
Kurz nach sieben, zwei Grad auf dem Stellplatz im Hof. Du drückst den Starter, und statt des gewohnten Anlaufens kommt ein Klacken. Beim zweiten Versuch dreht der Anlasser, aber müde, und der Motor will nicht.
Bevor du die Batterie verdächtigst, gehst du durch, was dein Motorrad zum Starten verlangt. Die Fehlersuche in den Anleitungen, die wir dazu gelesen haben, beginnt nicht bei der Batterie, sondern bei den Startbedingungen und beim Kraftstoff. Erst danach kommen Sicherung, Kontakte und Batterie.
Der Motor startet erst, wenn ein paar Bedingungen erfüllt sind. Die Zündung ist an, und bei NC750X, MT-09 und Ninja 125 steht der Motorstoppschalter auf Betrieb. Das Getriebe ist im Leerlauf, oder bei eingelegtem Gang ist die Kupplung gezogen. Bei der MT-09 von 2024 muss dazu laut Yamaha der Seitenständer oben sein, so ist es auch bei der NC750X von 2025. Die NC750X mit Doppelkupplungsgetriebe hat keinen Kupplungshebel, dort muss die Anzeige N leuchten.
BMW nennt für die R 1300 GS in der Störungstabelle der Anleitung von 2023 genau diese Fälle als erste Ursachen: Seitenstütze draußen und Gang drin, Gang drin und Kupplung nicht gezogen. Auch die 390 Duke von 2024 startet laut KTM nur im Leerlauf oder mit gezogener Kupplung.
Zwei Sperren übersiehst du leicht, und beide haben mit der Kälte nichts zu tun. Ist die Ninja 125 umgefallen, schaltet laut Kawasaki ein Sensor den Motor ab, und nach dem Aufrichten schaltest du die Zündung aus und dann wieder ein. Tropft Benzin, schaltest du sie nicht wieder ein, bevor du die undichte Stelle gefunden hast.
Bleibt an der NC750X die Anzeige der Wegfahrsperre an, ziehst du laut Honda den Schlüssel ab und steckst ihn neu ein. Hilft das nicht, kann ein zweiter Schlüssel des Systems in der Nähe des Zündschlosses der Grund sein, etwa der Ersatzschlüssel am selben Bund, oder ein metallischer Aufkleber am Schlüssel. Leuchtet die Anzeige dann immer noch, sieht sich der Händler das System an.
Wie lange du den Starter drückst, steht in vier dieser Anleitungen. Honda und Yamaha nennen für NC750X und MT-09 höchstens fünf Sekunden, danach zehn Sekunden Pause, damit sich die Spannung der Batterie erholt, und Honda lässt dafür die Zündung ausschalten. Kawasaki nennt für die Ninja 125 höchstens fünf Sekunden am Stück und verlangt 15 Sekunden Pause, weil der Starter sonst überhitzt.
Bei der R 1300 GS drückst du die Taste, bis der Motor anspringt, doch ein Schutz begrenzt die Dauer. Löst er aus, arbeitet der Starter laut BMW erst nach etwa einer Minute wieder. Für den Start bei niedrigen Temperaturen nennt BMW eine eigene Regel: Kupplung ziehen.
Beim Gas gehen die Anleitungen auseinander. Die NC750X startest du laut Honda kalt wie warm ohne Gas, erst nach einem Fehlversuch mit etwa drei Millimetern Gas. Die Ninja 125 startest du laut Kawasaki ohne Gas, bei kaltem Motor hebt sie die Leerlaufdrehzahl selbst an. Yamaha sieht für die MT-09 eine Vierteldrehung am Gasgriff vor, wenn der Motor nicht sofort anspringt. Gas gibst du deshalb nur nach den Vorgaben deiner eigenen Anleitung.
Dreht der Anlasser kräftig und der Motor kommt trotzdem nicht, liegt es kaum an der Batterie. In der Fehlersuche von Honda steht sie für diesen Fall gar nicht auf der Liste, und laut dem Fehlersuchdiagramm von Yamaha für die MT-09 ist sie bei schnell drehendem Motor in Ordnung. Honda lässt für diesen Fall zuerst die Startreihenfolge prüfen, dann den Füllstand im Tank, dann die Störungsanzeige der Einspritzung und die Anzeige der Wegfahrsperre. Leuchtet die Störungsanzeige, gehört das Motorrad so bald wie möglich zum Händler.
Yamaha zieht die Grenze schon vor dem ersten Druck: Bleibt die Störungsanzeige nach dem Einschalten an, startest du die MT-09 nicht, sondern lässt sie in einer Fachwerkstatt prüfen. Auch ein leerer Tank steht bei BMW in der Störungstabelle, also lohnt vor dem nächsten Versuch der Blick auf die Tankanzeige.
Rührt sich der Anlasser nicht oder klackt nur, nennt Honda vier Punkte: Startreihenfolge, Sicherung, Batterieanschlüsse und Batterie. Die Anschlüsse müssen fest sitzen und dürfen nicht korrodiert sein. Ziehst du eine Klemme nach, darf der Schlüssel nie gleichzeitig Pluspol und Rahmen berühren. Findest du an diesen vier Punkten nichts, prüft der Händler weiter. Dreht der Anlasser den Motor nur langsam durch, schickt dich Yamaha an die Batteriekabel und, wenn nötig, ans Ladegerät.
Die R 1300 GS bricht den Startvorgang laut BMW selbst ab, wenn die Spannung der Batterie nicht reicht. Weitere Versuche helfen dann nicht. BMW lässt erst die Batterie laden oder Starthilfe geben.
