
Wer im September mit einem halb abgefahrenen Hinterreifen in der Garage steht und beschließt, ihn bis zum Saisonende zu fahren und im Frühjahr zu tauschen, trifft oft eine vernünftige Entscheidung. Ob du den Motorradreifen im Herbst wechseln solltest, beantworten dir vor allem zwei Zahlen: die Kilometer, die dein Restprofil noch trägt, und die Kilometer, die du bis Saisonende noch fährst.
Die heikelste Stelle dieses Plans kommt erst nach dem Winter. Ist der neue Reifen im Frühjahr nicht rechtzeitig drauf, treffen die paar Millimeter, die du dir übrig gelassen hast, auf die erste Ausfahrt nach der Pause.
Fang nicht mit dem Blick an. Ein Hinterreifen, der von der Seite noch ordentlich aussieht, kann in der Mitte längst flach sein, und ein Reifen mit schönen Schultern sagt dir über das Profil, auf dem du geradeaus fährst, gar nichts.
Gemessen wird dort, wo der Reifen die meisten Kilometer abbekommt: in den Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche. Ist deine Maschine in der Schweiz zugelassen, misst du auch die Rillen weiter außen, denn die Schweizer Vorschrift verlangt Profil auf der ganzen Lauffläche. Setz den Profiltiefenmesser nicht nur an einer Stelle an, sondern an drei oder vier Punkten rund um den Reifen. Dafür schiebst du die Maschine jeweils ein Stück weiter oder bockst sie auf, falls du einen Haupt- oder Montageständer hast. Es zählt der kleinste Wert.
Die Ein-Euro-Münze, die in manchen Garagen noch als Messgerät gilt, bringt dich hier kaum weiter. Ihr goldener Rand ist etwa drei Millimeter breit und zeigt dir nur grob, ob noch mehr oder schon weniger als diese drei Millimeter da sind. Ob es 1,8 oder 2,6 Millimeter sind, also der Bereich, in dem die Entscheidung fällt, liest du damit nicht verlässlich ab. Ein einfacher Messschieber oder Profiltiefenmesser schon.
Schau beim Messen auch quer über den Hinterreifen, am besten von hinten und in Augenhöhe. Ist die Mitte flach und zwischen Mitte und Schulter eine Kante entstanden, ist der Reifen eckig gefahren. So eine Kante kann die Maschine beim Einlenken kippelig machen, und der ADAC rät bei solchen ungleichen Verschleißbildern, früher zu wechseln.
Miss den Vorderreifen gleich mit. Der hält oft länger als der hintere, aber gerade weil er selten dran ist, vergessen ihn viele, bis er bei der nächsten Prüfung auffällt. Sind seine Profilblöcke stufig abgefahren, kann das den Lenker unruhig machen, und dann lohnt vor dem nächsten Reifen ein Blick auf Luftdruck und Fahrwerk.
Zur Einordnung deiner Werte: In Deutschland schreibt § 36 Abs. 3 StVZO für das Hauptprofil mindestens 1,6 Millimeter vor, für Leicht- und Kleinkrafträder 1 Millimeter. Die kleinen Stege in den Rillen taugen als Grenze nicht: Bei den meisten Motorradreifen sitzen sie nach Angaben des Instituts für Zweiradsicherheit erst bei 0,8 Millimetern, weil sie einer amerikanischen Norm folgen. Wer bis an die Stege fährt, ist also schon unter der Grenze. Der ADAC empfiehlt, spätestens bei zwei Millimetern zu tauschen, und diese zwei Millimeter nehmen wir als Marke.
Schreib dir den kleinsten Wert vorn und hinten auf, dazu den Kilometerstand. Das brauchst du im nächsten Schritt. Lies bei der Gelegenheit auch die DOT-Nummer auf der Flanke ab, sie verrät, wie alt der Reifen ist.
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Die Rechnung ist einfacher, als sie klingt. Du brauchst den Verschleiß pro 1.000 Kilometer.
