
An der Ampel steht neben dir eine große Reiseenduro im Leerlauf, und du hörst sie lauter als deine eigene A2-Maschine, obwohl die direkt unter dir läuft. Spätestens nach der ersten Saison kommt die Frage, ob ein anderer Endtopf mehr Klang bringt.
Die kurze Antwort: Ein Topf mit E-Nummer kann anders klingen, darf in den Prüfmessungen aber nicht lauter sein als der Originalauspuff an derselben Maschine. So verlangt es die UN-Regelung, nach der in Europa Nachrüstschalldämpfer genehmigt werden. Für die A2-Maschine kommt eine zweite Grenze dazu, die mit Lautstärke nichts zu tun hat: die Leistung.
Für A2-Motorräder gibt es in der Typprüfung keine eigene, strengere Geräuschgrenze. Die Grenzwerte hängen am Leistungs-Masse-Verhältnis, nicht an der Führerscheinklasse. Mit 35 kW liegt eine A2-Maschine bei diesem Verhältnis klar über 50 kW je Tonne und damit in derselben Klasse wie eine große Reiseenduro. Für beide gelten in der Vorbeifahrt 77 Dezibel.
Wie leise oder kernig eine Maschine ab Werk klingt, hängt also nicht an einer strengeren Regel für Einsteiger. Das machen Hubraum, Zylinderzahl und die Abstimmung, die der Hersteller für sein Modell gewählt hat.
Nachrüstschalldämpfer mit E-Nummer werden nach der UN-Regelung Nr. 92 genehmigt. Geprüft wird an einem Motorrad des Typs, für den der Topf gedacht ist, einmal im Stand und einmal in der Vorbeifahrt. In keiner der beiden Messungen darf es mit dem neuen Topf lauter sein als mit seiner Originalanlage.
Auch die Leistung wird verglichen. Höchstleistung samt zugehöriger Drehzahl darf höchstens fünf Prozent von den Werten mit der Originalanlage abweichen. Neuere Fassungen der Regel verlangen dazu einen Schutz gegen Manipulation: Prallbleche, Austrittskegel und ähnliche Einbauten lassen sich nicht einfach ausbauen, und wer es trotzdem tut, beschädigt den Topf dauerhaft. Hat ein Topf mehrere Stellungen oder Modi, muss er die Regeln in jeder davon einhalten.
Was die Regel nicht festlegt, ist der Klang. Ein solcher Topf kann also tiefer oder kerniger klingen als das Original, dazu leichter sein und anders aussehen.
Eine Genehmigung gilt nicht für jedes Motorrad, sondern für die Typen, die in ihren Unterlagen stehen. Der Typ deiner Maschine steht in Feld D.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I. Fehlt dieser Typ in den Papieren des Topfes, ist der Topf für deine Maschine nicht genehmigt, auch wenn er sich anschrauben lässt. Und was die Papiere an Einschränkungen und Einbauvorgaben nennen, hältst du ein, sonst kann die Betriebserlaubnis trotz Genehmigung erlöschen.
Neben Töpfen mit E-Nummer gibt es solche mit einer deutschen Allgemeinen Betriebserlaubnis. Auch hier stehen die zulässigen Motorräder in den Papieren, und ein Abdruck fährt mit, solange der Topf nicht in deinen Fahrzeugpapieren eingetragen ist.
Bei einer A2-Maschine lohnt ein zweiter Blick. Manche Modelle gibt es offen und in einer Version mit 35 kW. Ob die Genehmigung des Topfes die gedrosselte Ausführung mit abdeckt, steht in ihren Unterlagen. Bleibt das dort offen, hilft vor dem Kauf eine Nachfrage beim Hersteller des Topfes oder bei einer Prüforganisation.