Sicherheitshinweis: Im Stand laufen lässt du den Motor nur draußen, nicht in einer Garage und auch nicht in einem halb offenen Unterstand, denn das Kohlenmonoxid im Abgas kann laut Honda tödlich sein. Starthilfesprays oder ähnliche Mittel nimmst du nicht, BMW schließt sie für die R 1300 GS aus. Und richte keinen Heizlüfter oder Heißluftfön auf Motor, Tank oder Batterie: Benzin ist laut Honda extrem leicht entflammbar, und die Batterie erzeugt explosives Wasserstoffgas.
Ist die Batterie leer, beschreibt Honda für die NC750X einen klaren Weg: die Batterie herausnehmen und an ein Ladegerät hängen, das für Motorradbatterien gedacht ist. Beim Ausbau steht die Zündung auf Aus, und die Minusklemme kommt zuerst ab, beim Einbau wird zuerst die Plusklemme angeschlossen. Zum Laden kommt sie an einen gut belüfteten Ort ohne offene Flamme. Ein Ladegerät für Autobatterien kann die Motorradbatterie überhitzen und dauerhaft schädigen. Starthilfe mit einer Autobatterie empfiehlt Honda nicht, weil die Elektrik des Motorrads Schaden nehmen kann.
BMW beschreibt für die R 1300 GS eine Starthilfe, setzt ihr aber Grenzen. Angeschlossen wird nur an den Batteriepolen, nie an der Steckdose, mit Polzangen, die vollständig isoliert sind, und einer Batterie mit 12 Volt als Spender. Klappt der Start nicht, wiederholst du ihn erst nach einigen Minuten. Beachte immer die Freigaben und Angaben in deinem Fahrzeughandbuch.
Vorbeugen heißt vor allem, die Batterie über die Standzeit voll zu halten. BMW verlangt für die R 1300 GS ein angeschlossenes Ladeerhaltungsgerät, sobald die Maschine länger als vier Wochen steht. Steht die MT-09 länger als einen Monat, lässt Yamaha die Batterie ausbauen, laden und kühl und trocken lagern. Bleibt sie länger als zwei Monate ausgebaut, prüfst du ihren Ladezustand jeden Monat. Ohne Steckdose am Stellplatz bleibt meist nur der Ausbau, wie ihn deine Anleitung beschreibt.
Ab und zu den Motor kurz anzuwerfen, ersetzt das Laden nicht. Für die 390 Duke von 2024 rät KTM ausdrücklich davon ab: Ein Motor, der nicht richtig warm wird, sammelt Kondenswasser aus der Verbrennung, und davon rosten Ventile und Auspuff.
Im Hof kommt der zweite Versuch nach der Pause, nicht gleich nach dem ersten Klacken. Erst die Bedingungen, dann kurz drücken, dann warten. Springt der Motor danach immer noch nicht an, geht die Suche bei Sicherung, Kontakten und Batterie weiter und nicht beim Daumen auf dem Knopf.
Warum springt das Motorrad bei Kälte schlechter an?
Ein Motorrad springt bei Kälte schlechter an, vor allem weil eine kalte Batterie weniger Strom liefert und kaltes Öl den Motor schwerer drehen lässt. BMW schreibt für die R 1300 GS ausdrücklich, dass niedrige Temperaturen das Startverhalten beeinträchtigen können, und lässt beim Kaltstart die Kupplung ziehen.
Wie lange drücke ich den Anlasser am Stück?
Den Anlasser drückst du nur wenige Sekunden. Bei NC750X und MT-09 sind es laut Honda und Yamaha höchstens fünf Sekunden mit zehn Sekunden Pause. Für die Ninja 125 verlangt Kawasaki nach fünf Sekunden 15 Sekunden Pause, damit der Starter nicht überhitzt. Die R 1300 GS sperrt den Starter nach zu langem Drücken für rund eine Minute.
Soll ich beim Kaltstart Gas geben?
Beim Kaltstart gibst du nur Gas, wenn deine Anleitung es vorsieht. Ohne Gas starten laut Honda und Kawasaki die NC750X und die Ninja 125, die Ninja hebt die Leerlaufdrehzahl kalt selbst an. Erst wenn es nicht klappt, sieht Honda rund drei Millimeter Gas vor, Yamaha bei der MT-09 eine Vierteldrehung.
Kann ich ein Motorrad mit einer Autobatterie fremdstarten?
Fremdstarten mit einer Autobatterie empfiehlt Honda für die NC750X nicht, die Elektrik könnte dabei Schaden nehmen. BMW lässt bei der R 1300 GS Starthilfe zu, angeklemmt direkt an der Batterie, mit isolierten Zangen und einem 12-Volt-Spender. Was an deinem Motorrad gilt, steht in seinem Handbuch, nicht beim Nachbarn mit den Kabeln.
Was tun, wenn der Anlasser nur klickt?
Klickt der Anlasser nur, prüfst du zuerst Motorstoppschalter, Leerlauf, Kupplung und Seitenständer. Danach kommen Sicherung, festsitzende und saubere Polklemmen und der Zustand der Batterie an die Reihe, so ordnet es Honda. Ist die Batterie leer, lädst du sie, bevor du es erneut versuchst.
Warum startet das Motorrad mit ausgeklapptem Seitenständer nicht?
Mit ausgeklapptem Seitenständer und eingelegtem Gang blockiert an der R 1300 GS laut BMW die Elektronik den Start. Im Leerlauf springt der Motor zwar an, stirbt aber ab, wenn bei ausgeklapptem Ständer ein Gang eingelegt wird. Ständer hoch und Kupplung ziehen oder Leerlauf rein, dann gibt die Sperre den Start frei.
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