Dafür musst du ungefähr wissen, wie viel Profil der Reifen neu hatte und wie viele Kilometer er seitdem gelaufen ist. Dann ziehst du das heutige Profil vom neuen ab und rechnest aus, wie viel davon auf je 1.000 Kilometer kommt. Das Ausgangsprofil steht in den Datenblättern mancher Hersteller, und dein Reifenhändler kann es dir oft sagen. Weißt du eins von beiden nicht, rechnest du mit der ungünstigeren Spalte der Tabelle unten. Beim nächsten Reifen lohnt es sich, drei Messstellen mit Kreide zu markieren und nach gut 1.000 Kilometern nachzumessen. Beim jetzigen fährst du so viel bis zum Saisonende oft gar nicht mehr.
Ein Beispiel: Ein Hinterreifen hatte neu sechs Millimeter und steht nach 6.000 Kilometern bei drei. Er hat also grob einen halben Millimeter pro 1.000 Kilometer verloren. Bis zur Zwei-Millimeter-Marke bleiben ihm ungefähr 2.000 Kilometer.
| Restprofil heute | Bis 2 mm bei 0,5 mm je 1.000 km | Bis 2 mm bei 1 mm je 1.000 km |
|---|---|---|
| 3,5 mm | etwa 3.000 km | etwa 1.500 km |
| 3,0 mm | etwa 2.000 km | etwa 1.000 km |
| 2,5 mm | etwa 1.000 km | etwa 500 km |
| 2,0 mm | nichts mehr | nichts mehr |
Linear ist das in der Praxis nur grob. Ein Wochenende mit Sozius und Gepäck, eine sportliche Passfahrt oder ein paar hundert Autobahnkilometer verschieben den Wert. Als Größenordnung reicht die Rechnung trotzdem.
Die andere Seite der Rechnung bist du: Wie viel fährst du noch, bis die Maschine ins Winterquartier geht? Notizen vom letzten Jahr helfen, falls du Kilometerstände vom September und vom letzten Fahrtag hast. Sonst rechnest du mit dem Kalender. Zwei Feierabendrunden von je 60 Kilometern pro Woche bis Mitte Oktober sind ungefähr 500 Kilometer, kommt ein Sonntag mit 300 Kilometern dazu, sind es 800. Steht noch eine Woche Alpen an, rechnest du die Tour gleich mit ein.
Reicht der Reifen deutlich weiter, als du bis Saisonende noch fährst, ist der Herbst gesichert. Ob er auch fürs Frühjahr reicht, zeigt der Rest, der nach dem letzten Fahrtag übrig bleibt.
Wird der Reifen knapp, landest du meist in einem der folgenden Fälle, und beim letzten entscheidet eine ganz andere Zahl: das Alter.
Dann gibt es nichts zu überlegen. Der Reifen ist am Ende, und die paar Wochen, die du dir bis zum Saisonschluss erhoffst, würdest du auf dem schlechtesten Teil seines Lebens fahren.
Sicherheitshinweis: Ein Motorradreifen nahe am Profilende verliert auf nasser Straße spürbar an Haftung, und das merkst du erst in der Kurve oder beim Bremsen. Im Herbst bleibt die Straße länger nass als im Sommer, morgens oft auch ohne Regen. Bei zwei Millimetern oder weniger ist der nächste Weg der zum Reifenhändler, und zwar bei trockener Straße. Unter der gesetzlichen Grenze gehört die Maschine gar nicht mehr auf die Straße, auch nicht für den Weg zum Händler. Dann bleiben Anhänger oder das ausgebaute Rad, falls du den Radausbau sicher beherrschst. Wer trotzdem fährt, verstößt gegen die Vorschrift, und bei einem Unfall, der mit den Reifen zusammenhängt, kann Ärger mit der Versicherung dazukommen.
Stehen zum Beispiel 2,6 Millimeter auf dem Profilmesser, reicht das je nach Verschleiß nur noch für etwa 600 bis 1.200 Kilometer. Kennst du deinen Verschleiß nicht, zählt die kleinere Zahl. Liegt das, was du bis Saisonende noch fährst, darüber oder nur knapp darunter, wechselst du jetzt. Der frühe Wechsel ist kein Verlust, denn der Reifen wäre ohnehin spätestens um das Saisonende herum fertig gewesen.
