
Die Kawasaki Ninja 125 wiegt fahrbereit 149 Kilo und darf laut Anleitung 180 Kilo zuladen, alles zusammengerechnet: Fahrer, Sozius, Gepäck, Zubehör. Die Yamaha MT-09 von 2024 wiegt 193 Kilo und darf 168 tragen, die Honda CB650R mit 205 Kilo genauso viel. Die leichteste der drei trägt am meisten.
Beim Umstieg auf ein leichtes Motorrad verlierst du also nicht zwingend Zuladung. Was du gewinnst und was du abgibst, steht zu einem guten Teil in der Anleitung: im Gewicht, in der Zuladung und im Tankinhalt. Den Rest zeigt dir die Maschine im Hof.
149 Kilo stehen auch in KTMs Anleitung zur 390 Duke, Jahrgang 2024, dort aber als Trockengewicht. In dieser Zahl fehlt mindestens das Benzin, und der Tank der Duke fasst rund 15 Liter, voll also etwa elf Kilo Benzin. Kawasaki dagegen gibt für die Ninja 125 die Masse im fahrbereiten Zustand an.
Für deinen Vergleich nimmst du deshalb immer dieselbe Art von Gewicht, fahrbereit oder fahrfertig, wie es die Hersteller nennen. Steht bei einem Kandidaten nur ein Trockengewicht, rechnest du wenigstens den vollen Tank dazu, bevor du ihn neben deine jetzige Maschine stellst. Honda schreibt in den deutschen Anleitungen Leergewicht, in den englischen steht an derselben Stelle curb weight, also das Gewicht im fahrbereiten Zustand.
Die Zuladung ist das, was zum Gewicht der Maschine dazukommen darf, bis das zulässige Gesamtgewicht erreicht ist. Wo diese Grenze liegt, bestimmt jeder Hersteller für sein Modell selbst. Wie wenig die Zuladung deshalb mit dem Gewicht zu tun hat, zeigen schon ein paar Anleitungen:
Die Ninja 125 darf so viel tragen wie die Hornet, die 43 Kilo mehr wiegt. Die CB650R ist zwölf Kilo schwerer als die MT-09 und trägt gleich viel, und die schwerste Maschine der Liste trägt am meisten. Vor dem Umstieg zählt deshalb die Zeile Zuladung in der Anleitung deines Kandidaten, nicht sein Gewicht.
Zu zweit und mit Gepäck ist die Zuladung die wichtigste Zahl des ganzen Vergleichs. Honda begrenzt daneben das Gepäck noch eigens, bei der CB650R auf sieben Kilo samt Zubehör.
Sicherheitshinweis: Packst du die leichtere Maschine so voll wie die alte, ist ihre Zuladung womöglich schneller erreicht, als du denkst. Mehr Gewicht verändert laut Honda, wie das Motorrad fährt, bremst und stabil bleibt, und mit zusätzlichem Gewicht nennt Honda höchstens 130 km/h.
Zähl deshalb vor der ersten Tour mit dem neuen Motorrad zusammen, was mitfährt: du in voller Montur, dein Sozius, Koffer samt Träger und Inhalt. Liegt die Summe über der Zuladung aus der Anleitung, bleibt etwas zu Hause.
Wie weit du mit einer Füllung kommst, hängt an Tankinhalt und Verbrauch, und auch der Tank wächst nicht verlässlich mit dem Gewicht. Die Ninja 125 fasst elf Liter, die CB750 Hornet 15,2, die schwerere NC750X 14,1. Bei der Africa Twin sind es je nach Ausführung 18,8 oder 24,8 Liter.
Benzin wiegt mit, ein Liter etwa drei Viertel Kilo. Der große Tank der Africa Twin bringt voll gut 18 Kilo auf die Waage. Ein Teil des Gewichtsvorteils einer leichteren Maschine kann also schlicht in ihrem kleineren Tank stecken. Steigst du von einer Reiseenduro mit großem Tank um, prüf deshalb, ob deine üblichen Etappen dann noch ohne zusätzlichen Stopp gehen.
