelt die Maschine stärker als in den Monaten davor, obwohl du nichts anders machst, ist das kein Charakter mehr. Typische Kandidaten sind eine ausgelängte Kette oder verhärtete, ausgeschlagene Gummis in der Hinterradnabe. Klingt der Lastwechsel metallisch statt dumpf, spricht das erst recht dafür.

Fing es an, nachdem die Batterie abgeklemmt oder gewechselt war, kann auch das die Erklärung sein. Manche Steuergeräte lernen im Betrieb mit, wie der Motor im Einzelnen läuft, und diese Werte gehen beim Abklemmen verloren. In den ersten Fahrten danach kann der Motor im Leerlauf und bei kleinen Gasöffnungen unruhiger laufen, bis die Steuerung sich neu eingestellt hat. Bleibt es nach einigen Fahrten so, gehört die Maschine zum Händler.

Auch ein unruhiger Leerlauf, der nichts mit der Batterie zu tun hat, spricht gegen bloßen Charakter. Ein Motor, der im Stand sägt oder dessen Drehzahl pendelt, läuft auch bei 30 km/h nicht sauber. Bei Maschinen mit mehreren Drosselklappen kann das an der Synchronisation liegen. Laut der Anleitung der Kawasaki Z750 erzeugt eine mangelhafte Synchronisierung einen instabilen Leerlauf und eine träge Gasannahme, und prüfen und einstellen lässt Kawasaki sie beim Vertragshändler.

Leuchtet die Warnleuchte für die Motorsteuerung, gibt es nichts abzuwägen.

Ruckelt deine Maschine auch bei ganz gleichmäßig wenig Gas, was bei manchen Modellen schon ab Werk so ist, oder bist du ohnehin beim Händler, frag nach der Software. Für manche Modelle haben Hersteller die Motorabstimmung nachträglich überarbeitet. Ob es für deine Maschine so etwas gibt, weiß der Händler, und ob es bei deinem Ruckeln etwas bringt, kann dir niemand versprechen.

Wird das Ruckeln stärker, klingt es metallisch, läuft der Leerlauf unruhig oder leuchtet die Warnleuchte, fährst du also gleich in die Werkstatt. Nur wenn der Motor seit dem Abklemmen der Batterie unruhiger läuft und keine Warnleuchte brennt, gibst du ihm zuerst einige Fahrten Zeit. In allen anderen Fällen fängst du mit der Vergleichsfahrt an, probierst den sanftesten Fahrmodus und prüfst Kette und Gaszug nach Handbuch.

Dieselbe Straße, zwei Wochen später

Wohngebiet, Tempo 30, zweiter Gang. Rechts die parkenden Autos. Weit vorn, mit reichlich Abstand, öffnet wieder jemand eine Tür. Die rechte Hand bleibt, wo sie ist, das Gas ein kleines Stück offen, und der rechte Fuß drückt das Pedal ein wenig an. Die Maschine wird langsamer, ohne zu nicken.

Die Tür geht zu, der Fuß kommt vom Pedal, und das Motorrad rollt weiter, ohne dass im Nacken etwas ankommt. Hinter dir sitzt jemand, dessen Helm seit zwei Wochen nicht mehr gegen deinen geklackt hat.

Die Einspritzung ist dieselbe geblieben. Abgestellt hast du das meiste Ruckeln mit dem rechten Handgelenk und dem rechten Fuß.

❓ Häufige Fragen zum Ruckeln bei niedriger Geschwindigkeit

Warum ruckelt mein Motorrad bei 30 km/h?

Das Ruckeln entsteht meistens beim Wechsel zwischen Gas zu und Gas auf. Bei manchen Einspritzern greift die Schubabschaltung schon im unteren Drehzahlbereich: Gas zu, Einspritzung aus, Gas auf, Einspritzung wieder an. Dazu kommt Spiel im Antrieb zwischen Kurbelwelle und Hinterrad, das in den unteren Gängen besonders spürbar ist. Ein Defekt ist das in der Regel nicht, solange deine Maschine das schon immer gemacht hat und es nicht stärker wird.


Warum ruckeln neue Motorräder mehr als alte?

Ein Motorradvergaser hat in aller Regel keine Schubabschaltung und liefert auch bei geschlossenem Gas weiter Kraftstoff. Deshalb fehlt der harte Wechsel zwischen „gar kein Sprit“ und „wieder Sprit“. Spiel im Antrieb hatten ältere Maschinen auch, nur ging der Schlag dort vielleicht in einer trägeren Kurbelwelle oder einem weniger direkt reagierenden Motor unter.


Was hilft gegen das Ruckeln im Stadtverkehr?

Prüf zuerst im Stand, ob dein Bremslicht schon bei leichtem Pedaldruck angeht, und übe abseits des Verkehrs, leicht Gas zu halten und das Tempo vorsichtig mit der Hinterradbremse zu dosieren. Im ruhigen Wohngebiet bleibt der Motor so im Zug, statt dass du den Gasgriff ständig ganz schließt und wieder aufdrehst. Zusätzlich helfen ein zurückhaltender Fahrmodus, ein passender Gang und ein Kettendurchhang nach Handbuch. Wird es eng, gilt das nicht: Gas zu und mit beiden Bremsen verzögern.


Kann eine zu lockere Kette das Ruckeln verstärken?

Ja. Je mehr die Kette durchhängt, desto größer ist das Spiel im Antrieb und desto härter wird jeder Lastwechsel. Eine zu straffe Kette ist aber ebenso schädlich. Den richtigen Durchhang und die Messbedingungen findest du im Handbuch deines Motorrads.


Hilft der Regen-Modus beim Ruckeln?

Einen Versuch ist er wert. Bei vielen modernen Motorrädern ändern die Fahrmodi auch, wie direkt der Motor auf den Gasgriff reagiert. BMW beschreibt die Gasannahme der R 1250 GS in der Anleitung für das Modelljahr 2021 im Modus ECO als besonders zurückhaltend und im Modus RAIN als zurückhaltend. Probier den sanftesten Modus deiner Maschine. Ist das RAIN, kannst du ihn auch bei trockener Straße nutzen, je nach Maschine greift dann aber auch die Traktionskontrolle früher ein.


Wann sollte ich wegen Ruckeln in die Werkstatt?

Wenn das Ruckeln stärker wird als früher, wenn der Lastwechsel metallisch klingt, wenn der Leerlauf unruhig ist oder pendelt, wenn es nach einem Batteriewechsel oder Abklemmen auch nach einigen Fahrten nicht verschwunden ist oder wenn eine Warnleuchte der Motorsteuerung angeht. Hinter einem unruhigen Leerlauf kann bei Motoren mit mehreren Drosselklappen zum Beispiel eine mangelhafte Synchronisation stecken.

Vorheriger Artikel

Nächster Artikel

Lade nächsten Beitrag...
Folgen
Suche
Jetzt beliebt
Wird geladen

Anmeldung in 3 Sekunden …

Registrierung in 3 Sekunden …