Der Reifen reicht bis Saisonende locker, danach bleiben vielleicht noch zweieinhalb Millimeter übrig. Rechnerisch wären das 500 bis 1.000 Kilometer, aber mit ihnen solltest du nicht in die neue Saison starten. Bis Saisonende runterfahren ist hier in Ordnung, auf nasser Straße aber mit mehr Abstand als im Sommer. Der zweite Teil des Plans, „im Frühjahr tausche ich dann“, braucht einen festen Termin vor dem Saisonstart.
Du rufst also schon im Februar beim Reifenhändler an, sagst, welchen Reifen du willst, und machst gleich den Montagetermin aus.
Hast du in Deutschland ein Saisonkennzeichen, darf die Maschine außerhalb des Betriebszeitraums auf öffentlichen Straßen weder gefahren noch abgestellt werden. Beginnt dein Zeitraum erst nach dem Montagetermin, kommt die Maschine auf dem Anhänger zum Händler, oder der Händler zieht den Reifen auf das ausgebaute Rad, falls du den Radausbau mit Kette, Bremssattel und ABS-Sensor sicher beherrschst. Beginnt dein Betriebszeitraum rechtzeitig oder ist die Maschine ganzjährig zugelassen, ist die Fahrt zum Händler die einzige auf dem alten Reifen: vorher Luftdruck prüfen und auf direktem Weg hin.
Hier entscheidet die DOT-Nummer auf der Flanke. Die vollständige Nummer mit dem Datum steht oft nur auf einer Seite des Reifens. Findest du sie nicht, schau auf der anderen nach. Am Ende der Nummer steht eine vierstellige Zahl: Die ersten beiden Ziffern sind die Produktionswoche, die letzten beiden das Jahr. 1121 heißt also elfte Woche 2021, und so ein Reifen wird im März 2027 sechs Jahre alt.
Der ADAC schreibt, dass eine Nutzung über das sechste Jahr hinaus üblicherweise nicht mehr empfohlen wird, Genaueres kann der Reifenhersteller festlegen. Mit den Jahren wird die Gummimischung härter, bei Maschinen, die viel in der Sonne stehen, laut ADAC schneller, und ein harter Reifen auf kalter Frühjahrsstraße ist keine gute Kombination. Zeigt dein Reifen Risse in der Flanke, tauschst du jetzt. Wird er bis zum Frühjahr sechs Jahre alt oder ist er schon älter, ist der Herbst ein guter Termin für den Wechsel, auch wenn das Profil noch reicht.
Während die Maschine steht, passiert am Profil nichts. Der Profilmesser zeigt im März dasselbe wie im Oktober.
Am Gummi dagegen läuft die Uhr weiter, nur langsam. In einer dunklen, trockenen Garage ohne direkte Sonne altert ein Reifen gemächlich, und fünf Monate fallen bei einem Reifenleben von mehreren Jahren kaum ins Gewicht. Steht die Maschine im Carport, im Sonnenlicht oder neben einer Heizung, sieht das anders aus.
Luft verliert der Reifen über den Winter in jedem Fall, auch ohne Defekt: Continental nennt bis zu 0,1 bar im Monat normal. Wer im Frühjahr auch nur zum Händler auf dem Rest vom Vorjahr fährt, ist womöglich zusätzlich mit zu wenig Druck unterwegs, und das verschlechtert ausgerechnet die Eigenschaften, die ein abgefahrener Reifen ohnehin nicht mehr im Überfluss hat. Vor der ersten Fahrt also Manometer an beide Ventile, am kalten Reifen.
Auch monatelang mit derselben Stelle auf dem Boden zu stehen, mag ein Reifen nicht. Der ADAC warnt, dass dabei Schäden entstehen können, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen, und rät, die Reifen zu entlasten, am einfachsten mit dem Hauptständer oder einem Montageständer. Geht das nicht vollständig, schiebst du die Maschine alle paar Wochen ein Stück weiter, damit nicht immer dieselbe Stelle die ganze Last trägt.