Am meisten bringt ein leichteres Motorrad, wenn du es oft ohne Fahrt bewegst: aus dem Hinterhof schieben, in der engen Garage wenden, auf den Seitenständer stellen und wieder aufrichten. In diesen Momenten trägst du einen Teil des Gewichts selbst, und dort spürst du jedes Kilo weniger.
Dazu kommen alle, die an der Ampel bloß mit den Fußballen aufsetzen, und alle, die nach einer langen Pause wieder einsteigen und Anhalten, Wenden und Rangieren erst wieder üben. Leichter heißt dabei nicht zwingend niedriger, die Sitzhöhe vergleichst du eigens.
Weniger bringt der Umstieg, wenn du meist zu zweit mit Gepäck reist und die Zuladung des leichteren Modells dafür nicht reicht. Dann ist die Maschine, die alles tragen darf, die passendere Wahl, auch wenn sie mehr wiegt.
Mit der Klasse A2 setzt die Fahrerlaubnis dem leichten Motorrad eine Grenze. Erlaubt sind bis 35 Kilowatt bei höchstens 0,2 Kilowatt je Kilogramm Gewicht. Ist die Maschine von einem anderen Modell abgeleitet, darf dieses nicht mehr als 70 Kilowatt haben. Das Leistungsgewicht findest du bei Krafträdern in Teil I der Zulassungsbescheinigung unter dem Buchstaben Q.
Für die vollen 35 Kilowatt braucht eine Maschine nach dieser Formel mindestens 175 Kilo. Eine leichtere darf entsprechend weniger leisten, bei 150 Kilo höchstens 30 Kilowatt. Ganz leicht und volle A2-Leistung schließen sich damit aus.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ordnet die Lage allgemein und journalistisch ein (Stand: Oktober 2026). Er ist keine Rechtsberatung, und Einzelfälle können anders liegen. Welche Maschinen deine Fahrerlaubnis abdeckt, sagt dir im Zweifel die Führerscheinstelle.
Ob sich der Umstieg für dich lohnt, zeigt dir neben den Zahlen eine halbe Stunde mit der Maschine. Schieb sie ein Stück vorwärts und rückwärts, richte sie vom Seitenständer auf und stell sie wieder ab, mit einem Helfer daneben. Ist der Unterschied zu deiner jetzigen Maschine dabei deutlich spürbar und passt die Zuladung zu dem, was du mitnimmst, spricht wenig gegen den Umstieg auf ein leichtes Motorrad.
Für wen lohnt sich ein leichtes Motorrad?
Ein leichtes Motorrad lohnt sich vor allem, wenn du deine Maschine oft schiebst, wendest und abstellst. Es hilft auch Wiedereinsteigern nach Jahren und allen, die im Stand kaum Boden unter die Stiefel bekommen. Reist du oft zu zweit samt Koffern, vergleichst du vorher die Zuladung.
Hat ein leichtes Motorrad weniger Zuladung?
Die Zuladung lässt sich am Gewicht nicht ablesen, weil jeder Hersteller das zulässige Gesamtgewicht für sein Modell eigens festlegt. Für die leichte Ninja 125 nennt Kawasaki 180 Kilo, für die schwerere CB650R gibt Honda 168 an. Es gilt der Wert aus der Anleitung deines Modells.
Welches Gewicht vergleiche ich beim Motorrad?
Das Gewicht vergleichst du immer auf derselben Basis, am besten fahrbereit, also mit Kraftstoff und Betriebsflüssigkeiten. Ein Trockengewicht enthält kein Benzin: Die KTM 390 Duke steht mit 149 Kilo trocken in der Anleitung, die Ninja 125 mit denselben 149 Kilo fahrbereit.
Wie leicht darf ein A2-Motorrad sein?
Ein Mindestgewicht schreibt die Klasse A2 nicht vor, wohl aber höchstens 0,2 Kilowatt je Kilogramm. Wer die 35 Kilowatt ausschöpfen will, braucht damit rechnerisch 175 Kilo oder mehr, ein leichteres A2-Motorrad hat entsprechend weniger Leistung.
Wo finde ich die Zuladung meines Motorrads?
Die Zuladung steht in der Betriebsanleitung, meist in den technischen Daten und oft auch im Kapitel über das Beladen. Bei Honda, Yamaha und Kawasaki umfasst sie Fahrer, Sozius, Gepäck und Zubehör.
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