Die Klasse A2 umfasst laut Fahrerlaubnis-Verordnung Krafträder bis 35 kW, deren Leistung je Kilogramm Gewicht 0,2 kW nicht übersteigt und die nicht aus einer Maschine mit über 70 kW hervorgehen. Die Leistung deiner Maschine findest du unter P.2 in der Zulassungsbescheinigung. Die zweite Grenze, Leistung je Kilogramm, ist dieselbe Größe, die bei Krafträdern in Feld Q steht.
Gehört zu einem Topf eine neue Abstimmung des Steuergeräts, betrifft der Umbau genau diese Grenzen. Ob die Maschine danach noch innerhalb der Klasse A2 bleibt und was das für ihre Papiere heißt, beantwortet eine Prüforganisation, bevor du bestellst.
Wer am Serientopf bohrt oder ein Prallblech entfernt, macht die Maschine lauter als genehmigt. Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung erlischt die Betriebserlaubnis unter anderem, wenn eine Änderung das Geräusch- oder Abgasverhalten verschlechtert.
Mit dem Eingriff kann sich die Leistung ändern, und bei einer A2-Maschine hängt an ihr die Führerscheinklasse. Ein ausgebauter dB-Killer im Zubehörtopf ist derselbe Eingriff, nur an einem anderen Teil.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Ob ein Topf an deine Maschine darf, klärst du mit einer Prüforganisation, Fragen zur Fahrerlaubnis mit der Fahrerlaubnisbehörde.
Ein anderer Topf gibt einer A2-Maschine eine andere Stimme. Spürbar mehr Wucht bringt er nicht, und bei der Leistung zieht ohnehin der Führerschein die Grenze. Wer mehr will, landet am Ende nicht beim Zubehörhändler, sondern bei der Klasse A.
Darf ich an meiner A2-Maschine einen Zubehörauspuff fahren?
Zubehörauspuffe sind auch an A2-Maschinen erlaubt, wenn sie für den Typ der Maschine genehmigt sind, etwa mit E-Nummer oder deutscher Allgemeiner Betriebserlaubnis. Welche Typen das sind, steht in den Papieren des Topfes, und deinen Typ zeigt Feld D.2 im Fahrzeugschein. Gibt es dein Modell auch mit mehr Leistung, klärst du vor dem Kauf, ob die Genehmigung die gedrosselte Version einschließt.
Darf ein Auspuff mit E-Nummer lauter sein als der Serienauspuff?
Lauter als der Serienauspuff darf ein Topf mit E-Nummer bei den Messungen für seine Genehmigung nicht sein. Die UN-Regelung Nr. 92 vergleicht dafür dasselbe Motorrad mit beiden Anlagen, im Stand und in der Vorbeifahrt. Anders klingen kann er trotzdem.
Bringt ein Sportauspuff an der A2-Maschine mehr Leistung?
Viel mehr Leistung bringt ein Sportauspuff mit E-Nummer nicht. Höchstleistung und die zugehörige Drehzahl dürfen laut UN-Regelung Nr. 92 höchstens fünf Prozent vom Serienwert abweichen. Soll zum Topf auch das Steuergerät neu abgestimmt werden, lässt du vorher von einer Prüforganisation klären, ob die Kombination in der Klasse A2 bleibt.
Warum klingen A2-Motorräder oft so leise?
Leise klingen A2-Motorräder nicht wegen strengerer Grenzwerte für Einsteiger. Mit 35 kW fällt eine A2-Maschine in dieselbe Geräuschklasse wie große Maschinen, für die beim Fahrgeräusch 77 Dezibel gelten. Wie kernig ein Modell klingt, entscheiden Hubraum, Zylinderzahl und die Abstimmung des Herstellers.
Was passiert, wenn ich den Serienauspuff aufbohre?
Wer den Serienauspuff aufbohrt, verschlechtert das Geräuschverhalten der Maschine, und damit erlischt nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung in aller Regel die Betriebserlaubnis. Bei einer A2-Maschine kommt hinzu, dass sich die Leistung ändern kann, und davon hängt ab, ob die Klasse A2 noch reicht.
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