Was sich über den Winter wirklich ändert, ist trotzdem weniger der Reifen als die Situation, in der du ihn wieder benutzt. Im Oktober rollst du auf einem Reifen, den du den ganzen Sommer über gefahren hast, und bist in Übung. Im März oder April säßest du nach der langen Pause auf demselben Reifen mit demselben Restprofil, auf kaltem Asphalt und mit eingerosteten Reflexen. Hast du Luft und Standplatz im Griff, ist der Reifen fast derselbe geblieben. Alles um ihn herum nicht.
Sicherheitshinweis: Am gefährlichsten ist die erste Frühjahrsausfahrt auf dem Rest vom Vorjahr: wenig Profil, womöglich zu wenig Luft, kalte Straße und ein Fahrer ohne Übung. Bringst du einen knappen Reifen über den Winter, gehört der neue drauf, bevor du mehr fährst als den Weg zum Händler.
Für den Frühling spricht scheinbar ein Argument, das du oft hörst: Ein Reifen, den du im März kaufst, sei frischer als einer vom September.
Das stimmt nur, wenn er beim Händler nicht lange gelegen hat. Ein neuer Reifen kommt nicht direkt aus der Presse auf dein Rad, sondern aus einem Lager, und wie lange er dort war, verrät die DOT-Nummer. Ein Reifen, der im September montiert wird, kann jünger sein als einer im März, und umgekehrt. Sag deshalb schon beim Bestellen, dass du einen frischen Reifen willst, und schau vor der Montage auf die Nummer.
Den Kürzeren zieht der Frühling beim Einfahren. Ein neuer Reifen braucht eine Weile, bis seine Oberfläche griffig ist. Aus der Form kommt sie glatt, und je nach Hersteller liegt darauf noch ein dünner Film vom Trennmittel, das der Reifen erst beim Fahren verliert. Der ADAC nennt die ersten 20 bis 50 Kilometer, Continental setzt für seine Motorradreifen rund 150 Kilometer an. Diese Kilometer fährst du im September meist auf warmem Asphalt. Im März fährst du sie bei acht Grad, auf Straßen, auf denen noch Splitt vom Winterdienst liegen kann, und mit Händen, die seit Monaten keinen Lenker gehalten haben.
Im Frühjahr wollen außerdem alle gleichzeitig. Wer im März einen Termin beim Reifenhändler sucht, bekommt ihn nicht immer in der Woche, in der das erste warme Wochenende angesagt ist. Wer im Herbst wechselt, braucht im Frühjahr keinen.
Egal ob März oder September: Stehen beide Reifen kurz vor dem Ende, lohnt es sich, sie zusammen zu tauschen, statt im Herbst hinten und im Frühjahr vorn. Hält der Vorderreifen dagegen noch eine ganze Saison, ist der Wechsel nur hinten normal. Lass dir dann vom Händler sagen, ob die Kombination mit dem verbleibenden Reifen passt. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch zu Reifengröße, Tragfähigkeit und Geschwindigkeitsindex.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: September 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Wenn es bei dir konkret wird, frag deinen Reifenhändler, eine Prüforganisation, die Zulassungsstelle oder deinen Versicherer.
Wenn du jetzt misst und rechnest, landest du bei einer von zwei Entscheidungen. Bei zwei Millimetern oder weniger, bei einem Rest, der nicht sicher bis Saisonende reicht, oder bei Rissen in der Flanke ist die Wahl schon getroffen. Ist der Reifen eckig gefahren oder im Frühjahr sechs Jahre alt oder älter, spricht vieles für jetzt. Sonst sind beide richtig.
Die eine heißt: jetzt wechseln. Dann fährst du den neuen Reifen noch in diesem Herbst ein, gehst mit vollem Profil in die Pause und musst dich über den Winter nur noch um Luftdruck und Standplatz kümmern.
Die andere heißt: runterfahren. Dann misst du am letzten Fahrtag noch einmal, schreibst Restprofil und Kilometerstand auf einen Zettel und klebst ihn an den Lenker oder auf den Tankdeckel, damit du im Frühjahr nicht einfach auf dem alten Reifen losfährst. Den Anruf beim Händler trägst du dir für Februar in den Kalender ein.
Welche von beiden du wählst, hängt an deinem Konto und deinem Kalender. Der Herbst verlangt nur, dass du im September für einen Reifen zahlst, der die meisten seiner Kilometer erst im nächsten Jahr fährt.
Soll ich meinen Motorradreifen im Herbst wechseln oder bis zum Frühjahr warten?
Das hängt davon ab, wie viele Kilometer der Reifen bis etwa zwei Millimeter Restprofil noch hält und wie viel du bis Saisonende fährst. Reicht er bis Saisonende locker, kannst du ihn runterfahren. Bleibt danach nur ein knapper Rest, sollte der neue Reifen aber vor der ersten Ausfahrt im Frühjahr montiert sein. Reicht er nicht sicher bis Saisonende, liegt er schon bei zwei Millimetern oder darunter oder zeigt er Risse in der Flanke, wechselst du jetzt. Ist er im Frühjahr sechs Jahre alt oder älter, spricht vieles für einen Wechsel schon im Herbst.
Wie viel Profil muss ein Motorradreifen mindestens haben?
In Deutschland schreibt § 36 Abs. 3 StVZO für das Hauptprofil mindestens 1,6 Millimeter vor, für Leichtkrafträder und Kleinkrafträder 1 Millimeter. In Österreich gelten für Motorräder ebenfalls 1,6 Millimeter, in der Schweiz 1,6 Millimeter auf der ganzen Lauffläche. Die Verschleißanzeiger in den Rillen sitzen bei den meisten Motorradreifen erst bei 0,8 Millimetern und taugen deshalb nicht als Grenze. Der ADAC empfiehlt, spätestens bei zwei Millimetern zu wechseln.
Wo messe ich die Profiltiefe am Motorradreifen richtig?
In den Rillen im mittleren Bereich der Lauffläche, bei einer in der Schweiz zugelassenen Maschine auch weiter außen, und zwar an drei oder vier Stellen rund um den Reifen. Maßgeblich ist der kleinste Wert. Eine Münze ist dafür zu ungenau, ein einfacher Profiltiefenmesser zeigt die entscheidenden Zehntelmillimeter.
Wie berechne ich, wie lange mein Reifen noch hält?
Zieh das heutige Profil vom Neuprofil ab und rechne aus, wie viel davon auf je 1.000 gefahrene Kilometer kommt. Hat ein Reifen zum Beispiel einen halben Millimeter pro 1.000 Kilometer verloren und steht bei drei Millimetern, bleiben ihm bis zwei Millimeter etwa 2.000 Kilometer. Kennst du Neuprofil oder Laufleistung nicht, rechne mit einem Millimeter pro 1.000 Kilometer. Sozius, Gepäck und Autobahn verschieben den Wert.
Schadet der Winter einem abgefahrenen Reifen?
Am Profil ändert sich nichts, und der Gummi altert in einer dunklen, trockenen Garage nur langsam. Der Reifen verliert aber Luft, und steht er monatelang auf derselben Stelle, kann er dauerhaft Schaden nehmen. Das eigentliche Problem ist die erste Frühjahrsausfahrt: Wenig Profil, womöglich zu wenig Luft, kalte Straße und wenig Übung kommen dann zusammen.
Ist ein im Frühjahr gekaufter Reifen frischer?
Nicht zwingend. Wie alt ein neuer Reifen ist, hängt davon ab, wie lange er beim Händler lag, und steht in der DOT-Nummer auf der Flanke. Sag schon beim Bestellen, dass du einen frischen Reifen willst, und schau vor der Montage auf die Nummer, egal ob im September oder im März.
Warum ist der Herbst ein guter Termin für neue Motorradreifen?
Weil du die ersten Kilometer, in denen ein neuer Reifen vorsichtig gefahren werden sollte, im September meist auf warmem Asphalt zurücklegst. Im Frühjahr fallen sie auf kalte Straßen und auf die ersten Fahrten nach der Pause. Außerdem bekommst du im Herbst oft leichter einen Termin beim Reifenhändler als vor dem ersten warmen Wochenende.
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